27. Mai 2010 /OTZ

Sozial-integrativer Kreislauf

Carola Oettmeier, Leiterin der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) gGmbH Plauen, übergibt die Schecks in Höhe von insgesamt 3500 Euro an die Vertreter von sozialen Einrichtungen der Stadt.
Carola Oettmeier, Leiterin der Fortbildungsakademie der Wirt-
schaft (FAW) gGmbH Plauen, übergibt die Schecks in Höhe von
insgesamt 3500 Euro an die Vertreter von sozialen Ein-
richtungen der Stadt.
Foto: OTZ/Christian Freund

Greizer Sozialladen „Novi-Life“ überreicht 3500 Euro an soziale Vereine und Institutionen

Von Katja Grieser Greiz.

Als „sozial-integrativen Kreislauf“ bezeichnet Carola Oettmeier, Leiterin der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) gGmbH Plauen, das Sozialladen-Projekt, das gestern mit der Scheckübergabe an soziale Vereine und Institutionen seinen Höhepunkt fand. FAW führt gemeinsam mit der Arge Landkreis Greiz das Projekt Sozialladen „Novi- Life“ in der Greizer Brückenstraße durch. Hierbei soll einerseits überwiegend jungen Leuten mit Schwierigkeiten, eine Lehr- oder Arbeitsstelle zu finden, geholfen werden. Im aktuellen Durchlauf sind es 16 Teilnehmer, die den Laden in der Brückenstraße führen. Von Beschaffung über Marketing bis hin zu Werkstatt und Laden selbst sind die jungen Leute eingespannt. Ziel ist es, sie in den ersten Arbeitsmarkt zu bringen bzw. in eine Lehre. Im aktuellen Durchlauf sei es bei drei Jugendlichen gelungen, ihnen einen Ausbildungsplatz zu verschaffen, wie Projektleiterin Brigitte Hamann und FAW-Koordinatorin Angela Müller stolz berichten. Schwieriger sei es gewesen, Arbeitsplätze für die Teilnehmer zu finden, aber in der Vergangenheit sei dies bereits gelungen. Während im Sozialladen zunächst einmal versucht wird, junge Leute mit persönlichen Problemen fit zu machen für die Arbeit, gibt es einen weiteren sozialen Aspekt. Denn das Geld, das mit dem Laden erwirtschaftet wird, kommt sozialen Projekten zugute. So wurden gestern 3500 Euro gespendet. Kinderheim, Jugendclub Spektrum, Stadtjugendring, Café OK, Integrative Beratungsstelle, Kinder- und Jugendschutzdienst, Frauenschutzhaus und der Verein Bunte Lade konnten sich über die Finanzspritze freuen. Der Stadtjugendring etwa wird das Geld für die Sommerferiengestaltung und für die Außenanlagen verwenden, der Jugendclub Spektrum für das Kinderfest im August anlässlich des 25-jährigen Jubiläums und das Frauenschutzhaus u. a. für Ausflüge für die betreuten Frauen und Kinder. Hier schließt sich also der Kreis.

Der Sozialladen in Zahlen

.. Der Sozialladen „Novi-Life“ in Greiz hat 632 Kundenkarten ausgegeben und zählt 1257 Kunden. Davon kaufen zirka 700 Leute pro Monat im Geschäft in der Greizer Brückenstraße ein.
.. Über 1200 aktive Spender aus dem gesamten Landkreis Greiz unterstützen den Sozialladen.
.. Im aktuellen Durchlauf kümmern sich 16 Teilnehmer darum, dass der Laden läuft. Ab 21. Juni startet das fünfte Projekt mit 15 Teilnehmern.
.. Seit dem Start des aktuellen Durchlaufs konnten 7861,60 Euro erwirtschaftet werden, die an soziale Projekte weitergereicht werden.

Kommentar

Nur ein Teilerfolg

Von Katja Grieser

Der Umzug des Sozialladens von der Friedhof- in die Brückenstraße und damit ins Zentrum der Stadt hat dem Projekt gut getan. Die Zahl der Kunden sei gestiegen, die der Spender ebenso. Auch eine Umsatzsteigerung konnte verzeichnet werden, worüber sich wiederum soziale Vereine freuen können. Denn alles, was hier erwirtschaftet wird, kommt gemeinnützigen Projekten zugute. Der von der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) gGmbH Plauen in Zusammenarbeit mit der Arge betriebene Sozialladen kann durchaus als Erfolg bezeichnet werden, weshalb seitens der FAW wohl auch der Wunsch besteht, neben den Läden in Greiz, Zeulenroda und Altenburg einen weiteren in Schleiz zu eröffnen. Da sei das bislang nicht gelungen, die Verhandlungen mit der dortigen Arge seien schwierig. Das liegt vielleicht daran, dass es beim eigentlichen Ziel des Projektes - Leute in Arbeit oder Ausbildung zu bringen - nicht so rosig aussieht. Drei Ausbildungsverträge bei 16 Teilnehmern ist nicht schlecht, aber eben auch nicht gut.


27. Mai 2010 /OTZ

Das Maximale herausgeholt

Strahlend übers Ergebnis: Melanie Riedel (links) und Isabel Hufenbach.
Strahlend übers Ergebnis: Melanie Riedel
(links) und Isabel Hufenbach.
Foto: Marcel Hilbert

Nachwuchssängerin Melanie Riedel freut sich über „Sehr gut“ beim Bundeswettbewerb

Von Katja Grieser Greiz/Lübeck.

„Sie hat das Maximale herausgeholt“, lautet der überaus zufriedene Kommentar von Musikschulleiter Ingo Hufenbach zum Abschneiden seiner Gesangsschülerin Melanie Riedel. Die 17-Jährige hat am Pfingstwochenende in Lübeck am Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ im Bereich Popgesang teilgenommen und die Jury bewertete ihren Gesangsvortrag mit dem Prädikat „Sehr gut“. 18 von 25 möglichen Punkten hat die Berufsschülerin erreicht. „Mehr war nicht drin, wir freuen uns sehr“, so Hufenbach. Sehr selbstkritisch ging Melanie Riedel mit ihrem Auftritt um, sie findet, dass sie ein wenig lockerer hätte sein können. Trotzdem ist auch die junge Sängerin stolz auf ihr Ergebnis beim Bundeswettbewerb. Schon allein die Tatsache, dass sie es bis dorthin geschafft hat, sei ein Grund zur Freude. Zum ersten Mal wurde der Ausscheid auf Bundesebene im Bereich Popgesang ausgetragen. „Es war wirklich alles dabei, von soft über rockig bis jazzig“, beschreibt Ingo Hufenbach das Gesangsspektrum der Teilnehmer. Ihm gefiel jedoch besonders die lockere, gelöste Atmosphäre beim Ausscheid in Lübeck.


27. Mai 2010 /OTZ

Zwei Caddys kollidieren auf der B 92

An beiden Fahrzeugen, die am Mittwoch auf der B 92 kollidierten, entstand Totalschaden.
An beiden Fahrzeugen, die am Mittwoch auf der B 92 kollidier-
ten, entstand Totalschaden.
Foto: Marcel Hilbert

Frontalunfall endet für beide Fahrer glimpflich - Bundesstraße rund eine Stunde gesperrt

Kühdorf (OTZ/M. Hilbert).

Mit dem Schrecken und den Umständen entsprechend leichten Verletzungen kamen gestern zwei Fahrzeugführer nach einem Unfall auf der B 92 davon. Beide Fahrer, jeweils mit einem weißen VW Caddy unterwegs, kollidierten kurz nach 13 Uhr in Höhe des Abzweiges Kühdorf zwischen Wildetaube und Neue Schenke. Der Unfall ereignete sich, nachdem ein Fiat Punto aus Richtung Gera am rechten Straßenrand anhielt. Aus bisher ungeklärter Ursache kam der 38-jährige Caddy-Fahrer, der hinter dem Fiat fuhr, nicht zum Stehen und scherte nach links aus. Dort prallte er frontal auf den entgegen kommenden Caddy eines 43-Jährigen. Letzterer wurde durch den Aufprall in den Straßengraben geschleudert, wobei er sich leichte Verletzungen am Schlüsselbein zuzog. Er wurde vom Rettungswagen umgehend ins Krankenhaus gebracht. Der 38-jährige Fahrer erlitt eine Handverletzung. An beiden Fahrzeugen entstand Totalschaden. Einsatzleiter Polizei-Oberkommissar Toralf Anton erklärte, dass der Beifahrerin des 77-jährigen Fiatfahrers vermutlich schlecht geworden sei und er das Fahrzeug daher am Straßenrand angehalten habe. „Das Fahrzeug war schon im Vorfeld durch langsame Fahrweise aufgefallen“, so Anton. Nun werde zu dem genauen Unfallhergang ermittelt. Dazu wurden vor Ort Zeugen befragt und Spuren gesichert, bevor die Straße von Fahrzeugteilen beräumt und ausgelaufenes Öl mit Sand gebunden wurde. Neben Polizei und Krankenwagen waren auch sechs Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Wildetaube am Einsatzort. Die Bundesstraße musste für etwa eine Stunde voll gesperrt werden.


27. Mai 2010 /OTZ

Geklaute Börse aus Tiefe der Talsperre geborgen

Klaus Zipfel zeigt die Geldbörse von Renate Chalupka, die ihr im September 2009 im Kaufland gestohlen wurde.
Klaus Zipfel zeigt die Geldbörse von
Renate Chalupka, die ihr im September
2009 im Kaufland gestohlen wurde.
Foto: OTZ/Heidi Henze

Tauchergruppe der Feuerwehr im Einsatz

Von Heidi Henze und Ute Flamich Zeulenroda (OTZ).

Aller zwei Monate begeben sich die Kameraden der Tauchergruppe der Freiwilligen Feuerwehr Zeulenroda auf einen Gang in die Tiefe des Zeulenrodaer Meeres. Einmal, um in Übung zu bleiben. Zum anderen aber auch, um all die Sachen aufzuspüren, derer sich Unbekannte einfach in der Talsperre entledigten. Nun mag es eine Freude für diejenigen sein, die Eigentümer der aus der Tiefe geholten Sachen waren oder sind, denn sicherlich erhalten sie diese nach Übergabe an die Polizeiinspektion Greiz wieder. Ob sie dann aber noch brauchbar sind, ist fraglich. So, wie im Fall der am Dienstagabend im Schlamm des Zeulenrodaer Talsperren-Wassers gefundenen schwarzen Geldbörse. Sie gehört Renate Chalupka aus Zeulenroda. „Ich war total von den Socken, als ich Dienstagabend gegen halb acht einen Anruf von der Polizei bekam“, sagte sie. Niemals hätte sie gedacht, ihr Portemonnaie wieder zu sehen. „Es war am 4. September 2009, ein Freitag, als ich im Kaufland erst Geld am Automaten holte und anschließend einkaufen ging“, so Renate Chalupka. Der Dieb müsse sie beobachtet haben, vermutet sie, die bis dato ihre Geldbörse immer in einem Stoffbeutel verpackt in den Einkaufswagen legte. Unbekümmert kaufte sie ein - den Einkaufswagen oft nicht 100-prozentig im Blick. An der Kasse kam dann das böse Erwachen: Bargeld, Ausweis, EC-Karte, andere wichtige Dokumente - alles war samt des schwarzen Geldbörse weg. Jetzt, nach neun Monaten, ist im wahrsten Sinne des Wortes fast alles wieder aufgetaucht. Alles, bis auf das Bargeld, befindet sich noch in der geklauten Geldbörse. „Ich habe die Polizei gefragt, was mit dem Portemonnaie passiert. Sie wollen sich wieder bei mir melden“, sagte Renate Chalupka, die ihre alte Brieftasche heute nicht mehr gebrauchen kann. Alle wichtigen Dokumente sind längst neu ausgestellt. „Eine Mahnung aber ist es mir ganz sicher. 1900 Euro hat der Dieb abgehoben, ich selbst davor 100 Euro, macht zusammen 2000 Euro Verlust.“ Seit dem Diebstahl hat Renate Chalupka nie wieder ihre Geldbörse in einen Stoffbeutel gesteckt und diesen unbeobachtet im Einkaufswagen liegen lassen. „Das war mir wahrlich eine Lehre“, sagte sie und kann heute über das Geschehene lachen. Die Geldbörse von Renate Chalupka blieb aber nicht das einzige Fundstück am Dienstagabend. Auf ihrem Tauchgang unterhalb der Brücke in einer Tiefe von 20 Metern und bei einer Wassertemperatur von 5,4 Grad - an der Wasseroberfläche wurden elf Grad gemessen - haben Klaus Zipfel, Chef der Feuerwehr-Tauchergruppe, und Einsatztaucher Steffen Köhler noch so einiges mehr entdeckt. Dazu zählen unter anderem chinesisches Porzellan mit einem Goldrand, ein Computer und ein Herren-Fahrrad. Alle Funde wurden der Polizei übergeben.


27. Mai 2010 /OTZ

980 Euro Zuwendung für Demenz-Seminar

AOK fördert Selbsthilfegruppe Schlaganfall

Greiz (OTZ/M. Hilbert).

„Noch heute reden unsere Mitglieder viel vom letztjährigen Seminar“, freut sich Margarete Mallon. Die Organisatorin der Greizer Selbsthilfegruppe (SHG) Schlaganfall hofft daher, dass auch in diesem Jahr wieder ein so erfolgreiches Seminar ausgerichtet werden kann. Ein wichtiger Schritt dazu wurde gestern genommen, denn am Mittwochmorgen erhielt Mallon die beantragte Förderung von der AOK Plus in Höhe von 980 Euro. Den symbolischen Scheck überreichte ihr in der AOK-Geschäftsstelle Greiz der Serviceleiter Norbert Mattausch. „Selbsthilfe braucht jede nur denkbare Unterstützung“, meint Mattausch. So werde auch künftig an der Förderung regionaler Gruppen festgehalten. Nachdem die SHG Schlaganfall 2009 ein Seminar zu Aphasie, einer Sprachstörung nach einem Schlaganfall, durchführte, findet die Veranstaltung in diesem Jahr zum Thema „Demenz oder nur Vergesslichkeit?“ statt. Dazu fahren etwa 14 der 20 SHG-Mitglieder vom 23. bis 25. August nach Ernstthal im Thüringer Wald. „Die Kosten dieser Veranstaltung belaufen sich auf 1500 Euro, da ist es schön, dass wir die Unterstützung in dieser Höhe bekommen haben“, sagt Mallon. Die Selbsthilfegruppe Schlaganfall trifft sich nach Absprache ein- bis zweimal im Monat, das nächste Treffen findet am Donnerstag, 24. Juni, statt.


27. Mai 2010 /OTZ

Von Gelbspöttern begrüßt

40 Interessierte nahmen am Pfingstmontag an der Vogelstimmenführung des Ostthüringer Ornithologenvereins teil, die durch Greizer Park, Krümmetal und bis nach Waldhaus führte.
40 Interessierte nahmen am Pfingstmontag an der Vogelstimmen-
führung des Ostthüringer Ornithologenvereins teil, die durch
Greizer Park, Krümmetal und bis nach Waldhaus führte.
Foto: Wolfgang Trommer

40 Naturinteressierte bei Vogelstimmenführung im Greizer Park - 47 Arten gelauscht

Greiz (OTZ/Hartmut Lange).

Zu früher Stunde hatten sich am Pfingstmontag 40 Naturinteressierte im Greizer Park eingefunden, um die heimische Vogelwelt näher kennen zu lernen. Die Führung des Ostthüringer Ornithologenvereins nutzten auch Naturfreunde aus Reichenbach, Fraureuth oder Braunichswalde. Zunächst begrüßten Mönchsgrasmücke und Gelbspötter mit ihren auffallenden Gesängen die Teilnehmer. Erster Höhepunkt war eine Schellente auf der Weißen Elster an der Luftbrücke. Diese kleine Tauchentenart tritt in der Regel nur im Winterhalbjahr in unserer Region auf. Anschließend erfreuten die Stimmen von Zaunkönig und Trauerschnäpper die Naturfreunde. Ein besonderes Erlebnis war der wetzende, an eine Grille erinnernde Gesang des Schlagschwirls am Elsterufer gegenüber dem ehemaligen Rosengarten. Hier war zudem ein Paar des Neuntöters, auch Rotrückenwürger genannt, zu beobachten. Dieser Singvogel kehrt erst Mitte Mai aus seinem afrikanischen Winterquartier zurück. Nach rund zwei Stunden im Park standen zunächst 38 Vogelarten zu Buche. Im zweiten Teil der Führung durch das Krümmetal bis zur Naturschutz-Information Waldhaus waren dann noch typische Waldvogelarten wie Haubenmeise oder Waldlaubsänger zu hören. Am Ende konnten sich die Naturfreunde über insgesamt 47 Arten freuen.


27. Mai 2010 /OTZ

„Meine Sprache wohnt woanders“

Chaim Noll stellte in der Greizer Bibliothek sein Buch zu Israel und Deutschland vor.
Chaim Noll stellte in der Greizer Bibliothek
sein Buch zu Israel und Deutschland vor.
Foto: Antje-Gesine Marsch

Autor Chaim Noll in Greiz zu Gast

Von Antje-Gesine Marsch und Susann Grunert Greiz.

Einschusslöcher in der Wand, ein Paar Soldatenstiefel in einer Blutlache, daneben ein Plastebecher, der noch halb mit Kaffee gefüllt ist - dieses Bild von einem Terroranschlag in Jerusalem ging um die Welt. Chaim Noll hat alles mit eigenen Augen gesehen. Im Text „Alltag unter Terror“, der im Band „Meine Sprache wohnt woanders - Gedanken zu Israel und Deutschland“ erschien, verarbeitet der Autor dieses Ereignis literarisch. Noll stammt aus (Ost-)Berlin und lebt seit 1995 in Israel, in der Wüste Negev. Die Greizer Bibliothek war am Dienstagabend die 21. von 27 Stationen seiner quer durch Deutschland führenden Lesereise, in der er das 2006 erschienene Buch, das er gemeinsam mit Lea Fleischmann schrieb, vorstellt. Im Text „Das verlorene Wort“ arbeitet der Autor auch seine Kindheit auf. „In der DDR wurde die jüdische Herkunft verschwiegen“, so Noll. Es sei unmöglich gewesen, als Jude zu leben, nur die Verfolgungsgeschichte sei thematisiert worden. Hatten die jüdischen Gemeinden im Jahr 1956 noch 7500 Mitglieder, waren es im Jahr 1990 nur noch 450. Dass seine Lesungen oft in schier endlose politische Diskussionen münden, ist der 56-Jährige gewohnt. Auch in der Bibliothek kam man nicht auf einen gemeinsamen Nenner. Am Vormittag nach der Lesung in der Bibliothek traf sich Noll im Kinocenter UT 99 mit Greizer Gymnasiasten. Und will man ein Fazit der gut anderthalbstündigen Veranstaltung ziehen, dann wohl jenes, dass über Israel hierzulande nur wenig bekannt ist. „In den deutschen Medien wird Israel meist als Kriegsschauplatz und Land voller Probleme dargestellt“, bedauerte Noll. Umso interessanter für die Schüler der 11. Klassen, das Heilige Land aus Sicht eines Bewohners kennen zu lernen. „Israel als multikulturell zu bezeichnen, reicht nicht aus“, erzählte Noll. Gut die Hälfte der rund 7,5 Millionen Einwohner sind eingewandert - aus mehr als 148 verschiedenen Ländern mit über 200 Muttersprachen. Voraussetzung für die Einbürgerung ist die Kenntnis der hebräischen Sprache, „mit der ich bis heute zu kämpfen habe“, gab Noll zu. „Dem Nationalgefühl nach bin ich Israeli, doch durch meine Muttersprache immer mit Deutschland verbunden.“ Obwohl Chaim Noll neben Hebräisch auch Italienisch, Russisch und Englisch beherrscht, hält er an seiner Muttersprache fest: „Es ist wichtig, dass auch in Israel Deutsch gesprochen wird“, meinte er. Der gebürtige Berliner hat in Bercheva ein Zentrum für deutsche Studien aufgebaut, junge Israelis lernen Deutsch, um in Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft beruflich Erfolg zu haben.


27. Mai 2010 /OTZ

Lesen macht nicht nur klug, es macht auch Spaß

Greizer Lesekönig gekürt - Zwölf Grundschüler wetteiferten um den Titel

Marius Frantz beim Vorlesen.
Marius Frantz beim Vorlesen.
Max Steudel beim Vorlesen.
Max Steudel beim Vorlesen.

Text & Bild Antje-Gesine Marsch

Der Greizer Lesekönig 2010 ist eine Königin. Gestern Vormittag setzte sich die Viertklässlerin der Lessing-Grundschule Sabrina Bartz knapp gegen elf weitere Titelbewerber durch. Veranstaltet und organisiert wurde die Olympiade, die unter dem Motto "Krimis & Detektive" stand, von der Greizer Bibliothek. "Wir haben zehn Stationen aufgebaut, die jedes Kind durchlaufen musste", wie Carolin Beutler, Leiterin der Kinderbibliothek, erklärte. So gehörten das Lösen von Rätseln, das Entschlüsseln einer Geheimbotschaft oder die Krimigeschichte "Heißer Tipp - wirklich", in der der Täter ermittelt werden musste, zum anspruchsvollen Programm. "Die Idee wurde im vergangenen Herbst geboren", wie die Grundschulleiterin der Bertolt-Brecht-Grundschule Obergrochlitz, Sabine Noack, die unterstützend mitwirkte, dazu ausführte. Man wandte sich für dieses Pilotprojekt an die sechs Grundschulen, mit denen die Greizer Bibo Kooperationsverträge unterhält, die zwei besten Leser der Klassenstufe 4 zur Olympiade zu delegieren. Anderthalb Stunden Zeit hatten nun die Schüler, um die Aufgaben zu lösen. Tina Lange aus der Goetheschule war als eine der ersten fertig und holte sich sogar noch eine Zusatzaufgabe: "Mir macht es Spaß, ich hatte mich auch gut vorbereitet." Doch die schwierigste Aufgabe sollte noch kommen: Das Vorlesen eines unbekannten Textes, was von einer Jury - bestehend aus Barbara Jugel, Chefin der Buchhandlung Bücherwurm, Antje-Gesine Marsch als Pressevertreterin, sowie der Elftklässlerin Laura Zehlein, der Drittklässlerin Lara Hausdorf und Kinderbibo-Chefin Carolin Beutler - kritisch bewertet wurde. So galt es, die Textflüssigkeit, Betonung, Vortragsweise und Lautstärke einzuschätzen. Nebenbei erfuhr man auch die Auflösung des Rätsels, wer in dem vorgestellten Kinderbuch "Der Unsichtbare", aus dem jedes Kind eine Seite lesen musste, der geheimnisvolle Dieb war. Nach Auswertung beider Wertungsteile stand fest, dass Sabrina Bartz das Rennen gemacht hatte. Jedes teilnehmende Kind erhielt eine Teilnahmeurkunde und natürlich ein Buch überreicht. ."Ich bin tief beeindruckt, was die Kinder heute Vormittag geleistet haben", befand Carolin Beutler anerkennend. Die etwas traurig dreinblickenden Nicht-Könige ermunterte sie, trotzdem weiter so viel und gut zu lesen, wie sie es von den meisten Schülern bereits kannte. "Und denkt dran: Lesen macht nicht nur klug, es macht auch Spaß!", gab sie den Kindern mit auf den Weg.


27. Mai 2010 /OTZ

Fußballfest auf dem Mini-Spielfeld

Die drei Erstplatzierten des zweiten DFB-Aktionstages: Das Team „Pupsbacken“ holte den Sieg. Platz zwei ging an die „Teufelskicker“ vor den „Schienbeinbrechern“.
Die drei Erstplatzierten des zweiten DFB-Aktionstages: Das
Team „Pupsbacken“ holte den Sieg. Platz zwei ging an die
„Teufelskicker“ vor den „Schienbeinbrechern“.
Foto: Peter Reichardt

Sieben Kindermannschaften mit 50 Aktiven zum zweiten DFB-Aktionstag am Elsterufer

Von Peter Reichardt Greiz.

Zum zweiten Mal fand am Pfingstsonnabend ein DFB-Aktionstag auf dem Mini- Spielfeld am Elsterufer in der Greizer Neustadt statt. Die Idee zu diesem Fußballfest kommt ursprünglich vom Deutschen Fußball Bund und dem Thüringer Fußball-Verband. Im letzten Jahr nahmen 665 Schulen und Vereine an der Premiere des Aktionstages auf rund 1000 Mini-Spielfeldern teil. Zur zweiten Auflage konnten die Besucher sieben Kinder-Mannschaften im Alter bis zehn Jahre mit rund 50 Aktiven anfeuern. Auch zwei „größere“ Mannschaften, die außer Konkurrenz spielten, liefen am Elsterufer auf. Organisiert wurde das Turnier von der Stadtverwaltung Greiz, im speziellen Lutz Zürnstein, der vom 1. FC Greiz und der Interessengemeinschaft Greizer Neustadt unterstützt wurde. Das Umfeld des DFB-Mini- Spielfeldes hat sich im Übrigen mächtig geputzt. So wurden die Wege befestigt, andere ganz neu angelegt. Der Eingangsbereich des Spielfeldes ist nun gepflastert. Weiterhin ist eine Street-Basketballanlage installiert worden, dazu wurde das Gelände am Elsterufer reguliert und bepflanzt. Mit der Übergabe des Mini-Spielfeldes, in dessen Umbau rund 50 000 Euro geflossen sind, wurde nun ein weiterer Teil des Grün- und Erholungszuges entlang der Elster zwischen Schloßbrücke und Elsterplatz seiner Bestimmung übergeben und von den Kindern und Jugendlichen begeistert angenommen. Bis der Sieger des 2. DFB-Aktionstages am Sonnabend ermittelt war, mussten sich die sieben Turniermannschaften in 21 Spielen messen. Mit fantasievollen Mannschaftsnamen wie „Pupsbacken“, „Die Fantastischen Fünf“, „Wilde Kerle“, „Torknaller“, „Schienbeinbrecher“, „Teufelskicker“ oder „Tigerteam“ gingen die jungen Kicker in die Fußballduelle. Schön, dass hierbei nicht nur Jungen, sondern auch Mädchen und Kinder mit Migrationshintergrund das Spielfeld bevölkerten, und gemeinsam um Platz und Punkte gekämpft wurde. Im Turnierverlauf zeigte sich, dass die „Pupsbacken“ mit Moritz Pohle, Jimmy Nahr, Paul Rohleder, Tom Nahr und Ron Watzek die schlagkräftigste Truppe waren. Mit sechs Siegen und ohne Punktverlust war ihnen die Siegtrophäe, ein Fußball, sicher. Auch die „Teufelskicker“ mit Titus Kupkon, Pascal Schädlich, Denis Knäfel, Daniel Pasler, Johannes Ressel und Maximilian Ressel zeigten eine tolle Spielserie und konnten sich am Ende über Platz zwei beim DFB-Aktionstag freuen. Auf Platz drei schafften es die „Schienbeinbrecher“ mit Karim Bataineh, Eileen Bataineh, Hannes Schmeißer, Franziska Hanke und Lucas Hanke, die zwölf Punkte in diesem Turnier erkämpften. Stolz zogen die drei erstplatzierten Mannschaften, die vom DFB zur Verfügung gestellten T-Shirts über und ließen die Medaillen auf der Brust glänzen. Doch Verlierer gab es an diesem Aktionstag keine, schließlich konnten sich alle Teilnehmer über Fußballsouvenirs vom DFB freuen. Im Anschluss an den Wettbewerb der Kinder-Mannschaften übernahmen die „großen“ Kicker vom Bolzclub Adidas und den Pohlitz Ultras das Regime auf dem Mini-Spielfeld. In vier Spielen ermittelten sie ihren Besten. Mit drei Siegen und einem Unentschieden hatte der Bolzclub Adidas am Ende die Nase vorn. Zielsicherheit und Schussgenauigkeit war anschließend auch an der Torwand gefragt. Der Pohlitzer Nik Trommer, acht Jahre, Lessingschüler Florian Mewes, ebenfalls acht Jahre, und der zehnjährige James Kevin Nahr, erwiesen sich hier als die Meister und trafen bei jeweils sechs Schüssen alle zweimal ins Netz. So musste ein Stechen die Entscheidung bringen, welches James Kevin Nahr unter dem Beifall der Zuschauer für sich entschied. Wieder gestaltete sich der DFB-Aktionstag auf dem Mini- Spielfeld am Elsterufer als ein tolles Fußballfest für kleine Kicker und ein breitensportliches Event, das selbst Eltern und Zuschauer am Spielfeldrand mitriss und allen unendlichen Spaß bereitet hat. Dass dabei am Spielrand auch noch nützliche Gespräche für den Greizer Fußball geführt wurden, war ein begrüßenswerter Nebeneffekt. Ein DFB-Aktionstag, der hoffentlich eine Fortsetzung finden wird.

Fotografische Eindrücke von Peter Reichardt -
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27. Mai 2010 /OTZ

Vierter Sieg in Folge für den Greizer SV

Mit 7:2 gewann der Greizer SV (rot) auch das vierte Spiel dieser Saison.
Mit 7:2 gewann der Greizer SV (rot) auch
das vierte Spiel dieser Saison.
Foto: Peter Reichardt

Fußball, Alte Herren: Frank Reichardt fünffacher Torschütze für den Gastgeber
Greizer SV - Blau-Weiß 90 Greiz 7:2 (5:0)

Greiz (OTZ/Roland Hilbert).

Mit dem vierten Sieg im vierten Saisonspiel blieb der Gastgeber im Greizer Stadtderby ungeschlagen. Die Aubachtaler Gastgeber begannen druckvoll und waren in der ersten Halbzeit klar spielbestimmend. Grünler gelang schon frühzeitig der 1:0- Führungstreffer (5.). Nach schöner Vorarbeit von Bernickel war Reichardt mit Kopfball zum 2:0 erfolgreich (11.). Auf der Gegenseite verhinderte Gastgeber-Torhüter Damm mit guter Parade einen Gegentreffer von Degner. Im weiteren Spielverlauf zeigte der Gastgeber guten Kombinationsfußball, und die Abwehr der Gäste war oftmals überfordert. Nach einer Flanke von Krakau erhöhte Reichardt aus spitzem Winkel auf 3:0 (23.). Kurz darauf traf Krakau selbst zum 4:0 (25.). Als erneut Reichardt zum 5:0 einschoss (28.), war die Partie schon zur Halbzeit für die Gäste gelaufen. Mit Beginn der zweiten Hälfte nutzte Reichardt einen Abwehrfehler zum 6:0 (41.) und nach einem Torwartfehler war er mit seinem fünften Treffer zum 7:0 erfolgreich (52.). Im weiteren Spielverlauf ließ die Konzentration beim Gastgeber immer mehr nach, obwohl noch mehrere Großchancen vorhanden waren. So kamen die Gäste durch Schumann zum 7:1-Ehrentreffer (69.), und Schmiedel setzte kurz vor Schluss mit dem 7:2 den Schlusspunkt (79.). Am Ende ein verdienter Sieg der Aubachtaler. Schiedsrichter Stark vom Greizer SV hatte mit der fairen Begegnung keine Probleme.

Greizer SV: Damm - Hilbert, Kattler, Oettert, Wolf, Pohle, Mainka, Krakau, Bernickel, Scharr, Männel, Grünler, Reichardt.

Fotografische Eindrücke von Peter Reichardt -
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27. Mai 2010 /OTZ

Verhaltener Zuspruch bei ersten Karate-Spielen

Die Karate-Kämpfer gingen in Greiz-Pohlitz an den Start.
Die Karate-Kämpfer gingen in Greiz-Pohlitz
an den Start.
Foto: M.Hilbert

Nur zwei Vereine bei Kreisjugendspielen

Greiz (OTZ/Matthias Puch).

Dieses Jahr richtete das Asiatische Bewegungszentrum zum ersten Mal die Kreisjugendspiele für Karate aus. Dem Aufruf folgten ein Verein aus Hohenleuben und einer aus Greiz, die ihre Wettkämpfer nach Greiz-Pohlitz entsandten. Somit kam eine Gesamtzahl von 45 Wettkämpfern im Alter von vier bis 18 Jahren zusammen. Nach der Begrüßung der anwesenden Sportlern durch einen Vertreter des Kreissportbundes Greiz und dem Veranstalter gingen die Kampfrichter an ihre Plätze. Alle Starter konnten sich in fünf Kategorien wie zum Beispiel Kata (festgelegte Form) oder Kumite (Freikampf) einschreiben. Um lange Wartezeiten zu vermeiden, wurde auf vier Wettkampfflächen gestartet. So konnten gleichzeitig 15 bis 20 Kinder in den unterschiedlichen Kategorien ihr Bestes zeigen. Kampfrichter und Betreuer achteten darauf, dass jeder auch rechtzeitig an seinen Platz war. Damit wurde neben dem Wettkampf auch noch eine freundschaftliche Atmosphäre geschaffen, in der sich die Kinder über ihre Erfahrungen austauschen konnten und auch noch Zeit fanden, ihre Freunde auf der andern Wettkampffläche anzufeuern. Nach drei Stunden standen die Sieger fest und die Veranstalter konnten zur Siegerehrung schreiten. Viele Namen wurden mehrmals aufgerufen und man konnte an den Gesichtern sehen, wie stolz die jungen Kämpfer auf ihre Medaillen waren. Nur einer hatte zum Schluss keine abbekommen, aber er sollte auch nicht leer ausgehen und bekam für seine Mühen noch eine Bronzemedaille. Zum Abschluss wurde beschlossen, dass im nächsten Jahr wieder ein solcher Wettkampf veranstaltet werden soll. Der Dank der Organisatoren galt dem Kreissportbund, ohne dessen Unterstützung diese Spiele nicht möglich gewesen wären. Bleibt nur zu hoffen, dass 2011 weiter Vereine aus dem Landkreis mobilisiert werden können.


27. Mai 2010 /OTZ

Über 260 Spieler an nur zwei Tagen

Der Greizer Konstantin Larsen
Der Greizer
Konstantin Larsen
Foto: M. Hilbert
Dominik Oettmeier trat für den TS Arzberg an.
Dominik Oettmeier trat für
den TS Arzberg an.
Foto: M. Hilbert

Tischtennis: 14. Pfingstturnier des VfB Greiz

Greiz (OTZ/Thomas Klemet).

Zum bundesoffenen Tischtennis- Pfingstturnier in der Lessingsporthalle konnten die Verantwortlichen des VfB Greiz wieder über 260 Teilnehmer in sechs Wettkampfklassen begrüßen. Das Turnier begann am Sonnabend mit den Nachwuchsklassen Jugend und Schüler. Am stärksten in der Jugendklasse bewies sich dabei Steffen Wagner vom Post SV Zeulenroda. Er verwies im Finale den Lengenfelder Nico Meinhold auf Platz zwei. Bei den Schülern hatte Nico Meinhold im Endspiel dann keine Chance. Zu stark zeigte sich in diesem Spiel Johannes Jäger vom TS Arzberg, der sich damit zum ersten mal in die Siegerlisten des Turnieres eintragen konnte. Bei den Herren C (offen für Kreisliga und Bezirksklasse) konnten sich die gesetzten Mannschaften in die Endrunde kämpfen. Wieder einmal spielten sich mit den Falkensteinern Marc Raithel/Maik Berthold zwei Spieler ins Halbfinale, die beim Pfingstturnier schon über Jahre zu den Teilnehmern und Platzierten in dieser Klasse gehören. Diesmal schafften sie es abermals durch einen Sieg gegen Abrosimov/LeMinh (Burgstädt) ins Finale. Dort trafen sie allerdings auf einen an diesem Tag unschlagbaren Gegner. Dennis Schade/Franz Freisens (Tabarz/ Waltershausen) spielten souverän ihr Spiel und ließen den beiden keine Chance auf den Turniersieg. Der Sonntag begann mit den Herren B (offen Bezirksliga und Verbandsliga), wo 96 Spieler starteten. Im Finale standen sich hier Tom Gerbig/ Andre Wolf (TSV Penig) und Dennis Schade/Dominique Einicke (Tabarz/Friedrichsroda) gegenüber, das Erstere für sich entschieden. In der Klasse Herren A (offen für alle Spielklassen einschließlich 2. Bundesliga) traten nach einem Jahr Pause die langjährigen Sieger Alexander Flemming/Michal Jirasek wieder in Greiz an. Souverän und verdient gewannen Flemming/ Jirasek das Finale gegen Minh TranLe/Martin Ewert (Zeulenroda/ Jena) und konnten sich als Sieger feiern lassen. Bei den Damen setze sich in einem einseitigen Finale Alena Malkovska (Lok Zwickau) gegen Kulbaken Fajzulin (Post SV Zeulenroda) in 3:0-Sätzen durch.


27. Mai 2010 /Vogtland-Anzeiger

Lesen macht nicht nur klug, es macht auch Spaß

William Dietzsch (l.) und Max Steudel stärken sich.
William Dietzsch (l.) und Max Steudel stärken sich.

Greizer Lesekönig gekürt - Auch Elsterberger Grundschüler wetteiferten mit

Antje-Gesine Marsch

Lesekönig 2010 ist der Elsterberger Grundschüler Max Steudel am Mittwoch leider nicht geworden. Doch hat ihm der Kampf um den Titel, den er gemeinsam mit elf weiteren Bewerbern führte, Spaß gemacht. "Ich fand die Aufgaben mittelschwer", so der Viertklässler, der zur Verstärkung seinen Klassenkameraden William Dietzsch mitgebracht hatte. Veranstaltet und organisiert wurde die Olympiade, die unter dem Motto "Krimis & Detektive" stand, von der Greizer Bibliothek. Und da die Elsterberger Grundschule erst im letzten Jahr einen Kooperationsvertrag mit der Bibliothek abgeschlossen hatte, wurde sie neben fünf Greizer Schulen natürlich auch eingeladen. "Wir haben zehn Stationen aufgebaut, die jedes Kind durchlaufen musste", wie Carolin Beutler, Leiterin der Kinderbibliothek, erklärte. So gehörten das Lösen von Rätseln, das Entschlüsseln einer Geheimbotschaft oder die Krimigeschichte "Heißer Tipp-wirklich", in der der Täter ermittelt werden musste, zum anspruchsvollen Programm. Die schwierigste Aufgabe sollte für die Olympioniken noch kommen: Das Vorlesen eines unbekannten Textes, was von einer Jury - bestehend aus Barbara Jugel, Chefin der Buchhandlung Bücherwurm; Antje-Gesine Marsch als Pressevertreterin, sowie der Elftklässlerin Laura Zehlein, der Drittklässlerin Lara Hausdorf und Kinderbibo-Chefin Carolin Beutler - kritisch bewertet wurde. So galt es, die Textflüssigkeit, Betonung, Vortragsweise und Lautstärke einzuschätzen. Auch hier schlugen sich Max und William wacker in ihrem Vortrag. Nach Auswertung beider Wertungsteile stand allerdings fest, dass die Lessing-Grundschülerin Sabrina Bartz das Rennen gemacht hatte. Obwohl Max Steudel einmal Naturwissenschaftler werden möchte, habe ihm die Lese-Olympiade gut gefallen. Lehrerin Katja Pestel hatte ebenfalls "nichts zu meckern", wie sie lachend sagte. "Die Veranstaltung war toll organisiert und sich mit anderen Schülern zu messen, ist doch eine feine Sache." Jedes teilnehmende Kind erhielt eine Teilnahmeurkunde und natürlich ein Buch überreicht. "Ich bin tief beeindruckt, was die Kinder heute Vormittag geleistet haben", befand Carolin Beutler anerkennend. Die etwas traurig dreinblickenden Nicht-Könige ermunterte sie, trotzdem weiter so viel und gut zu lesen, wie sie es von den meisten Schülern bereits kannte. "Und denkt dran: Lesen macht nicht nur klug, es macht auch Spaß!", gab sie den Kindern mit auf den Weg.


27. Mai 2010 /Vogtland-Anzeiger

Meine Sprache wohnt woanders

Lesung und Diskussion mit Autor Chaim Noll in Greizer Bibliothek

Text & Bild Antje-Gesine Marsch

Einschusslöcher in der Wand, ein Paar Soldatenstiefel in einer Blutlache stehend, daneben ein Plastebecher, der noch halb mit Kaffee gefüllt ist - dieses Bild von einem Terroranschlag in Jerusalem ging um die Welt. Chaim Noll hat alles mit eigenen Augen gesehen; nur wenige Minuten trennten ihn selbst von diesem schrecklichen Attentat, das über sechzig zum Teil Schwerverletzte forderte. Im Text "Alltag unter Terror", der im Band "Meine Sprache wohnt woanders - Gedanken zu Israel und Deutschland" erschien, verarbeitet der aus Deutschland stammende Autor dieses Ereignis literarisch. Die Greizer Bibliothek war am Dienstagabend die einundzwanzigste von insgesamt 27 Stationen seiner quer durch Deutschland führenden Lesereise, in der er das 2006 erschienen Buch, das er gemeinsam mit Lea Fleischmann schrieb, vorstellt. Beide Autoren haben eine Gemeinsamkeit: Die im westdeutschen Frankfurt/M. aufgewachsene, begeisterte 68erin Lea Fleischmann und der in Ostberlin geborene Sohn des bekannten DDR-Schriftstellers und Funktionärs Dieter Noll entdeckten ihre jüdische Herkunft wieder. Eine spannende Spurensuche begann und schließlich keimte auch der Gedanke auf, nach Israel auszuwandern. Noll sah, nachdem er Anfang der 80er Jahre den Wehrdienst in der DDR politisch verweigerte, eh keine andere Möglichkeit, als die Ausreise zu stellen. 1983 verließ er die DDR, 1991 zog die Familie nach Italien; seit 1995 haben sie in Israel, in der Wüste Negev, ihre neue Heimat gefunden. Das Buch selbst beschreibt Etappen dieses Weges. Im Text „Das verlorene Wort“ arbeitet der Autor auch seine Kindheit auf. „In der DDR wurde die jüdische Herkunft verschwiegen“, so Noll. Es sei unmöglich gewesen, als Jude zu leben, nur die Verfolgungsgeschichte sei thematisiert worden. Hatten die jüdischen Gemeinden im Jahr 1956 noch 7500 Mitglieder, waren es im Jahr 1990 nur noch 450. Man strebte „das langsame Aussterben der Juden“ an, wie Chaim Noll einschätzte. Nachdem der Autor von 1997 bis 2006 nicht nach Deutschland reiste, habe er in der Gegenwart den Eindruck, das Land sei politisch „angenehmer“ geworden. So finden die Erlebnisse der Verdrängung in der alten Heimat bis hin zu den Konfrontationen mit der Realität im Nahen Osten, aber auch die unendlich große Liebe zu diesem Land ihren literarischen Niederschlag. Dass seine Lesungen oft in schier endlose politische Diskussionen münden, ist der 56-Jährige gewohnt. Religiös, gesellschaftlich oder politisch – auf einen gemeinsamen Nenner konnte man an diesem Abend nicht kommen. Eines unterstrich Chaim Noll allerdings mit Nachdruck „Ein einheitlicher Palästinenserstaat ist reine Illusion.“


27. Mai 2010 /Wolfgang Trommer

Vogelstimmenführung im Greizer Park

Ornithologe Hartmut Lange erklärt den Interessierten beim Vogelstimmenrundgang im Greizer Park viele interessante Details.
Ornithologe Hartmut Lange erklärt den Interessierten beim
Vogelstimmenrundgang im Greizer Park viele interessante
Details.
Foto: Wolfgang Trommer.

Es kostete schon etwas Überwindung, am Pfingstmontag zeitig genug aus den Federn zu kommen und um 6 Uhr rechtzeitig am Treffpunkt zur Vogelstimmenführung am Haupteingang des Greizer Parkes zu sein.

Wolfgang Trommer

Doch Ornithologen und Vogelfreunde wissen, dass nur am frühen Morgen die Beobachtung unserer kleinen gefiederten Freunde erfolgreich ist. Am Anfang hat der Unbedarfte ganz schön große Mühe bestimmte Vogelstimmen aus dem Morgenkonzert der Vögel im Greizer Park heraus zu filtern. Im Laufe der Führung gelingt das bald besser, wenn sich das Gehöhr langsam schult. Unter außerordentlich sachkundiger Führung von Herrn Hartmut Lange und seiner Mitstreiter aus dem Verein Ostthüringer Ornithologen Greiz konnte zwischen 30 und 40 Besuchern die Vogelwelt des Greizer Parkes, der Hammerwiesen und des Waldhäuser Forstes näher gebracht werden, wobei der Neuling nicht schlecht staunte, wie Herr Lange Vogelstimmen zu unterscheiden weiß und auch in Windeseile einen vorbei fliegenden Vogel bestimmen kann. Als gegen 10.00 Uhr die Vogelstimmenführung in Waldhaus endete waren die Teilnehmer um einmalige Eindrücke unserer schützenswerten Natur reicher. Immerhin waren fast 40 Vogelstimmen festgestellt worden und dazu die entsprechenden Erklärungen erfolgt. Viele der Vögel konnten mit dem Fernglas beobachtet werden, ein einmaliges Erlebnis für den, der nicht die geschulte Beobachtungsgabe der Ornithologen besitzt. Diese Vogelstimmenführung in Greiz an einem Pfingstfeiertag beruht auf alten Traditionen. Bereits der Verein der Naturfreunde, dessen erster Vorsitzender kein geringerer als Professor Dr. Ludwig war, führte derartige Führungen durch. Der Verein Ostthüringer Ornithologen Greiz hält diese Tradition weiterhin aufrecht, wofür den Mitgliedern dieses Vereines besonderer Dank gebührt.


27. Mai 2010 /OTZ

Kurz notiert:

Kinderfest der Mäggie-Redaktion in Greiz

Um die Kinder geht es am Freitag, 28. Mai, vor und in der Greizer Bibliothek sowie auf dem Kirchplatz. Die Bibliotheks-Zeitung „Mäggie“ veranstaltet ihr Kinderfest. Es warten Sackhüpfen, Basteln, Dosenwerfen und vieles mehr ab 14 Uhr auf die Besucher. Natürlich werden auch Geschichten gelesen. Um 17 Uhr kommt dann auf dem Kirchplatz der Fanfarenzug Greiz zusammen mit den Cheerleadern der Lessingschule.
Archivfoto: OTZ/Katja Grieser

Um die Kinder geht es am Freitag, 28. Mai, vor und in der Greizer Bibliothek sowie auf dem Kirchplatz. Die Bibliotheks-Zeitung „Mäggie“ veranstaltet ihr Kinderfest. Es warten Sackhüpfen, Basteln, Dosenwerfen und vieles mehr ab 14 Uhr auf die Besucher. Natürlich werden auch Geschichten gelesen. Um 17 Uhr kommt dann auf dem Kirchplatz der Fanfarenzug Greiz zusammen mit den Cheerleadern der Lessingschule.


Karikatur des Tages

Zeichnung: OTZ/Bruns
Zeichnung: OTZ/Bruns


Parkbank angezündet

Greiz (OTZ).

Ein 22-jähriger Mann und eine 24-jährige Frau zündeten am Dienstag gegen 19 Uhr eine Parkbank auf dem Von-Westernhagen-Platz an. Sie saßen auf der Bank und konsumierten alkoholische Getränke. Ein Zeuge beobachtete die beiden, die in volltrunkenem Zustand zündelten und informierte die Polizei. Die Täter konnten in Tatortnähe gestellt werden.


Bistrostühle entwendet

Greiz (OTZ).

Ein unbekannter Täter entwendete am Dienstag der Zeit zwischen 8 Uhr und 10.30 Uhr zwei Rattanstühle mit blauem Lederbezug, die vor dem Caféshop in der Brückenstraße 2 standen. Die Stühle hatten einen Wert von 160 Euro. Wer hat eine Person gesehen, die im Tatzeitraum mit zwei Stühlen durch die Greizer Innenstadt lief? Hinweise an PI Greiz, Tel.: 03661 6210.


Bier-Dieb mit Haftbefehl gesucht

Berga (OTZ).

Ein 27-jähriger Ladendieb wurde am Dienstag gegen 13 Uhr in Berga von einem Detektiv gestellt. Er hatte eine Flasche Bier unter seine Kleidung gesteckt und verließ den Kassenbereich, ohne diese zu bezahlen. Zur Feststellung seiner Personalien suchten Beamte der Polizeiinspektion Greiz und Beamte der Polizeiinspektion Zentrale Dienste Gera seine Wohnanschrift auf. Bei der Überprüfung des Bundespersonalausweises stellte sich heraus, dass dieser bereits abgelaufen war und zudem gegen den jungen Mann ein Haftbefehl vorlag. Darüber hinaus fanden die Beamten in der Wohnung eine Bong (eine Art Wasserpfeife) und geringe Mengen Betäubungsmittel, die sichergestellt wurden. Anzeigen wurden erstattet.






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