26. Juni 2010 /OTZ

Stehversuche

Gerhard Brinckmeyer (links) vom Motorsport Club Greiz legte am Donnerstagabend in der Greizer Fabrikhalle in der Zeulenrodaer Straße seine ersten Meter auf einem Segway zurück.
Gerhard Brinckmeyer (links) vom Motorsport Club Greiz legte am
Donnerstagabend in der Greizer Fabrikhalle in der Zeulenrodaer
Straße seine ersten Meter auf einem Segway zurück.
Foto: Marcel Hilbert

Motorsport Club Greiz im ADAC tauscht Benzinschlucker gegen Elektro-Roller

Von Marcel Hilbert Greiz (OTZ).

Etwa eine Minute lang steht Gerhard Brinckmeyer auf etwas wackeligen Beinen. Verständlich, denn der Vorsitzende des Motorsportclubs (MC) Greiz im ADAC bewegt sich normalerweise mit anderen Gefährten: solchen mit Verbrennungsmotor, Sitzplätzen und mindestens zwei Achsen. Auf all das muss er am Donnerstagabend in der Lagerhalle der Greizer Firma Spaleck verzichten. Stattdessen steht er auf einem futuristisch anmutenden Gefährt mit lediglich einer Achse, dafür aber gleich zwei flüsterleisen Elektromotoren. Segways heißen die Fahrzeuge, von denen gleich drei die MC-Greiz-Mitglieder in der Halle zur Probefahrt einladen. Inzwischen hat auch Gerhard Brinckmeyer seine ersten Runden gedreht. „Es ist schon ein komisches Gefühl“, ruft der Greizer, während er sich leicht nach links vorne lehnt, um die aufgebauten Kegel zu umfahren. „Man macht wirklich alles mit den Füßen“, ergänzt er, bevor er auf seine nächste Runde durch den Hindernisparcours einbiegt. Gewichtsverlagerung ist das Zauberwort, weiß Werner Luderer. Der Geraer vertreibt die neuartigen Gefährte und es sind drei seiner Stücke, auf denen Brinckmeyer und Co. ihre Kreise ziehen. „Die Steuerung ist eigentlich intuitiv und in einer Minute zu erlernen“, sagt er, „man muss nur die Angst vor dem Gleichgewichtsverlust überwinden.“ Selbiges nämlich halte das Gerät, so Luderer, dank Hubschraubertechnologie selbst. Seitdem der Verkäufer die Segways vor fünf Jahren zum ersten Mal bei einer Messe in Berlin gesehen hatte, ist er fasziniert von den Zweirädern. „Eigentlich ist es ja physikalisch unmöglich, auf nur einer Achse zu fahren“, meint er. Doch nach eigenen Fahrversuchen ist er mittlerweile gar zum Vertragshändler der in den USA gefertigten Fahrgeräte geworden. Die drei mitgebrachten Segways in der Spaleck-Halle kommen während seiner Ausführungen nur für wenige Sekunden zum Stillstand, immer dann, wenn sich die Club-Mitglieder abwechseln. Auffällig ist, dass an jedem der Elektro-Roller ein Kennzeichen angebracht ist. „Deutschland ist das einzige Land, in dem man für Segways ein Haftpflichtkennzeichen und damit auch eine Fahrerlaubnis braucht“, erklärt Luderer und weist darauf hin, dass das Mindestalter im öffentlichen Straßenverkehr 15 Jahre beträgt und ein Helm zwar nicht zwingend notwendig, aber anzuraten sei. Zuletzt rät Werner Luderer allen, denen beim Gedanke, auf lediglich einer Achse zu fahren, noch etwas mulmig zumute ist, sich „einfach mal drauf zu stellen. Der Rest erklärt sich dann von ganz allein.“

Technische Daten Segway i2

.. Max. Tempo: 20 km/h
.. Leistung: 1,2 PS je Rad
.. Gewicht: 47,7 kg
.. Nutzlast: bis 118 kg
.. Trittfläche: 41x42 cm
.. Reichweite: 38 km
.. Bodenfreiheit: 9,5 cm
.. Akku: 2 Lithium-Ionen-Akkus
.. Reifen: 46 cm Durchmesser/ 9,5 cm Breite


26. Juni 2010 /OTZ

Keine Kündigung für Großteil der EFA-Mitarbeiter

62 Arbeitnehmer weiter auf Baustellen

Von Katja Grieser Greiz.

62 Mitarbeiter der EFA Elektroanlagenbau und Service GmbH werden trotz angemeldeter Insolvenz des Unternehmens weiter arbeiten. Darüber informierte gestern Abend Insolvenzverwalter Oliver Junghänel. „Sie werden jetzt keine Kündigungen bekommen“, sagte der Rechtsanwalt. Bei 23 weiteren EFA-Mitarbeitern sei diese jedoch unumgänglich. Vom Azubi bis zum Montageleiter sei bei den 62 weiter Beschäftigten alles dabei. Diese werden nun Aufträge auf den Baustellen in Kassel, Frankfurt, Würzburg, Laitzach und Ingolstadt ausführen. „Wir konnten Anschlussvereinbarungen mit den Auftraggebern abschließen. Das ist ein großer Erfolg“, betonte Oliver Junghänel. Entgegen der Aussage von Bürgermeister Gerd Grüner (SPD) in der Stadtratssitzung am Mittwoch gebe es bereits eine Lösung bezüglich Vogtlandhalle, an der die EFA mitarbeitet. Am Dienstag sei mit dem Arge-Partner - Elektro-Giesler aus Wildetaube - eine einvernehmliche Lösung gefunden worden. „Giesler wird die Baumaßnahme ab Juli alleine weiter führen. Es wird also kein Schaden für die Halle entstehen“, so Junghänel. „Positive Signale“ gebe es bezüglich einer eventuellen Übernahme der EFA. Es gebe ernstzunehmende Interessenten aus der Region, mit denen ab kommender Woche intensiv verhandelt werde. Nächste Woche sollen die EFA-Mitarbeiter, die zum Großteil seit April kein Geld mehr bekommen haben,


26. Juni 2010 /OTZ

Meine Woche

Sie erreichen die Autorin
unter k.grieser@otz.de.

Foulspiel

Von Katja Grieser

Ein wenig habe ich Alberto Undiano, den spanischen Schiedsrichter aus dem WMSpiel Deutschland gegen Serbien, beneidet: Der hat eine Pfeife, Gelbe und Rote Karten und kann Spieler vom Platz stellen. Das alles wäre in der jüngsten Greizer Stadtratssitzung hilfreich gewesen. Fairplay scheint in den Debatten ein Fremdwort zu sein. Nachdem Jens Geißler (IWA) den schwer erkämpften Ball seinem Fraktionschef- Kollegen Holger Steiniger (Linke) zugespielt hatte, ließ der ihn sich von Jürgen Frantz (CDU) abnehmen. Es kotze ihn an, so Frantz, wie hier gespielt werde. Pfiff. Damit hat er sich zumindest eine Verwarnung verdient, die er aber merkwürdigerweise von Mitspieler Steiniger erhielt. Der trat dann jedoch kräftig nach und warf der rot-schwarzen Koalitionsmannschaft Mauschelei vor. Pfiff. Dafür ist eindeutig Gelb fällig. Zum Konter trat dann Teamchef Gerd Grüner (SPD) an: „Sie sollten sich einen anderen Tonfall angewöhnen, wenn es Ihnen überhaupt möglich ist“. Pfiff. Auch das ist stark gelbverdächtig. Für ein erneutes Foul hat sich Jürgen Frantz im Laufe des Spiels wirklich Rot verdient. Er attackierte die Linken mit den Worten: „Sie kommen doch aus der SED.“ Pfiff. Da muss ein Schiri einfach Rot ziehen. Die Frage ist, was der Zuschauer von einem solchen Foulspiel von allen Seiten hat. Vom Unterhaltungswert, den das verbale Gerangel zweifelsohne hat, einmal abgesehen. Gewinnen kann man so definitiv nicht. Die Spieler nicht an Ansehen und fürs Spielergebnis springt auch nicht viel raus. Überraschen würde das Rathausteam ja echt einmal mit einem Spiel ohne Geschubse. Die überschüssige Energie könnte ja kanalisiert und ins eigentliche Spiel gesteckt werden. Das würde auch ein Weiterkommen wahrscheinlicher machen. Aber die Spieltaktik scheint eine andere zu sein. Vielleicht kann sich die deutsche Nationalelf davon ja was abgucken. Sollte es den Löw-Kickern an der nötigen Aggressivität mangeln, könnten sie ja in Greiz zum Zusatztraining antreten. Beiden Teams können die Fans nur zurufen: Wir wollen vollen Einsatz sehen, am liebsten natürlich auch den Sieg. Nur bitte ohne Fouls, auf jeden Fall aber ohne Rote Karte.


26. Juni 2010 /OTZ

Greika-Shedhalle wird noch 2010 abgerissen

Stadtrat beschließt überplanmäßige Ausgabe

Greiz (OTZ/KG).

Die früher als Skaterhalle und für Herbstmarkt sowie Göltzsch-Elster-Schau genutzte Shedhalle auf dem ehemaligen Greika-Gelände in der August- Bebel-Straße wird noch in diesem Jahr abgerissen. Mehrheitlich hat der Greizer Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung dafür eine überplanmäßige Ausgabe von 276 000 Euro beschlossen. Zudem soll damit die Anbindung der Erschließungsstraße finanziert werden, die ebenfalls für dieses Jahr vorgesehen ist. Abgeschlossen werden sollen 2010 auch die Planungen bis zur Vergabevorbereitung für die Baumaßnahme, die auf dem Areal 2011 durchgeführt werden. Für die Arbeiten an den Außenanlagen der Greika VI/1 gibt es Fördermittel in Höhe von 968 478 Euro vom Land. Davon fließen 668 478 Euro im kommenden Jahr, der Rest 2012. Allerdings ist die Zahlung der Mittel an die Bedingung geknüpft, dass mit den Arbeiten spätestens ein Jahr nach Erhalt des Zuwendungsbescheides vom 23. November 2009 begonnen wird. Aus diesem Grund war die überplanmäßige Ausgabe notwendig, damit mit den Arbeiten jetzt begonnen werden kann. Das ehemalige Greika-Gelände soll für eine künftige Gewerbenutzung vorbereitet werden. Mit den geplanten Baumaßnahmen, die insgesamt rund 1,1 Millionen Euro kosten werden, will man dafür die Voraussetzungen schaffen.


26. Juni 2010 /OTZ

Gewog feiert Jubiläum mit großer Party

Gestern wurde das Festzelt im Schlossgarten für die Gewog-Party am Montag aufgebaut.
Gestern wurde das Festzelt im Schlossgarten für
die Gewog-Party am Montag aufgebaut.
Foto: OTZ/Katja Grieser

Am Montag lädt das 20-jährige Unternehmen in den Schlossgarten ein

Von Katja Grieser Greiz.

„Als Dankeschön an unsere Mieter und Geschäftspartner feiern wir das Jubiläum öffentlich“, erklärt Frank Böttger, Geschäftsführer der Greizer Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft (Gewog), weshalb die Geburtstagsparty am Montag so groß aufgezogen wird. Von 14 bis 22 Uhr sind Gäste eingeladen, im Schlossgarten zu feiern. Nach der Eröffnung mit Freibieranstich um 14 Uhr werden um 14.15 Uhr die Chöre des Neuen Reußischen Sängerkreises Greiz auftreten. Partyhexer Felix will dann ab 14.45 Uhr das Publikum verzaubern, 15.15 Uhr tritt die aus Greiz stammende Sängerin Sylvia Martens auf und präsentiert Schlager- und Poptitel. Um 16 Uhr steht eine Modenschau mit dem Mode- und Showteam Greiz auf dem Programm, 16.45 Uhr betritt Humorist Yves Bräutigam die Bühne im Festzelt, das gestern aufgebaut wurde. Eine Pop-Live-Party- Show versprechen ab 17.15 Uhr Remmi und Demmi, ab 18 Uhr kann dann mit der Albrecht-Schmidt-Band getanzt werden. Frank Böttger wird am Montag die letzten 20 Jahre Revue passieren lassen. Am 28. Juni 1990 wurde die aus der VEB Gebäudewirtschaft hervor gegangene Gewog gegründet. „In den ersten Jahren galt es, die Wende hin zur unternehmerischen Wohnungswirtschaft zu vollziehen“, erzählt Böttger, der seit 1991 im Unternehmen ist. Dazu gehörten u. a. das Umstellen der Mietverträge oder auch das Einführen der Betriebskostenabrechnung. Als Ende der 1990er Jahre klar wurde, wie sich die demografische Entwicklung der Region darstellen würde, wurde auch Abriss zum Thema bei der Gewog. Von den 5500 Gewog- Wohnungen im Jahr 1991 sind jetzt 2000 übrig geblieben. Allerdings ist der Wohnungsbestand nicht nur durch Abriss geschrumpft, sondern auch durch Rückübertragungen und Verkauf. Zirka 2500 Privat- und Gewerbekunden zählt das städtische Wohnungsunternehmen heute in Greiz und Umgebung, der Leerstand liege bei sechs Prozent. „Wir stehen wirtschaftlich auf gesunden Füßen“, attestiert Frank Böttger der Gewog. Auch für die Zukunft sei das Unternehmen mit den 13 Mitarbeitern gut gerüstet, so der Geschäftsführer. Für Böttger sind drei Dinge wichtig: Bestandserhaltung, Modernisierung der Gewog-Gebäude und Neubauten. Letztere seien zwar derzeit nicht geplant, aber abhängig von einer Fördermittelvergabe könnte bereits nächstes Jahr eine größere Sanierungsmaßnahme in Angriff genommen werden. Den Gebäudekomlex Thomasstraße 15/17 und Marktstraße 12/14 will die Gewog dann grundlegend instand setzen.


26. Juni 2010 /OTZ

Zurück auf der Schulbank

Nach 50 Jahren traf sich eine kleine Gruppe von ehemaligen Schülern erstmals in der Greizer Parkgaststätte wieder. Von 1952 bis 1960 lernten sie zusammen in der Aubachtaler Schule.
Nach 50 Jahren traf sich eine kleine Gruppe von ehemaligen
Schülern erstmals in der Greizer Parkgaststätte wieder. Von
1952 bis 1960 lernten sie zusammen in der Aubachtaler Schule.
Foto: OTZ/Susann Grunert

Aubachtaler Schulklasse trifft sich nach 50 Jahren erstmals in Greiz wieder

Von Susann Grunert Greiz (OTZ).

„Ich weiß gar nicht mehr, ob ihr gute Schüler gewesen seid“, sagt Ernst Hüttl lachend. Der pensionierte Lehrer sitzt inmitten einer Reihe von Schülern, die er vor über 50 Jahren unterrichtet hat. „Die Klasse gehörte zu einer meiner ersten in der Aubachtaler Schule“, erinnert er sich. Damals hatte der junge Pädagoge gerade die Ausbildung zum Unterstufenlehrer abgeschlossen. „Wir hatten Herrn Hüttl zwei Jahre in Chemie“, erzählt Michael Kellner. Der Greizer ist der Organisator des ersten Wiedersehens seiner damaligen Schulklasse nach 50 Jahren. Von 1952 bis 1960 - von Klasse 1 bis 8 - hatten die damals 20 Schüler zusammen die Schulbank in Aubachtal gedrückt. „Wir waren schon eine gute Truppe“, meint Elisabeth Widdrath. Sie ist rund 300 Kilometer aus dem niedersächsischen Gifhorn zum Klassentreffen angereist und hat ein altes Poesiealbum im Gepäck. „So etwas gibt es ja heute kaum noch“, erzählt sie. Mit Hilfe des Internets hatte Elisabeth Widdrath schon selbst nach ehemaligen Mitschülern geforscht. „Ich hatte auch Erfolg, habe Kontakt zum Volkmar Lorenz aufgenommen“, freut sie sich. Ihren damaligen Mitschüler hat es bis nach Stralsund verschlagen. „Aber die meisten sind hier in der Region geblieben“, erzählt Michael Kellner. Daher hat er auch einen Großteil seiner ehemaligen Klasse telefonisch einladen können. „Einige sind leider schon verstorben“, bedauert er, doch ein buntes Grüppchen von zehn Mann plus Lehrer Hüttl schwelgte gestern in der Greizer Parkgaststätte in gemeinsamen Erinnerungen. Alte Klassenfotos machten die Runde, in der


Ich weiß gar nicht mehr, ob ihr gute Schüler gewesen seid.

Ernst Hüttl, ehemaliger Lehrer


damaligen Penne in Aubachtal ist heute ein Obdachlosenasyl untergebracht. „Die Brunhilde war eine gute Schülerin, die ist ja dann auch Lehrerin geworden“, erinnert sich Ernst Hüttl. „Wir waren ein guter Klassenverbund, haben immer zusammen gehalten“, sagt Michael Kellner. Die von ihm gestaltete Karte als Andenken an das erste Wiedersehen nach einem halben Jahrhundert ziert ein historisches Foto der Klasse vor dem Brandenburger Tor. „Es war damals üblich, dass die achten Klassen eine Abschlussfahrt nach Berlin machten“, erzählt Michael Kellner. So kam es, dass die Aubachtaler Schüler zu ihrem Schulabschluss 1960 mit eine der letzten Klassen waren, die noch vor dem Mauerbau das Brandenburger Tor besuchen konnten. „50 Jahre, das ist mehr als ein halbes Menschenleben“, philosophiert Ernst Hüttl. Umso mehr hat er sich über die Einladung zum Treffen seiner ehemaligen Schüler gefreut.


26. Juni 2010 /OTZ

Erneut Scheibe des Wahlkreisbüros der Linken eingeworfen

Zum dritten Mal in diesem Jahr wurde am Freitagmorgen gegen 2.15 Uhr die Fensterscheibe des Greizer Wahlkreisbüros der Partei Die Linke eingeschlagen.
Zum dritten Mal in diesem Jahr wurde am Freitagmorgen gegen
2.15 Uhr die Fensterscheibe des Greizer Wahlkreisbüros
der Partei Die Linke eingeschlagen.

Zum dritten Mal in diesem Jahr wurde am Freitagmorgen gegen 2.15 Uhr die Fensterscheibe des Greizer Wahlkreisbüros der Partei Die Linke eingeschlagen. Zeugen informierten umgehend die Polizei.

Greiz.

Die Polizeiinspektion Greiz und die Kriminalpolizeiinspektion Gera konnten in der Nähe des Tatortes auf dem Greizer Markt einen 18-jährigen Greizer festnehmen. Er gab in der Vernehmung zu, mit einem Metallpapierkorb die Scheibe eingeworfen zu haben. Der Täter ist polizeilich bereits wegen Sachbeschädigungen und Körperverletzungen bekannt. "Für uns ist es ärgerlich und auch teuer", meint Linke-Kreisvorsitzende Diana Skibbe zu dem 1500-Euro-Sachschaden. Auch die Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) verurteilte die Tat, nachdem sie vom Linke-Bundestagsabgeordneten Frank Tempel darüber informiert wurde.
Die Polizeidirektion Gera bedankt sich bei den Zeugen.


26. Juni 2010 /OTZ

Nachdenkliches zum Wochenende

Andreas Görbert
Andreas Görbert

Ökumene von unten

Von Superintendent Andreas Görbert, Greiz

Seit vielen Jahren gibt es im Landkreis gemeinsame Veranstaltungen und Projekte von Gemeindegliedern mit unterschiedlichen Kirchenbindungen und Traditionen. Ich nenne solche pragmatischen Gemeinschaften: Ökumene von unten. Dieses Miteinander ist einfacher zu gestalten als das grundsätzliche Gemeinsame zu suchen. Kirchenleitungen, Synoden oder Bischöfe haben es schwerer mit der Feststellung gemeinsamer Grundsätze. Als Hüter eigener Traditionen können wir alle Gräben nicht einfach überbrücken. Am 25. Juni 1530 wurde in Augsburg die wichtigste evangelische Schrift der Reformationszeit veröffentlicht. Sie steht im evangelischen Gesangbuch unter Bekenntnis. Philipp Melanchthon hat das Augsburger Bekenntnis geschrieben. Es war als ökumenische Bekenntnisschrift gedacht. Es beschreibt, was die Reformatoren um der Einheit der Kirche willen anerkennen wollten und was sie um des Glaubens willen nicht tolerieren konnten. Leider ist dieser frühe Versuch einer Ökumene von oben gescheitert. Nur die evangelisch geführten Länder und Reichsstädte haben die Augsburger Konfession unterschrieben. Der deutsche Kaiser Karl V. und alle katholischen Reichsfürsten konnten sich der Augsburgischen Konfession nicht anschließen. Das deutsche Reich zerfiel in evangelisch geprägte Länder und den katholischen Süden. Die Konfessionskriege haben tiefe Gräben durchs Land gezogen. Obwohl einige Streitfragen der Reformationszeit später einvernehmlich geklärt wurden, manche grundsätzlichen Unterschiede nur noch Spezialisten wirklich wichtig sind, blieb die konfessionelle Spaltung. In den Mitgliedern der anderen Kirchen und christlichen Gemeinschaften die Geschwister im Glauben zu erkennen, ist das wichtige Anliegen der Ökumene von unten. Die Gruppen der Ökumene von unten fragen nicht lange, ob sie dieses oder jenes gemeinsam vertreten können, sie tun es einfach. Die andere Tradition und seine andere Herangehensweise nicht mehr als Bedrohung, sondern als Bereicherung des eigenen zu erkennen, ist eine wertvolle Frucht der Ökumene von unten. Die Ökumene von unten wird Kirchen und christlichen Gemeinschaften nicht vereinen können, aber sie hält das Bewusstsein wach, dass Christen unterschiedlicher Traditions- und Kirchenbindung im Geiste Jesu praktisch und geistlich einander näher sind, als sie erkennen und bekennen können.


26. Juni 2010 /OTZ

Mit dem DRK in den Spreewald

27 körperlich und geistig Behinderte starten in Greiz ihre Urlaubsreise

Von Marcel Hilbert Greiz (OTZ).

Die Sommerferien haben begonnen und auch für 27 geistig und körperlich Behinderte begann gestern die Urlaubszeit. Gemeinsam mit fünf Betreuern des Kreisverbandes des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) starteten die Männer und Frauen in ihre zehntägige „Behindertenfreizeit“. Ziel der Reise ist der behindertengerechte Ferien- und Erlebnishof „Sonnewalde“ in der Nähe des Spreewaldes. Dort wartet auf die Urlauber ein vollgepacktes Programm, wie DRK-Betreuer Peter Wagner erzählt:
„Wir werden das Filmstudio Babelsberg besuchen, eine Schiffsreise machen, Busrundfahrten und ein Sportfest absolvieren und dazwischen auch viel basteln.“ Seit fast 15 Jahren würde sich die Behindertenfreizeit des DRK einer wachsenden Beliebtheit erfreuen, erklärte Katrin Krüger, Sachgebietsleiterin Verbandsarbeit im DRK-Kreisverband Greiz. Dies zeige sich nach ihren Worten bereits daran, dass sich unter den Stammgästen der Urlaubsreise jedes Jahr neue Gesichter befinden würden. „Sie alle haben sich diese Abwechslung verdient“, meint Krüger, denn alle würden sonst in sogenannten geschützten Werkstätten im gesamten Landkreis Greiz arbeiten, etwa in den Vogtlandwerkstätten in Naitschau. Und so bleibt Krüger vor der Abfahrt des großen Reisebusses nur noch, der gut gelaunten Urlaubsgruppe eine gute Reise und schönes Wetter zu wünschen.


26. Juni 2010 /OTZ

Für jeden Einrichtungswunsch etwas dabei

Möbelhaus Hierold besteht 20 Jahre - Filialen in Greiz und Werdau

Von Susann Grunert Greiz-Aubachtal (OTZ).

Im wahrsten Sinne des Wortes „heiß her“ ging es zum 20-jährigen Jubiläum des Möbelhauses Hierold in Greiz-Aubachtal. Denn zur Geburtstagsparty richtete das Einrichtungshaus die 1. Greizer Grillmeisterschaft aus. So konnten sich die Gäste, die zum Gratulieren gekommen waren, gleichzeitig mit leckeren Gerichten vom Grill verwöhnen lassen. Angefangen hat die erfolgreiche Geschichte des Unternehmens in Mohlsdorf. Hier eröffneten Jörg und Ina Hierold 1990 ein kleines Küchenstudio. „Mein Mann ist gelernter Tischler“, erzählt Ina Hierold, sie selbst bringt betriebswirtschaftliche Kenntnisse mit. Zwei Jahre nach der Firmengründung ziehen Hierolds nach Greiz um und erweitern ihr Küchenstudio von 60 auf 400 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Weitere zwei Jahre später entschließen sich die Geschäftsleute, die ehemalige Greika-Immobilie zum Möbelhaus mit 2500 Quadratmetern Ausstellungsfläche umzubauen. 1998 wird eine zweite Filiale in Werdau eröffnet, die genauso wie das Greizer Geschäft von der Einbauküche über das Wohnzimmer bis hin zu den Badmöbeln für jeden Einrichtungswunsch etwas bereit hält. Dabei reicht das Tätigkeitsspektrum der 15 Mitarbeiter von einfachen Tischlerarbeiten, über den Innenausbau bis zur geplanten und angepassten Wohnungseinrichtung.


26. Juni 2010 /OTZ

Soziale Balance muss gehalten werden

Zu den Facetten der Gerechtigkeit sprach Thüringens Sozialministerin Heike Taubert.
Zu den Facetten der Gerechtigkeit sprach Thüringens Sozial-
ministerin Heike Taubert.

Thüringens Sozialministerin Heike Taubert referiert über das Thema „Gerechtigkeit“

Text & Bild Antje-Gesine Marsch

Nein, eine Philosophin sei sie nicht, aber das Thema Gerechtigkeit treibe sie seit Jahren um, bekannte Heike Taubert am Donnerstagabend in der Piazza der Kreiskrankenhaus Greiz GmbH. Eingeladen war Thüringens Sozialministerin, um im Rahmen der Projektreihe „Prominente im Gespräch“ in einem historisch-sozialen Exkurs über „Die Arten der Gerechtigkeit“ zu referieren. „Eigentlich eine Wochentagung“, wie Harald Seidel augenzwinkernd meinte; so umfangreich sei das Thema, wobei er das Zitat „Eine Gesellschaft misst sich daran, wie es dem Schwächsten geht“ dem Abend voranstellte. Doch ist Gerechtigkeit nun eine Leerformel oder praktiziert man sie? „Im Grundgesetz der BRD ist sie klar definiert“, weist Heike Taubert hin. Das sei positiv und würde verpflichten. „Doch in der Realität sieht es oft anders aus“, wie die Politikerin weiß, die seit 1995 im sozialen Bereich tätig ist. „In der Praxis gibt es viele Beispiele, wo Menschen einfach wegschauen.“ Dass es in der Gesellschaft viele Facetten der Gerechtigkeit gibt, darauf ging Taubert im Folgenden ein: Etwa die politische, die das Wahl-und Mitbestimmungsrecht beinhaltet; die juristische oder die Verfahrensgerechtigkeit. Taubert plädierte dabei für ein besseres Informationsfreiheitgesetz, das die Chancengleichheit zwischen Behörden und Betroffenen garantiere, dass man sich ohne Ansehen der Person „auf Augenhöhe“ begegnen könne. Für wichtig hält die Politikerin auch die Umweltgerechtigkeit, wobei man das Maß von Wirtschaft, Wirtschaftwachstum und Umwelt richtig einschätzen müsse. Geschlechtergerechtigkeit, bspw. die Einführung der Frauenquote in Aufsichtsräten, Generations- und Bildungsgerechtigkeit definierte die Politikerin ebenso: „Die soziale Herkunft eines Kindes darf nicht die Bildungsmöglichkeiten bestimmen“, wie sie fordert. Auf die soziale Gerechtigkeit ging Heike Taubert im Besonderen ein. Die Zusammenlegung von Arbeitslosen-und Sozialhilfe zum Arbeitslosengeld II wurde durch die SPD-Regierung beschlossen und vielen Menschen scheine es ungerecht, mit so wenig Geld auskommen zu müssen. Die meisten Betroffenen seien arbeitswillig, nur ein kleiner Prozentsatz frage sich, warum er arbeiten solle. „Das Thema bleibt hochbrisant“, schaut Taubert voraus, verschweigt aber auch nicht, dass es derzeit zu Hartz IV keine bessere Alternative gebe. Die soziale Balance und vor allem den sozialen Frieden in der Gesellschaft zu halten, sieht die Politikerin auch für die Zukunft als das Wichtigste an. Ein besonders brisantes Beispiel führte ein Veranstaltungsbesucher in der anschließenden Diskussion an: Ein 89-jähriger Mann müsse jährlich einen erneuten Antrag auf Blindengeld stellen. „Ein Pamphlet von 11 Seiten“, so der Entrüstete. Nicht nur, dass sich bei so einem alten Menschen keine Besserung mehr einstelle, sondern vor allem, weil in der Bearbeitungszeit die Zahlung des Geldes gestoppt werde. „Das kann ich nicht nachvollziehen“, so Heike Taubert. „So ein Verwaltungshandeln darf es nicht geben!“ Sie versprach, diese Thematik zur Klärung mit nach Erfurt zu nehmen.
Die musikalische Umrahmung des Abends lag in den Händen von Konzertpianistin Sarah Stamboltsyan.


26. Juni 2010 /OTZ

Ein Fest: 100 Jahre FC Motor Zeulenroda

Festveranstaltung 100 Jahre Fußball in Zeulenroda. Die Geehrten des Abends mit den Funktionären (von links): Uwe Jahn (Kreissportbund), Bernd Heß (Ehrennadel des TFV in Gold), Rainer Hutter (Ehrennadel des TFV in Silber), Sven Hädicke (Ehrennadel des TFV in Silber), Andreas Schulz (Kurt-Rödel-Ehrenplakette des Kreissportbundes), Vereinschef Gerd Wolf, Roland Hartmann (Kurt-Rödel-Ehrenplakette des Kreissportbundes), Manfred Lindenberg (Thüringer Fußballverband), Werner Saller (Laudator vom FC Motor).
Festveranstaltung 100 Jahre Fußball in Zeulenroda. Die Geehrten
des Abends mit den Funktionären (von links): Uwe Jahn (Kreis-
sportbund), Bernd Heß (Ehrennadel des TFV in Gold), Rainer
Hutter (Ehrennadel des TFV in Silber), Sven Hädicke (Ehren-
nadel des TFV in Silber), Andreas Schulz (Kurt-Rödel-Ehren-
plakette des Kreissportbundes), Vereinschef Gerd Wolf, Roland
Hartmann (Kurt-Rödel-Ehrenplakette des Kreissportbundes),
Manfred Lindenberg (Thüringer Fußballverband), Werner Saller
(Laudator vom FC Motor).
Foto: OTZ/Steffen Beikirch

In guten wie in schlechten Zeiten zusammenhalten, sollen die großen und kleinen Kicker des FC Motor Zeulenroda. 100 Jahre alt ist der Verein. Gestern wurden die Mitglieder des FC Motor zur Festveranstaltung auf Sparsamkeit und Treue eingeschworen.

Steffen Beikirch / 26.06.10 / OTZ-Zeulenroda.

Rustikal und laut ging es gestern Abend zur Festveranstaltung "100 Jahre Fußball in Zeulenroda" zu. Das Bierzelt im Waldstadion füllte sich nur schleppend, da zum geplanten Veranstaltungsbeginn gerade erst das Altherren-Spiel FC Motor gegen FC Trogen (1:2) abgepfiffen wurde. Als die Männer vom Duschen kamen, konnte die Gratulationscour bei Rostern, Rostbräteln, Bier und Sekt aber beginnen. Und Geschenke gab es für den Fußballclub reichlich. Die Resonanz darauf war dennoch unterschiedlich. Der stellvertretende Landrat Heinz Klügel (CDU) überbrachte die Grüße der privat verhinderten Martina Schweinsburg. Als er gerade die wichtigen Tugenden lobte, die der Sport fördert, hatte der Braunichswalder trotz Mikrofon Mühe, die Festgesellschaft zu übertönen. Seinen Wunsch für weitere sportliche Erfolge untermauerte er mit einem Ehrenpokal sowie drei Förderbescheiden im Gesamtwert von 725 Euro für die Festivitäten und die Jugendarbeit im Besonderen. Den Ehrentaler der Stadt Zeulenroda-Triebes und einen Gutschein für ein Fass Bier überreichte Bürgermeister Frank Steinwachs (CDU) an Vereinschef Gerd Wolf. Gleichzeitig dankte er den kürzlich zurückgetretenen Funktionären Uwe Löppen (abwesend) und Nadine Hutter. "Für eine Sache, die die Demografie nicht anders zulässt", wollte Steinwachs gern den Grundstock liefern: Dazu zeigte er einen 500-Euro-Spendenscheck der Stadt für die Kinder- und Jugendabteilung der neuen Spielgemeinschaft FC Motor Zeulenroda/Triebeser SV. Die Gäste spendeten nur verhaltenen Applaus. Doch Steinwachs erinnerte auch an die Höhen und Tiefen des Vereins: "Wichtig ist, dass wir in all den Jahren die Freude am Ballspiel hier in der Stadt erhalten konnten. Dass sich immer Menschen gefunden haben, die zusammen Fußball spielen in guten, wie in schlechten Zeiten, auf dem Weg nach oben oder auf dem Weg nach unten." Kameradschaft und Zusammenhalt seien dabei das Allerwichtigste gewesen. Nach einem nachbarschaftlichen Gruß von TSV-Vorsitzendem Wieland Ressel schwor auch Motor-Präsident Gerd Wolf die Angehörigen ein weiteres Mal auf eine große Fußballgemeinschaft ein. "Sparsam und treu zueinander stehen, wird die Aufgabe für die nächste Zeit." Die finanzielle Lage sei schwierig; Sport, Politik und Wirtschaft müssten sich mehr zusammentun. Aber auch die Erfahrungen der älteren Mitstreiter könnten gute Dienste leisten. Zustimmende Rufe und kräftigen Beifall gab es für seine Ankündigung, den Kampf um einen Kunstrasenplatz nochmal aufzunehmen. Ausgezeichnet wurden Roland Hartmann und Andreas Schulz (beide Kurt-Rödel-Ehrenplakette des Kreissportbundes Greiz) sowie Bernd Heß (Ehrennadel des Thüringer Fußballverbandes in Gold), Sven Hädicke und Rainer Hutter (beide Ehrennadel in Silber). In Abwesenheit würdigte man weiterhin Dieter Fleißner und Thomas Stöcker.


26. Juni 2010 /OTZ

Meine Woche

Den Autor erreichen Sie unter
s.beikirch@otz.de

Meer sehen

Von Steffen Beikirch

„Wir wollen mehr sehen!“ könnte das Motto lauten, wenn Deutschland am Sonntagnachmittag wieder vor den Fernsehschirmen und Großbildleinwänden hockt. Und hoffentlich nicht nochmal mit der Nationalmannschaft zittern muss. Mehr sehen will auch der Stadtrat von Zeulenroda-Triebes. Allerdings schreibt er dieses Wort mit Doppel-E. Zur Sitzung am Mittwochabend gab es die klare Forderung, den Titel „Zeulenrodaer Meer“ nicht einfach so aufzugeben. Anlass war ein simpler Beschlussvorschlag, der nichts weiter als den Beitritt der Stadt zum Planungsverband der Talsperren- Anrainer festklopfen sollte. Wehret den Anfängen, scheinen die meisten Stadträte gedacht zu haben, als der Planungsverband in dem Papier plötzlich den Namen „Vogtländische Seen“ trug. „Nur ein Arbeitstitel und auch nur ein Vorschlag“, wiegelte Bürgermeister Frank Steinwachs (CDU) ab. Da die Diskussion aber so schnell nicht zu bändigen war, erfuhr man wenig später aus seinem Mund, dass durchaus schon Marketing-Gedanken mitklingen. Der Rathauschef begann zu lavieren. Von wegen, das Vogtland sei viel bekannter, „Zeulenrodaer Meer“ viel zu kleinteilig gedacht und deshalb nicht gut. Außerdem, das war das Überraschende, sei der Begriff im Tourismusbeirat schon mal so manifestiert worden. Vor allem Frank Höhn (Linke) und Horst Gerber (FDP), ließen sich nicht abbringen. „Vogtländische Seen“ sei sehr unglücklich gewählt, widerspreche einem Schild, das schon lange die Ankommenden begrüßt. Und dann drohe auch Verwechslungsgefahr, wie Siegmund Borek (BIZ) wusste. Denn man läge genau zwischen der Verwaltungsgemeinschaft Seenplatte (Oettersdorf mit dem Plothener Teichgebiet) und dem Vogtländischen Meer (Talsperre Pöhl). Genau diese Eckpfeiler wolle man ja insgesamt verbinden, meinte Frank Steinwachs im Nachgang. Dem Stadtrat gegenüber fiel ihm dies am Mittwoch nicht ein. So setzten sich die Meeres-Patrioten klar durch. Wenngleich freilich die anderen Anrainerorte auch noch mitreden dürfen. Besser klingen würde es natürlich, wenn man über sein Urlaubsziel tratscht und nicht sagen muss: „Ich fahre ins Vogtland an einen See“. Sondern: „Ich fahre nach Zeulenroda ans Meer“!


26. Juni 2010 /OTZ

Von der Weida-Brücke bis zum Rollfeld

Inmitten der Mitarbeiter stehen vorn die Familie Arndt und Heinz Rudolph.
Inmitten der Mitarbeiter stehen vorn die Familie Arndt und
Heinz Rudolph.
Foto: Jürgen Stefaniak

Seit 20 Jahren baut das Familienunternehmen Rudolph aus Pausa

Pausa (OTZ/Stefaniak).

Sie begann am 3. Juni 1990 - die Firmengeschichte des Familienbauunternehmens Rudolph in Pausa. Der erste Sitz war auf dem Flurstück zwischen der Vorstadt und dem Kutschweg. Heute ist dieser im Gewerbegebiet der Stadt. Arndt Rudolph blickt auf 20 Jahre „Bauen mit der Familie Rudolph“ zurück. Heute heißt die Firma Arndt Bau, Bauunternehmung Arndt Rudolph. „Mit 14 Leuten habe ich angefangen“, erzählt Heinz Rudolph. Dabei gehörten Baureparaturen, Eigenheimbau und Neubauten, wie der Pennyoder Lidl-Markt im Stadtgebiet, zu den ersten Projekten. Ebenso die Modernisierung der Werksanlagen bei der Linhardt GmbH. Der 70-jährige Heinz Rudolph hat Bauwesen als Diplom- Ingenieur von der Picke auf gelernt und war Kombinatsdirektor im Ingenieur-Hochbau Gera und Direktor des Kreisbaubetriebes in Zeulenroda. Das Unternehmen war in den 1990er Jahren bundesweit tätig. Ferienhäuser auf Sylt oder die Rollfeldbahn in Osnabrück waren Projekte neben der Sanierung des Malzhauses in Plauen. Bis 2004 führte der Vater das Unternehmen als Rudolph Bau GmbH. Sohn Arndt führt seit dem Juli 2004 das Unternehmen mit 16 Mitarbeitern. „Mein erstes Projekt war eine Brücke über die Weida in Göhren-Döhlen“, erinnerte sich Arndt Rudolph. Das bisher größte entstand 2007/2008 mit dem Seniorenheim in Auma mit 76 Pflegeplätzen. Seine Firmenphilosophie: „Unter den wirtschaftlichen Gegebenheiten und den Bedingungen der Gegenwart die Firma als Familienunternehmen zu erhalten und die Arbeitsplätze zu sichern. Dazu wollen wir ein fairer Partner sein.“


26. Juni 2010 /OTZ

Vielleicht wieder das „ZR“ im Nummernschild

ZR noch an zweiter Stelle.
ZR noch an zweiter Stelle.

Deutschlandweite Initiative arbeitet dran

Zeulenroda-Triebes (OTZ).

Viele Zeulenrodaer trauern dem ZR im Autonummernschild nach. Ersatzweise reservieren sich manche wenigstens ein Wunschkennzeichen, das nach dem GRZ an zweiter Stelle das ZR ermöglicht. Vielleicht aber darf die Buchstabenkombination irgendwann wieder nach vorne rücken. Eine deutschlandweite Initiative macht sich stark für eine „Kennzeichenliberalisierung“. Federführend ist Prof. Dr. Ralf Bochert von der Hochschule Heilbronn. Unter seiner Leitung wurden mehrere Wochen lang über 10 000 Menschen in 51 Städten zu ihren Wünschen befragt. „Dabei ging es um Kfz-Kennzeichen, die aufgrund von Neustrukturierungen in Landkreisen verloren gegangen sind.“ In der Doppelstadt gab es zwar keine Befragung. Aber: „In Zeulenroda gibt es da auch eine Aktivität“, verrät Bochert. 350 Bürgermeister hatte der Professor vom Studiengang Tourismusbetriebswirtschaft schon im März angeschrieben und über sein Forschungsvorhaben in Kenntnis gesetzt. Auch Zeulenroda bekundete Interesse, wollte zumindest auf dem Laufenden gehalten werden. Dass zustimmende Reaktionen absehbar waren, ist für Bochert ganz klar. „Die Initiative kommt aber aus einer Marketingecke und nicht aus Nostalgie-Gründen“, sagt er. Denn für die Vermarktung einer Region werde der Verlust von Autokennzeichen als Mangel empfunden. Zudem könne den Leuten ein Stück Heimatgefühl zurückgegeben werden. „Modernes Stadtmarketing braucht Symbole”, sagt Bochert. Die Umfrage der Heilbronner will dennoch nur die Datenbasis für die Politik liefern. Autokennzeichen seien Ländersache. Dass eine Wiedereinführung aber nicht so kompliziert ist, wie es scheinen mag - dafür gibt es inzwischen zwei Beispiele. Im Main-Kinzig-Kreis in Hessen wird die kreisangehörige Stadt Hanau wieder durch HU, das übrige Kreisgebiet weiter durch MKK repräsentiert. In Mecklenburg- Vorpommern geht der Kreis Rügen durch eine Gebietsreform in einen größeren Kreis auf. Doch auf Antrag der Stadt Bergen hat das Innenministerium die Beibehaltung von RÜG bestätigt, was sich in der Fahrzeugzulassungsverordnung niederschlägt. In Zeulenroda-Triebes wäre das ZR des gleichnamigen Altkreises künftig nur für Bewohner der Doppelstadt, während die anderen Kreisangehörigen das GRZ behalten würden. Weil man dieses Vorgehen den Menschen aber auch irgendwie aufzwingt, haben die Heilbronner in vielen Städten bereits Meinungsbilder eingeholt. In Thüringen bisher nur in Mühlhausen. Dort sprach sich die Mehrheit für die Wiedereinführung von MHL aus, das parallel zum UH (Unstrut-Hainich-Kreis) gelten könnte. Eine Befragung in Zeulenroda ist derzeit nicht geplant, sei aber im Herbst sicher möglich, so Bochert. Für die Wiedereinführung des ZR müsste dann der Stadtrat votieren. „Die Hanauer haben gesagt, wir wollen das und haben eine Vereinbarung mit dem Landkreis geschlossen.“ Für den sei es wichtig, dass er die volle Zuständigkeit behält. Und auch weiterhin das Geld mit der Kfz-Zulassung verdienen kann.


26. Juni 2010 /OTZ

Ideenwettbewerb vorm Start

Für die Zeulenrodaer Wohngebiete Otto-Grotewohl-Ring (hinten rechts) und Straße der DSF (Bildmitte) sollen jetzt per Ideenwettbewerb Vorschläge zum Umbau gefunden werden.
Für die Zeulenrodaer Wohngebiete Otto-Grotewohl-Ring (hinten
rechts) und Straße der DSF (Bildmitte) sollen jetzt per Ideen-
wettbewerb Vorschläge zum Umbau gefunden werden.
Foto: OTZ/Steffen Beikirch

AWG „Solidarität“ Zeulenroda zieht Bilanz und blickt voraus - Leerstand leicht gestiegen

Von Steffen Beikirch Zeulenroda (OTZ).

Ein Jahr nach dem offiziellen Aufsichtsratsbeschluss der AWG „Solidarität“ Zeulenroda soll nun tatsächlich der Ideenwettbewerb zum Umbau der Wohngebiete Otto-Grotewohl-Ring und Straße der DSF starten. „Eigentlich wollten wir Ihnen hier und heute schon erste Ergebnisse präsentieren“, bedauerte Vorstandschef Bernd Böhm am Donnerstagabend zur Generalversammlung in der Stadthalle. Die Regierungsneubildung in Erfurt sei aber dazwischen gekommen. Es habe etwas länger gedauert, „bis sich die Damen und Herren im Landtag gefunden hatten“. Dies und die Verabschiedung des Landeshaushaltes 2010 war abzuwarten, weil der Wettbewerb mit Zuschüssen laufen soll, was voriges Jahr bereits zugesagt wurde. Am 8. Juni kam nun endlich der Bescheid. Gemeinsam mit den später dazu gestoßenen Partnern Wohnungsbaugesellschaft und Stadt Zeulenroda hat sich die AWG die Landesentwicklungsgesellschaft für die Durchführung auserkoren. Am 1. Juli ist die Anlaufberatung im Stadtbauamt vorgesehen. Auf erste Ergebnisse hofft der AWG-Vorstand zum Jahresende. So lange muss sich auch eine Genossenschafterin aus dem Rötlein noch gedulden.

Sie wollte am Donnerstag gern wissen, wann mit dem bereits im Vorjahr angekündigten Fahrstuhleinbau in Vierraumwohnungen zu rechnen sei. Auch dieses Pilotprojekt lag aber wegen des geplanten Wettbewerbs auf Eis. Man wolle erstmal dessen Ergebnisse abwarten, so Bernd Böhm. Für das aktuelle Jahr hat die AWG Ausgaben von rund 495 000 Euro geplant. Davon rund 140 000 Euro für die Modernisierung frei werdender Wohnungen. Der Rest soll der Instandsetzung von Außenanlagen und Gebäuden sowie laufenden Reparaturen dienen. 2009 erzielte die AWG einen Jahresüberschuss von 224 932,53 Euro. Inklusive dem Gewinnvortrag aus 2008 (4483,33 Euro) können damit 23 000 Euro in die gesetzliche Rücklage und 205 000 Euro in weitere Rücklagen fließen. Ein verbleibender Bilanzgewinn von 1416,86 Euro wird auf neue Rechnung vorgetragen. So beschloss es die Generalversammlung am Donnerstag. Die Bevölkerungsentwicklung, der arbeitsbedingte Weggang von Wohnungsinhabern oder der Umzug von Senioren in Betreute Einrichtungen machen natürlich auch vor der Zeulenrodaer Genossenschaft nicht Halt. Die Mitgliederzahl verringerte sich um 22, die Leerstandsquote erhöhte sich um 0,8 Prozentpunkte auf aktuell 11,1 Prozent. Ein Schwerpunkt, so Bernd Böhm in seinem Bericht, waren 30 Wohnungswechsel im Rötlein.


26. Juni 2010 /OTZ

Mohlsdorfer Schwimmer ganz vorn

Aus dem großen Starterfeld der Grundschulen beim Park- und Schlosspokal im Schwimmen gingen die Mohlsdorfer Grundschüler als Sieger hervor.
Aus dem großen Starterfeld der Grundschulen beim Park- und
Schlosspokal im Schwimmen gingen die Mohlsdorfer Grundschüler
als Sieger hervor.
Foto: OTZ/Peter Reichardt 

Schwimmen hat eine lebenserhaltende Funktion und ist deshalb im Thüringer Unterrichtsplan der dritten Klassen der Grundschulen enthalten, so die Aussage von Schulsportkoordinator Wolfgang Bunge des Schulamtes Gera/Schmölln.

Peter Reichardt / 26.06.10 / OTZ

Deshalb auch startete erneut der Wanderpokalwettkampf um den Greizer Park- und Schlosspokal, gestifftet vom 1. Schwimmklub Greiz von 1924, der nunmehr schon zum achten Mal über die Bühne des Greizer Schwimmbades ging und vom 1. Schwimmklub Greiz von 1924 in Verbindung mit den Schwimmlehrern an den Grundschulen veranstaltet wurde. Er ist Höhepunkt und Abschluss des Schwimmunterrichtes der dritten Klassen in den Grundschulen. Sechs Mal 25 Meter Brustschwimmen als Staffelwettkampf galt es zu bestehen. Und natürlich sollte auch der Vorjahresplatz als Schulmannschaft verteidigt werden. Zehn Grundschulmannschaften stellten sich den Kampfrichtern, kämpften um Meter und Sekunden, gaben alles auf der Wettkampfstrecke und wurden natürlich auch mächtig vom Beckenrand angefeuert. Im vergangenen Jahr 2009 war es die Mannschaft der Greizer Lessing-Grundschule, die den Wanderpokal erkämpfte. Doch die Titelverteidigung ging in diesem Jahr gründlich schief. Erstmals in der Geschichte dieses Wanderpokals erkämpften sich die Schwimmer der Grundschule Mohlsdorf in einer Zeit von 2:49,72 Min. den Wanderpokal. Doch ganz so einfach war das nicht, machte doch die Grundschule Teichwolframsdorf (2:58,39 min) den Mohlsdorfern das Siegen schwer und erkämpfte sich mit dieser Zeit den zweiten Platz. Gewinner der Bronzemedaille ist mit einer Zeit von 2:58,56 min die Grundschule Greiz-Irchwitz. Natürlich glänzten die Augen der Mohlsdorfer Kinder, als sie Pokal, Goldmedaillen und Urkunde aus den Händen von Renate Rausch, der Trainerin des 1. Schwimmklub Greiz , und der Schwimmsportkoordinatorin der Grundschulen, Steffi Hetzheim, entgegen nahmen. Dass neben den Staffelwettkampf um den Wanderpokal des Greizer Schwimmklub noch ein Streckentauchwettkampf gestartet wurde, machte diesen Sportvormittag in der Greizer Schwimmhalle für die kleinen Sportler noch interessanter. Bei den Mädchen zeigte Sandra Fischer von der Grundschule Teichwolframsdorf, dass sie die größten Reserven an Puste hatte. Sie durchtauchte das 25-Meter-Becken vollständig und sicherte sich damit den ersten Platz. Bei den Jungen reichte die 25-Meter-Bahn des Greizer Schwimmbeckens nicht, zeigte doch Moritz Belke von der Grundschule Berga einen effektiven Tauchstil, zog die 25 Meter durch, wendete unter Wasser und tauchte erst bei 27 Meter auf. Damit war ihm die Goldmedaille bei den Jungen sicher.


26. Juni 2010 /OTZ

Knappe Heimniederlage gegen Sachsen Werdau

Michael Schlegel wurde für seinen 333. Einsatz geehrt.
Michael Schlegel wurde für
seinen 333. Einsatz
geehrt.
Foto: Verein

Fußball - Alte Herren, Freundschaftsspiel
SG 1. FC/Chemie Greiz - Sachsen 90 Werdau 1:2 (1:2)

Greiz (OTZ/Schlegel).

Nunmehr zum vierten Mal trafen die Spielgemeinschaft Greiz und der SV Sachsen 90 Werdau aufeinander. Gespannt waren die zahlreichen Zuschauer auf dem Tempelwald, ob die Bilanz von einem Sieg und zwei Unentschieden für Greiz weiter ausgebaut werden kann. Es entwickelte sich ein zügiges Match mit verteilten Möglichkeiten. Zunächst war es der Greizer Vogel, der eine Rechtsflanke direkt annahm, die Kugel aber am Tor vorbeischoss (7.). Die Gäste antworteten mit einem 20-Meter-Schuss von Dirk Müller aus zentralen Position. Krieglstein konnte den Ball nur noch aus dem Netz holen, zu platziert war der Schuss zum 1:0 (11.). Nur fünf Minuten später lenkte der Werdauer Torwart einen Schuss von Vogel zur Ecke. Auch bei der nächsten Chance des gleichen Spielers parierte der Keeper (21.). Den abgewehrten Ball drückte Bauch zum verdienten 1:1-Ausgleich über die Linie. In der 37. Minute blieb es dem Greizer Andreas Beyse vorbehalten, im letzten Moment die Kugel von der Linie zu schlagen. Die Chance zur Gästeführung ließ sich Ackermann nach zu kurzer Abwehr nicht entgehen. Sein Schuss schlug zum 2:1 im Greizer Gehäuse ein. In der Halbzeitpause ehrte SGTrainer Werner Schmidt Torwart Jens Krieglstein für den 200. Einsatz und Michael Schlegel, der bisher 333 Mal für die Alten Herren auflief. Nach Anpfiff zum zweiten Abschnitt durch Schiri Blöthner- Teichmann setzte Brettfeld ein Achtungszeichen. Seinen 18-Meter-Schuss fischte der Werdauer Keeper aus dem rechten oberen Eck. Die wohl größte Möglichkeit zum Ausgleich hatte in der 71. Minute Marco Vogel. Sein Lupfer über den Werdauer Schlussmann landete knapp neben dem linken Pfosten. Auch die letzte Greizer Chance von Schirr brachte nichts Zählbares, so konnte Werdau erstmals gegen die SG gewinnen.

Greiz: J. Krieglstein, Zürnstein (41. A. Schlegel), Bähringer, Jung, A. Beyse, Vogel, Brettfeld, Bauch, Schröck (41. Knarr- Schütte), Kühnert (41. M. Schlegel), Kasenow.


26. Juni 2010 /OTZ

Kurz notiert:

Public Viewing mit passender Frisur

Wie bei allen WM-Spielen mit deutscher Beteiligung wird Friseurmeister Horst Schwabe auch am Sonntag auf dem Westernhagenplatz Greiz auf Wunsch schwarz-rot-goldene Strähnchen sprühen, was die 23-jährige Janine Burkert aus Jena beim Spiel gegen Ghana nutzte. Zum Public Viewing sind Fußballfans natürlich willkommen.
Foto: OTZ/Katja Grieser

Wie bei allen WM-Spielen mit deutscher Beteiligung wird Friseurmeister Horst Schwabe auch am Sonntag auf dem Westernhagenplatz Greiz auf Wunsch schwarz-rot-goldene Strähnchen sprühen, was die 23-jährige Janine Burkert aus Jena beim Spiel gegen Ghana nutzte. Zum Public Viewing sind Fußballfans natürlich willkommen.


Karikatur des Tages

Schönes Wochenende!
Schönes Wochenende!
Zeichnung: OTZ/Bruns


Kinder entzünden Lagerhallen-Brand

Greiz (OTZ).

Zu einem Brand kam es am Donnerstag, gegen 18.30 Uhr, in einer Lagerhalle in der Mylauer Straße. Kinder hatten in der Halle gespielt und mit Stroh und Papier Holzpaletten angebrannt. Als es ihnen misslang, das Feuer zu löschen, rannten sie weg. Ein Zeuge informierte die Feuerwehr, die daraufhin das Feuer schnell löschen konnte. Verletzt wurde niemand. Wirtschaftlicher Schaden ist keiner entstanden.


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