12. Juli 2010 /OTZ

Finalreife Fußballparty

Wieder reichlich Grund zum Jubeln hatten die Greizer Fußballfans auch beim letzten Auftritt der deutschen Nationalmannschaft in Südafrika. Mit 3:2 besiegte Jogis Elf die Südamerikaner aus Uruguay und sorgte mit dem dritten Platz für einen versöhnlichen Abschluss der Fußballweltmeisterschaft.
Wieder reichlich Grund zum Jubeln hatten die Greizer Fußball-
fans auch beim letzten Auftritt der deutschen Nationalmann-
schaft in Südafrika. Mit 3:2 besiegte Jogis Elf die Südam-
erikaner aus Uruguay und sorgte mit dem dritten Platz für
einen versöhnlichen Abschluss der Fußballweltmeisterschaft.
Foto: Marcel Hilbert
Gemeinsam wurde in Greiz angefeuert.
Gemeinsam wurde in Greiz angefeuert.
Foto: Marcel Hilbert

Greiz bejubelt Platz drei - Insgesamt 9000 Fans sehen die Auftritte der deutschen Elf

Von Susann Grunert Greiz (OTZ).

Viele große und kleine Müllers bevölkerten am Sonnabend den Greizer Westernhagenplatz. Denn unter den rund 800 Fußballfans, die Jogis Elf im kleinen Finale gegen Uruguay gebührend verabschieden wollten, befanden sich zahlreiche, die das Trikot des deutschen WM-Durchstarters trugen. Doch auch Schwarz-Rot-Gold - ob als Fahne, T-Shirt, als Kopfschmuck, Kette, Armband oder auf dem Gesicht - waren noch einmal die Farben der Stunde. Etwas sehnsüchtig schauten die Greizer auf die Leinwand, als es in Port Elizabeth zu regnen begann. Keine Abkühlung war den Vogtländern vergönnt, als die deutsche Mannschaft ihre Anhänger auf eine spannende Fußballreise schickte. Führung, Ausgleich, Rückstand, erneuter Ausgleich und schließlich das erlösende 3:2 kurz vor Schluss - spannender kann auch ein Finale nicht gestaltet werden. Das sah auch Alice Bächer so: „Es war ein schönes Spiel und eine Entschädigung für das Ausscheiden im Halbfinale“, befand sie. Zudem sei ein dritter Platz besser als gar keiner, meint die Greizerin. Auch Andrea Baldauf freute sich über den Bronzerang für die deutsche Elf. „Sie haben sich besser geschlagen als gegen die Spanier“, lautete ihr Kommentar zum Spiel. „Uruguay war kein leichter Gegner, deshalb kann man sich über Platz drei freuen“, findet sie. Freude überwog auch bei den Veranstaltern des größten Public Viewings im Greizer Raum, das auf dem Westernhagenplatz. „Wir sind sehr zufrieden mit der Resonanz“, meinte Marco Nagel. Die Greizer Besucherzahlen seien im Vergleich zu Städten wie Zeulenroda- Triebes konstant hoch gewesen. Insgesamt wurden um die 9000 Zuschauer gezählt, die die drei Vorrundenspiele, das Achtel-, Viertel- und Halbfinale sowie das Spiel um Platz drei unter freiem Himmel geschaut haben. Zwischen 1000 und 1500 Fußballfans versammelten sich durchschnittlich zu Spielen der deutschen Elf vor der Großbildleinwand. „Die beste Stimmung herrschte zum Spiel gegen Argentinien“, bilanziert Marco Nagel, „das Spiel war einfach der Hammer.“ Dagegen seien die Leute vor dem Halbfinale gegen Spanien zurückhaltender gewesen, da überwog wohl die böse Vorahnung. „Ich hätte nie gedacht, dass es in Greiz so viele Fußballfans gibt“, zeigt sich Nagel überrascht. „Die Leute wollten zusammen feiern, hatten super Laune, das hat uns angespornt, uns von Spiel zu Spiel etwas einfallen zu lassen“, erzählt der Organisator. So konnten sich die Greizer zum Spiel gegen Ghana über eine Live-Schaltung ins Stadion nach Südafrika freuen. Als die Gluthitze die Jubelschreie bei den Spielen gegen England oder Argentinien zu ersticken drohte, sorgten aufgestellte Duschen für Erfrischung. Vier Wochen Fußballparty gingen am Sonnabend mindestens finalreif zu Ende. Man sieht sich wieder, verspricht Marco Nagel, wenn die deutsche Elf im Juni 2012 um die EM-Krone kämpft.

Kommentar

Bis zum Schlusspfiff

Von Susann Grunert

Fußball wird - wie im Rest von Deutschland - auch in Greiz ganz groß geschrieben. Davon konnte man sich die letzten vier Wochen überzeugen. Selbst einen alten Veranstaltungshasen wie Marco Nagel vom El Cabana hat die Vielzahl der feiernden, fußballverrückten Vogtländer überrascht. Dass die Party nicht zu Ende sein muss, nur weil die Spanier mal ein Tor mehr schießen als wir, zeigte sich zum kleinen Finale auf dem Westernhagenplatz. Zugegeben, die spürbare Anspannung der vorherigen Spiele war am Sonnabend einem entspannten Fußballabend unter freiem Himmel gewichen. Doch die Armkraft, die zig Flaggen bewegte und die Unterstützung für unsere Kicker war so unverbraucht und echt wie zum WM-Start. Mit rund 800 Zuschauern kamen nicht viel weniger als zu den anderen Spielen. Die Greizer Fans haben zum Abschluss noch einmal Größe bewiesen, und sich - wie die deutsche Elf - gebührend von der WM verabschiedet.


12. Juli 2010 /OTZ

Alte trifft neue Technik

Mit Mini-Bagger und Mopedschau feiern die Reinsdorfer ihr Sommerfest

Von Susann Grunert Reinsdorf (OTZ).

Man könnte sagen, dass die Reinsdorfer zu ihrem Sommerfest ein jährliches Wechselbad der Temperaturen erleben. „Letztes Jahr haben wir gefroren“, erinnert sich Ricco Zellhuber, Vorsitzender des ausrichtenden Feuerwehrvereins. „Am Nachmittag fing es dann sogar an, zu regnen“, fügt er an. Diese Erfrischung hätten sich zur diesjährigen Festauflage am Sonnabend sicherlich einige Gäste gewünscht. Bei tropischen Temperaturen wurde mit den Programmen der Reinsdorfer und Irchwitzer Kitas sowie den flotten Beinen der Mini-Garde der Greizer Faschingsgesellschaft in den Festtag gestartet. Richtig heiß wurde es auch mit der vor einem Jahr gegründeten Reinsdorfer Jugendfeuerwehr. Die neun Jungs und ein Mädchen demonstrierten bei der Löschung eines Holzhauses, was sie in den zurückliegenden Monaten gelernt haben. Präzision und eine ruhige Hand am Steuerknüppel wurde den jungen Festbesuchern beim Baggerfahren abverlangt. „Die Kinder müssen mit der Baggerschaufel kleine Kugeln von einem Metallständer schieben“, erläutert Mario Hafenrichter von der Firma Volger Land- und Baumaschinen. „Mit dieser Aktion wollen wir die Kinder an die Technik heranführen, die sie sonst nur als Spielzeug kennen“, erzählt er weiter. Dieses Vorhaben kam bei den Mini-Baggerfahrern natürlich bestens an: „Hat Spaß gemacht“, befand Nick. Leuchtende Augen bekam wohl auch so manch größerer Festbesucher, als er die kleine aber feine Auswahl historischer Moped- und Motorradfahrzeuge entdeckte, die der Verein im Feuerwehrhaus aufgebaut hatte. „Neun Mopeds stammen von meinem Vater“, erzählt Ricco Zellhuber. Auf den Zweirädern von Simson SR 1 aus dem Jahr 1954 über Schwalbe, Habicht und Spatz aus den folgenden Jahrzehnten hat auch er selbst einige flotte Runden gedreht. Mit den Besuchern ist der Organisator zufrieden, auch wenn die Zahl im Vergleich zum Vorjahr abnahm: „Wenn man Wetter und Fußball bedenkt, sind viele zum Feiern gekommen.“


12. Juli 2010 /OTZ

Rollende Raritäten trotzen der Hitzewelle

Ludwig Albert auf BMW R 75/5
Ludwig Albert auf BMW R 75/5
Foto: Stöhr
Am Berg bei Wellsdorf geben die Fahrer alles.
Am Berg bei Wellsdorf geben
die Fahrer alles.
Foto: Jürgen Stefaniak

118 Starter zur Oldtimer-Meisterschaft

Greiz (OTZ/Stöhr/Stefaniak).

Am bisher heißesten Wochenende dieses Sommers startete der MC Greiz den fünften Lauf der seit 1999 ausgetragenen offenen Ostthüringer Oldtimermeisterschaften in Obergrochlitz. Die Starter waren überwiegend aus Thüringen und Sachsen angereist aber auch Hofer, Bayreuther und Nürnberger fanden den Weg nach Obergrochlitz. International wurde es durch Marko Liebsch aus Seuzach in der Schweiz. der eine MZ TS 150 an den Start brachte. Meisterschaftsorganisator Thomas Proft sorgte für zusätzliche Highlights. Vom Jawatreffen in Auerbach fuhren einige der seltenen Viertakter (OHV 500) vor, zum anderen kamen zahlreiche Biker vom Bikertreffen in Pöhl. Die beiden ältesten Fahrzeuge im Starterfeld wurden 1926 gebaut, Egbert Deumer (Münchenbernsdorf) saß auf einer Ardie und Erhard Schmöller (Herlasgrün) in einem Wanderer W 10. Für Insider: ein Neander 500 Supersport (Baujahr 1929), ein Meister Mammut (1952) oder ein Royal Enfield Ballet (1954) wurden bei den Motorrädern gezeigt, während bei den Autos ein Morris 8 Tourer (1935) brillierte. Insgesamt 67 Motorräder und 51 Automobile nahmen den länderübergreifenden 70 Kilometer- Rundkurs in Angriff. Noch auf dem Flugplatz hatten die Organisatoren um Thomas Proft mit dem Befahren des Spurbrettes und dem „Einparken“ auch gleich die ersten Aufgaben für die Teilnehmer aufgebaut. Vom Flugplatz ging es hinunter in die Stadt. In der Carolinenstraße wartete mit dem Halten vor der Wand gleich die nächste Aufgabe. In Mohlsdorf musste mit dem richtigen Seitenabstand angehalten sowie möglichst mittig durch rechts und links aufgebaute Hindernisse gefahren werden. Über Reinsdorf gelangten die Fahrzeuge ins Göltzschtal. Netzschkau, Kleingera, Brockau und Losa waren die Stationen auf dem Weg nach Ruppertsgrün. Von dort ging es ins Elstertal und wieder hinauf nach Cossengrün. In Görschnitz musste die Durchfahrtskontrollstelle passiert werden. Auf der B 92 fuhren die Oldies vorbei an der Landesgrenze durch Cunsdorf hinauf nach Schönbach. Denn dort wartete die Durchfahrt durch das Festzelt beim Dorffest auf die Fahrer. Fröbersgrün, Arnsgrün, Dobia, Wellsdorf und Tremnitz waren schließlich die letzten Stationen auf dem Weg zurück zum Flugplatz. Als Klassensieger konnten der Reudnitzer Roland Meier (auf AWO 425 - Gespann) und der Wellsdorfer Ludwig Albert (BMW) die oberste Stufe des Siegerpodestes erklimmen. Auf diesen standen als Zweit- bzw. Drittplatzierte schließlich auch der Greizer Eberhard Meier (Berliner Roller), die Mohlsdorfer Johannes Wunder (Simson „Star“) und Manfred Baarz (Cadillac) sowie der Bergaer Mike Steiner (Renault). Thomas Proft dankte dem Luftsportverein, allen Helfern und Sponsoren für die Unterstützung des heißen Motorsportevents.

Ergebnisse

Klasse 1, Motorräder bis 1935:
1. Udo Börner (Werdau) - NSU 501 OSL;
3. Christian Grimm (Zeulenroda) - D-Rad 20/5.
Klasse 2, Motorräder 1936 bis 55:
1. Wolfgang Schmidt (Wilkau-Haßlau) - IFA BK 350;
3. Reiner Vetterlein (Teichwolframsdorf) - Adler MB 250.
Klasse 3, Motorräder 1956 bis 65:
1. Roland Meier (Reudnitz) - AWO 425 Gespann;
3. Eberhard Meier (Greiz) - IWL Berlin.
Klasse 4, Motorräder 1966 bis 80:
1. Albert Ludwig (Wellsdorf) - BMW R 75/5;
2. Peter Gerstenberger (Greiz) - BMW R 65;
3. Johannes Wunder (Mohlsdorf) - Simson SR 4-2/1.
Klasse 5, Automobile bis 1935:
1. Herbert Wohlleben (Pausa) - Opel P4;
2. Mike Steiner (Berga) - Renault Prima Quadre.
Klasse 6, Automobile 1936 bis 55:
1. Mario Schmidt (Tegau) - DKW F 7.
Klasse 7, Automobile 1956 bis 65:
1. Mike Reinhardt (Hirschberg) - Wartburg 311-1/1.
Klasse 8, Autombile 1966 bis 80:
1. Helmut Gaschler (Zeulenroda) - Mercedes Benz SL;
2. Manfred Baarz (Mohlsdorf) - Cadillac.


12. Juli 2010 /OTZ

Heimsieg der Bierkastenstapler

Mit 39 Bierkästen, die sie in der Waagerechten stapelten, holte sich das gastgebende Feuerwehrteam aus Schönbach zum dritten Mal in Folge den Sieg beim Gaudiwettkampf.
Mit 39 Bierkästen, die sie in der Waagerechten stapelten, holte
sich das gastgebende Feuerwehrteam aus Schönbach zum dritten
Mal in Folge den Sieg beim Gaudiwettkampf.
Foto: Jürgen Stefaniak

Mit 39 Kästen in der Waagerechten machen Schönbacher Hatrick um Pokal perfekt

Von Jürgen Stefaniak Schönbach (OTZ).

Ein Spaßwettkampf der Feuerwehren, die Vergabe des Maibaumes an Michael Stockmann oder das Fußballturnier von thüringischen und sächsischen Teamsstanden im Mittelpunkt des diesjährigen Schönbacher Dorffestes. Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr und des Feuerwehrvereins hatten dazu eingeladen. Dazu gab es am Samstagabend Musik zum Tanzen für die Großen von DJ Doc Sneider aus Tobertitz. Auch für die kleinen Festbesucher wurde viel geboten. Unterm schützenden Sonnensegel konnten sie im Sand spielen oder ihren Spaß im Planschbecken haben, aber auch eine Mal- und Bastelstraße bot unterm Zeltdach Kurzweil an. Bierkästen transportieren und aufstapeln sowie vier Feuerwehrknoten richtig machen, das waren die Aufgaben für die fünf am Spaßwettkampf beteiligten Wehren. Hut ab dabei vor den Görschnitzern. Die hatten eine Gruppe nach Kleingera zum Wettbewerb „Vogtländischer Oberspritzer“ geschickt und traten trotzdem auch in Schönbach an. Der Feuerwehrvereinsvorsitzende Thilo Horlbeck, Bernd und Markus Ott sowie Ralf Steudel vertraten die Wehr aus dem Elsterberger Ortsteil. Der Schönbacher Herbert Ott und Friedmar Teubel aus Cossengrün kontrollierten die ausgeführten Knoten, Schönbachs Wehrleiter Marco Zeidler war der Spielleiter. Auch VOL-Gemeindewehrleiter Steffen Jubold (Bernsgrün) hatte sich unter die Zuschauer gemischt. Den Sieg im Spaßwettkampf und damit bleibt auch der Wanderpokal zum dritten Mal in Folge in Schönbach, holten sich Daniel Stockmann, Florian Grimm, Nick Kühne und Sven Schmutzler, weil sie es schafften, 39 Bierkästen waagerecht aneinander zu stapeln. So viele, wie kein anderes Team. Nur einen weniger hatten die Arnsgrüner mit Eric Kittelmann, Benjamin Renner, Steve Brückner und Alex Richter in der Waagerechten aneinander „geschlichtet“. Platz drei ging mit 37 Kästen an Görschnitz vor den Hohndorfern (Carsten Limmer, Daniel Noack, Benjamin Kühne und Tobias Kölbel) mit 35 Kästen. 34 erreichten schließlich die Cossengrüner Kameraden, die mit Jörg Grünler, Tim Tautkus, Christian Ronge und Manuel Götze als fünfte Mannschaft in der Runde mitwirkten. Beim Fußball gewannen am Sonntagvormittag die Schönbacher um den beim VFC Plauen aktiven Andreas Knoll, vor Cunsdorf mit Rudolf Schlegel, den Cossengrünern bei denen VSG-Vereinschef Bert Klug im Tor stand und den Görschnitzern um Vater und Söhne der Familie Becker sowie Stefan Trommer. Tim Riemenschnieder pfiff die Spiele, Gunter Knoll leitete das Turnier. Das Vogtland-Echo aus Plauen sorgte am Sonntagnachmittag zur besten Kaffeezeit für den stimmungsvollen und musikalischen Ausklang des diesjährigen Dorffestes. Feuerwehrvereinsvorsitzender Herbert Zeidler dankte allen, die zum erfolgreichen Gelingen des Festes beigetragen haben.

Freizeitfußball-Turnier

Cossengrün - Schönbach 0:1
Cunsdorf - Görschnitz 5:1
Schönbach - Görschnitz 5:1
Cunsdorf - Cossengrün 4:1
Cossengrün - Görschnitz 4:4
Cunsdorf - Schönbach 0:1
1. Schönbach 7: 1 9
2. Cunsdorf 9: 3 6
3. Cossengrün 5: 9 1
4. Görschnitz 6:14 1


12. Juli 2010 /OTZ

Handwerker, Spielleute und edle Ritter

12. Mittelalterspektakel auf der Burgruine Elsterberg lockt viele hundert Gäste

Elsterberg (OTZ/Stefaniak).

Die Burgruine Elsterberg war am Wochenende Schauplatz des traditionellen Mittelalterspektakels. Bereits zum 12. Mal hatten der Cottbusser Eberhard Heieck und sein Team der Firma Coex das Treiben auf dem Elsterberger Wahrzeichen organisiert. So war für Hunderte Gelegenheit, in eine längst vergangene Zeit einzutauchen. Kam man historisch gewandet, so gab es sogar noch Rabatt an der Kasse. „Wir fördern es, wenn sich Besucher in historische Kostüme kleiden“, erklärte Heieck. Er hatte über 50 Stände mit insgesamt 140 Beteiligten aufgeboten. Höhepunkte waren die Auftritte der Musikgruppen „Murkeley“ aus Leipzig und „Schwerbelhaufen“ aus Halle sowie der Pleißenritter aus dem Altenburger Land. Als Jörg von Naptitz, Stephanus von Sperlingstein oder Reichstritter Heinrich von Priesnitz zeigten die Schaukämpfer Duelle mit Schwert, Axt oder Dolch. In der Hitze eine schweißtreibende Angelegenheit. Ein Bad im großen Zuber des Badezeltes sorgte neben dem kühlen Trunk für Abkühlung.


12. Juli 2010 /OTZ

Greizerin Sarah Ahrens ist 10 000. Badegast

Tischtennisspiel und Urkunde gab es für Sarah Ahrens aus Greiz (2. v.l.), hier mit Vater Heiko Steiner und Sylke Petzold am Sonnabend vom Schwimmmeister Jens Beckert (rechts). Sarah war der 10 000. Badegast.
Tischtennisspiel und Urkunde gab es für Sarah Ahrens aus Greiz
(2. v.l.), hier mit Vater Heiko Steiner und Sylke Petzold am
Sonnabend vom Schwimmmeister Jens Beckert (rechts). Sarah
war der 10 000. Badegast.
Foto: Stefaniak

Besucherrekord im Elsterberger Waldbad bringt gleichzeitig auch kleinen Jubiläumsgast

Von Jürgen Stefaniak Elsterberg.

Positive Begleiterscheinung des bisher heißesten Wochenendes in diesem Sommer: Mit 1060 Besuchern konnte sich Schwimmmeister Jens Beckert am Sonnabend über den bisherigen Besucherrekord des Jahres 2010 im Elsterberger Waldbad freuen. Gleichzeitig konnte an diesem Tag der 10 000. Badegast seit der Saisoneröffnung im Waldbad am 15. Mai begrüßt werden. Als Jubiläumsgast beglückwünschte Schwimmeister Beckert kurz vor halb zwei die siebenjährige Sarah Ahrens aus Greiz. Eine Urkunde und ein Tischtennisset gab es für die Schülerin als Überraschung. Ihre Eltern Heiko Steiner und Sylke Petzold hatten eine Tageskarte für den Badeausflug gelöst. „Am besten gefällt mir die Rutsche“, nannte die junge Greizerin ihren Lieblingsort im Elsterberger Bad. Wenn Sarah nicht gerade die Sommerferien genießt, besucht sie die Greizer Goetheschule. Schon häufiger hat sich die kleine Familie auf den Weg nach Elsterberg gemacht, und lobt die Freizeiteinrichtungen in der Vogtlandstadt „gleich nebenan“. „Wir kommen schon seit fünf Jahren ins Elsterberger Waldbad“, erzählt Vati Heiko Steiner. Ihm gefällt vor allem die Sauberkeit vor Ort, auch eine Auszeichnung für das Team um Jens Beckert. Aber auch die landschaftlich reizvolle Lage des Freibades hat es den Greizern angetan.


12. Juli 2010 /OTZ

Kühles Blondes gegen die Sommerhitze

Sommerfest im „Feldschlösschen“

Greiz (OTZ/Silke Groß).

Bei den hochsommerlichen Temperaturen ein optimal gezapftes Bier bekommen - darauf konnten sich die Besucher des Sommerfestes in der Brauereigaststätte „Feldschlösschen“ freuen. „Vorgekühlt und mittels Durchlaufkühler am Tresen auf eine Temperatur von 6 bis 7 Grad abgekühlt wird hier unser Göltzschtal-Bier gezapft“, erklärte Wirtin Isolde Haase von der Brauereigaststätte „Feldschlösschen“. Zwar fand sich das Gros der Gäste - Wettergott Petrus war schuld - erst zu späterer Stunde ein, doch die immer noch sehr warmen Temperaturen am Abend führten zu einem gut besuchten Tresen. Doch auch am Nachmittag gab es schon einiges an Programm zu erleben. Zwei Kinder-Tanzgruppen der Greizer Faschingsgesellschaft verbreiteten mit ihren Steinzeit- und Hip Hop- Choreographien die erste Tanzlaune im Festzelt. Der Raasdorfer Männerchor erfreute mit seinen auf den Sommer zugeschnittenen Gesangseinlagen. Eine Folge aus Wander- und Weinliedern, ergänzt mit traditionellen Liedgut wie dem „Bajazzo“ und „La Montanara“ hatte Kirchenmusikdirektor Wolfram Otto eigens hierfür ausgewählt. Applaus erhielt auch das von den Jüngsten natürlich mit Spannung erwartete Sandmännchen. Als Begleiter waren Schnatterinchen und Herr Fuchs mit von der Partie und die Mutigsten wagten sogar ein Tänzchen mit ihren Abendgruß- Stars. Nicht Schlafsand, sondern Süßigkeiten verteilten diese, denn es sollte ja noch bis 1 Uhr gefeiert werden. Ricos Disco erwies sich dabei als Garant für super Partylaune. Als Höhepunkt des Festbetriebes am Sonntag spielte der Greizer Fanfarenzug im Feldschlösschen- Garten. Auf deren schmissigen Sound freuten sich die Sonntagsausflügler mit Kind und Kegel besonders. Denn für so manchen steht das zweite Wochenende im Juli als fester Termin im Kalender, um einen kleinen Ausflug ins „Feldschlösschen“ zu unternehmen.


12. Juli 2010 /OTZ

Launiges Fest mit Fisch in der „Blauen Maus“

Familiäre Atmosphäre und Sonne pur

Von Silke Groß Greiz (OTZ).

Sonne pur auch in der Kleingartenanlage „Hermann Löns“ auf dem Reißberg, wo am Wochenende im Vereinsheim „Blaue Maus“ zum traditionellen Sommerfest eingeladen wurde. Angenehm familiäre Atmosphäre bestimmte die Nachmittagsstunden im schattigen Festzelt. Dort hatten sich bereits zur Kaffeezeit zahlreiche Gäste und Anwohner eingefunden, um den hausgebackenen Kuchen und das duftende Landbrot aus dem mobilen Backofen der Bäckerei Leucht aus Reinsdorf zu probieren. Für die Jüngsten war Lampionbasteln mit der „Bunten Lade“ angesagt, um später mit Peter Sponer und seinem Akkordeon einem stimmungsvollen Lampionumzug zu folgen. Flotte Musik, aufgelegt von Erwin Kowski, umrahmte den Nachmittag beim Gartenfest und forderte die Gäste am Abend zum Tanz auf. Musikalische Vielfalt sorgte für eine gut gefüllte Tanzfläche bis zur Mitternachtsstunde. Die im Festzelt immer wieder durchgesagten Fußballergebnisse lösten spontanen Jubel aus. An Biertresen und Bar wurde noch einmal ordentlich gefachsimpelt über das Abschneiden der deutschen Mannschaft. Neben Deftigem vom Rost lässt man sich beim Sommerfest in der „Blauen Maus“ auch gern die liebevoll arrangierten Fischbrötchen in den Variationen Lachs oder Bismarck-Hering schmecken. Dank für ihren Einsatz gilt allen Organisatoren und Helfern, welche die recht anstrengenden Hitze-Tage gern auf sich nehmen, um die Tradition der Sommerfeste ihrer Gartenanlage hochzuhalten, sich in der Vorbereitung und in der Betreuung der Gäste stark machen.


12. Juli 2010 /OTZ

Pfarrerin heiratet Ingenieur

Christina Lang vom Pfarramt Pöllwitz sagt am Samstag in Dobia „Ja“ zu Lars Mynarika

Pfarrerin Christina Lang vom Pfarramt Pöllwitz sagte am Samstag in der Kirche in Dobia nach der standesamtlichen Trauung am 9. Juni das zweite Mal „Ja“ zu Lars Mynarika, jetzt Mynarika-Lang. Vor sieben Jahren lernte sich das Paar in einer Sauna in Bad Klosterlausnitz kennen.
Pfarrerin Christina Lang vom Pfarramt Pöllwitz sagte am Samstag
in der Kirche in Dobia nach der standesamtlichen Trauung am 9.
Juni das zweite Mal „Ja“ zu Lars Mynarika, jetzt Mynarika-Lang.
Vor sieben Jahren lernte sich das Paar in einer Sauna in Bad
Klosterlausnitz kennen.
Foto: OTZ/Ute Flamich
Der Brautstrauß auf dem Hochzeitsauto mit dem Turm der Kirche in Dobia im Hintergrund.
Der Brautstrauß auf dem
Hochzeitsauto mit dem Turm
der Kirche in Dobia im
Hintergrund.
Foto: OTZ/Ute Flamich

Von Ute Flamich Dobia/Pöllwitz (OTZ).

Das „Ja“-Wort haben sie sich schon gegeben - am 9. Juni im Stadtmuseum in Zeulenroda-Triebes bei der standesamtlichen Trauung. Am Samstag, 13 Uhr, sagte die Ortspfarrerin des Pfarramtes Pöllwitz das zweite Mal „Ja“ - in der Kirche in Dobia. Lars Mynarika-Lang heißt der glückliche 35-Jährige, der von nun an mit der 38-jährigen Pfarrerin durch dick und dünn gehen will. Getraut wurde das Paar von zwei Freundinnen und Kolleginnen von Christina Lang, alle drei sind ein Vikariatsjahrgang. Viele Gäste waren am Sonnabend bei sengender Hitze nach Dobia gekommen, um den frisch Vermählten zu gratulieren. Etwa eine Stunde dauerte die Zeremonie in der Kirche, bevor das Paar vor der Kirchentür mit Blumen und Reis überstreut werden konnte. Natürlich musste auch ein auf ein weißes Laken gemaltes Herz ausgeschnitten und vom Braupaar durchschritten werden. Und natürlich wurde auch gesägt - keine leichte Aufgabe bei den Temperaturen. Doch von den Gästen angefeuert, konnte auch das souverän bewältigt werden. Kennengelernt hat sich das Paar im Jahr 2003 in einer Sauna in Bad Klosterlausnitz. „Es war der 30. April“, sagt Christina Lang und erzählt, dass gerade Saunafest war. Das Fest steht immer unter einem bestimmten Motto. In dem Jahr war es „Mexiko“ mit Chili-Aufguss, Chili con Carne und Kakteen, die die Saunawelt schmückten. Christina Lang kannte das themengebundene Saunafest und hatte auch ein entsprechendes Programm dabei. Lars Mynarika hatte keines. Das bekam auch Christina Lang mit und hat ihm ihres überlassen. Dann habe das eine das andere ergeben, man hielt „Small-Talk“ und fand sich sympathisch. „Es war Interesse auf den ersten Blick. Die Liebe hat sich erst entwickelt“, sagt Christina Lang und lacht. Sie erinnert sich, wie sie damals mit ihrem jetzigen Ehemann auf einer Liege im Saunabereich saß und seine Frage beantwortete, was sie denn beruflich mache. „Ich bin Pfarrerin“, sagte Christina Lang - dann sei erst einmal Ruhe gewesen. Denn Lars Mynarika wurde nicht christlich erzogen. Trotz unterschiedlicher Arbeits- und Lebensrhythmen - die auch Anlass zu Reibungspunkten gaben und geben - hielten die Pfarrerin und der Ingenieur für Fahrzeugtechnik zusammen und aneinander fest. Im Laufe der Zeit hat Lars Mynarika-Lang auch Gottesdienste besucht und ließ sich im April 2009 in Dobia taufen. Christina Lang weiß, was sie an ihrem Mann hat. „Er ist ein offener Mensch, sehr liebenswürdig und handwerklich begabt“, sagt sie. Trotzdem habe man sich für die Hochzeit lange Zeit gelassen. „Wir kommen beide aus Scheidungsfamilien. Für uns ist es ein wirklich großer Schritt“, sagt Christina Lang, für die die Heirat ein „Sprung über den Graben“ bedeutet. „Man weiß nie, wie es wird. Es gibt keine Garantien“, sagt sie. „Für mich bedeutet die Hochzeit, dass ich mich für Christina entschieden habe“, sagt Lars Mynarika-Lang und erzählt, dass die Hochzeitsreise nach Tessin gehen soll.

Warum nicht „Ja“ sagen?

Von Ute Flamich

Mutig, wer sich heute noch traut, sich trauen zu lassen! - Diesen Spruch muss sich manches junge Paar anhören, das den Bund der Ehe eingehen will. - Warum eigentlich? Denn tatsächlich hat die Zahl der Scheidungen in Thüringen im vergangenen Jahr abgenommen - das zumindest ist aus den Zahlen des Statistischen Landesamtes abzulesen. 4344 Ehen wurden getrennt. 73 weniger als 2008. Die Zahlen machen Hoffnung: weniger Scheidungen, mehr Hochzeiten, weniger Scheidungskinder. Warum also nicht „Ja“ zum geliebten Partner sagen? Da mag es mehrere Gründe geben: Mancher ist davon überzeugt, den Lebensweg am besten als ewiger Single mit diversen Lebensabschnittspartnern zu meistern. Ein anderer hat Angst, was nach der Hochzeit kommt: der Alltag, Frust, Einsamkeit trotz Ehe und am Ende dann die Scheidung? So geht mancher eben nur auf Nummer sicher: Wenn ich nicht heirate, muss ich mich auch nicht scheiden lassen.


12. Juli 2010 /OTZ

Viel Brennholz zum Ehrentag

Wilfried Pucher
Wilfried Pucher
Foto: OTZ/Ute Flamich

Schauspieler Wilfried Pucher feiert 70.

Interview: Ute Flamich - Hainsberg (OTZ).

Ein großer Anlass jagt den nächsten - zumindest bei Schauspieler Wilfried Pucher. Feierte der gebürtige Hainsberger erst am 28. April sein 50-jähriges Bühnenjubiläum, stand am vergangenen Samstag sein 70. Geburtstag an. 140 Gäste waren gekommen, um gemeinsam mit Wilfried Pucher in der Gaststätte „Zur Post“ in Mehla zu feiern, auf ihn anzustoßen, ihn hochleben zu lassen. OTZ erzählte der sympathische Hainsberger, welche Geschenke es für ihn gab und wie er mit dem Thema Alter umgeht. Herr Pucher, alles erdenklich Gute zum 70. Geburtstag.
Haben Sie Angst vor dem Älterwerden?
(lacht) Ich habe am Sonnabend lauthals verkündet: Es ist schön, 70 zu werden!
Ja, und warum?
Weil ich jede Dame, die gekommen war, um mir zu gratulieren - egal ob jung oder alt, ob dick oder dünn - wirklich jede, durfte ich küssen und drücken. Das war einfach irre (lacht).
Dass Sie sich in solchen Momenten keine Gedanken ums Älterwerden machten, ist verständlich. Doch wie sieht es in einer ruhigen Minute aus?
Nein, ich habe keine Angst davor. Alle sind immer erschrocken, wenn ich so dahererzähle, dass mein Vater drei Tage vor seinem 70. Geburtstag gestorben ist. Eigentlich hoffe ich nur, dass es nicht wehtut. Aber wie gesagt, ich bin noch so aktiv, ich habe gar nicht die Zeit, so intensiv darüber nachzudenken. Jetzt zum Beispiel ist gerade Harald Seidel zu Gast...
Über welches Geschenk haben Sie sich am meisten gefreut?
Ich habe mal aus Spaß gesagt, wenn ihr mir unbedingt etwas schenken wollt, dann Brennholz, das brauche ich immer.
Sie bekamen auch Brennholz?
Ja! Viel Brennholz, eine Stiege mit Holz, eine Kiepe mit Holz. Ich kann getrost sagen: Ich habe Holz vor der Hütten (lacht).
Wird sich im neuen Lebensjahr etwas bei Ihnen ändern?
Ich brauche mich vielleicht gar nicht ändern, denn auf mindestens jeder zweiten Glückwunschkarte stand: Bleib, wie du bist! Das ist schön zu hören, dass ich den Leuten so gefalle, wie ich bin (lacht).
Ihre Geburtstagsfeier war sicher auch sehr schön?
Ja, es war zwar ein Fest für mich, aber eben auch für alle Gäste. Der Kirchenchor und Sylvia Herrmann haben gesungen. Hinterher kam ein Bauer auf mich zu und hat erzählt, dass er seine Scheune ausgebaut hat - in der jetzt auch Kultur stattfinden könnte. Das hat mich am meisten gefreut.


12. Juli 2010 /OTZ

Heiße Temperaturen zum Parkfest

Nicht mit dem Boot, sondern mit der Feuerwehr kommen der Sandmann und Co., pünktlich 19 Uhr, zum Parkfest.
Nicht mit dem Boot, sondern mit der Feuerwehr kommen
der Sandmann und Co., pünktlich 19 Uhr, zum Parkfest.
Foto: OTZ/Ute Flamich

Weniger Besucher bei gleichbleibenden Attraktionen - Sandmann kommt mit Feuerwehr

Langenwetzendorf (OTZ/flam).

Seit fast einem halben Jahrhundert wird es gefeiert, das Parkfest in Langenwetzendorf.Längst ist das Dorffest der Extraklasse Tradition geworden - ein Wochenende zum Feiern, Verabreden, Austauschenund Erleben. Waren es im vergangenen Jahr Kälte und Regen, die einige Besucher fernhielten, ist von vergangenem Freitag bis Sonntag die Sonne Schuld daran, dass - zumindest in der größten Hitze - nicht so viele Gäste wie sonst üblich auf dem Festgelände waren. Nichtsdestotrotz: Die Begegnungsstätte organisierte zum zweiten Mal am Bootsverleih einen Getränke- und Rosterstand mit zeitgemäßer Partymusik. Oberhalb des Dorfteiches lauschten Eltern und Großeltern den „Piraten mit Herz“ während sich die Jüngsten schminken ließen, bastelten, das Glücksrad drehten und auf der Hüpfburg tobten. Beim Preiskegeln ging es um ein Spanferkel, ein Fünf-Liter- Bierfass und eine Flasche Wein. Die Schaustellerbetriebe von Thea Reitz aus Gera und Karl Hammerschmidt aus Plauen waren auch wieder dabei. Für sie sei das Geschäft schwierig geworden, stimmten Thea Reitz und Karl Hammerschmidt überein. Und plötzlich wurde es hektisch: Mit der Feuerwehr kamen pünktlich 19 Uhr der Sandmann, Frau Elster, Pittiplatsch und Co. zu Besuch und sangen gemeinsam mit den Kindern auf der Bühne. Ging es für die Kleinen ins Bett, konnten sich die Jugendlichen und Erwachsenen am Samstagabend auf dem Festgelände das „kleine Finale“ der Weltmeisterschaft ansehen und bei drei Treffern ordentlich Jubeln. Sonntagabend schließlich, gegen 22 Uhr, wurde das Parkfest mit einem fulminanten Feuerwerk beschlossen.


12. Juli 2010 /OTZ

Emotionale Momente zwischen Jubel und Frust

Für Torjubel sorgten die deutschen Nationalspieler bei dieser Weltmeisterschaft sehr oft, wie bei den 4:0-Siegen gegen Australien und Argentinien oder hier beim 4:1-Erfolg gegen England.
Foto: OTZ/Katja Grieser

Zur Nationalhymne erhob sich bei jedem Deutschland-Spiel der gesamte Westernhagenplatz in Greiz wie hier bei der Vorrundenpartie gegen Ghana.
Zur Nationalhymne erhob sich bei jedem Deutschland
-Spiel der gesamte Westernhagenplatz in Greiz wie
hier bei der Vorrundenpartie gegen Ghana.
Foto: OTZ/Susann Grunert

Fans in Greiz und Umgebung erleben zur WM ein Wechselbad der Gefühle - Deutsche Elf bietet vier Wochen Fußballspannung pur

Von Katja Grieser und Marcel Hilbert Greiz.

Vier Wochen lang war die Welt im Ausnahmezustand, vier Wochen lang drehte sie sich um den Fußball. Und auch wenn unsere Nationalelf es nicht ins Finale geschafft hat, haben die Männer um Trainer Joachim Löw uns doch bis zuletzt erstklassige Spiele und zudem jede Menge Tore geliefert. Grenzenlos war der Jubel vor allem bei Spielen gegen vermeintliche Favoriten wie Argentinien und England. Dass die sehr junge deutsche Elf beiden empfindliche Niederlagen zugefügt hat, ließ den Jubel etwa auf dem Greizer Westernhagenplatz beim Public Viewing ins Unermessliche steigen. Grund zum Feiern gab es in beiden Spielen schon allein deshalb, weil die Deutschen in jedem vier teils wunderschöne Tore schossen - es war ein Genuss, der Nationalelf bei diesen Partien zuschauen zu dürfen. Doch auch mit Niederlagen mussten die Fußballnarren fertig werden. Es war zwar nur ein Vorrundenspiel, aber das 0:1 gegen Serbien schmerzte doch sehr. Dass dann noch Miro Klose vom Platz gestellt wurde, war mehr, als so mancher Fan verkraften konnte. Dieses verlorene Spiel hatte dann auch noch zur Folge, dass Deutschland um den Einzug ins Achtelfinale bangen musste. Entsprechend groß war die Anspannung, die beim Spiel gegen Ghana geradezu greifbar war. Als endlich das erlösende 1:0 für Deutschland fiel, brach der Damm - grenzenloser Jubel, Vuvuzela-Konzert und Freudentänze konnte man auf dem Westernhagenplatz sehen. Davon war beim Halbfinale am Mittwoch allerdings nichts mehr zu spüren, auch wenn die Stimmung vor Anpfiff noch glänzend war. Doch nach Ende der Partie und Niederlage gegen Spanien herrschte Totenstille, enttäuscht und mit hängendem Kopf verließen die Fans den Platz. Vergossen wurde auch so manche Träne. Dennoch, nicht nur die Spieler, auch die Greizer Fans konnten sich noch einmal für das „kleine Finale“ gegen Uruguay motivieren. Die Löw-Elf knüpfte an ihre tollen Leistungen im Turnierverlauf an und begeisterte zum Abschluss der WM noch einmal mit einem ansehnlichen und spannenden Spiel. Und sie belohnten sich und ihre Fans mit Platz drei bei der ersten Fußball-Weltmeisterschaft in Afrika. Dieses Auf und Ab, diese Achterbahnfahrt der Gefühle, macht Fußball so schön. Und reich an Emotionen war die zurückliegende Weltmeisterschaft auf jeden Fall. Das haben wir unserer jungen Elf zu verdanken, die in zwei Jahren zur EM und in vier Jahren zur nächsten WM hoffentlich genauso gut drauf ist und sich vielleicht sogar wenigstens einen Titel holt.

Lautstarke Unterstützung für die deutsche Elf: Die Greizer Fans auf dem Westernhagenplatz wissen, was Jubel ist.
Lautstarke Unterstützung für die deutsche Elf: Die Greizer
Fans auf dem Westernhagenplatz wissen, was Jubel ist.
Foto: OTZ/Katja Grieser
Die unvermeidlichen Vuvuzelas gehörten auch auf dem Westernhagenplatz mit dazu.
Die unvermeidlichen Vuvuzelas gehörten auch auf dem Wes-
ternhagenplatz mit dazu.
Foto: Marcel Hilbert

Brigitte Bojakowski, Greiz:
Mit dem dritten Platz können sowohl Fans als auch Spieler voll zufrieden sein. Es war schön, die WM-Euphorie in Deutschland mit zu erleben.

Massimo Busanel, Greiz:
Ich habe mich sehr über den dritten Platz von Deutschland gefreut, da es im Vergleich zum Beispiel zu Italien viel lustvolleren Fußball gespielt haben.

Andreas Schmidt, Krölpa:
Ich muss sagen, die Deutschen haben die Leute - ich nehme mich da nicht aus - begeistert. Die Deutschen sind nun mal auch eine Turniermannschaft.

Steffi Rader, Weida:
Die deutsche Mannschaft hat gut zusammengespielt und war beim Turnier besser als ihr Ruf. Mich haben die vielen Nebengeräusche bei der WM aber sehr gestört.

Michael Olischer, Greiz:
Bei so jungen Spielern so tollen Fußball zu sehen, war klasse. Besonders gegen England und Argentinien hat mich das deutsche Team begeistert.

Bertan Giraz, Greiz:
Ich habe mit der deutschen Elf mitgefiebert, besonders hat mir Mesut Özil gefallen. Es war auch schön, dass dank der WM in Greiz ein bisschen Leben herrschte.

Daniela Frister, Auerbach:
Das deutsche Team hat gut zusammengearbeitet. Sie haben besser gespielt als 2006. Sie hätten es verdient gehabt, ihren vierten Stern zu bekommen.

Patrick Kießling, Greiz:
Das junge deutsche Team hat mir schon gefallen, selbst ohne Ballack hat es teils mitreißenden Fußball gezeigt. Meiner Meinung nach sollte Löw bleiben.

Lioba Gebhardt, Greiz:
Das Team hat mich begeistert, vor allem weil so viele neue Spieler dabei waren. Am Ende sprang zwar nicht das gewünschte Ergebnis raus, aber Platz drei ist okay.

Oliver Wehner, Auma/Bayreuth:
Ich war sehr erstaunt zu sehen, wie gut die deutsche Nationalelf ohne Michael Ballack gespielt hat. Und das Spiel gegen England fand ich echt klasse.


12. Juli 2010 /Vogtland-Anzeiger

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin

Reichenbach - Die Beachvolleyballer aus dem Reichenbacher Goethe-Gymnasium sind Spitze:

Im Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“ haben sie sich für das Bundesfinale qualifiziert. Dieses findet vom 19. bis 23. September in Berlin statt. „Dort wollen wir einen guten Platz erreichen“, steckt Sportlehrerin Bärbel Schaller das Ziel ab und hofft, dass die Reichenbacher am Ende zu den zehn besten Mannschaften gehören. Bis zum Bundesfinale war es für die Beachvolleyballer ein langer Weg, der bereits im vergangenen Jahr mit dem Ausscheid im Sportkreis Reichenbach begann. Danach führte er weiter über die Stationen Regionalausscheid im Mai in Oelsnitz und Landesfinale am 15. Juni in Grimma. Alle drei Wettbewerbe mussten gewonnen werden, um schließlich am Bundesfinale teilnehmen zu können. Eine tolle Leistung, denn zur Reichenbacher Mannschaft gehören nicht nur drei Vereinsspieler, sondern auch Freizeit-Volleyballer. Und sie müssen sich bei „Jugend trainiert für Olympia“ auch gegen Mannschaften aus Sportschulen durchsetzen, bei denen das Training zum täglichen Stundenplan gehört. Aber auch die Reichenbacher Mannschaft hat unter Anleitung von Bärbel Schaller gut trainiert. Außerdem haben „alle gut gespielt und sich wirklich gut geschlagen“, bescheinigt die engagierte Sportlehrerin ihren Mitspielern. Der Lohn dafür ist die Teilnahme am Bundesfinale, auf das sich alle acht Volleyballer freuen. Dabei zählt der olympische Gedanke: „Dabeisein ist alles“. Was nicht heißt, dass die Gymnasiasten aus der Neuberinstadt sich nicht weiter gut vorbereiten. „Ich habe allen gesagt, dass sie über die Sommerferien so oft wie möglich im Freibad trainieren sollen“, erklärt Frau Schaller. Und wenn im August das neue Schuljahr beginnt, beginnt auch wieder das gemeinsame Training.
va


12. Juli 2010 /Vogtland-Anzeiger

Kein Geld für Reichenbacher Kreisverkehr

Reichenbach – Der Kreisverkehr an der Kreuzung von Dr.-Külz- und Klinkhardtstraße in Reichenbach wird dieses Jahr nicht gebaut.

„Kein Geld“, sagt Matthias Opitz, Sachgebietsleiter im Straßenbauamt Plauen. „Wir planen den Bau des dreiarmigen Kreisels für nächstes Jahr“, sagt er. Die Gesamtkosten setzen sich nach seinen Angaben aus 163 000 Euro (Stadt Reichenbach) und 450 000 Euro (Straßenbauamt) zusammen. Opitz rechnet nach eigenen Worten mit einer Bauzeit von bis zu fünf Monaten. „Im Winter schreiben wir den Auftrag aus.“ Im Reichenbacher Rathaus bedauert man den Bauverzug, denn eigentlich sollte schon im April mit den Arbeiten begonnen werden. Und die Stadt hat ihren Eigenanteil auch im Haushalt eingestellt. Nun muss die Verwaltung die Gelder um-beantragen und somit ins nächste Jahr hinüber retten. Bis vor einigen Tagen war das städtische Bauamt sogar noch im Ungewissen, wann der Kreisverkehr tatsächlich gebaut werden soll. Dabei besteht das Baurecht bereits seit einiger Zeit. Darüber hinaus gilt die Kreuzung derzeit als Unfallschwerpunkt, an dem sich in der Vergangenheit mindestens zehn Unfälle im Jahr ereignet haben. Meistens resultierten sie aus Vorfahrtsfehlern. Neben dem Straßenbau werden auch Trinkwasser-, Fernmelde- und Gasleitungen erneuert sowie Stromleitungen verlegt. Der Bau erfolgt in zwei Abschnitten, wobei in der ersten Bauphase die Bundesstraße zweispurig befahrbar bleibt. In der zweiten Phase rollt der Verkehr nur in Richtung Mylau und wird in Richtung Greiz weiträumig über die Umgehungsstraße umgeleitet. Dass Ortskundige sich aber Schleichwege suchen werden, ist den Verantwortlichen im Rathaus durchaus bewusst. Joachim Edelmann vom städtischen Verkehrsamt rechnet daher auf der Bahnhofstraße und Am Graben mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen.
ina/ ufa


12. Juli 2010 /OTZ

Kurz notiert:

Brandstiftung bei Steinsdorf

Steinsdorf/Staitz (OTZ).

Am Freitagmittag gegen 12 Uhr brannte die linke Straßenböschung der Landstraße zwischen Staitz in Richtung Weida auf einer Länge von rund 600 Metern. Es gab vier, durch mehrere Meter Zwischenraum abgetrennte Brandabschnitte. Wie die Einsatzzentrale der Polizei gestern informierte, wird Brandstiftung vermutet. Die Feuerwehren Weida, Steinsdorf, Staitz und Hohenleuben wurden alarmiert, um den Ödlandbrand - Wiese und Gebüsch hatten Feuer gefangen - zu bekämpfen. Nachdem gelöscht war, übernahmen die Kameraden der Feuerwehr Staitz die Brandwache. Durch die zügige Brandbekämpfung sei ein Übergreifen des Feuers auf ein benachbartes Getreidefeld verhindert worden, betont die Polizei.


Laster kippt mit Ladung aufs Feld

Wünschendorf/Elster (OTZ).

Auf der Landstraße von Wünschendorf nach Meilitz kam am Freitagmorgen, gegen 9.40 Uhr, ein Lkw zirka 200 Meter nach dem dortigen Dolomitwerk aus Unachtsamkeit nach rechts von der Fahrbahn ab. Wie die Polizei gestern mitteilte, kippte durch die steile Böschung der gesamte Sattelzug nach rechts aufs Feld um. Ein Teil der Ladung landete auf dem Acker. Der Fahrer der Mercedes-Sattelzugmaschine wurde bei diesem Unfall in der Nähe des Dolomitwerks zum Glück nur leicht verletzt. Das Fahrzeug war mit Düngemittel beladen und musste vor der Bergung entladen werden. Die Landstraße wurde zeitweilig voll gesperrt. Der Sachschaden wird auf über 40 000 Euro geschätzt, wie die Polizei am Sonntag meldete.


Kollision mit Totalschaden

Kahmer (OTZ).

Zu einem Verkehrsunfall am Kahmerschen Kreuz wurde die Polizei am Sonnabend gerufen. Gegen 10.15 Uhr hatte ein 78- jähriger Audifahrer die K 205 von Kahmer kommend in Richtung Greiz, Ortsteil Waltersdorf, befahren. An der Kreuzung zur B 94 stoppte er kurz seinen Pkw und fuhr dann jedoch unvermittelt los, ohne zu beachten, dass der vorfahrtsberechtigte Benutzer der Bundesstraße, ein 28-jähriger Toyotafahrer, sich bereits im Kreuzungsbereich befand. In der Kreuzungsmitte kollidierten die Fahrzeuge. Durch den starken Aufprall wurde der Audi gedreht und kam schließlich in Fahrtrichtung Kahmer auf der Kreuzung zum Stehen. Der Toyotafahrer verlor durch den Aufschlag die Kontrolle über seinen Pkw und schoss auf einen Wiesenstreifen zu - unmittelbar in Fahrtrichtung Reichenbach gesehen rechts - und kam dort gut 20 Meter in der Wiese zum Stehen. Die Personen blieben unverletzt. An beiden Fahrzeugen entstand Totalschaden.


Ausbildung zum Betreuer bei NAJU möglich

Greiz (OTZ).

Im Rahmen des Projektes „Wildlife - Waldleben“ der Naturschutzjugend (NAJU) Thüringen wird für junge Leute ab Oktober 2010 eine Ausbildung zum Betreuer für Jugendgruppen und für Wildlife-Freizeitveranstaltungen der NAJU angeboten. Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16 bis 27 Jahren sind eingeladen an mehreren Wochenendmodulen teilzunehmen. Bei dem Kurs lernen die Teilnehmer viel zu den Themen Orientierung in der Natur mit und ohne Hilfsmittel, Outdoor- Küche und Essbares aus der Natur, Feuerkunde, Naturcamps, Tourenplanung sowie Tourendurchführung, Wetter usw. Die Ausbildung richtet sich auch an Leute, die ihre Fertigkeiten zum Leben mit der Natur verbessern wollen oder einfach nur gern draußen sind. Es sind keine Grundkenntnisse erforderlich. Weitere Informationen und Anmeldung ist unter der Telefonnummer (03641) 21 54 10, wildlife@ naju-thueringen.de oder im Internet unter www.naju-thueringen.de möglich.


Duo „Trixi G“ am Freitag im Kulturhof Zickra

Beatrix „Trixi“ Gerecke und Uwe „G“ Ducke sind das Duo „Trixi G“, das am Freitag, 20 Uhr, im Kulturhof Zickra gastiert. Sie selbst nennen ihren Musikstil Akustik-Rock-Chansons mit deutschen Texten. Stilistisch gibt es aber auch Blues-, Rock-, Pop-, Punk-, Folk-, Jazz- und Soul-Elemente. Karten unter Telefonnummer (036623) 23 46 16.
Foto: privat

Beatrix „Trixi“ Gerecke und Uwe „G“ Ducke sind das Duo „Trixi G“, das am Freitag, 20 Uhr, im Kulturhof Zickra gastiert. Sie selbst nennen ihren Musikstil Akustik-Rock-Chansons mit deutschen Texten. Stilistisch gibt es aber auch Blues-, Rock-, Pop-, Punk-, Folk-, Jazz- und Soul-Elemente. Karten unter Telefonnummer (036623) 23 46 16.


Karikatur des Tages

Zeichnung: OTZ/Bruns
Zeichnung: OTZ/Bruns


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