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Urgestein der Greizer Gastronomie feiert 70. Geburtstag
Mit seinen fast 70 Lenzen ist er der älteste Hase in der hiesigen Gastronomie: Dieter Henck, Wirt "Zur Nostalgie" in Pohlitz. Heute feiert er im Kreise der Familie, der Freunde und Stammgäste im "Zapfwerk" bei Sohn Renè Henck und Frau Silvia in seinen 70. Geburtstag hinein. Kathrin Schulz / 24.07.10 / OTZ Greiz. Mit seinen fast 70 Lenzen ist er der älteste Hase in der hiesigen Gastronomie: Dieter Henck ist aus der Greizer Gaststättenlandschaft und aus seiner Küche in Hencks Einkehr "Zur Nostalgie" in Pohlitz nicht mehr wegzudenken. Seit 1963 steht der gelernte Glasschleifer in der Perle des Vogtlandes am Herd. Und wenn er im Gespräch auf die vergangenen Jahrzehnte zurück blickt, schleicht sich so manches spitzbübische Lächeln ins Gesicht des Unermüdlichen, der "zum Älterwerden einfach keine Zeit gehabt" hat. "Ich könnte Bücher schreiben", versichert der Jubilar. Das glaubt man ihm unbesehen, denn schon die Geschichte, wie er zum Kochen kam, ist eine Story für sich: "Traut sich einer zu kochen", hatte der Spieß im 1000-Mann-Feldlager Nochten bei Weißwasser gefragt, als eines Tages die Küchenbesatzung ausgefallen war. Dieter Henck traute sich. Für seine weißen Bohnen, die er mit Pfifferlingen verfeinert hatte, gab es drei Tage Sonderurlaub, allerdings auch einen ordentlichen Anpfiff wegen nicht erlaubter Pilze im Gemeinschaftsessen. Eine Vorschrift, die der junge Henck nicht wieder vergaß, denn fortan war er in die Küche der Bereitschaftspolizei versetzt. Später arbeitete er in der Gaststätte des Bruders in Gehren bei Ilmenau, kellnerte, stand hinter der Theke oder kochte "was anfiel, wurde gemacht", macht der bald 70-Jährige darüber nicht viele Worte. Als ihm selbst eine Gaststätte von der HO angeboten wurde, griff er zu. Fortan bewirtete er Urlauber im "Bürgerhof". Eines Tages lernte er dabei Peter Voigt kennen, damals Theaterleiter in Greiz, der ihn in die Perle des Vogtlandes lockte. Gaststätten ohne Wirt hat es 1963 hier einige gegeben. Henck entschied sich als 23-Jähriger für das "Göltzschtal", weil er hier auch eine Wohnung sanieren konnte. "Gebaut und umgebaut hat er ebenfalls sein Leben lang", versichert Ruth Henck, mit der er seit 31 Jahren verheiratet ist. An der Theke sorgt die Wirtin der "Nostalgie" jederzeit für gute Stimmung. Im "Göltzschtal" lernte Dieter Henck auch die legendären "Eldorados" kennen, die mit ihrer Fangemeinde heute noch die Kurt-Rödel-Halle füllen: "Wir sind zusammen groß geworden", erzählt der Wirt und Küchenchef. "Damals bauten wir einen Saal an. Jedes Wochenende wurde zum Tanz gespielt. Eine wunderbare Zeit", erinnert sich der Jubilar. Auf Kommission hatte er später den Humboldt-Klub in der Neustadt. Die "Eldorados" waren mit am Start, als er eine Kellerbar einbaute und Karten für den Fasching wie Raritäten gehandelt worden sind. "Irgendwann wollte die HO den Klub zurück. Und weil sie keinen Wirt fürs Waldhaus hatten und ich mich unter anderem mit einem Buffet für den 25. Jahrestag der DDR empfohlen hatte, übernahm ich das Restaurant". Geschäftstüchtig war Dieter Henck immer: Durch sein ausgezeichnetes Organisationstalent konnte er auch vor der Wende immer Rares auf den Tisch zaubern. Und in sieben Jahren stieg der Jahresumsatz von 57 0000 DDR-Mark auf 1,7 Millionen. Mit der Scheidung von seiner ersten Frau ging dieses Kapitel zu Ende. In Pohlitz schlug Dieter Henck ein neues Kapitel seines Lebens auf. Ein kurzes Intermezzo gab es im Handel mit der Übernahme der Verkaufsstelle Schaller. Dann kaufte er ein baufälliges Wohn- und Geschäftshaus in der Herrmannsgrüner Straße, sanierte, baute um und aus und eröffnete 1982 ein Eiscafè. Er machte selbst Eis, besorgte leckere Früchte, kurz: die Leute rannten Hencks die Bude ein. Nach der Wende verdienten sie mit einem Spielsalon ihr Geld, weil die Küche den bundesdeutschen Standards nicht entsprach, zu klein war. Das Geschäft lief, aber der passionierte Koch wollte seine Gäste mit gut bürgerlicher Küche verwöhnen. Nach der unvermeidlichen Küchenerweiterung erhielt Hencks Einkehr "Zur Nostalgie" ihr heutiges Gesicht. Seit 1995 zieht Dieter Hencks Hausmannskost Gäste aus dem gesamten Vogtland, aber auch aus Hof oder München an. "Wir kochen traditionell eine Soße aus einem Topf, das gibts bei mir nicht", versichert der Jubilar, der vom Fisch über die halbe Ente (ohne Knochen) bis zum beliebten gefüllten Blumenkohl mit vollem Einsatz am Herd steht. "Politisch undurchschaubar" las er in seiner Stasiakte. Die brisanten Unterlagen hatte er übrigens gleich für den ganzen Stammtisch aus Gera mitgebracht, so dass jeder sein Pamphlet studieren konnte. "Solange es mir gut geht, koche ich", betont Dieter Henck, der heute im Kreise der Familie, der Freunde und Stammgäste im "Zapfwerk" bei Sohn Renè Henck und Frau Silvia in seinen 70. Geburtstag hineinfeiert. Die "Eldorados" sind natürlich mit dabei. Und sein Haus weiß Dieter Henck gut bestellt, denn Sohn Oliver steht seit einiger Zeit mit dem Vater am Herd. |
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Meine Woche
Lokale Durststrecke Von Kathrin Schulz Das Gastgewerbe hat es trotz Urlaubszeit und Biergarten-Wetter in diesen Tagen nicht leicht. Erst gestern stellte das Statistische Bundesamt fest, dass die Wirte von einer leichten Erholung in der Wirtschaft nicht oder nur in geringem Maße profitieren. Maximal Vorjahresergebnisse könnten bis Silvester erreicht werden. Dann also, wehe dem, der keine Stammgäste hat. Gerade in unserer Region ist das a-la-carte-Geschäft sehr zurück gegangen, bestätigt auch Wirtsehepaar Henck in Pohlitz. Man lebt hierzulande von Familienfeiern, von Stammgästen, die Hausmannskost und gemütliches Ambiente schätzen. Allerdings kann der Küchenchef, der täglich 7.30 Uhr sein Reich betritt und erst Feierabend macht, wenn der letzte Gast gegangen ist, von einer 40-Stunden-Woche, wie sie die Thüringer Beamten ab 2011 bekommen sollen, nur träumen. Innenminister Huber, der den Beschluss der Landesregierung in dieser Woche bei einer Visite in Greiz verkündet hat, will dafür das Pensionsalter der Beamten um zwei Jahre nach oben schieben. Inwieweit sich beide Maßnahmen kompensieren, werden die Bürger vor Ort vor allem an der Entwicklung der Polizeipräsenz merken. Am Rande des Sommerbesuchs diskutierte Huber unter anderem über eine generelle Einführung eines Hundeführerscheins. Keine schlechte Idee, denn die meisten Probleme, die die Vierbeiner verursachen, haben ihren Ursprung am anderen Ende der Leine. Eine Garantie ist so ein Führerschein allerdings auch nicht, sonst müsste man sich nicht ständig über Kraftfahrer ärgern, von denen man sich fragt, wo sie ihre Fahrerlaubnis eigentlich herbekommen haben. Apropos fahren: Nicht nur jene, die am Donnerstag bei der Einfahrt in die Stadt dem Peloton der Weltklasse-Radsportlerinnen den Vortritt lassen mussten, ärgern sich derzeit über langwierige Ampel- Passagen auf der Bundesstraße. Dabei ist der Startschuss für den Abschnitt August-Bebel-Straße noch gar nicht gefallen. In der nächsten Woche wollen wir uns diesem Thema konkreter widmen. Ein anderes — die Verkehrsberuhigung der Waldautobahn in Teichwolframsdorf — bleibt akut. Gestern früh hatte auch der Bürgermeister der Gemeinde Zeit, sich vor Ort die Sache anzusehen. Er will Lösungen schaffen, doch dazu, so meint einer der Anwohner, hätte er seit November schon Zeit gehabt. In der zweiten Augustwoche wird man sich erneut vor Ort wiedersehen. |
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Vorstandsposten bei Motor immer noch vakant Versammlung wohl erst Ende August Zeulenroda (OTZ/St.B.). Für die Neubesetzung der beiden vakanten Vorstandsposten beim FC Motor Zeulenroda gibt es noch keine Kandidaten. „Es ist nicht so, dass wir sagen könnten, wir hätten schon jemanden", bestätigte gestern Dieter Weinlich, stellvertretender Vorsitzender. Der Rechtsanwalt aus Zeulenroda ist nach dem Rücktritt von Präsident Gerd Wolf und Schatzmeister Heiko Oelsner weiterhin alleiniger Vertreter des Vorstandes. Wann eine Mitgliederversammlung mit Neuwahl einberufen wird, sei nicht sicher. „Darüber werden wir in den nächsten Tagen entscheiden", sagte Weinlich und klärte auf, wer hinter dem „Wir" steht: Uwe Löppen und Nadine Hutter. Die beiden zurückgekehrten Funktionäre seien eine große Stütze. Wegen der satzungsgemäßen Ladungsfrist von zwei Wochen werde es aus heutiger Sicht vermutlich erst Ende August eine Versammlung geben können. Bei seinen Gesprächen mit potenziellen Vorstandskandidaten hat er inzwischen zwei Absagen bekommen, will aber weiter dranbleiben. „Ich habe noch drei andere auf meiner Liste." In Sachen Trainerposten für die erste Mannschaft gehe man mit Tino Focke und Andreas Daßler in die erste Halbserie, ohne bereits konkret etwas vereinbart zu haben. Die Kadervorstellung soll in den nächsten Tagen stattfinden. |
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Reiselust der Greizer nach wie vor ungebrochen
Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise schlagen sich im Reiseverhalten der Greizer kaum nieder: Ihren Urlaub lassen sie sich nicht nehmen. Diana Ruder und Katharina Wolfrum / 24.07.10 / OTZ Greiz. Aufgrund des anhaltend schönen Sommerwetters in Deutschland haben die Greizer die Ostseeküste wiederentdeckt. Auch Griechenland steht auf der Liste der beliebtesten Reiseziele ganz oben, bedingt durch sinkende Preise für Anreise, Unterkunft und Verpflegung, erklärt Gabriele Rampf von "Gabis Reisemarkt". Die Greizer verbringen nach wie vor ihren Urlaub sehr gerne in Spanien, vor allem auf den Kanarischen Inseln oder dem Festland. Mallorca als das Reiseziel der Deutschen erhält mittlerweile Konkurrenz durch die Staaten am Schwarzen Meer, da dort das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt, erklärt Heike Herzer vom "Reisebüro Brückenstraße". Die Devise in diesem Jahr lautet: "Preiswerter Urlaub in Bulgarien statt am Ballermann", bestätigt auch Christine Ludwig vom "Holiday-Land Reise-Stübl Ludwig". Pauschal-Reisen und All-Inclusive-Hotels, wie sie häufig für Türkeiurlaube angeboten werden, sind ebenfalls sehr beliebt. Nicht nur im Sommer, sondern auch in der kalten Jahreszeit ist die Mittelmeerregion gefragt. Monika und Klaus Rötschke aus Greiz sind seit vielen Jahren überzeugte Türkeiurlauber. Von November bis März verbringen sie 14 Wochen im Land am Bosporus. So ersparen sie sich das lästige Schneeschippen und Eiskratzen in der Heimat. Christine Ludwig erklärt: "Langzeiturlaube im Winter rechnen sich." Den Sommer hingegen verbringen die Rötschkes in ihrer "grünen Oase" in der Kleingartenanlage "Hermann Löns". In der warmen Jahreszeit sind sie beinahe Selbstversorger, da in ihrem Garten verschiedenste Gemüsesorten gedeihen, erklärt Klaus Rötschke stolz. "Wenn das Wetter es zulässt, meiden wir unser Zuhause und schlafen im Garten", sagt seine Frau Monika Rötschke. Auch Anette Süß ist seit mehr als 25 Jahren Gartenbesitzerin. Nach der Arbeit entspannt sie in ihrem grünen Idyll in der Kleingartenanlage "Einigkeit". Den Urlaub verbringt Anette Süß im Inland und erkundet die alten Bundesländer. "Es gibt auch hier schöne Gegenden", begründet sie ihr Reiseziel. Manche Greizer zieht es in diesem Jahr jedoch in die Ferne. Rundreisen durch die USA, Südamerika und in die Karibik sind sehr beliebt. Auch Kreuzfahrten nach Skandinavien werden vermehrt gebucht. "Die Leute sehen verschiedene Länder und nutzen den Luxus des Schiffes", erklärt Christine Ludwig die Nachfrage. |
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Mit spitzer Zunge und schwarzem Humor Gut 700 Gäste feiern Rainald Grebe im Malzhaus Plauen Plauen (OTZ/barw). Manchmal ist das Publikum bereits von Anfang an regelrecht fasziniert und braucht nur Sekunden, um von Nup auf Hundert durchzustarten. So geschehen am Donnerstagabend beim Malzhaus-Open-Air in Planen mit Rainald Grebe. Gut 700 Gäste feierten ihn, die Kapelle der Versöhnung und seine Satire vom Allerfeinsten inklusive des oft dabei zu entdeckenden schwarzen Humors. Gemeinsam mit dem Publikum suchte Grebe nach dem Ausweg aus der verkorksten Spaßgesellschaft, misstraute dem Wellness-Kult oder frohlockte lautstark über triste Landstriche wie Brandenburg. Obwohl es gerade dort wegen der Einsamkeit wunderschön sein soll. Überhaupt hatte es dem Comedy-Star die Landbevölkerung angetan. In der Provinz existieren eben grundehrliche Aussteiger-Idyllen. Nach der Pause ging es mit personengebundener spitzer Zunge munter weiter. Plötzlich mutierte der studierte Puppenspieler zum Bundespräsidenten oder amüsierte die Fans mit seinen Erinnerungen an die Loveparade in Deutschlands Hauptstadt. Seine Gäste wünschten sich zum Abschied nur eins: eine Neuauflage des Abends mit dem einzigartigen Rainald Grebe. |
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Nachdenkliches zum Wochenende
Heile Zeit Von Steffen Schürer, Kreisjugendwart, Zeulenroda Wann würden Sie sagen, dass Sie einen richtig gelungenen Urlaub hatten? Vielleicht, wenn das Wetter einfach rundum sonnig war? Vielleicht, wenn Sie möglichst viel Zeit zum Entspan- nen hatten? Oder eher: Wenn Sie besonders schöne und außergewöhnliche Unternehmungen erlebt haben? Vielleicht waren Sie auch nur froh, dass sich diesmal kaum jemand gestritten hat und alle halbwegs gesund geblieben sind? Sicher kämen wohl nur wenige Leute auf die Idee, von einem gelungenen Urlaub zu sprechen, wenn sich Familie und Freunde mal wieder die ganze Zeit in den Haaren hatten. Besonders der Urlaub gilt nach wie vor als eine Art „heile Zeit", eine Zeit, in der man von den Problemen und Krisen des Alltags einfach mal abschalten möchte. Wenn einem schon im Alltag die Schwierigkeiten geballt „auf die Pelle rücken", dann bitte nicht auch noch im Urlaub. Schnell kann es uns dadurch passieren, dass wir versuchen, die Probleme auf Distanz zu halten, sie zu verdrängen. Nur werden die Schwierigkeiten dadurch nicht weniger. Sie schlummern in den Winkeln unseres Lebens weiter und warten nur darauf, in den passenden (und unpassenden) Momenten wieder hervorzutre- ten. Es liegt vielleicht am Wohlstand unserer Zeit, dass wir die Schwierigkeiten unseres Lebens nicht gerne auf dem Tisch liegen sehen. Viel lieber würden wir die Krisen, Probleme und erst recht das Leiden aus unserem Leben verbannen, einfach abschalten. Aber ein gesundes Krisenmanagement sieht anders aus. Schon Jesus warnt in der Bibel davor, dass wir uns das Leben nur noch schön denken: „Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt und nimmt doch Schaden an seiner Seele?" (nach Matt 16,26). Krisen und Leiden sind Bestandteil unseres Lebens als Menschen. Es nützt uns reichlich wenig, wenn wir so tun, als hätten wir sie in unserem Leben in den Urlaub geschickt. Von Jesus können wir lernen, ein gelungenes Leben mit den Krisen und mit dem Leiden zu leben. |
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"Sounds of Hollywood" im Park der Generationen
Publikum anzusprechen, das sonst nicht ins Konzert geht, das ist ein Ziel von Stefan Fraas. Der Generalmusikdirektor der Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach hat mit "Sounds of Hollywood" eine musikalisch-cineastische Veranstaltung in petto, die enorm gut ankommt. Katja Grieser / 24.07.10 / OTZ Greiz. Am Freitag, dem 20. August, um 21 Uhr gibt es im Park der Generationen in Reichenbach erneut Gelegenheit, großes musikalisches Kino zu erleben. "Sounds of Hollywood" ist nicht nur etwas für Freunde der klassischen Musik, sondern vor allem auch für Film- und Kinofans. Egal, ob Abenteuer-, Fantasy- oder Actionfilm, Komödie, Musical oder Kinder- und Trickfilme, sie alle leben auch von der Musik, die sie begleitet. Und genau diese Hits hat Stefan Fraas, Generalmusikdirektor der Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach, herausgesucht und präsentiert sie in orchestraler Version. "Gladiator", "Ghostbusters" oder "Der mit dem Wolf tanzt" sind nur einige Titel von Filmen, die in der Traumfabrik Hollywood produziert wurden und zum Kassenschlager avanciert sind. Aber auch in "Herr der Ringe" oder "Fluch der Karibik" hat Fraas Melodien gefunden, die er mit der Vogtland Philharmonie spielen wird. Und selbst der deutsche Kinoerfolg "Keinohrhasen" hat sich musikalisch eingeschlichen. Allen "Sex and the City"-Fans hat der Klangkörper ebenfalls etwas zu bieten, denn auch "Mercy" aus der beliebten TV-Serie wird zu hören sein. Selbst an die jüngsten Kinofans ist gedacht, mit Ausschnitten aus den entzückenden Filmen "Feivel, der Mauswanderer" und "In einem Land vor unserer Zeit". Stefan Fraas wird das Orchester dabei nicht nur dirigieren, sondern übernimmt auch die Moderation. Und um den cineastischen Musikgenuss perfekt zu machen, flimmern passend zu den jeweiligen Titeln die entsprechenden Filmausschnitte über eine Großleinwand. Stargast des Abends wird Sarah Kreuz, Finalistin bei "Deutschland sucht den Superstar" sein. "Wir sind an ihre Agentur heran getreten, weil wir sie einfach gut finden und sie bei den jungen Leute populär ist", erklärt Orchesterdirektor Ulrich Wenzel, wie die Zusammenarbeit mit Sarah Kreuz zustande gekommen ist. Nach langen Verhandlungen sei es schließlich gelungen, sie für "Sounds of Hollywood" zu gewinnen. Das Gleiche gelte für Thomas Hahn, ein aufsteigender Stern am Gesangshimmel. Beide werden an diesem Abend dem Publikum zeigen, was sie gesanglich drauf haben. So wird etwa Sarah Kreuz zwei Whitney-Houston-Titel interpretieren, "I will always love you" und "One moment in time". Zudem wird das Ensemble "Voc A Bella" mit Annett Putz, Henrike Müller-Gräper und Anja Schumann mit auf der Bühne in Reichenbach stehen, ebenso wie Saxofonist Reiko Brockelt. "Ein Konzert-Event für die ganze Familie", verspricht Stefan Fraas. Für jeden Geschmack und jede Altersgruppe sei etwas dabei. Für Kinder bis 14 Jahre ist der Eintritt im Park der Generationen ehemaliges Landesgartenschaugelände sogar frei. Sitzplätze wird es zwar geben, aber nur begrenzt. "Wer zuerst kommt, mahlt zuerst", bringt es Intendanzassistentin Andrea Rybka auf den Punkt. Das Vorprogramm startet bereits um 19.30 Uhr. Die Bigband der Musikschule Vogtland wird auftreten sowie die Kölner Band "Klar!", die mit deutschsprachigem Rock und Pop auf das filmische Konzerterlebnis ab 21 Uhr einstimmen wird. |
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Wie die Strohpuppen in Dörtendorf und anderswo entstehen
Frank Pohl aus Dörtendorf sitzt auf seinen Lanz Bulldog aus dem Jahre 1938 und Erich Krieck bedient die Grobbinder-Maschine, die mindestens ebenso viele Jahre auf dem Buckel hat. Die beiden ernten den Weizen nach alter Art und Weise. Die Strohhalme werden mit den Ähren gebindert. Heidi Henze / 24.07.10 / OTZ Dörtendorf. Ein dumpfes, kräftiges Tuckern erfüllt die heiße, schwülwarme Luft in Dörtendorf. Das Wummern gleicht dem Geräusch eines alten Traktors und wahrhaftig schafft im Weizenfeld ein Lanz Bulldog aus dem Jahre 1938. Nicht nur, dass der Lanz sich bedächtig vorwärts schiebt, zusätzlich treibt er über einen riesigen Flachriemen eine Grobbinder-Maschine an. Auch sie hat mindestens ebenso viele Jährchen auf dem Buckel, wie der Lanz. Auf dem Traktor sitzt Frank Pohl und auf dem Binder Erich Krieck aus Hohenleuben. Lediglich durch ein paar Wortfetzen können sich die beiden, die kaum einen Meter entfernt sitzen, verständigen, zu laut ist das stetige ohrenbetäubende Tuckern. Das Bindern, was der Dörtendorfer Frank Pohl aus purer Freude an der alten Technik betreibt, hat in diesem Fall einen doch etwas ernsteren Hintergrund: Er will zum Traktoren-Treffen am 21. Mai 2011 auf dem Lanz Bulldog Hof in Dörtendorf auf dem Firmengelände von Frank Pohl, demonstrieren, wie die Vorfahren mit ihrer Technik gedroschen haben. "Doch dafür muss jetzt, wenn das Getreide reif ist, gebindert werden", erläutert der Chef der gleichnamigen Tiefbaufirma des Ortes. So frisst sich langsam und gediegen die Maschine Meter um Meter in das Weizenfeld, schneidet die Strohhalme mit samt den Ähren ab. Diese werden von dem Binder durch ein großes Leinentuch aufgefangen und mit einer Sisalschnur gebunden. Die Getreidebündel gleichen einem riesigen Blumenstrauß und fallen aller vier Meter auf den abgeernteten Boden. Der Dörtendorfer kommt dann mit einem alten Leiterwagen und sammelt die Bündel auf. Das ist der Moment, wo früher die großen Strohpuppen auf den Feldern aufgestellt wurden, bei Frank Pohl bleiben sie auf dem Leiterwagen zum Trocknen. Zum Traktoren-Treffen sollen diese besonderen Getreide-Sträuße dann gedroschen werden. Natürlich auch nach alter Art und Weise auf einer Dreschmaschine aus dem Jahre 1950. Das Frank Pohl über ein Sammelsurium alter Landmaschinen verfügt ist seiner Liebe zu den Oldtimern zu verdanken. Seit sieben Jahren widmet er sich dem Hobby und bastelt an den Maschinen so lange herum bis sie wieder voll funktionsfähig sind. "Es macht mir Spaß den Leuten und vor allem nachfolgenden Generationen zeigen zu können, wie unsere Vorfahren gearbeitet haben", so der Dörtendorfer, bei dem schon beim Sprechen über seine Maschinen das Funkeln in den Augen zu sehen ist. So ist es auch kein Wunder, dass er voller Stolz auf sein Plakat verweist, dass bald wieder den Ortseingang von Dörtendorf zieren wird: Gott schuf diese wunderschöne Welt und Heinrich Lanz den Bulldog. Damit will er dann wieder im Frühjahr 2011 viele Leute zum Traktoren-Treffen locken und ihnen all die vielen mit Leidenschaft aufpolierten Veteranen der Landwirtschaft präsentieren und vorführen. |
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Energie und Erholung haben Priorität Investitionsschwerpunkte der Doppelstadt Von Steffen Beikirch Zeulenroda-Triebes (OTZ). Auch der SPD-Fraktionschef war angetan: Die Gründung der Zeulenro da-Triebes Erneuerbare Energien gGmbH könne man als Keimzelle für die langfristige Umsetzung des Energiekonzeptes werten. Für Ulrich Herrmann schlägt die Stadt damit die richtige Richtung ein, wenn es um Nachhaltigkeit geht. Im Investitionsprogramm bis 2013, das mit dem Nachtragshaushalt 2010 zu beschließen war, findet man den Schwerpunkt Energie. Bei „Wirtschaftsförderung/Stadtentwicklung" versteckt sich die Umsetzung des Energiekonzeptes, wie Thomas Bleicher als Leiter der Finanzverwaltung erklärt. 893 000 Euro 2011, 1,25 Millionen 2012 sowie knapp 200 000 Euro 2013 sind als Summen eingetragen. Welche Maßnahmen man davon bestreiten will, ist laut Bauamtsleiterin Karin Wagner noch nicht raus. Denn das Energiekonzept werde ja erst im September von den Spezialisten aus dem österreichischen Güssing vorgelegt. In Abstimmung mit dem Stadtrat gelte es zu entscheiden, welche Ideen Priorität genießen. Apropos Priorität: Energie gut und schön, aber die Straßen- und Gehweginstandsetzung wollte Horst Gerber (FDP) dann doch nicht so stiefmütterlich behandelt wissen, wie von der Stadtverwaltung zunächst vorgeschlagen. So wurden auf seinen Antrag hin noch jeweils 100 000 Euro jährlich vom Güssing-Konzept alegeknapst, so dass unter „Investitionen Straßen" nun 125 000 Euro (2011), 126 000 Euro (2012) und 122 000 Euro (2013) stehen. Davon unberührt bleiben Baumaßnahmen, die unter „Sanierungsgebiet Innenstadt" eingeordnet werden können. Aus heutiger Sicht will die Stadt dort 490 000 Euro jährlich widmen. Damit käme man aber bei dem auf 2011 verschobenen Rosa-Luxemburg-Platz oder auch der Innensanierung der Stadthalle nur langsam voran. „In Abhängigkeit der Förderszenarien werden diese Investitionen zur Diskussion für das kommende Jahr auf die Tagesordnung gesetzt", ergänzt Bürgermeister Frank Steinwachs (CDU). Entweder gebe es noch eine Berichtigung der mittelfristigen Finanzplanung oder nicht. Damit meint er auch die heuer gestrichene Friedrich-Ebert-Straße, die nicht zum Sanierungsgebiet gehört. „Wenn der Haushalt es hergibt, werden wir sie für 2011 wieder beantragen", sagt die Bauamtsleiterin, verweist aber auf die Notwendigkeit einer Landesförderung — und natürlich eines Stadtratsbeschlusses. Das Gremium hat auch dem zweiten Schwerpunkt der nächsten Jahre den nötigen Vorrang eingeräumt: der Umfeldentwicklung der Talsperre. 2011 und 2012 sind je eine halbe Million Euro für Infrastrukturmaßnahmen in Sachen Naherholung kalkuliert, 2013 dann weitere knapp 160 000 Euro. „Die mittelfristige Finanzplanung wird immer folgeschrieben", relativiert Bleicher die Bedeutung der Zahlen. Dennoch ist er nicht unzufrieden mit seiner Rechnung, die auf dem Papier aufgeht. 2011 und 2012 sind im Vermögenshaushalt Ausgaben von mehr als drei Millionen Euro vorgesehen, die sich auch aus gestiegenen Steuereinnahmen und Kreditaufnahmen von 750 000 bzw. 700 000 Euro finanzieren lassen. Erst 2013, mit absinkenden Fördermitteln, geht das Etat-Volumen um mehr als eine Million zurück. |
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Museumstour Unteres Schloss Greiz
Rainer Hohberg Wer nach Greiz kommt, staunt nicht schlecht: Wieso gibt es in dieser kleinen Stadt so viele große Schlösser? Zum Glück sind die Schlösser heute Museen, jedermann darf sie besuchen.
Und im Museum findet man die Antwort auf diese und viele andere Fragen. Hier nur so viel: Die Stadt Greiz war bis 1918 die Iuptstadt des Fürstentums Reuß älterer Linie. Das gehörte zu den kleinsten Ländern im Deutschen Kaiserreich. Die Grafen und Fürsten bewohnten das Obere Schloss und das Untere Schloss. Sie hatten die Stadt Greiz und die Ländereien nämlich mehrfach unter ihren Kindern aufgeteilt. Deshalb besaß Greiz nicht nur mehrere Schlösser, sondern auch zwei Parkanlagen, zwei Marställe, zwei Bürgermeister und zwei Galgen.
Wolltet ihr euch schon immer einmal wie ein echter Fürst oder eine Fürstin fühlen und deren historische Gemächer erleben? Dazu gibt es im Unteren Schloss reichlich Gelegenheit. Glanzstück ist der ehemalige Empfangs- und Tafelsaal, wo die Grafen und Fürsten ihre Feste feierten. Aber auch das fürstliche Himmelbett und die fürstliche Toilette sind zu sehen. Der Spiegel im Ankleidezimmer der Fürstin Ida hängt komischerweise nicht an der Wand; sondern an der Decke. Warum, das müsst ihr selbst heraus finden.
Man erfährt im Museum aber auch, woher der fürstliche Wohlstand eigentlich kam. Der fiel nicht vom Himmel, sondern wurde von den Bürgern erarbeitet, genauer gesagt: gewebt. Das Weben und Färben von Stoffen war in Greiz lange Zeit ein sehr erfolgreiches Gewerbe. „Was Greiz gewebt und Greiz gefärbt, das hält bis es die Enk'lin erbt", schwärmt ein alter Werbespruch von der hohen Qualität der Greizer Hosen und Kleider. Darüber informiert die Textilschauwerkstatt in den ehemaligen Wirtschaftsräumen des Schlosses. Auch in anderen Gewerben waren die Greizer sehr tüchtig: Sogar schicke Automobile wurden in der Schlossstadt gebaut. Wer es nicht glaubt, findet in der Ausstellung das Beweisstück. Es ist zitronengelb, glänzt und ist eigentlich nicht zu übersehen.
Toll, dass man in diesem Museum Vieles ausprobieren darf. Beispielsweise, wie ein Webstuhl funktioniert. Oder wie wär's mit einer schönen Bastelei? Dazu ist Dienstag bis Freitag jeweils ab 9.30 Uhr in der Textilwerkstatt Gelegenheit. Gemeinsam mit „Bommelinchen" kann man Bommeln und lustige Wolltiere gestalten. Oder aus Wolle und verschiedenen Bändern coole Schlüssel- oder Handyanhänger basteln. Gern zeigen die Museumspädagoginnen auch, wie man originelle Freundschaftsbänder fertigt oder Porzellan bemalt. Bitte vorher telefonisch anmelden!
Ein Geheimtipp für das Untere Schloss ist die Murmelbahn, wo sich Jung und Alt nach dem Museumsrundgang bei einem Spielchen entspannen kann. |
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24. Juli 2010 /Vogtland-Anzeiger Käfer-Alarm: Asiatischer Bockkäfer in Auerbach Auerbach – „Bitte um Mithilfe – gefährlicher asiatischer Bockkäfer gesucht“ – so steht es auf dem Flugblatt, das Mitarbeiter des Umwelt-Landesamtes seit dieser Woche in Auerbach verteilen. Spezialisten sind zudem unterwegs , um Spuren des Käfers oder den Schädling selbst zu finden.
Der Grund für den Aufwand: Der asiatische Bockkäfer verursacht in seiner Heimat an über 100 Laubholzarten große Schäden. Auch in Deutschland kann er gesunde Bäume zum Absterben bringen. Fälle sind in der jüngeren Vergangenheit unter anderem in Bayern und Hessen aufgetreten.
Ins Rollen brachte das Ganze ein Auerbacher, der in Jena Biologie studiert. Bei dem Besuch in seiner Heimatstadt durchstreifte er Ende vergangener Woche den Goethe-park und bemerkte dort einen selten Käfer, den er sofort fotografierte. Daheim machte er sich vermutlich in der Fachliteratur kundig und identifizierte auf seinen Aufnahmen den asiatischen Bockkäfer – eine Sensation, wenn auch keine erfreuliche.
Der Auerbacher Student erstattete Meldung beim Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie in Dresden.Vertreter der Behörde wurden gestern im Rathaus vorstellig. Das bestätigte Stadtsprecher Hagen Hartwig am Nachmittag auf Anfrage.
Kann die ganze Geschichte nur ein schlechter Scherz sein? „Nein. Die Vertreter des Landesamtes schätzen die Glaubwürdigkeit des Biologiestudenten als sehr hoch ein“, so Hartwig. Zudem habe der junge Mann nicht anonym gehandelt, sondern in der Zusammenarbeit mit der Behörde viel von sich preisgeben.
Wie kommt nun ein Käfer aus Asien zum Auerbacher Goetheplatz ? In den vergangenen zwei Jahren – so lange dauert die Entwicklung von der Puppe zum ausgewachsenen Käfer – haben in der näheren Umgebung Bauarbeiten stattgefunden – am Goethe-Gymnasium und am Siegelohplatz. Womöglich hat sich der Schädling im Holzverpackungsmaterial der Baumaterialien eingenistet. „Wir sind dabei herauszufinden, woher die Baufirmen ihre Materialien bezogen haben“, so Hartwig. Der Goethepark bietet laut Dr. Maureen Möwes vom Landesumweltamt, „ideale Voraussetzungen“ für den bis zu 3,5 Zentimeter großen asiatischen Bockkäfer, der es auf Laubbäume – besonders aber auf Ahorn – abgesehen hat. Aber auch Kastanie, Birke, Pappel, Weide und Buche verschmäht er nicht.
Die Spezialisten suchen im Umkreis von 500 Metern des Goetheparks – auch Privatbesitz ist betroffen – nach Fraßspuren, kreisrunden Ausbohrlöchern oder Bohrmehl. Wenn Einwohner derartige Schäden feststellen, werden sie gebeten, sich umgehend mit dem Landesamt für Umwelt(0351/26127515) in Verbindung zu setzen.
Etwas optimistisch stimme, dass der Käfer als träge gelte. Bürger, die in den vergangenen drei Jahren Ahornbäume in Gartencentern, Supermärkten oder Gärtnereien gekauft haben, werden ebenfalls gebeten, sich zu melden, vor allem wenn die Bäume krank aussehen oder gar abgestorben sind. In den vergangenen Jahren wurden immer wieder Ahornbäumchen mit unentdecktem Käferbefall aus China importiert. Gefährlich für den Mensch ist der asiatische Bockkäfer nicht – wer den „Verdächtigen“ sieht – einfangen und in einem Schraubglas aufbewahren. |
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24. Juli 2010 /Vogtland-Anzeiger Pharma-Tests in Plauen: Werden Details vertuscht? Plauen – Der aufgedeckte Pharmaversuch 1989 im Plauener Bezirkskrankenhaus wirft immer mehr offene Fragen auf. An einer Frau, die unter starken Depressionen litt, soll das Medikament „Brofaromin“ von einer Pharmafirma aus der Schweiz getestet worden sein. Was weiß der anerkannte Plauener Arzt und Ehrenbürger der Stadt, Dr. Klaus-Dieter Waldmann, über den vermeintlichen Medikamenten-Test? Der heute 69-Jährige war damals Chefarzt der Psychiatrie und Neurologie. Für eine Stellungnahme war Waldmann am Freitag nicht zu erreichen. Laut eines Medienberichtes, könne er sich aber zu dem konkreten Fall nicht äußern. Er müsse zunächst die Akten einsehen. Sagt Waldmann die Wahrheit? Nach Angaben von Dr. Siglinde Haß, der damaligen Stationsärztin in der Neurologie, müsste der Professor eigentlich über angebliche Medikamenten-Versuche in der DDR mehr wissen.
Laut Haß war Waldmann seit 1991 Mitglied der „Expertenkommission des Bundesministeriums für Gesundheit zur Analyse der Lage der Psychiatrie in der ehemaligen DDR“. 1993 wurde er zudem vom Staatsministerium für Soziales in die „Kommission zur Untersuchung von Missbrauch der Psychiatrie im sächsischen Gebiet der ehemaligen DDR“ berufen. Die Kommission behandelte insgesamt 126 Fälle und legte 1996 einen Abschlussbericht vor, mit dem ihre Arbeit endete. Insgesamt zwölf Sitzungen gab es in der Zeit, so das Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Familie. Die Kommission sollte allen Hinweisen nachgehen, die den Verdacht auf einen Missbrauch der Psychiatrie nahelegten. Neben einer partiellen Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit sollten auch die Betroffenen unterstützt werden.
Das damals verabreichte Medikament „Brofaromin“ sei in der Bundesrepublik nie zugelassen worden, heißt es vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte in Bonn. Es seien auch keine Testreihen bekannt, „und es wurde auch nie ein Zulassungsantrag gestellt“, so Behördensprecher Maik Pommer. Offensichtlich seien die Tests schon in einem sehr frühen Forschungsstadium wieder eingestellt worden.
Den Fall aus Plauen deckte das MDR-Nachrichtenmagazin „Exakt“ auf. Unter Berufung auf Akten des DDR-Gesundheitsministeriums berichtete das Journal, dass es zwischen 1985 und 1989 derartige Testreihen nicht nur in Berlin gab, sondern in der gesamten DDR. |
| 24. Juli 2010 /OTZ |
Kurz notiert: |
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Unbekannte tote Frau im Forellenteich Einen grausigen Fund machte am Freitag ein Langenwetzendorfer, der in seinen Garten wollte. Gegen 10.30 Uhr entdeckte er im Forellenteich zwischen Freibad und Schweinemastanlage eine leblose Frau. Steffen Beikirch / 23.07.10 / OTZ Langenwetzendorf. Wie die Polizeidirektion Gera am Nachmittag mitteilte, konnte der Notarzt nur noch den Tod der Unbekannten feststellen. Die Kriminalpolizeiinspektion Gera hat die Ermittlungen aufgenommen, schließt eine Straftat zum gegenwärtigen Zeitpunkt aber aus. Grund: Äußere Anzeichen deuten darauf hin, dass die Frau an einer schweren Erkrankung litt. Diese Einschätzung habe der Notarzt getroffen, sagte Polizeioberkommissar Hans-Jürgen Sterzel gegenüber OTZ. Näheres werde eine Obduktion klären. Unbekannt ist nach wie vor die Identität der Toten. Laut Polizei ist sie zwischen 70 und 75 Jahre alt, 1,60 bis 1,65 Meter groß und hat blond gefärbtes Haar. Sie war bekleidet mit einem braunen Schlafanzug und einem rosa Morgenmantel. Wer Hinweise zu Ihrer Identität geben kann, wende sich bitte an die Kriminalpolizeiinspektion Gera, Telefon (0365) 823 44 04 oder jede andere Polizeidienststelle. Die Beamten wollen jetzt bundesweit Vermisstenfälle abgleichen und auch Krankenhäuser abfragen. Karikatur des Tages
Nachwuchsbands aus der Region gesucht Bewerbung bis 15. August möglich Weida (OTZ). Die Stadt Weida und das Jugend- und Sozialamt des Landkreises Greiz suchen für ihre gemeinsame Veranstaltung mit dem Titel „Nix für schwache Nerven" am Freitag, dem 10. September, auf der Osterburg in Weida Nachwuchsbands. Wer Lust hat, vor einem größeren Publikum eigene Lieder zu präsentieren, kann sich bis zum 15. August dieses Jahres mit einem Demoband beim Landratsamt Greiz, Jugend- und Sozialamt, SG 50.6. in 07973 Greiz, Dr.-RathenauPlatz 11, Sitz Weberstraße 1, bewerben. Bei eventuellen Nachfragen stehen die Mitarbeiter des Jugendamtes unter der Telefonnummer (03661) 87 63 17 jederzeit gern zur Verfügung. Entlohnung verbessern, Rechte stärken IG Metall informiert in Gera zur Leiharbeit Gera (OTZ). Die IG Metall Info- tour „Gleiche Arbeit — Gleiches Geld" macht am kommenden Mittwoch in Gera Station. Die Gewerkschaft bietet Informationen zur Stärkung der Rechte von Leiharbeiterinnen und Leiharbeitern, insbesondere zur Verbesserung ihrer Entlohnung. Unterschriften zur Unterstützung der Initiative werden gesammelt „Mit einem Infozelt wollen wir am 28. Juli ab 11 Uhr auf Geras Eventfläche auf unsere Initieive aufmerksam machen", erklete der erste Bevollmächtigte der IG Metall in Ostthüringen, Wolfgang Lemb. Gerade in Zeiten des beginnenden wirtschaftlichen Aufschwungs nach der Krise deute sich in vielen Betrieben an, dass die Zahl der Leiharbeiter wieder sprunghaft ansteige. „Wir fordern daher im Rahmen unserer Kampagne die Umsetzung der EU-Vorgabe zur Leiharbeit auch und gerade in Deutschland: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit", so Lemb weiter. Das Thüringer Wirtschaftsministerium kündigte im Rahmen der „Konzertierten Aktion Thüringen 2010" an, die Bedingungen der Leiharbeiter im Freistaat zu verbessern. Dies sei auch notwendig, da der Großteil der neu geschaffenen Arbeitsplätze in Thüringen im Bereich der Leiharbeit entstanden sei, heißt es dazu. Die IG Metall sieht ihre Aktion im Einklang mit den Bemühungen des Thüringer Wirtschaftsministeriums, denn eine dauerhafte Spaltung zwischen Stammbelegschaften und Menschen in prekärer Beschäftigung sei für die Gewerkschaft nicht akzeptabel. „Wir laden alle betroffenen Leiharbeiter und Leiharbeiterinnen, Beschäftigte und die Bevölkerung ein, diese Aktion mit zu unterstützen und würden uns deshalb freuen, viele Menschen im Rahmen dieser Aktion am Kampagnenzelt in Gera begrüßen zu können", so Lemb abschließend. |
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