10. Juli 2010 /OTZ

Schwitzen ab Montag nur draußen

Die 59 Meter lange und sechs Meter hohe Rutsche ist der Renner im Greizer Freibad, das in den letzten Tagen im Schnitt 500 Gäste besuchten.
Die 59 Meter lange und sechs Meter hohe Rutsche ist der Renner
im Greizer Freibad, das in den letzten Tagen im Schnitt 500
Gäste besuchten.
Foto: OTZ/Katja Grieser

Sauna schließt wegen Reparaturarbeiten - Im Schwimmbad Teil des Dachs neu gedeckt

Von Katja Grieser Greiz.

Schwitzen können die Greizer ab Montag nur noch im Freien: Die Sauna im Bäderkomplex in Aubachtal bleibt vom 12. bis 25. Juli geschlossen. Grund dafür sind kleinere Reparaturen sowie die Grundreinigung, wie Jan Fleischer, stellvertretender Bad-Chef, sagt. Geschlossen ist derzeit auch das Hallenbad, in dem sich momentan keine Schwimmer, sondern Handwerker tummeln. So wird ein Teil des Fußbodens in der Schwimmhalle außerhalb des Beckens neu gefliest. „Zudem müssen einige Fugen ausgebessert werden“, informiert Frank Böttger, Geschäftsführer der Greizer Freizeit- und Dienstleistungs GmbH & Co. KG, die die Bäder betreibt. An der Wand vor der Gaststätte werden zudem Fliesen ausgewechselt. Eine größere Baumaßnahme steht ab kommender Woche an. Das Dach über dem Nichtschwimmerbecken muss neu gedeckt werden. „Das war einfach nicht mehr richtig dicht“, erklärt Böttger, weshalb die Sanierung notwendig war. Zirka 450 Quadratmeter Dach werden somit erneuert. Kleinere Reparaturarbeiten müssen darüber hinaus an den Elektro- und Sanitäranlagen durchgeführt werden. Und im Planschbecken werden auch einige Fugen erneuert. Insgesamt, schätzt Frank Böttger, werden die Instandhaltungsmaßnahmen rund 50 000 Euro kosten. Bevor das Hallenbad mit dem Ende der Sommerferien wieder öffnet, wird noch die Grundreinigung durchgeführt. „Da kann man dann richtig sehen, wie alles im Bad heller ist“, so Frank Böttger. Bis zur Reinigung bleibt das alte Wasser allerdings noch in den Becken. Erst kurz vor dem Großreinemachen wird es abgelassen, so dass die Becken nur kurze Zeit ohne Wasser sind. Auf Bade- und Schwimmvergnügen muss derzeit aber trotzdem keiner verzichten. Gerade bei der aktuellen Hitze zieht es die meisten ohnehin ins Freibad. „In den letzten Tagen waren im Schnitt 500 Gäste täglich hier“, freut sich Jan Fleischer. An den richtig heißen Tagen sind es zwischen 600 und 700. Stammgäste sind sogar bereits kurz vor neun Uhr morgens da, stürzen sich gleich am Morgen in die Fluten. Dazu gehören einige Senioren, aber auch zahlreiche Jugendliche, die die Ferienzeit im Bad verbringen, sowie Kindergartenkinder. Bei 25 Grad Celsius Außentemperatur schon morgens und 24 Grad Celsius im Wasser ist der Spaß im Freibad garantiert. Der absolute Renner vor allem für junge Leute ist die Rutsche. Mit ihren 59 Metern Länge und sechs Metern Höhe ist sie bereits früh belagert. Die älteren Semester ziehen dagegen lieber genüsslich auf der 50- Meter-Bahn ihre Runden. Die Kleinen der Kindertagesstätte Käte Duncker nahmen ihrerseits das Kleinkindbecken voll in Beschlag und ließen sich vom wassersprühenden Clown nass spritzen. Aufgrund der Nähe zum Freibad sind die Käte- Duncker-Kinder nahezu täglich im Freibad in Greiz-Aubachtal. Während einige inzwischen schon unter der Hitze stöhnen, freut sich Jan Fleischer: „So ein Sommer tut mal wieder gut“, sagt er und denkt beispielsweise an letztes Jahr, als das Wetter in den Sommermonaten nicht wirklich zum Baden einlud.

Badespaß pur können Besucher im Greizer Freibad bei einer Wassertemperatur von 24 Grad Celsius erleben.
Badespaß pur können Besucher im Greizer Freibad bei einer
Wassertemperatur von 24 Grad Celsius erleben.
Foto: OTZ/Katja Grieser
Jan Fleischer, stellvertretender Bad-Chef, deutet auf den Bereich im Hallenbad, der neu gefliest wird.
Jan Fleischer, stellvertretender Bad-Chef, deutet auf den
Bereich im Hallenbad, der neu gefliest wird.
Foto: OTZ/Katja Grieser


10. Juli 2010 /OTZ

Rubrik

Sie erreichen die Autorin unter k.schulz@otz.de
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unter k.schulz@otz.de

Dreiste Abzocke

Von Kathrin Schulz

Haben Sie heute schon in ihren Briefkasten geguckt? - Mit dieser scheinbar harmlosen Frage sah sich in dieser Woche eine Greizerin konfrontiert, die in einer dreisten Abzocke per Telefon enden sollte. Weiter ging es mit einem Glückwunsch für die Greizerin, sie sei aus einer Vielzahl gebührenpflichtiger Kunden dazu auserwählt, künftig Fernsehwerbung zu bewerten. Man werde ihr eine Fernbedienung zuschicken und wenn ihr ein Werbespot besonders gefalle, müsse sie bestimmte Tasten drücken. Der ganze Spaß sollte die Greizerin auch eine Kleinigkeit kosten - monatlich 59,95 Euro wollte die dubiose Geschäftemacherin am anderen Ende der Leitung von ihrem Konto abbuchen. Allerdings hatte sie hier die falsche Nummer gewählt - „ich lehnte strikt ab“, lacht die Greizerin, die allerdings auch besorgt war. Denn in ihrer Nachbarschaft sind ebenfalls solche Anrufe angekommen, darunter bei einem 9-jährigen Kind, wo das Geld nunmehr über die Telefonrechnung abgezogen werden soll. Deshalb wollte sie vor der dreisten Masche warnen, bekanntlich haben skrupellose Geschäftemacher eine feine Nase für ihren Vorteil. „Es ist eine Landplage“, weiß auch Gabriele Schäfler von der Verbraucherzentrale Thüringen. Trotz gesetzlichem Verbot unlauterer Telefonwerbung müssten sich Verbraucher immer wieder gegen untergeschobene Verträge wehren, weiß die Beraterin aus Erfahrung. Sie rät, sich grundsätzlich auf nichts einzulassen, aber umgehend die angezeigte Nummer zu notieren, um sie der Bundesnetzzentrale zu melden oder gleich aufzulegen. Wer dennoch eine Rechnung oder einen Vertrag bekommt, den er nicht wollte - mitunter werden die Leute auch zum Ja- Sagen animiert und ihr Einverständnis missbraucht -, sollte dagegen vorgehen, so Schäfler. Musterbriefe dazu hält die Verbraucherzentrale bereit. Darüber hinaus läuft genau zu diesem Thema auf der Homepage der Verbraucherschützer www. vzth.de eine Umfrage, wo Informationen über die Maschen der Telefon-Abzocker gesammelt


10. Juli 2010 /OTZ

Erneute Auftragsvergabe für Ausbau Bebel-Straße

Jetzt laufen Gespräche zur Bauvorbereitung

Greiz (OTZ/-lz).

Land in Sicht gibt es im Zusammenhang mit dem geplanten Ausbau der Bundesstraße 94 im Bereich der Greizer August-Bebel-Straße. Mit Beschluss vom 18. Juni 2010 hatte das Thüringer Oberlandesgericht in Jena entschieden, dass der von der Vergabekammer des Landesverwaltungsamtes bestätigte Ausschluss einer Firma aus dem Bieterverfahren wegen eines geringfügigen Preisnachlasses nicht gerechtfertigt sei (Aktenzeichen 9Verg3/10), weshalb ein erneutes Vergabeverfahren notwendig und inzwischen durchgeführt wurde. „Wir haben die Sachlage noch einmal neu bewertet und den Auftrag zum Ausbau der August- Bebel-Straße in dieser Woche vergeben“, erklärt Bürgermeister Gerd Grüner auf OTZ-Nachfrage. Die Entscheidung ist nunmehr für die Wolfgang Scharnagl GmbH in Annaberg-Buchholz gefallen. Gegenwärtig laufen die Gespräche zur Bauvorbereitung, ergänzt Grüner. In den nächsten zwei Wochen soll die Entscheidung über den Baustart fallen. „Unser Bestreben ist es, so bald wie möglich anzufangen“, betont der Greizer Bürgermeister. Ursprünglich hatte es bereits am 6. April mit den Ausbauarbeiten losgehen sollen, die Umleitungsvarianten dazu wurden in der Vergangenheit heiß diskutiert. Immerhin 725 Meter Bundesstraße, die von der Kreuzung Naumannstraße bis etwa 100 Meter vor die Einmündung der Brauereistraße reichen, sollen ausgebaut werden. Das Gewölbe, welches im Untergrund die Gräßlitz überspannt, ist auf einer Länge von 583 Metern komplett abzubrechen und wird als Stahlbetonbauwerk neu errichtet. Drei Kreuzungen und fünf Einmündungen liegen im Baubereich. 83 Bäume sollen der auf 9,25 Straßenbreite auszubauenden Hauptverkehrsader einen Alleecharakter verleihen.


10. Juli 2010 /OTZ

Kleines Finale groß feiern

Die Stimmung beim Public Viewing auf dem Westernhagenplatz in Greiz mit teils über 1500 Fans war spitze. Wenn heute das kleine Finale ausgetragen wird, hoffen die Veranstalter wieder auf zahlreiche Fußballfans.
Die Stimmung beim Public Viewing auf dem Westernhagenplatz in
Greiz mit teils über 1500 Fans war spitze. Wenn heute das klei-
ne Finale ausgetragen wird, hoffen die Veranstalter wieder auf
zahlreiche Fußballfans.
Foto: OTZ/Katja Grieser

Endspurt für Public Viewing - OTZ-WM-Fotowettbewerb läuft noch bis Montag

Von Katja Grieser Greiz.

Zugegeben, es wäre traumhaft gewesen, wenn es die deutsche Nationalmannschaft in diesem Jahr bis ins Finale geschafft hätte. Entsprechend groß war auch die Enttäuschung am Mittwoch unter den 1500 Fans auf dem Greizer Westernhagenplatz, als feststand, dass die Löw-Elf zwar im Finale, aber eben nur im kleinen spielen wird. Auch wenn es kein wirklicher Trost ist, hat das kleine Finale auch einen Vorteil: die Spielzeit. Fußballfeiern machen bedeutend mehr Spaß, wenn man am nächsten Tag ausschlafen kann. Darauf spekuliert auch Marco Nagel, der mit seinem Bruder Enrico das Public Viewing in Greiz organisiert hat. „Ich kann mir schon vorstellen, dass am Sonnabend zum kleinen Finale wieder etliche Leute kommen werden“, sagt er. Ein Blick auf seine Platzreservierungsliste scheint die Vermutung zu bestätigen. Obwohl Marco Nagel traurig ist, dass Deutschland diesmal nicht um den Pokal kämpfen wird, ist er mit der Leistung des DFB-Teams zufrieden. „Sie haben sich doch sehr gut verkauft“, sagt er und fügt an: Vielleicht springt ja noch der dritte Platz raus.“ Eine Hoffnung, die zahlreiche Fußballbegeisterte teilen. Noch einmal mit dem deutschen Team mitfiebern heißt es also heute Abend, wenn das kleine Finale ausgetragen wird. Übertragen wird das Spiel wieder auf dem Westernhagenplatz, auf dem die Fans ein hoffentlich gutes Spiel mit dem so ersehnten letzten Sieg der

Deutschen bei dieser WM sehen werden. Auch wenn das Public Viewing auf dem Westernhagenplatz das mit Abstand größte in der näheren Umgebung ist, haben die Fußballfans natürlich auch an vielen anderen Orten die WM erlebt. Während manche den Kick des gemeinsamen Fußballguckens suchen, bevorzugen andere das heimische Sofa. Aber auch beim gemeinsamen Fußballerlebnis gibt es Unterschiede, mal ist dem Fan nach Bad in der Menge, mal tut es eine kleine Kneipe mit einem Fernseher und einer Hand voll Gäste auch. Sie haben noch bis Montag, 12. Juli, Gelegenheit, uns zu zeigen, wie Sie die Weltmeisterschaft in Südafrika erlebt haben. Wir suchen die euphorischsten Momente, die schrägste Fanverkleidung und den größten Torjubel - kurz: Willkommen sind alle Bilder, die mit der Fußball-WM, wie sie hier erlebt wurde, zu tun haben. Die Fotos können an Ostthüringer Zeitung Greiz, Burgplatz 10, 07973 Greiz, geschickt oder in der Redaktion vorbei gebracht werden. Einfacher ist es, das Foto per E-Mail an fotogr@ otz.de zu senden. Beachtet werden sollte, dass das Bild in möglichst hoher Auflösung gesendet wird, damit es sich für eine Veröffentlichung eignet. Die drei besten Fotos werden prämiert mit „Football's coming home“. So heißt das Buch von Gunnar Leue, in dem er die großen Momente der Fußballpopgeschichte zusammen getragen hat.


10. Juli 2010 /OTZ

Nachdenkliches zum Wochenende

Wer hält zum Verlierer?

Von Pfarrer Ingolf Herbst, Zeulenroda

Als vor wenigen Tagen die Fußball-Nationalmannschaft von Argentinien nach Hause zurück kehrte, wurde sie gefeiert, als wären sie die Sieger. Die Mannschaft konnte die Euphorie gar nicht derart nachvollziehen, aber ihre Fans zu Hause freuten sich, sie zu sehen, sie in der Heimat zu begrüßen und sie für ihren kraftvollen Einsatz zu würdigen. Als Deutschland das zweite Gruppenspiel gegen Serbien verlor, wurde bereits über die Nachfolge von Bundestrainer Joachim Löw diskutiert. Und wenn unsere Mannschaft wirklich das Achtelfinale nicht erreicht hätte, wie wäre sie in Deutschland empfangen worden? Siegern zujubeln - welche Freude. Verlierern den Rücken stärken - welche Größe. Am Sonntag wird in vielen Gottesdiensten an die Taufe erinnert. Ob nun schon lange her oder nicht, in der Taufe sprach Gott Ihnen zu: Ich liebe dich und freue mich, wenn es dir gut geht. Darüber hinaus liebe ich dich, wenn du versagst und du am Boden liegst. Gott zieht seine Versprechen von sich aus nicht zurück - wie es manche Fußballfans tun, wenn die Mannschaft verliert. Wir Menschen brauchen uns vor Gott nicht aus dem Staub zu machen, wenn wir versagen - wie Führungskräfte gehen, wenn der Erfolg ausbleibt. Ich bin froh, diesen Halt im Leben zu haben. Ich weiß von Gott, der sich mit mir über Erfolge freut. Und ich weiß von Gott, der beim Versagen zu mir steht; der sogar meine Schuld trägt. Dieser Halt manifestiert sich in der Taufe. Ich wünsche uns, dass wir diesen Halt an andere Menschen weitergeben können, auch wenn sie nicht das leisten, was wir von ihnen erwarten.


10. Juli 2010 /OTZ

Gerhard Jalowski neuer Lions-Präsident

Gerhard Jalowski (l.) nimmt von Udo Freier (r.) das Amt und die Präsidentenglocke entgegen.
Gerhard Jalowski (l.) nimmt von Udo Freier (r.) das Amt
und die Präsidentenglocke entgegen.
Foto: OTZ/Schulz

Udo Freier gibt nach regulärer einjähriger Amtszeit die Präsidentenglocke weiter

Greiz (OTZ/-lz).

Präsidenten-Wechsel bei den Greizer Lions: Nach der Wahl auf der Mitgliederversammlung des Lions-Club am 24. Juni nahm Gerhard Jalowski auf der jüngsten Vorstandssitzung am Donnerstag im Theaterrestaurant die Präsidentenglocke und den Amtskoffer mit umfangreichen Unterlagen aus den Händen seines Vorgängers im Amt, Rechtsanwalt Udo Freier, entgegen. Eine turnusmäßige Neuwahl, die im Lions-Club jährlich ansteht. Mit 38 Mitgliedern ist die Greizer Gruppe eine der stärksten im Distrikt Sachsen-Anhalt und Thüringen. Gute Traditionen im Interesse der Gemeinnützigkeit werde man fortführen, so Jalowski, der inzwischen 9. Präsident im Amt. Seit Bestehen des Lions-Clubs in Greiz habe man 110 000 Euro für gemeinnützige Projekte aber auch für Familien in Krisensituationen zur Verfügung gestellt. Sowohl aus Aktionen der Mitglieder, wie etwa zum Park- und Schlossfest, als auch aus Mitgliedsbeiträgen werde diese Arbeit finanziert. Der Frühjahrsputz, den der Club in Greiz ins Leben gerufen hatte, ist schöne Tradition geworden und habe sich inzwischen als Initialzündung für weitere Aktionen erwiesen. Auch die interne Arbeit ist den Lions sehr wichtig: „38 Leute treffen sich einmal monatlich, um miteinander ins Gespräch zu kommen über Parteigrenzen und Konfessionen hinweg“, so Gerhard Jalowski. Zum neuen Vorstand gehören weiter: Vizepräsident Holger Palm, Reinhilde Limmer, Udo Freier, Jörg Hierold, Hans Georg Hunger, Sekretär Wilhelm Wüstner, Schatzmeister Thomas Stein und Reinhard Schulze.


10. Juli 2010 /OTZ

Meine Woche

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Verdienter Lohn

Von Heidi Henze

Genießen Sie auch die Sonne? Die Sonnenanbeter und Wassernixen jedenfalls freut’s und die Bademeister in den Schwimmbädern können sich über mangelnden Besucheransturm auch nicht beklagen. Vielleicht haben wir ja dieses Jahr Glück und es wird endlich mal wieder ein richtig schöner Sommer, wie wir es zum Sommermärchen 2006 zur Fußballweltmeisterschaft in Berlin erlebten. Auch da gab’s eine Euphorie, die viele müde Geister beflügelte. Das „Wir-Gefühl“ war plötzlich wieder da, so wie auch in den vergangenen Wochen. Hunderte fieberten in Zeulenroda-Triebes, Auma und auf den Dörfern mit unserer Nationalelf, bangten um Sieg und trauerten um den verpatzten Einzug ins Finale. Schade nur, dass die Zeulenrodaer Stadtväter es nicht verstanden, ihren schönen neuen Marktplatz mit seinem großen Areal für Public Viewing- Treffpunkte zu nutzen, ähnlich wie es die Greizer auf dem Westernhagenplatz praktizierten. Die Händler hätten bestimmt für Speisen und Getränke gesorgt und so auch noch den einen und anderen Euro in der Kasse klimpern gehört. Vielleicht das nächste Mal. Schließlich gibt es ja wieder eine WM. Nichtsdestotrotz drücken wir unserer Nationalelf für heute noch einmal kräftig die Daumen, beim Spiel um Platz drei. Verdienter Lohn mit hohem Preis - darüber können sich die Langenwolschendorfer freuen. Ziemlicher Wirbel herrscht in der 900-Seelen-Insel-Gemeinde, die im vergangenen Jahr als Thüringens „Schönstes Dorf mit Zukunft“ gekürt wurde. Der kleine Ort, zwischen der Stadt Zeulenroda- Triebes und den Ortsteilen, erwartet Ministerbesuch. Freiwillige sind gefragt, denn das Geld vom Land fließt spärlich, wenn überhaupt. Zur großen festlichen Preisverleihung aller Thüringer Teilnehmer in Langenwolschendorf jedenfalls gab’s gerade Mal 250 Euro für die Ausgestaltung. Aufs Geld warten muss auch noch die Pahren Agrar für die Hanfanlage in Läwitz. Ihnen bleibt, wie schon viele Wochen vorab, nur die Hoffnung auf Fördermittel und, dass wenn sie dann ausgereicht werden sollten, es noch vor der Ernte passiert. Geerntet werden können unterdessen die Himbeeren, die sind langsam zuckersüß. Ich wünsche Ihnen ein sonniges Wochenende.


10. Juli 2010 /OTZ

Luftballon landet bei Bauer Bruno

Der Luftballon der siebenjährigen Sarah Sophie Wagner flog ins 50 Kilometer weit entfernte bayrische Torgenau zu Bruno Rauh und Ehefrau Anja.
Der Luftballon der siebenjährigen Sarah Sophie Wagner
flog ins 50 Kilometer weit entfernte bayrische Torgenau zu
Bruno Rauh und Ehefrau Anja.
Foto: OTZ/Heidi Henze

Autogramm von „Bauer sucht Frau“-Teilnehmer - Ballonaktion an Reimann-Grundschule

Von Heidi Henze Zeulenroda (OTZ).

Die kleine siebenjährige Sarah Sophie Wagner ist mächtig stolz darauf, dass ihr Luftballon fast 50 Kilometer weit geflogen ist und im bayrischen Torgenau bei Bruno und Anja landete. War es doch der Bauer Bruno aus der Fernsehsendung „Bauer sucht Frau“. Doch das stellte sich erst später heraus. Der 50-Kilometer-Flug wurde noch übertroffen von Lea Kilger. Ihr Luftballon flog ins 179 Kilometer entfernte Rauberweiher, Dominik Eckners Ballon legte 58 Kilometer zurück und landete in Rehau und der Ballon von Chris Kärner suchte sich sogar eine Wiese in St. Georgen nahe Salzburg zur Landung raus. Gestartet sind die Ballons alle auf dem Schulhof der Reimann- Grundschule in Zeulenroda. Zum Kindertag am 1. Juni veranstaltete der Hort der Schule ein quirliges Kinderfest mit einem Luftballonweitflug. Obwohl an diesem Tag Nieselregen und der Wind ziemlich blies, so Hortleiterin Ina Butter, muss die Thermik wohl gestimmt haben. Immerhin waren rund 100 kunterbunte mit Luft gefüllte Ballons unterwegs und so manch einer, der ihn fand, schickte ein paar Grüße zurück an den Ausgangsort. So erhielt Chris Kärner aus der 2. Klasse Post vom vierjährigen Moritz aus St. Georgen. Die jedenfalls waren ganz begeistert, dass der Ballon direkt vorm Haus in der Wiese bei ihnen landete. Doch Sarah Sophie erhielt besondere Post. Es war eine Autogrammkarte von Bruno und Anja vom 50 Kilometer entfernten Torgenau bei Regnitzlosau. Während Sarah Sophie sich erst einmal nur freute, Post bekommen zu haben, hat es bei den Hortnerinnen gleich gefunkt. Sie wussten, dass aus Torgenau der gemütliche bayrische Bauer Bruno Rauh und Frau Anja Grigutsch stammen. Die beiden, aus der Kuppelshow „Bauer sucht Frau“ bekannt, hatten deshalb die Karte auch persönlich unterschrieben. Die Karte hat nun einen Ehrenplatz an der Wandtafel der Schule erhalten.


10. Juli 2010 /OTZ

Von Sachsen ab nach Thüringen

Olaf Pätz, Fachplaner im Ingenieurbüro für Bauwesen und Wasserwirtschaft Frank Olzscha, mit dem vorhabenbezogenen Bebauungsplan für die Firma „Hemme Stanzartikel“. Die hat ihren Pachtvertrag in einer Pausaer Industriehalle gekündigt, um am Standort des ehemaligen Sägewerkes in Wolfshain die Produktion zu vergrößern.
Olaf Pätz, Fachplaner im Ingenieurbüro für Bauwesen und Wasser-
wirtschaft Frank Olzscha, mit dem vorhabenbezogenen Bebauungs-
plan für die Firma „Hemme Stanzartikel“. Die hat ihren Pacht-
vertrag in einer Pausaer Industriehalle gekündigt, um am
Standort des ehemaligen Sägewerkes in Wolfshain die Produk-
tion zu vergrößern.
Foto: OTZ/Ute Flamich
Rüdiger Hemme vor seiner Industriehalle in Pausa.
Rüdiger Hemme vor seiner Industriehalle in Pausa.
Foto: privat

Für Rüdiger und Petra Hemme geht es bald von Sachsen nach Thüringen zumindest, was die Arbeit betrifft. Lang ist der Weg dorthin nicht, nur 2,2 Kilometer sind es vom sächsischen Ebersgrün ins thüringische Wolfshain. Trotzdem wird sich für das Paar einiges ändern.

Ute Flamich / 10.07.10 / OTZ-Wolfshain/Pausa.

Seit 2004 führen die Hemmes ihren kleinen Familienbetrieb, die Firma "Hemme Stanzartikel" mit Sitz in Pausa. Eingemietet ist das Drei-Mann-Unternehmen in der Industriehalle der ehemaligen Pametall GmbH in der Gartenstraße. Dort werden Stanzartikel aus Altförderbändern angefertigt, die die Firma Hemme aus Kieswerken und Steinbrüchen bezieht. Aus den Stanzartikeln werden zum Teil im Eigenbetrieb, zum Teil von anderen Firmen Rasenschutzmatten, Trampoline, Vogelnäster für Spielplätze, Stopper, Anschläge und Standfüße gefertigt. Doch Rüdiger und Petra Hemme haben den Pachtvertrag in Pausa gekündigt. "Wir haben hier zu wenig Platz, es gibt kein Wasser, keinen Strom, die bauliche Substanz ist schlecht. Wir geben den Standort in Pausa auf", sagt Rüdiger Hemme, der sich schon längst um ein adäquates Areal gekümmert hat. "Am 1. Januar 2009 haben wir im Vogtländischen Oberland, Ortsteil Wolfshain, Flur 1 und die Flurstücke 4/3 und 4/4 von der Spedition Kaufmann erworben", sagt der Firmeninhaber. Die Nutzung der Flurstücke begann bereits im Jahr 1927 mit dem Bau des Sägewerkes Wolfshain durch Albin Fleischer. Zuletzt, von 1994 bis 2008, gehörte der Betrieb der Spedition Kaufmann, die die Produktionsstätte an den Palettenservice Richter unterverpachtete. Der hinterließ den Hemmes eine verfallene, ungepflegte Gewerbebrache. Der Zustand des ehemaligen Sägewerkes aber war weit weniger problematisch für Rüdiger und Petra Hemme als die nach Erwerb der Brache beginnende bürokratische Zettelschlacht. "Am 29. April 2009 stellten wir einen Bauantrag auf Nutzungsänderung und Erweiterung auf der Fläche in Wolfshain", sagt Olaf Pätz, Fachplaner im Ingenieurbüro für Bauwesen und Wasserwirtschaft (IfBW) Frank Olzscha. "Der Antrag wurde jedoch vom Landratsamt Greiz abgelehnt mit der Begründung, dass es sich um eine Außenbereichslage handelt." Damit hatte Rüdiger Hemme nicht gerechnet denn er plante, im Mai 2009 schon auf dem neuen Gelände produzieren zu können und nicht, wie jetzt eingetroffen, noch viele Monate doppelt Miete zu zahlen. "Das ist schon ärgerlich und wenn ich einen Wunsch hätte, wäre es der, dass die Behördengänge nicht so langwierig wären", sagt Rüdiger Hemme. Vom Landratsamt gab es aber nicht nur eine Absage für den eingereichten Bauantrag, sondern auch einen Hinweis darauf, dass das Vorhaben auf der Grundlage eines so genannten vorhabenbezogenen Bebauungsplanes doch ermöglicht werden könnte. Ziel des erweiterten Planes soll demnach, vor allem auch für die Gemeinde des Vogtländischen Oberlandes, sein, dass die Industriebrache wiederbelebt wird. "Die Bauleitplanung sieht vor, 5250 Quadratmeter als Gewerbegebiet zur Bebauung auszuweisen", sagt Olaf Pätz. "Maximal dürfen 3150 Quadratmeter mit Gebäuden überbaut werden, die übrige Fläche steht für Freianlagen, Parkplätze und Lagerflächen zur Verfügung". Für die Fläche, die als Bauland ausgewiesen ist, müssen Ausgleichsmaßnahmen geschaffen werden. So sollen unter anderem eine Streuobstwiese und ein Teich angelegt werden. Zur Abgrenzung des Gewerbestandortes und als Windschutz gegen Schneeverwehungen im Winter, ist an drei Grundstücksseiten entlang die Randbepflanzung mit einer vier bis fünf Meter breiten Hecke geplant. "Unsere Produktion läuft derzeit mit 15 Prozent auf Sparflamme. Wir hoffen, dass wir uns am neuen Standort enorm steigern können. Deshalb sind vier bis sechs Arbeitsplätze in Planung", sagt Rüdiger Hemme, der damit rechnet, im Herbst dieses Jahres in Wolfshain produzieren zu können. Schon jetzt wurde auf dem Gelände aufgeräumt, entrümpelt, entkernt.


10. Juli 2010 /OTZ

Leserbrief

Der Kleingarten, ein Ort der Begegnung für Jung und Alt

Zum Thema Kleingärten schreibt OTZ-Leserin Helga Frickert aus Greiz:

Eine Million Menschen bewirtschaften in der Bundesrepublik Kleingärten. Das ist eine Million Mal „Entdecken, Erleben und Ernten“. Auch in Greiz gibt es 59 Kleingartenanlagen, in denen 1950 Kleingärtner in ihrer Freizeit einen Kleingarten bewirtschaften. In den Jahren der DDR reichten die zu vergebenden freien Gärten nicht aus, um die Nachfrage zu decken. Heute dagegen stehen viele Gartenanlagen vor der Frage, wie es weitergehen soll, wenn in den Vereinen der Nachwuchs fehlt, da die Jugend die Stadt verlässt und wir immer mehr leere Gärten haben, die nicht weiterverpachtet werden können. Zur Zeit gibt es im Kreisverband Greiz 400 leerstehende Gärten, von denen mit Hilfe der Stadt bis vor zwei Jahren noch 300 Gärten, Stadtpachtland, beräumt werden konnten. Im Osten Deutschlands war der Trend zur Gründung einer neuen Gartenanlage bis zur Wende sehr groß, so dass wir heute gegenüber dem westlichen Bundesgebiet im Verhältnis zu viele Gartenanlagen haben. Durch steile Abhänge und abgelegene Gartenanlagen, die mit dem Fahrzeug schlecht erreichbar sind, wird die Weiterverpachtung erschwert. Um diese Kleingartenanlagen muss sich der Verband der Kleingärtner nun besonders kümmern, da es durch Überalterung um eine Auflösung der Vereine und Rückführung der brachliegenden Flächen an die Eigentümer geht. Denn wir haben im Kreisverband Greiz neben Pachtflächen von der Stadt auch Pachtflächen von privaten Eigentümern, der Kirche, dem Forst und staatliches Eigentum. Was heißt aber Rückgabe andie Eigentümer? Die Flächen müssen von allem Bewuchs wie Pflanzen, Sträuchern, Bäumen und von baulichen Anlagen wie Lauben, Schuppen und Beeteinfassungen beräumt werden. Vereinshäuser, Wege, Wasser- und Stromleitungen müssten demontiert und entfernt werden. Wie in einer Wohnung, ist dafür der letzte Nutzer verantwortlich. Doch oftmals sind die Nutzer bereits verstorben, sehr alt oder verzogen, so dass der Verein vor der Aufgabe steht, wie soll es weitergehen? Die verbleibenden Gartenfreunde können doch nicht die Gärten beräumen, wie beispielsweise in der Gartenanlage Greiz-Ost, wo von ehemals 64 Gärten bereits 40 leerstehen, mit gemauerten- und Holzgartenlauben. Wie soll der Rückbau finanziert werden, fragen sich die verbleibenden Gartenfreunde? So eine Beräumung sprengt jede Vereinskasse. Hier ist die Hilfe des Kreisverbandes notwendig und die solidarische Hilfe und Unterstützung der Mitglieder. Der Kreisverband vermittelt gern interessierte Gartenfreunde an die Gartenanlagen.


10. Juli 2010 /OTZ

Heiko Weide neuer Kegler-Chef

Der scheidende Kegel-Chef des TSV 1890 Waltersdorf, Harald Löffler (2. v. l.) übergibt die Amtsgeschäfte an die neue Leitung der Abteilung Kegeln. Von links: Manfred Löffler, Heiko Weide und Thomas Böhm.
Der scheidende Kegel-Chef des TSV 1890 Waltersdorf, Harald
Löffler (2. v. l.) übergibt die Amtsgeschäfte an die neue
Leitung der Abteilung Kegeln. Von links: Manfred Löffler,
Heiko Weide und Thomas Böhm.
Foto: Verein

Harald Löffler legte zur Waltersdorfer Keglerversammlung alle Ämter nieder

Waltersdorf (OTZ/H. L.).

Nach über 25 Jahren in den verschiedensten Funktionen im Landes- und Kreisverband Kegeln und vor allem in seinem Verein TSV 1890 Waltersdorf gab der langjährige Chef der Waltersdorfer Kegelsportler, Harald Löffler, auf der kürzlich statt gefundenen Mitgliederversammlung der Abteilung auch seine letzten verantwortlichen Funktionen im Klub ab. „Ich habe das alles sehr gern gemacht“, resümierte der 49- jährige, der nebenbei unter anderem auch für die Kegelbahnpflege und Reparatur und die Versorgung verantwortlich zeichnete. „Aber jetzt muss einmal Zeit sein, mehr Privates in den Vordergrund zu stellen“, so Löffler weiter, „Ich höre ja nicht mit dem Kegeln auf.“ Nur aus allen organisatorischen Fragen halte er sich ab sofort strikt heraus. Zuvor konnte der scheidende Waltersdorfer Kegel-Chef vor den anwesenden Mitgliedern eine durchaus positive Bilanz der vergangenen Jahre ziehen. Es sei gelungen, zwei Herren-Teams im Wettspielbetrieb zu halten und das auf jeweils gutem Niveau. Die erste Mannschaft wurde in der abgelaufenen Punktspielsaison Dritter inder 1. Landesklasse, dritthöchste Liga Thüringens, und ist seit 15 Jahren ununterbrochen auf Landesebene präsent. Kreisligist Waltersdorf II kegelt seit elf Jahren am Stück in der höchsten Spielklasse des Landkreises. Der TSV 1890 II belegte in der Meisterschaftden vierten Platz und ihm gelang mit sieben Auswärtserfolgen in neun Spielen eine diesbezügliche Rekordmarke in der Liga. Das Sahnehäubchen lieferte zweifellos mit Brigitte Löffler die einzige Wettkampfkeglerin des TSV 1890, die nach ihrem zweiten Kreismeistertitel Thüringer Landesmeisterin der Seniorinnen A wurde, im Anschluss Vierzehnte der Deutschen Meisterschaften. Natürlich ist diese sportliche Arbeit kein Selbstläufer, erfordert nicht selten hohen persönlichen Einsatz. Bedauerlich, aber alternativlos war deshalb auch der Rückzug der dritten Mannschaft im vergangenen Jahr. Die früher sehr erfolgreiche und seit kurzem wieder angelaufene Nachwuchsarbeit braucht ihre Zeit, aber auch Beharrlichkeit, Geduld und Stehvermögen aller Beteiligten. Eine Grundvoraussetzung für das Kegelsporttreiben in Waltersdorf ist jedoch die Zwei-Bahnen-Kegelsportanlage. Die Waltersdorfer Kegelsportler, die auch aus Daßlitz, Neumühle, Berga und Mylau kommen, führen seit Jahren anfallende Kleinreparaturen, Pflege und Reinigung des Sportobjektes überwiegend eigenverantwortlich aus. „Dafür“, das wollte Löffler ausdrücklich erwähnt wissen, „gebührt jedem, der sich in welcher Form auch immer hier eingebracht hat, Dank, der natürlich auch die vielfältige Unterstützung durch Gemeindeund Ortsteilverwaltung sowie den Vorstand des TSV 1890 und die beteiligten Sponsoren einschließt.“ Im Anschluss an die Diskussion wurde der bisherige Vize Heiko Weide zum neuen Sektionsleiter, Manfred Löffler und Thomas Böhm als Beisitzer und Stellvertreter in offener Abstimmung gewählt. Letzterer wurde gleichzeitig als neuer Mannschaftsleiter des 1.- Landesklasse-Teams bestimmt. Harald Löffler wünschte dem gewählten Vorstand viel Erfolg und ein glückliches Händchen.


10. Juli 2010 /OTZ

Der Vorläufer des Public Viewing hieß Guck-Kommune

Werner Pitschel mit einer „Festschrift“ zu 16 Jahre Guck- Kommune in Liebschwitz. Die Weltmeisterschaft 1990 sollte das letzte gemeinsame Schauen werden.
Werner Pitschel mit einer „Festschrift“ zu 16 Jahre Guck-
Kommune in Liebschwitz. Die Weltmeisterschaft 1990 sollte das
letzte gemeinsame Schauen werden.
Foto: OTZ/Katrin Wiesner

In Liebschwitz vereinte Fußball auch zu DDR-Zeiten vor der Röhre - Nur das Singen des Deutschlandliedes kam nicht so gut an - Werner Pitschel erinnert sich

Fragen: Katrin Wiesner

Tausende verfolgen die WM beim Public Viewing und liegen sich im Jubel und in der Trauer in den Armen. Public Viewing ist heute, Guck-Kommune war früher?
Ja, wir waren zu viert und haben zusammen fünf Weltmeisterschaften erlebt, von 1974 bis 1990. Zur Guck-Kommune gehörten Alfred Müller, Eberhard Schmidt, Jochem Küster und ich. Leider sind zwei schon nicht mehr unter uns.
Wie ist die Guck-Kommune entstanden?
Wir kannten uns vom Sport und fanden es einfach schöner, zusammen die Spiele zu verfolgen. Wo heute eine große Leinwand hängt, schauten wir in einer kleine Röhre. Bei jedem Spiel besuchten wir einen anderen zu Hause, die Frauen machten für die Halbzeitpause leckere Schnittchen.
Gab’s Streit beim Fachsimpeln?
Klar, aber nie ernsthaft. Ich kann mich noch gut erinnern, wie bei einem Deutschland-Italien-Spiel einer kommentarlos eine Italien-Flagge auf den Fernseher stellte. Nur so, als Provokation.
Zu wem haben Sie bei der legendären Begegnung DDR-BRD 1974 gehalten?
Zur BRD, ich kann Ihnen nicht mehr sagen warum. Es war einfach so. Dabei muss man sagen, im Ostblock gab es damals auch gute Mannschaften, denken Sie an die Sowjetunion, die Tschechei, an Jugoslawien.
Und dann haben Sie den deutschen WM-Sieg gefeiert?
Na klar, wir sind total euphorisch euphorisch aufgesprungen und haben das Deutschlandlied mitgesungen. Bei offenem Fenster. Das ist in Liebschwitz nicht verborgen geblieben. Der Vorsitzende der Nationalen Front hat uns dann mit erhobenem Zeigefinger ermahnt.
Wurde auch getippt?
Natürlich, der Einsatz waren 30 DDR-Mark, die 1990 dann 1:1 durch D-Mark ersetzt wurden. Danach fiel die Guck-Kommune auseinander. Ja, es gab plötzlich so viel Neues. Das private Engagement ist da irgendwie hängengeblieben. Und dann haben wir leider auch schon den ersten von uns verloren. Haben Sie selbst aktiv Fußball gespielt? Ja, ich war ja kein Grösus, aber Fortschritt Liebschwitz hatte in den 60er und 70er Jahren einen guten Ruf in der Region. Wir hatten einen Namen in der Bezirksliga, Spieler von uns sind zu Jena, Nordhausen und Wismut Gera in die Oberliga gewechselt.
Warum macht gemeinsames Gucken soviel mehr Spaß?
Weil wir auch Freunde waren und eben gut zusammen passten. Wir haben viel gelacht, uns ausgetauscht und uns auf die gegenseitigen Besuche gefreut.
Was hat die Nachbarschaft gesagt?
Wir sind von manchen belächelt worden, hätten aber auch nicht gewollt, dass noch jemand dazu kommt.
Warum fasziniert Fußball überall auf der Welt?
Weil es ein toller Mannschaftssport ist. Weil gute Spieler die Chance habe, auch aus unteren Gesellschaftsschichten aufzusteigen und ein Star zu werden. So sieht es aus, wenn Träume wahr werden. Und natürlich spielen die Medien eine große Rolle und die Globalisierung. Als Kinder haben wir doch nichts vom Fußballspielen in Afrika oder Südamerika gewusst.
Und heute, sind Sie beim Public Viewing dabei?
Diesmal nicht, aber das hat private Gründe. Normalerweise bin ich schon dabei, wenn auch nicht im größten Pulk. Denn ganz so frenetisch wie früher bin ich nicht mehr, der Sport ist zu sehr im Kommerz verschlammt. Und auch mancher Kommentar und das ganze Aufbauschen drumherum sind mir einfach zuviel.
Ihr Tipp für das Finale?
Spanien wird Weltmeister.


10. Juli 2010 /OTZ

Fußballer aus der Region befragt

Wer ist für Sie der beste Spieler der WM?

Umfrage: Marcel Hilbert

Alexander Bauch, SG 1. FC/Chemie Greiz, Linkes Mittelfeld:
Der beste Mann dieser Weltmeisterschaftist für mich eindeutig Bastian Schweinsteiger. Er hat in allen Spielen der deutschen Nationalmannschaft mit seiner sehr guten Übersicht geglänzt. Damit ist er von allen Spielern der WM die beste Anspielstation. Seine schlauen und präzisen Pässe haben viele gute Aktionen im deutschen Spiel eingeleitet.

Johannes Steudel, Hainberger SV, Zentrales Mittelfeld:
Da wahrscheinlich jeder Bastian Schweinsteiger als besten WM-Spieler nennt, bin ich unkonventionell und entscheide ich mich für Arne Friedrich. Der Grund ist, dass er zeigt, dass man ausgezeichnet spielen kann, auch ohne aufzufallen oder immer im Mittelpunkt zu stehen. Friedrich hat überragend verteidigt und hält die deutsche Abwehr sehr gut zusammen.

Ramòn Czerwenka, SG Daßlitz/Langenwetzendorf, Rechtes offensives Mittelfeld:
Der Topspieler der Weltmeisterschaft ist Bastian Schweinsteiger, ganz klar. Er ist auf der Position einfach der beste Mann. Schweinsteiger hat eine gute Entwicklung durchgemacht und glänzt durch ehrliche, saubere Arbeit im Mittelfeld. Objektiv betrachtet sticht er bei dieser WM auch Messi oder Cristiano Ronaldo aus, die insgesamt blass blieben.

Mirco Flammiger, FSV Mohlsdorf, Rechtes Mittelfeld:
Thomas Müller ist für mich der Ausnahmespieler der diesjährigen Weltmeisterschaft. Es ist toll, mit anzuschauen, wie er von den Vorrundenspielen an gleich von Null auf Hundert durchgestartet ist. Und das, obwohl er auch bei Bayern erst eine Saison in der 1. Bundesliga absolviert hat. Dass er dann auch noch auf Anhieb ein paar Tore geschossen hat, ist umso toller.

Florian Beyer, SV 60 Untergrochlitz, Offensives Mittelfeld:
Das ist eigentlich ganz klar: Der beste WM-Spieler 2010 ist Bastian Schweinsteiger. Er ist ein absoluter Führungsspieler im deutschen Team und wichtiger Rückhalt für seine Mannschaft. Schweinsteiger agiert auf dem ganzen Spielfeld außerordentlich souverän und beweist mit seinen gut getimten Zuspielen eine WahnsinnsÜbersicht.

René Hedler, SV Blau-Weiß 90 Greiz, Linker Verteidiger:
Bastian Schweinsteiger ist eindeutig der beste Fußballer der WM. Er ist die ganze Zeit sehr sicher im Umgang mit dem Ball und beweist bei seinem Passspiel immer ein sehr gutes Auge. Ich finde ihn als Spieler auch taktisch hoch überlegen. Außerdem arbeitet er über die gesamte Spielzeit sowohl vorn als auch hinten sehr gut mit.


10. Juli 2010 /OTZ

Kurz notiert:

Scheibe einer Walze zerschlagen

Greiz (OTZ).

In der Zeit zwischen Mittwoch, 12 Uhr, und Donnerstag, 7.30 Uhr, beschädigten unbekannte Täter eine Baumaschine, die auf dem Sportplatz in der Mylauer Straße abgestellt war und zerschlugen zudem die Frontscheibe einer Erdstoffwalze. Der Sachschaden beträgt rund 100 Euro. Es werden Zeugen gesucht. Hinweise zur Tat bitte an die Polizeiinspektion Greiz, Tel.: (03661) 62 10.


Flohmarktmeile rund um den Markt

Jetzt anmelden für Flohmarkt im August

Greiz (OTZ).

Von 10 bis 15 Uhr werden am Sonnabend, 14. August, der Greizer Markt, die Marktstraße und der Bereich Am Markt zur bunten Flohmarktmeile. Der Flohmarkt ist für Privatpersonen gedacht, die sich jetzt anmelden sollten. Händler mit Gewerbe können auf Anfrage und mit gesondertem Vertrag ebenfalls teilnehmen. Anmeldungen nimmt der Stadtmarketing Greiz e. V., von-Westernhagen-Platz 5, 07973 Greiz, Fax: (03661) 70 32 82 oder auch per E-Mail stadtmarketing@ greiz.de entgegen.


Arbeitslosmeldung nicht zwingend erforderlich

Arbeitsagentur informiert Schulabgänger

Greiz (OTZ).

Alle Schulabgänger des Jahres 2010 müssen sich nach dem Schulabschluss nicht arbeitslos melden, wenn sie innerhalb der nächsten vier Monate entweder eine betriebliche oder schulische Ausbildung, ein Hochschulstudium oder ein Studium an einer Berufsakademie oder eine kooperative Ingenieurausbildung beginnen. Darauf weist die Agentur für Arbeit Gera hin. Auch wer innerhalb dieser Zeit seinen Bundeswehr- oder Zivildienst antritt, muss nicht in die Agentur für Arbeit, um sich arbeitslos zu melden. Eine Ausnahme besteht, wenn eine Leistung der Agentur für Arbeit oder der Arbeitsgemeinschaft beantragt wird. In diesem Fall ist regelmäßig eine Arbeitslosmeldung erforderlich. Im Falle einer Arbeitslosmeldung müssen die Bewerber für die Zeit bis zur Aufnahme der Ausbildung, des Studiums oder des Wehrdienstes, für alle im Einzelfall zumutbaren Tätigkeiten, auch überregional, zur Verfügung stehen. Eine weitere rechtliche Besonderheit ergibt sich für Absolventen einer betrieblichen Ausbildung. Für diese Personengruppe ist ausnahmsweise erst am Tag der Arbeitslosigkeit die persönliche Arbeitslosmeldung bei der Arbeitsagentur erforderlich. Für alle anderen Personen gilt der Grundsatz der frühzeitigen Arbeitslosmeldung, also spätestens drei Monate vor Ende der Beschäftigung oder des Ausbildungsverhältnisses.


Reinsdorfer Kinder- und Sommerfest mit Lampionumzug

Der Feuerwehrverein Reinsdorf führt heute sein Kinder- und Sommerfest durch. Gegen 15.15 Uhr werden Kinder ein Programm darbieten und ab 16 Uhr gibt die Greizer Faschingsgesellschaft einige Proben ihres Könnens. Gegen 19.30 Uhr beginnt der Fackelumzug. 20.30 Uhr kommt die Line Dance Gruppe aus Elsterberg und auch der Faschingsclub zeigt nochmals sein Können. Ausklingen wird das Fest mit einer Disko ab 19.30 Uhr.
Archivfoto: Michael Hendel

Der Feuerwehrverein Reinsdorf führt heute sein Kinder- und Sommerfest durch. Gegen 15.15 Uhr werden Kinder ein Programm darbieten und ab 16 Uhr gibt die Greizer Faschingsgesellschaft einige Proben ihres Könnens. Gegen 19.30 Uhr beginnt der Fackelumzug. 20.30 Uhr kommt die Line Dance Gruppe aus Elsterberg und auch der Faschingsclub zeigt nochmals sein Können. Ausklingen wird das Fest mit einer Disko ab 19.30 Uhr.


Karikatur des Tages

…und jetzt die leisen Töne
…und jetzt die leisen Töne
Zeichnung: OTZ/Bruns


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