02. Juli 2010 /OTZ

Hanfglocke über Greiz

Lichterloh brannte die ehemalige Canatex-Lagerhalle in der Mylauer Straße in der Nacht zum Donnerstag. Der Gestank des verbrannten Hanfstrohs lag noch Stunden in der Luft.
Lichterloh brannte die ehemalige Canatex-Lagerhalle in der
Mylauer Straße in der Nacht zum Donnerstag. Der Gestank des
verbrannten Hanfstrohs lag noch Stunden in der Luft.
Foto: Marcel Hilbert

Ehemalige Canatex-Lagerhalle brennt nieder - Starke Rauchentwicklung

Von Katja Grieser und Marcel Hilbert Greiz.

Schon von der Schlossbrücke und vom Neustadtring aus ist die orange leuchtende Rauchsäule deutlich sichtbar, der Gestank des verbrennenden Industriehanfstrohs erfüllt die Luft, zieht sich sogar bis nach Teichwolframsdorf rüber. Die einst zum Unternehmen Canatex gehörende Lagerhalle in der Mylauer Straße brennt in der Nacht zum Donnerstag lichterloh, um 1.11 Uhr werden die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Greiz alarmiert. Mit Unterstützung aus Obergrochlitz und Caselwitz machen sich 20 Feuerwehrleute ans Löschen. Zwischen 4.30 und 5 Uhr, so Einsatzleiter Heiko Pohle, ist das Feuer unter Kontrolle. Um ein Übergreifen der Flammen auf das direkt angrenzende Waldstück zu verhindern, werden um den Brandherd Strahlrohre gelegt. Durch die Nässe breitet sich das Feuer nicht weiter aus. Die Straße wird während der Arbeiten für eine Stunde gesperrt. Während die Kameraden, die mit sechs Einsatzfahrzeugen vor Ort sind, mit den Löscharbeiten an der 30 mal 15 Meter großen Halle beschäftigt sind, werden sie von einer Gruppe Schaulustiger beobachtet. Widerlich ist der Gestank, der von den verbrennenden Hanfstrohballen ausgeht. Die Feuerwehr Gera-Mitte unterstützt die Greizer Kollegen und nimmt die entsprechenden Messungen vor. Die Kohlen vom monoxidwerte, so das Ergebnis, seien geringfügig höher. „Aber unbedenklich für Menschen“, betont Heiko Pohle. Trotzdem rät die Polizei den Greizern, Fenster und Türen möglichst geschlossen zu halten - bei der derzeitigen Hitze keine leichte Aufgabe. Bis gestern Nachmittag hält der Gestank an. Auch wenn der Brand in den frühen Morgenstunden unter Kontrolle ist, können die Kameraden noch lange nicht an Rückzug denken. Ein Bagge vom Bauhof wird angefordert, der die Hanfstrohballen auseinander ziehen soll. So geht das Löschen schneller und einfacher. „Aber der Bagger ist kaputt gegangen, jetzt warten wir auf schwere Technik“, so Wehrleiter Peter Lindner gestern gegen 10 Uhr. Er meint damit einen Radlader, den ebenfalls der Bauhof der Stadt stellt. In den späten Vormittagsstunden ist der Bagger repariert und beide Fahrzeuge können eingesetzt werden.

Die Flammen ließen von der einstigen Lagerhalle nicht mehr viel übrig.
Die Flammen ließen von der einstigen Lagerhalle nicht
mehr viel übrig.
Foto: Marcel Hilbert
Noch am gestrigen Vormittag brannte und qualmte das Hanfstroh.
Noch am gestrigen Vormittag brannte und qualmte das
Hanfstroh.
Foto: OTZ/Katja Grieser

„Die Kripo ist da gewesen und hat die Ermittlungen aufgenommen“, erzählt Einsatzleiter Heiko Pohle. Denn bislang ist noch unklar, weshalb die Lagerhalle in Brand geraten ist. „Wir ermitteln in alle Richtungen, Brandstiftung ist nicht ausgeschlossen“, sagt Michael Schwenzer, Pressesprecher der Polizeidirektion Gera. Gesucht werden nun Zeugen, die in den späten Abendstunden des Mittwochs Verdächtiges im Bereich der Lagerhalle in der Mylauer Straße bemerkt haben. Wer Hinweise zu dem Brand der Halle geben kann, wird gebeten, sich bei der Kriminalpolizeiinspektion unter Tel.: (0365) 8 23 44 04 zu melden. Aber auch an die Polizeiinspektion Greiz können sich Zeugen wenden, Tel.: (03661) 62 10. Wie hoch der Sachschaden ist, sei momentan schwer zu sagen. Da sind sich Polizei und Feuerwehr einig. Geschätzt wird der Schaden auf mehrere tausend Euro, hieß es gestern von der Polizei. Verletzt wurde niemand.

Kommentar

Heldenhafter Einsatz

Von Katja Grieser

Mit Abstand dürften die Männer und Frauen der Freiwilligen Feuerwehr Greiz gestern am meisten geschwitzt haben. Mehrere Hundert Grad seien die Flammen beim Brand der Lagerhalle in der Mylauer Straße heiß gewesen, schätzt Wehrleiter Peter Lindner ein. Schon aus weiter Entfernung ist die Hitze spürbar gewesen. Doch die Kameraden mussten ja näher ran, um löschen zu können. Hinzu kommt, dass sie in voller Montur einschließlich Helm am Brandort waren. Und das bei Außentemperaturen von bis zu 30 Grad Celsius. Einmal mehr muss vor den Feuerwehrleuten, die diese mitunter gefährliche Tätigkeit ehrenamtlich ausüben, der Hut gezogen werden. Das Gleiche gilt für die Arbeitgeber der Kameraden, die auf ihre Mitarbeiter während der Löschaktionen verzichten müssen. Dieser Einsatz kann nicht hoch genug angerechnet werden.

Fotografische Eindrücke von Wolfgang Simon -
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02. Juli 2010 /OTZ

Akzo-Standort in Greiz baut 20 Arbeitsplätze ab

Ziel ist langfristige Zukunftssicherung

Greiz (OTZ/-lz).

Die Akzo Nobel Functional Chemicals GmbH & Co. KG hat zum 1. Juli dieses Jahres 20 Arbeitsplätze abgebaut. Konkret zieht sich dieser Prozess anderthalb Jahre hin, weil die letzten Altersteilzeitverträge, die davon betroffen sind, noch bis Ende nächsten Jahres laufen, erklärte Dr. Matthias Reichardt, Manager Produktion und Prokurist. „Ziel ist es, die langfristige Zukunft des Werkes zu sichern“, wird der Arbeitsplatzabbau im Rahmen eines aktuellen Kostensenkungsprogramms seitens des Unternehmens begründet. Einige Kunden hatten die Lohnherstellung von PVC-Additiven und Gleitmitteln bereits im vorigen Jahr gekündigt, Verträge sind zum Teil noch bis April 2010 gelaufen. Andere Kleinproduktionen werden und sind in diesem Jahr aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt. Stabilisatoren für Kunststoffe, die hauptsächlich für Fensterprofile eingesetzt werden, haben in Greiz wegen der geringen Produktionsmenge beispielsweise keine Zukunft mehr. Dagegen werde es neben dem Hauptprodukt Thioplast am Standort auch wachstumsorientierte weitere Produktionen, wie etwa Kobaltstabilisatoren für die Gummiindustrie geben, erklärte Reichardt gestern auf OTZ-Nachfrage. Die Mitarbeiter des Chemiestandortes in Dölau seien Anfang Juni auf einer Belegschaftsversammlung über den Arbeitsplatzabbau und das Kostensenkungsprogramm entsprechend informiert worden. Betriebsrat und Geschäftsleitung haben Interessensausgleich und Sozialplan ausgehandelt. Im Unternehmen in Dölau verbleiben aktuell 149 aktive Beschäftigte (ohne Altersteilzeit) und 24 Auszubildende.


02. Juli 2010 /OTZ

Schilder sind eben geduldig

Volker Fischer, Anwohner der „Waldautobahn“ in Teichwolframsdorf, ist sauer, dass die schon vor Jahren erkämpften Schwellen zur Verkehrsberuhigung seit Herbst ersatzlos entfernt worden sind.
Volker Fischer, Anwohner der „Waldautobahn“ in Teichwolframs-
dorf, ist sauer, dass die schon vor Jahren erkämpften Schwellen
zur Verkehrsberuhigung seit Herbst ersatzlos entfernt worden
sind.
Foto: OTZ/Kathrin Schulz

Anwohner an der „Waldautobahn“ in Teichwolframsdorf nicht nur von Rasern genervt

Von Kathrin Schulz Teichwolframsdorf (OTZ).

Nicht nur Frau Müller platzt der Kragen, wie in der jüngsten Teichwolframsdorfer Gemeinderatssitzung deutlich geworden war. Auch Volker Fischer, Anwohner der Reichenbacher Straße, ist genervt von Rasern auf der so genannten Waldautobahn, aber auch von Bürgermeister und Gemeindeverwaltung, die - wie er erfahren musste - nicht auf Bürgersorgen reagieren. Schon im Herbst, als die vor Jahren zur Verkehrsberuhigung von den Anliegern hier erkämpften Schwellen von der Waldautobahn verschwanden, hatte Fischer schriftlich um Erklärung für diesen Schritt gebeten. Die Schwellen waren locker, das Ordnungsamt habe ihren Abbau verfügt, erfuhr er auf Nachfrage im Amt. Man hätte sie befestigen oder neu einbauen können, schlägt der Anwohner vor. Natürlich war sein Schreiben an den Bürgermeister auch verbunden mit der Bitte um eine Alternative für die Schwellen zur Verkehrsberuhigung, denn die Schilder, die hier eine 40-er- Zone ausweisen, sind geduldig, lassen die meisten Autofahrer mehr als kalt. Dafür geben sie vor Fischers Gartenzaun unmittelbar vor dem Ortsausgangsschild noch einmal richtig Gas, denn zwischen Ortsausgang und Waldeingang wird richtig gerast. Freie Fahrt für freie Bürger - es sind in der Regel nicht die Ausflügler, die hier ihrem Affen Zucker geben, sondern Pendler und Berufsfahrer, wie die geschätzten 20 „Ups“-Fahrzeuge, die die kurze Verbindung durch den Forst nutzen. Zwischen 6 und 9 Uhr sowie 15.30 Uhr und 18 Uhr ist in der Reichenbacher Straße Rush hour angesagt, wie nicht nur Fischers sondern auch ihre Nachbarn wissen. Hinzu kommt, dass es keinen Fußweg gibt, so dass auch der Schulweg für die Jüngsten problematisch ist. „In der Schulzeit fahre ich unsere 8-jährige Tochter in die Schule“, bestätigt Volker Fischer. Zur Verkehrsberuhigung müssen es nicht unbedingt die Schwellen sein, auch andere Maßnahmen, die diesen Zweck erfüllen, sind aus Anwohner- Sicht akzeptabel. „In Bad Köstritz hat man das Problem mit Blumeninseln gelöst“, bringt Susanne Fischer eine Variante ins Spiel. Das Problem, so sieht es aus Sicht des Anwohners aus, ist der fehlende Wille, etwas zu ändern. Es werde eher ausgesessen in Teichwolframsdorf. Viele Nachbarn hätten daraufhin schon resigniert. Der Ärger über die verschwundenen Schwellen und das unbeantwortete Schreiben kochte beim Geschäftsmann aus Teichwolframsdorf angesichts der Oberflächensanierung der Waldautobahn richtig hoch. Am Mittwoch ist die Baumaßnahme für über 30 000 Euro fertig geworden, „damit wieder gerast werden kann. Für neue Schwellen dagegen gibt die Gemeinde kein Geld aus“, meint Fischer verärgert. Mit 1200 Euro wäre das schon gemacht, bestätigt auch Bürgermeister Wolfgang Herold (CDU) auf OTZ-Nachfrage. Aber aus seiner Sicht hätten die Schwellen nicht den gewünschten Effekt gehabt. Sie haben sich gelockert, die Wartung sei zu aufwändig gewesen, weil ständig Schrauben wieder festgedreht werden mussten. Herrn Fischers Schreiben habe er an das Ordnungsamt zur Bearbeitung weiter geleitet. Dort habe man den Abbau der klappernden Schwellen verfügt. Er sei bereit, nach Rücksprache mit dem Ordnungsamt und der Unteren Verkehrsbehörde die Sachlage vor Ort umgehend nochmals zu prüfen, versichert der Teichwolframsdorfer Bürgermeister gegenüber OTZ.


02. Juli 2010 /OTZ

Eis und Karussell zum Jubiläum

Schwierige Gründung der LPG - Altgernsdorf feiert 750 Jahre

Zur 750-Jahr-Feier konnten die kleinen Festbesucher ausgiebig auf dem Kettenkarussell fahren.
Zur 750-Jahr-Feier konnten die kleinen Festbesucher aus-
giebig auf dem Kettenkarussell fahren.
Foto: privat
Auch eine Wagenrollerbahn wurde anlässlich des Jubiläums aufgebaut.
Auch eine Wagenrollerbahn wurde anlässlich des Jubiläums
aufgebaut.
Foto: privat

Von Susann Grunert Altgernsdorf (OTZ).

780 Jahre Altgernsdorf - Aus der Chronik (3)

Der östlich von Altgernsdorf gelegene Schieferbruch wurde von 1949 bis Ende der 50-er Jahre bewirtschaftet und war Teil der Mahlanlage Tschirma. Dazu zählte neben Altgernsdorf auch der Schieferbruch Neugernsdorf. Der dort gebrochene Schiefer, auch „Elstergrüner Schiefer“ genannt, wurde als Dachund Wandschiefer vorwiegend nach Zwickau und in den Thüringer Wald bis nach Oberhof geliefert. Auch für den Schulbau 1950 in Wildetaube kam der Schiefer aus Altgernsdorf. Nach der Verwaltungsreform der DDR 1952 gehörte Altgernsdorf zum Bezirk Gera, Kreis Greiz. Im Dezember 1957 begann schließlich nach vielen Reibereien der Aufbau einer LPG in Altgernsdorf. Die Arbeit startete mit der Frühjahrsbestellung von zwölf Morgen Land 1958. Doch noch 1960 weigerten sich viele Einzelbauern, der LPG beizutreten. „Das Neue, das Gute, die Kultur“ sollte ihren Weg aufs Dorf über die LPG finden. So wird auch mit dem Bau eines Kulturraumes im Ort begonnen. Ab 1971 gilt Altgernsdorf als ein Ortsteil von Wildetaube. Neun Jahre später, am 28. und 29. Juni 1980, kann die Gemeinde ihre 750-Jahr-Feier begehen. Zahlreiche Kulturveranstaltungen für Jung und Alt standen auf dem Programm. Eine geplante Modenschau fällt dem kühlen und vor allem nassen Wetter zum Opfer. Doch das trübte die Feierlaune laut Überlieferung nur wenig. Mit Platzkonzerten und jeder Menge Tanz feierten die Altgernsdorfer ihr 750-jähriges Dorf. Auch an die kleinen Festbesucher wurde gedacht. So standen ein Kettenkarussell und eine Wagenrollerbahn bereit. Auch eine Fahrt mit der Kutsche war möglich. Für alle kleinen Leckermäulchen hielt das Fest zudem etwas Besonderes bereit: Eis. Laut Chronik war diese kühle Köstlichkeit zur damaligen Zeit im Dorf nicht selbstverständlich.


02. Juli 2010 /OTZ

Bisher durch Hitze keine höhere Patientenzahl

Im Gespräch mit Chefarzt Dr. Peter Gottschalk

Gespräch: Kathrin Schulz

Erwarten Sie im Greizer Krankenhaus mehr Patienten angesichts der hohen Temperaturen?
Bisher haben wir deswegen noch kein erhöhtes Patientenaufkommen bemerkt. Aber ich gehe davon aus, dass die ganz heißen Tage erst noch kommen. Dann erwarten wir schon den ein oder anderen Patienten mehr, der zu wenig getrunken hat, über Kreislaufprobleme oder ähnliches klagt. Gegenwärtig haben wir noch verträgliche Temperaturen, allerdings empfinden wir sie wegen der hohen Luftfeuchtigkeit auch stärker. Heute sind erneut Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke vorhgergesagt.
Was sind die üblichen Symptome für Menschen, die unter Hitze leiden? Kopfschmerzen, Kreislaufbeschwerden, Schwächegefühl, Übelkeit auch trockene Haut. Seltener kommen Muskelkrämpfe, Fieber und Kreislaufkollaps hinzu.
Wer muss besonders vorsichtigsein?
Babys und Kleinkinder bis vier Jahre, Männer und Frauen im Rentenalter, Übergewichtige, chronisch Kranke, aber auch gesunde Menschen, die schwer körperlich arbeiten müssen, wie etwa Dachdecker.
Was kann man tun, um einen heißen Sommer ohne Probleme zu genießen?
Sobald man merkt, dass man etwas zuviel Sonne abbekommen hat, Schatten suchen, viel trinken. Ein kalter Waschlappen im Nacken hilft beim Abkühlen. Generell ausreichend trinken - zu den empfohlenen zwei Litern täglich mindestens ein bis zwei Liter zusätzlich, denn das schwitzt man wieder aus.


02. Juli 2010 /OTZ

„Eigentlich nur so eine Trainergeschichte“

Dieter Weinlich
Dieter Weinlich
Foto: Juliane Meier

Dieter Weinlich zur Zukunft des FC Motor

Interview: Steffen Beikirch

Herr Weinlich, nach dem Rücktritt von Schatzmeister Heiko Oelsner und nun auch Präsident Gerd Wolf sind Sie als stellvertretender Vorsitzender das einzig verbliebene Vorstandsmitglied beim FC Motor Zeulenroda.
Ja, das ist richtig.
Wann haben Sie die Nachricht vom Rücktritt Ihres Vorsitzenden erhalten?
Auch am Mittwoch.
Was sagen Sie zu dieser regelrechten Rücktrittswelle?
Der Dreh- und Angelpunkt ist die Trainerfrage gewesen. Da ist eigentlich die Sache auseinander gegangen. Und man muss für das Verständnis auch wissen, dass Trainerkandidat Uwe Lehmann der Cousin von Heiko Oelsner ist. Letzterer wollte sich da natürlich auch nicht in die Nesseln setzen.
Haben Sie auch schon mal daran gedacht, das Handtuch zu werfen?
Nein, das hat für mich nie zur Debatte gestanden. Ich denke, Gerd Wolf hat es sich auch etwas einfacher vorgestellt, die Kräfte im Verein zu bündeln. Aber das ist ihm in diesem Spannungsfeld nicht so gelungen. Und die Organisation der Hundertjahrfeier war auch eine anstrengende Sache, die ihn gesundheitlich etwas angegriffen hat. Wir haben aber heute nochmal telefoniert, und er hat auch mir gegenüber betont, weiter mitzuarbeiten am ’Projekt Fußball’ in Zeulenroda und sich nicht gänzlich zurückziehen, gerade auch was die Unterstützung anbelangt. Da werden wir nach wie vor alle an einem Strang ziehen.
Welche Signale kommen von den Spielern?
Ich habe schon mit Sven Seebauer von der ersten Mannschaft gesprochen. Und er hat das gut gefunden, dass ich das jetzt weiter übernehme und man somit einen Ansprechpartner hat. Solche Querelen können natürlich ein gefährliches Signal gerade für Sponsoren sein. Das ist sicher nicht auszuschließen. Man muss das aber richtig transportieren, dass das eigentlich mehr so eine Trainergeschichte ist, die nichts mit der Vereinsorganisation als solches zu tun hat. Es ist oft so, dass sich irgendwo die Geister scheiden.
Jetzt kommt es darauf an, Krisenmanagement zu führen und wieder alle an einen Tisch zu holen. Da sehe ich positive Chancen, die Sache wieder ins Lot zu bringen.
Wie wollen Sie das anstellen?
Für mich ist entscheidend, dass die erste Mannschaft einen Trainer bekommt, der akzeptiert und respektiert wird. Und daran arbeiten wir jetzt.
Haben Sie schon eine Personalie sicher?
Nein, wir sind noch am Suchen. Da braucht man Connections. Und hier setze ich auch auf die Hilfe der ’Altvorderen’, zähle auch ein bisschen auf Uwe Löppen, der, glaube ich, nächste Woche aus dem Urlaub wiederkommt.
Sie wollen den sportlichen Leiter also zurückholen?
Als Rest des Vorstandes werde ich Uwe Löppen und auch Nadine Hutter fragen, ob sie wieder mitmachen.
Wer führt zurzeit die sportlichen Geschicke der Landesliga- Elf?
Die Männer machen jetzt ganz regulär ihre Vorbereitungen. Das Training übernimmt erstmal Andreas Daßler aus Triebes. Sven Seebauer und Denny Milde koordinieren und erledigen Führungsaufgaben. Am morgigen Samstag um 10 Uhr ist ja in Tegau das erste Vorbereitungsspiel. Insgesamt ist also erstmal Kontinuität gewährleistet.
Tino Focke ist zwischenzeitlich auch als „Interimstrainer“ im Gespräch?
So würde ich das zum jetzigen Zeitpunkt nicht nennen. Sicher ist: Er wird wieder mitarbeiten, ist aber zurzeit auch im Urlaub.
Wie geht es ansonsten mit dem Verein weiter? Sie müssen sicher eine Mitgliederversammlung einberufen.
Ja, die wird frühestens zum Monatsende sein. Wir werden einen neuen Vorstand wählen. Da muss ich jetzt erstmal im Vorfeld sondieren, wer dafür zur Verfügung steht.
Schon am Wochenende möchte ich versuchen, im Rahmen meiner Möglichkeiten potenzielle Kandidaten anzusprechen. Als da wären?
Klar habe ich Ideen, aber Namen werde ich jetzt noch nicht nennen.


02. Juli 2010 /OTZ

Übungsplatz in Elsterberg

Hunde-Training am Mittwochabend auf dem Sportplatz Arnsgrün: Thomas Dietzel, Helfer der Anfang April gegründeten Rettungshundestaffel Arnsgrün, mit Janet Steinhäuser und ihrem ungarischen Vorstehhund „Harcos“. Einmal in der Woche findet das Training für die Hunde statt.
Hunde-Training am Mittwochabend auf dem Sportplatz Arnsgrün:
Thomas Dietzel, Helfer der Anfang April gegründeten Rettungs-
hundestaffel Arnsgrün, mit Janet Steinhäuser und ihrem
ungarischen Vorstehhund „Harcos“. Einmal in der Woche findet
das Training für die Hunde statt.
Foto: OTZ/Ute Flamich

Arnsgrüner Rettungshundestaffel mit vielen Interessenten - 500-Euro-Spende übergeben

Von Ute Flamich Arnsgrün/Gera (OTZ).

Schäferhündin Zola ist gelassen. Die Vierjährige hat es sich auf dem Arnsgrüner Sportplatz gemütlich gemacht. Sie beobachtet Frauchen Annett Taut beim Training mit anderen Hunden und ihren Besitzern. Die kommen aus dem gesamten Vogtland, Zeulenroda und Gera. Vor etwa drei Monaten, Anfang April, gründete Annett Taut gemeinsam mit ihrem Ehemann Jörg den ersten Rettungshundezug in Ostthüringen. Träger der Hundestaffel ist der Regionalverband des Arbeiter- Samariter-Bundes (ASB) Ostthüringen. Rettungshunde spüren vermisste Personen auf, die sich verlaufen haben und allein nicht mehr zurückfinden, oder Menschen, die in eine hilflose Situation geraten sind. Nach nur drei Monaten Arbeit hat sich schon einiges bei der neu gegründeten Rettungshundestaffel getan. „Wir haben viele Interessenten, die regelmäßig an der Ausbildung einmal wöchentlich dienstags oder mittwochs auf dem Sportplatz in Arnsgrün teilnehmen“, sagte Jörg Taut. Sie alle werden wohl bald den Schritt in eine organisierte Mitgliedschaft gehen. Für die Ausbildung konnten bereits einige Gerätschaften und Ausrüstungsgegenstände erworben oder selbst gebastelt werden. „Meine Frau ist da sehr kreativ“, sagte Jörg Taut und informierte, dass der Rettungshundezug sogar schon einen Übungsplatz habe. „Es handelt sich um ein verwahrlostes Gundstück am Ortsrand von Elsterberg, das wir unentgeltich nutzen dürfen und im Gegenzug dafür das Gelände von Müll, Unrat und Wildwuchs befreien.“ Nun hoffen die Tauts, dass die Hundestaffel weiter wächst und sich noch mehr Interessenten anschließen. Doch nicht nur die Rettungshundestaffel, sondern auch der Besuchshundedienst von Annett Taut sei sehr erfolgreich angelaufen. Sie habe schon einige Termine in Pflegeheimen gehabt. Besonders gefreut habe sie sich über den Erfolg bei einer Frau, deren Hände immer verkrampfen und meistens zu einer Faust geballt sind. „Wenn ich mit Zola komme, entkrampft sich ihre Hand und sie kann den Hund streicheln. Sind wir wieder weg, verkrampft die Frau sofort wieder“, sagte Annett Taut, die heute, 17 Uhr einen Termin im Schullandheim Wellsdorf hat. Dort sind Kinder aus Tschernobyl zu Besuch. Einer, der die Arbeit der Rettungshundestaffel unterstützt, ist der Geraer Erbenermittler Dr. Hans-Jürgen Noczenski. Er übergab am Mittwochabend zum allwöchentlichen Hunde- Training auf dem Sportplatz in Arnsgrün einen symbolischen Scheck im Wert von 500 Euro. „Ich spende, weil man sich als Unternehmen auch sozial engagieren muss und wir seit langem Kontakt zum ASB haben“, sagte Hans-Jürgen Noczenski, der selbst keinen Hund, dafür aber zwei Katzen hat. „Ich habe schon oft mit einem Hund geliebäugelt, aber solange ich berufstätig bin, ist das schlecht realisierbar“, sagte er.
Wer mehr über den Rettungshundezug und den Besuchshundedienst erfahren oder selbst als ehrenamtlicher Helfer in der Rettungshundestaffel tätig werden möchte, kann sich direkt bei Jörg Taut melden unter Telefon: (037431) 86 166 oder in der ASB-Geschäftsstelle in Gera unter der Telefonnummer: (0365) 4 304 730.

Spendete 500 Euro für die erste Ostthüringer Rettungshundestaffel in Arnsgrün: Erbenermittler Dr. Hans-Jürgen Noczenski (Mitte) mit Annett Taut und Schäferhündin Zola und Jörg Taut mit Schäferhund Don.
Foto: OTZ/Ute Flamich


02. Juli 2010 /OTZ

Zeitig aufbrechen lohnt sich morgen

Den Rucksack geschnürt und ab in die Natur: Teilnehmer zur 6. Talsperrenwanderung 2009.
Den Rucksack geschnürt und ab in die Natur: Teilnehmer
zur 6. Talsperrenwanderung 2009.
Foto: OTZ/Beikirch

7. Zeulenrodaer Talsperrenwanderung mit waldreicher Strecke und Gewinnchancen

Von Steffen Beikirch Zeulenroda (OTZ).

Aus Chemnitz, Hof und anderen Regionen rund ums Thüringer Vogtland haben sich Wanderer bereits erkundigt. Die Resonanz auf die 7. Zeulenrodaer Talsperrenwanderung ist schon im Vorfeld gut. Sodass man sich morgen in guter Gesellschaft auf Schusters Rappen begeben kann. Die Distanzen betragen 8, 14 oder 23 Kilometer und führen entlang der 2009 neu geschaffenen, zertifizierten und auch neu eröffneten Wanderstrecke „Rund um die Weidatalsperre“. Start ist ab 8 Uhr im Zeulenrodaer Waldstadion. Heute Abend werden dann alle Strecken markiert sein, kündigte Landeswanderwart Peter Fleischer gestern Abend an. „Wir denken, dass wir eine recht gute Vorbereitung betrieben haben“, meint er. Natürlich haben die Organisatoren dabei auch an die hochsommerliche Hitze gedacht. So wurde neben den vier Verpflegungspunkten, an denen es wie immer Fettbrot und Tee gratis gibt, noch ein zusätzlicher Getränkestand in Piesigitz organisiert. Aber auch im Start- und Zielbereich im Waldstadion ist ein Versorger beauftragt, wie Fleischer informiert. Sodass den ganzen Tag durchgängig Suppe, Kaffee und Kuchen angeboten werden können. Wegen der hochsommerlichen Temperaturen empfiehlt Fleischer, möglichst gleich früh zu starten. Denn die Weidatalsperre in der Morgensonne - das sei einmalig schön und komme fast einem Naturwunder gleich. Aber auch tagsüber sind die Strecken gut zu gehen, da sie weitgehend durch waldreiches Gelände verlaufen. „Wir wollten diesmal wirklich die ganze Weidatalsperre zeigen, mit Stellen, die bisher noch nicht erschlossen waren.“ So komme man morgen auch an Ecken vorbei, die zum MDR-Osterspaziergang wohlweislich nicht ausgewiesen wurden, weil sie einen solchen Massenansturm nicht schadlos überstanden hätten. „Ich habe ein gutes Gefühl“, freut sich Peter Fleischer auf eine gute Veranstaltung mit einer großen Wandergemeinde. Man werde zwar wegen der Hitze bestimmt keine Rekorde brechen, aber die Durchschnittszahl der letzten Jahre (2009: 300) bestimmt erreichen. „Wichtig wäre, dass auch die Zeulenrodaer ihre Verbundenheit durch eine Teilnahme bekunden“, wiederholt er seinen alljährlichen Wunsch. Als besonderen Anreiz gibt es auch morgen wieder Preise unter allen Teilnehmern zu gewinnen. Zum Beispiel eine Oldtimerfahrt inklusive Kaffeetrinken, die Helmut Gaschler für zwei Personen spendiert. Oder eine Tageskarte, ebenfalls für zwei Personen, vom Erlebnisbad Waikiki.


02. Juli 2010 /OTZ

In einem Ritt wär’s zu billig

Der neue und der alte Bürgermeister geben sich gegenseitig die besten Wünsche mit auf den Weg: Gisbert Voigt (links) und sein Vorgänger Siegfried Thrum gestern früh im Gemeindeamt Langenwolschendorf.
Der neue und der alte Bürgermeister geben sich gegenseitig
die besten Wünsche mit auf den Weg: Gisbert Voigt
(links) und sein Vorgänger Siegfried Thrum gestern früh im
Gemeindeamt Langenwolschendorf.
Foto: OTZ/Steffen Beikirch

Amtsantritt in Langenwolschendorf für Gisbert Voigt - Siegfried Thrums Abschied folgt

Von Steffen Beikirch Langenwolschendorf (OTZ).

Großer Bahnhof gestern gegen 8 Uhr im Langenwolschendorfer Gemeindeamt. Gisbert Voigt (CDU), neuer ehrenamtlicher Bürgermeister, wird feierlich an seiner Wirkungsstätte begrüßt. Es gibt Blumen, Sekt und Geschenke. Natürlich auch für Siegfried Thrum, der nach immerhin 20 Jahren in den Ruhestand geht. Ihn jetzt „so kurz und schmerzlos“ zu verabschieden, kam Nachfolger Gisbert Voigt gestern schon ein bisschen komisch vor. So will er dem Hohenleubener Beispiel folgen und für Siegfried Thrum ebenfalls noch einen Empfang mit Unternehmern und Vereinschefs geben. Der Termin dafür soll möglichst noch im Juli liegen. „Wenn wir das heute gleich mitgemacht hätten, wäre es auch zu billig geworden“, frohlockte Reinhard Drechsler, der dem Amtswechsel beiwohnte und dem Altbürgermeister „eine Anerkennung aus der Windmühlenstraße 3“ überreichte. Auch Gisbert Voigt wurde natürlich reichlich bedacht. Rewe-Marktinhaber Jens Schott gratulierte im Namen der ganzen Belegschaft und betonte, wie sehr er sich persönlich über den Wahlausgang gefreut habe. Gemeinderätin Ulrike Förster (CDU) versicherte Voigt: „Mit meiner Unterstützung kannst du rechnen.“ Im Namen der Bürgerschaft schüttelte Ursela Glaser dem alten wie dem neuen Gemeindeoberhaupt freudig die Hand. „Wenn du zum Gisbert gehst, dann bitte auch in unserem Namen“, hätten ihr viele Langenwolschendorfer mit aufgetragen. „Tue gelegentlich etwas, womit du wenig oder gar nichts verdienst. Es zahlt sich aus.“ Diesen Spruch trug das kleine Präsent von CDU-Kreisgeschäftsführerin Christine Groer. Wer den Text nicht auf Anhieb verstand, dem erklärte sie routiniert, was er bedeuten soll: „Dass es auch noch etwas anderes als Arbeit gibt.“ Arbeit wartet auf Gisbert Voigt aber eine Menge, wie er gestern wieder unterstrich. Das Konjunkturpaket II läuft in der Gemeinde gerade auf Hochtouren. Die Arbeiten in der Kindertagessätte „Spatzennest“ sind fast abgeschlossen, in der Turnhalle „Schleizer Hof“ ist man dagegen noch fleißig am Wirken. So muss der Gemeinderat, vor dem Voigt nächsten Dienstag vereidigt wird, vermutlich mehr Geld für die Sanierung locker machen. Der Breitbandversorgung will sich der Bürgermeister nun auch schnell persönlich annehmen und nebenbei sein Büro im Gemeindeamt technisch etwas aufrüsten. „Wer gute Ideen hat im Ort, der ist immer gern gesehen“, lud er alle Bürger zur aktiven Mitwirkung ein. Zum Beispiel bei der alten Schule, wo man noch keine richtige Lösung gefunden habe. „Aber da wird uns auch noch was einfallen“, denkt Voigt. Ein Höhepunkt ist für ihn der Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“, in dem Langenwolschendorf dieses Jahr als Landessieger von 2009 den Freistaat Thüringen vertritt. Die Kommission will dem Ort am 17. August einen Besuch abstatten. „Wir sind die Ersten, die bewertet werden“, weiß Voigt. Und so steht ihm bald schon wieder ein großer Bahnhof ins Haus.


02. Juli 2010 /OTZ

Platz für Wohnen und alternative Energie

Blick auf die geplante Fläche fürs neue Wohngebiet.
Blick auf die geplante Fläche fürs neue Wohngebiet.
Foto: OTZ/Steffen Beikirch

Gemeinderat Weißendorf lässt jetzt zwei neue Bebauungspläne aufstellen

Von Steffen Beikirch Weißendorf (OTZ).

Die Erarbeitung von zwei neuen Bebauungsplänen hat der Gemeinderat Weißendorf einstimmig beschlossen. Ein Wohngebiet und ein Sondergebiet für erneuerbare Energien sollen vorbereitet werden. Bürgermeisterin Elvira Michel (Freie Wählergemeinschaft) lehnte Detailauskünfte zum momentanen Zeitpunkt ab, verwies gegenüber OTZ nur auf die Bekanntmachung im Amtsblatt. In der Langform der öffentlich gefassten Beschlüsse sind aber durchaus Hintergründe der Vorhaben genannt. So soll das Wohngebiet „In den Gartenäckern“ im Winkel zwischen der Ortsverbindung zum Kranich und dem Feldlich weg in Richtung Weißer Stein/ Merkendorf entstehen. Direkt im Anschluss daran ist in gleicher Richtung, aber mit größerer Fläche das Sondergebiet für erneuerbare Energien geplant. Es schließt laut Lageplan auch die abseits gelegenen, bereits vorhandenen Wohnhäuser mit ein. Mittel- und langfristig sollen hier Energieerzeugungsanlagen entstehen, die allmählich eine unabhängige Versorgung der Gemeinde mit Elektro- und Wärmeenergie aus eigenem Aufkommen absichern. Mit der Gründung einer Interessengemeinschaft „Erneuerbare Energien GbR“ bilde man bereits jetzt die Keimzelle für einen gewerbsmäßigen Betrieb. Wohnnutzung innerhalb der Gewerbeflächen sei ausschließlich für die Geschäftsführer der genannten GbR zulässig, heißt es im Beschluss. Das vorgelagerte Wohngebiet „In den Gartenäckern“ soll begrenzt Bauflächen für privaten Wohnungsbau „in einer landschaftlich besonders reizvollen Situation“ vorhalten. Beide Aufstellungsbeschlüsse sollen den Einwohnern noch in Informationsveranstaltungen vorgestellt werden.

Kommentar

Seltsames Gebaren

Von Steffen Beikirch

Weißendorf übt den Befreiungsschlag. Nachdem klar ist, dass es bald keine Trinkwasserschutzzone mehr gibt, kann die Gemeinde endlich wieder Zukunft denken. So liest es sich zumindest in den jüngsten Ratsbeschlüssen. Trotz sinkender Bevölkerungszahl hat der Gemeinderat die wachsende Anzahl der Haushalte und die steigende Tendenz bei der Wohnfläche je Einwohner aus der Begründungskiste für das neue Wohngebiet hervorgekramt. Endlich sieht man wieder die volle Planungshoheit bei sich - welch Glück und welche Perspektiven angesichts wachsender Bedeutung der Talsperrenregion. Deshalb sollen auch Ferienwohnungen als „integraler Bestandteil“ in Gebäuden oder Seitenflügeln zugelassen werden. Ein forsches Vorhaben, das man aber ebenso gut nachvollziehen kann wie die Idee eines Sondergebietes für erneuerbare Energien. Wird dies doch unter anderem mit der Unabhängigkeit vom Preisdiktat der Großkonzerne begründet. Und verfolgt das hehre Ziel, die Gemeinde mittelfristig autark zu machen, wenn es um Strom und Wärme geht. Dass die Bürgermeisterin beide Projekte „jetzt noch nicht so breittreten“ will und auch ihr Stellvertreter nur an sie verweist, wirft bei Außenstehenden Fragen auf. Etwa die, ob vielleicht noch andere Interessen eine Rolle spielen. Die angekündigten Info-Veranstaltungen werden sicher für Aufklärung sorgen.


02. Juli 2010 /OTZ

Sebastian Heise nicht zu schlagen

Sebastian Heise, Susann Heise und Kampfrichterin Marion Böttcher (von links).
Sebastian Heise, Susann Heise und Kampfrichterin Marion Böttcher
(von links).
Foto: Andreas Ludwig

Flossenschwimmen: Auch Susann Heise erfolgreich in Leipzig

Von Steffi Heise Greiz/Leipzig.

Zum letzten Wettkampf der Saison 2009/ 2010, dem 6. Tortenpokal, wurden bei den Flossenschwimmern am vergangenen Wochenende nochmals alle Kräfte mobilisiert. Austragungsort war die Leipziger Universitätsschwimmhalle. Um eine Torte zu gewinnen, musste man in der Kategorie Master, Jahrgang 92 - 96, Jahrgang 97 - 00 oder Jahrgang 2001 und jünger erfolgreich sein. Dazu wurden in den einzelnen Altersklassen Wettkämpfe über verschiedene Strecken ausgefochten. Der Flossenschwimmer mit der höchsten Punktzahl in den Kategorien konnte eine Fruchttorte mit nach Hause nehmen. Auch der sächsische Verein TC Nemo Plauen reiste mit 39 Startern, darunter zwei Greizer, zu diesem Ereignis an. In der Altersklasse C, Jahrgang 95/96, war Sebastian Heise über 100 und 400 Meter im Streckentauchen nicht zu schlagen. Über die 100 Meter Flossenschwimmen wurde er Zweiter, über 50 Meter Dritter. Susann Heise, startend in der Altersklasse E, Jahrgang 99/00, stand ihrem Bruder in nichts nach. Als Langstreckenspezialistin belegte sie Platz eins über die 400-m-Strecke und über die halbe Distanz im Flossenschwimmen. Nur einer älteren Sprinterin ließ sie über die 50 Meter den Vortritt. Trotz Problemen mit dem Schnorchel hielt sie über die 100 Meter durch und wurde Dritte.


02. Juli 2010 /OTZ

Kurz notiert:

Fußballfans morgen wieder im Pilspub

Am Sonntag haben Fußballfans auch im Pilspub des BF-Treff in Greiz-Aubachtal, wo alle Spiele live laufen, den Sieg der deutschen Mannschaft gegen England gefeiert. Danach waren sich alle einig, dass Argentinien die Löw-Elf nicht aufhalten kann. Morgen um 16 Uhr wird deshalb wieder zum Public Viewing ins Pub eingeladen. Wenn Deutschland Weltmeister wird, gibt Inhaberin Iris Pietschmann für alle anwesenden Fans ein Fass Freibier aus.
Foto: Frank Pietschmann

Am Sonntag haben Fußballfans auch im Pilspub des BF-Treff in Greiz-Aubachtal, wo alle Spiele live laufen, den Sieg der deutschen Mannschaft gegen England gefeiert. Danach waren sich alle einig, dass Argentinien die Löw-Elf nicht aufhalten kann. Morgen um 16 Uhr wird deshalb wieder zum Public Viewing ins Pub eingeladen. Wenn Deutschland Weltmeister wird, gibt Inhaberin Iris Pietschmann für alle anwesenden Fans ein Fass Freibier aus.


Wandheizung schon unter Putz im Sportobjekt „Schleizer Hof“

Radballer Marcel Riedel in der Turnhalle „Schleizer Hof“ Langenwolschendorf vor den frisch verputzten Wänden, in denen sich jetzt Heizschleifen gegen das gefährliche Kondenswasser befinden. Als Gemeindearbeiter hat Riedel die knapp 600 Meter lange Leitung vorige Woche selbst verlegt, erhielt dabei auch Hilfe von Holger Reinhold und Peter Enderlein. Nun fehlen nur noch Armiergewebe (Bild), Feinputz und Prallschutz an den Wänden. Auch neue Beleuchtung installiert man in der Sporthalle, die aus Mitteln des Konjunkturpakets II aufgewertet wird.
Foto: OTZ/Steffen Beikirch

Radballer Marcel Riedel in der Turnhalle „Schleizer Hof“ Langenwolschendorf vor den frisch verputzten Wänden, in denen sich jetzt Heizschleifen gegen das gefährliche Kondenswasser befinden. Als Gemeindearbeiter hat Riedel die knapp 600 Meter lange Leitung vorige Woche selbst verlegt, erhielt dabei auch Hilfe von Holger Reinhold und Peter Enderlein. Nun fehlen nur noch Armiergewebe (Bild), Feinputz und Prallschutz an den Wänden. Auch neue Beleuchtung installiert man in der Sporthalle, die aus Mitteln des Konjunkturpakets II aufgewertet wird.


Eiskalte Erfrischung

Die Naitschauer Grundschüler ließen sich am Mittwoch in Greiz ein Eis schmecken. Nachdem sie bei ihrem Ausflug das Bauernmuseum Nitschareuth besucht hatten, brauchten sie bei der Hitze unbedingt eine Abkühlung.
Foto: OTZ/Katja Grieser

Die Naitschauer Grundschüler ließen sich am Mittwoch in Greiz ein Eis schmecken. Nachdem sie bei ihrem Ausflug das Bauernmuseum Nitschareuth besucht hatten, brauchten sie bei der Hitze unbedingt eine Abkühlung.


Karikatur des Tages

Der Dolch aus Papier
Der Dolch aus Papier
Zeichnung: OTZ/Bruns


Vollsperrung Dorfstraße Kahmer

Kahmer (OTZ).

Die Knobel Bau GmbH beginnt am Dienstag, 6. Juli, mit Straßenbauarbeiten an der Dorfstraße in Kahmer im Bereich der Feuerwehr, Vom 6. Juli bis 9. Juli erfolgen die Arbeiten unter halbseitiger Sperrung. Der Deckeneinbau am 10. Juli wird unter Vollsperrung des gesamten Durchgangsverkehrs durchgeführt. Der Anliegerverkehr aus beiden Richtungen ist bis Baustelle frei. Eine entsprechende Umleitung ist ausgeschildert. Alle betroffenen Anlieger und Gewerbetreibenden werden um Verständnis gebeten.


Jetzt bewerben für ein Jahr in USA

Greiz (OTZ).

Bundestagsmitglied Volkmar Vogel (CDU) will Jugendliche für ein Jahr über das Parlamentarische Patenschafts- Programm des Bundestages in die USA schicken. Dahinter steckt ein Stipendium dank dem 360 junge Leute 2011/2012 für ein Jahr lang vollfinanziert in Amerika leben können. „Die Bewerbungsrunde ist wieder eröffnet“, sagt Volkmar Vogel, der gleichzeitig die Patenschaft für den Sieger übernimmt. Schüler, die dieses besondere 12- Monate-Abenteuer wagen wollen, müssen zum Zeitpunkt der Ausreise am 31. Juli 2011 mindestens 15 und dürfen höchstens 17 Jahre alt sein. Junge Berufstätige müssen bis zu diesem Stichtag ihre Ausbildung abgeschlossen haben und dürfen höchstens 24 Jahre alt sein. Bewerben ist ab sofort bis 3. September 2010 möglich. Mehr Infos gibt es unter www.bundestag.de/ppp.


Bleibende Schäden oder Tod durch Hitzschlag

Tiere vor Hitze und Sonne schützen

Greiz (OTZ).

Die derzeitige Hitze birgt die Gefahr, dass Tiere, vor allem Hunde, in Fahrzeugen von einem Hitzestau getötet werden. Daran erinnert Sabine Wonitzki, Leiterin des Greizer Tierheims, und verweist auf eine Stellungnahme des Thüringer Innenministeriums dazu: Tiere dürfen bei großer Hitze oder starker Sonneneinstrahlung nicht allein im Auto bleiben. Hunde erreichen Kühlung nur durch Trinken und Hecheln. Bei einem Hitzschlag - Körpertemperatur steigt auf über 40 Grad - besteht die Gefahr von bleibenden gesundheitlichen Schäden, schlimmstenfalls kann das Tier sterben. Anzeichen für eine akute Gesundheitsgefährdung sind: schnelle und hörbare Atmung, starke Unruhe, Zittern und Taumeln, Erbrechen, Bewusstseinsstörungen und Krämpfe. Akute Lebensgefahr besteht, wenn das Tier bewusstlos wird. Polizei und Ordnungsbehörden, aber auch Bürger, die im Rahmen der Nothilfe tätig werden, sind in einer solchen Situation befugt, Tiere aus dem Fahrzeug - durch Einschlagen der Fensterscheibe - zu befreien, zitiert Wonitzki. Voraussetzung ist, dass der Fahrzeug- oder Tierhalter nicht oder nicht rechtzeitig erreicht werden kann. Soll das Fahrzeug durch einen Kfz-Dienst geöffnet werden, ist das Tier bis zu dessen Eintreffen sorgfältig zu beobachten. Als erste Hilfsmaßnahme sollte ein überhitztes oder bewusstloses Tier in ein feuchtes Tuch gewickelt und schnellstens einem Tierarzt vorgestellt werden. Das Zurücklassen eines Tieres in einem aufgeheizten Fahrzeug erfüllt den Tatbestand einer Straftat oder Ordnungswidrigkeit nach Tierschutzgesetz.


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