25. Mai 2010 /OTZ

Zum Mühlentag abgehoben

Gestern zum Mühlentag zog es wieder zahlreiche Besucher zur Ketzels Mühle an der Göltzschtalbrücke im sächsischen Netzschkau.
Gestern zum Mühlentag zog es wieder zahlreiche Besucher zur
Ketzels Mühle an der Göltzschtalbrücke im sächsischen
Netzschkau.
Foto: OTZ/Katja Grieser

Krankorbfahren als Attraktion in Ketzels Mühle - Zahlreiche Besucher in Ausstellung

Von Katja Grieser Netzschkau.

Die Göltzschtalbrücke ist zweifelsohne ein Hingucker, doch der Anblick des derzeit eingerüsteten Bauwerks ist wahrlich beeindruckend. Vor allem dann, wenn sich der Besucher in 55 Metern Höhe ein Bild davon machen kann. Die Krankorbfahrten, die die Greizer Firma Held anbot, waren deshalb auch die Attraktion zum gestrigen Mühlentag an der Ketzels Mühle in Netzschkau. Das 900 Tonnen schwere Gerüst, befestigt mit 10 000 Dübeln, aus luftiger Höhe betrachten zu können, lockte zahlreiche Mutige in den Krankorb. „Es kommt immer aufs Wetter an, aber wenn die Sonne scheint, nehmen viele das Angebot war", sagt Michael Held von der Firma Held und freut sich, dass sein Angebot gestern so gut angenommen wurde. Das Gleiche konnte auch Sebastian Ketzel von der Ketzels Mühle sagen. Dank des größtenteils sonnigen Wetters nutzten zahlreiche Besucher aus der Region das Pfingstwochenende, vor allem den gestrigen


Die Göltzschtalbrücke ist einfach ein Anziehungspunkt.

Michael Held von der gleichnamigen Kranverleih-Firma


Mühlentag, zu einem Ausflug zur Ketzels Mühle. Nicht nur die herrliche Kulisse mit der Göltzschtalbrücke, sondern auch die Ausstellung zur 1904 gebauten Mühle war gefragt. Dort hat die Familie Ketzel u. a. Maschinen ausgestellt, die bis zur Einstellung der Produktion im Jahr 1991 noch im Einsatz waren. „Schauvorführungen sind nicht möglich, die Mühle war so groß, man hätte es nicht richtig zeigen können", erklärt Sebastian Ketzel. Dafür wird in der Dauerausstellung auch über die Göltzschtalbrücke informiert. Das „gigantische Bauwerk" lockte Hans-Dieter Gerischer aus Auerbach nach Netzschkau. „Wir machen einen Familientag", sagt der Vogtländer, der mit Frau und Tochter insgesamt vier Mühlen besucht hat. Von Werda über Syrau führte sie der Weg über Greiz bis nach Netzschkau, als krönender Abschluss stand noch Lengenfeld auf dem Programm „Es ist schönes Wetter und der Mühlentag lockt halt", begründet Hans-Dieter Gerischer, weshalb es ihn und seine Familie am Pfingstmontag nicht zu Hause hielt.

Kommentar

Attraktion für alle

Von Katja Grieser

Die Krankorbfahrten der Firma Held sind beliebt, das ist spätestens seit dem Thüringentag in Greiz im vergangenen Jahr klar, als sich lange Schlangen vor dem Kean bildeten. Und auch gestern an der Ketzels Mühle in Netzschkau konnten zahlreiche Besucher nicht widerstehen und ließen sich 55 Meter in die Höhe heben. Um diese Attraktion wirklich allen Leuten anbieten zu können, hat Michael Held aufgerüstet. Denn beim alten Krankorb musste der Fahrgast noch mühsam über das Geländer kraxeln, um ins Innere zu gelangen. Somit fiel eine Fahrt für ältere Leute oder Behinderte von vornherein aus. Im vergangenen Jahr hat Held einen Krankorb mit Tür bauen lassen, so dass der Zugang nun für alle unkompliziert möglich ist. Und die Investition hat sich gelohnt, kann Michael Held berichten. Zunehmend kann er auch ältere Leute zu seinen Fahrgästen zählen, denen er dann ungewöhnliche Blicke von ganz oben bieten kann.


25. Mai 2010 /OTZ

Idyllisch gelegenes Schmuckstück

Steinermühle zum Mühlentag entdeckt

Waltersdorf (OTZ/gru).

„Haltestelle Steinermühle", wie es ein Schild im Garten der idyllisch in Waltersdorf gelegenen Mühle besagt, dachten sich zum gestrigen Mühlentag wohl viele Ausflügler. „Viele Radler und Wanderer sind heute hier vorbei gekommen", freuten sich die Besitzer, die insgesamt mehr Besucherzahl als in den Vorjahren zählten. Die Gäste der Steinermühle konnten im gemütlichen Innenhof des Schmuckstücks bei Kaffee und Kuchen mit den Eigentümern plaudern.


25. Mai 2010 /OTZ

Akustik begeistert zum Mühlenkonzert

Zirka 50 Zuhörer am Pfingstsonntag

Netzschkau (OTZ).

Die Akustik in der Ketzels Mühle begeisterte am Sonntag auch zum 11. Mühlenkonzert, bei dem das Quartett 21 spielte. Die vier Musiker der Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach brachten am Sonntagabend Wolfgang Amadeus Mozarts „Divertimento D-Dur KV 136", Sergei Rachmaninows „Romanze und Scherzo für Streichquartett", Giacomo Puccinis „Crisantemi" sowie Antonin Dvoraks „Streichquartett F-Dur op. 96 — Amerikanisches" zu Gehör und begeisterten damit die zirka 50 Zuhörer. Die Philharmoniker Sergei Synelnikov (1. Violine), Artashes Stamboltsyan (2. Violine), Stefan Roberto Kelber (Viola) und Peter Manz (Violoncello) bilden die Kammermusik-Formation, die das diesjährige Mühlenkonzert gestaltete. Der Name Quartett 21 soll die Offenheit der Musiker im 21. Jahrhundert dokumentieren.


25. Mai 2010 /OTZ

Besuchermagnet Sterner-Mühle

Fabienne Motschmann erfühlt Roggenkörner.
Fabienne Motschmann erfühlt
Roggenkörner.
Alfred Sterner erklärt Besuchern einen Walzstuhl.
Alfred Sterner erklärt Besuchern
einen Walzstuhl.
Fotos: OTZ/Susann Grunert

Andrang zum Mühlentag in Neumühle

Von Susann Grunert Neumühle (OTZ).

Schon bevor in der Sterner-Mühle in Neumühle um 10 Uhr offiziell der Startschuss zum Mühlentag 2010 gegeben 'wurde, bildeten sich Schlangen von Besuchern, die die Wassermühle bei einer Führung erkunden wollten. „Der Andrang ist riesig", freute sich Mühlenbetreiber Alfred Sterner. Aufgrund der zahlreichen Gäste entschloss man sich, aus den stündlichen halbstündliche Rundgänge zu machen, doch auch so wurde man der Massen kaum Herr. „Ich weiß gar nicht, wie viele Führungen ich heute schon gemacht habe",lachte Müllermeister und Seniorchef Reinhard Sterner. Dass das Korn bis zum fertig gemahlenen Mehl zehnmal durch so genannte Doppelwalzenstühle laden muss, erfuhren die Besucher auf dem Walzenboden. „Wir produzieren hier nur Roggenmehl, davon zirka 1000 Tonnen im Jahr", erzählte Alfred Sterner. Eine Kaffeestube lud in der Mühle zum Verweilen ein. Anhand von Schautafeln, gestaltet vom Neumühler Ortschronisten Edgar Schwarz, ließ sich die jahrhundertealte Geschichte der Sterner-Mühle verfolgen. Der Nitschareuther Schützenverein feuerte anlässlich des Mühlentages einen Ehrensalut ab. „Ich finde es hier ganz toll", zeigte sich Inge Otto aus Hohenleuben begeistert. „Ich kannte die Mühle gar nicht, sie ist so schön urig, auch landschaftlich wunderbar gelegen", fährt sie fort. Zum Mühlentag konnten die Besucher auch einen Blick in das angrenzende Sägewerk werfen.


25. Mai 2010 /OTZ

Pfingstausflug auf Schienen

Neugierige aus Thüringen und Sachsen nutzten am Pfingstwochenende die Gelegenheit, mit der Handhebel-Draisine zwischen Teichwolframsdorf und Werdau zu fahren.
Neugierige aus Thüringen und Sachsen nutzten am Pfingstwochen-
ende die Gelegenheit, mit der Handhebel-Draisine zwischen
Teichwolframsdorf und Werdau zu fahren.
Foto: Peter Reichardt

Draisinefahren auf stillgelegter Bahnstrecke erfreut sich Besucheransturms

Von Peter Reichardt Teichwolframsdorf.

Einmal auf Schienen durch den Greiz—Werdauer Wald rollen, ein touristischer Höhepunkt, den man im Mai, organisiert durch den Eisenbahnförderverein Westsachsen/Ostthüringen „Friedrich List" erleben konnte. Muskelkraft war bei der Handhebel-Draisine des Thüringer Eisenbahnvereins aus Weimar gefragt, denn die Bergfahrt durch den Werdauer Wald bis nach Teichwolframsdorf über rund 10 Kilometer hatte es in sich. Da ging es dann vom Teichwolframsdorfer Bahnhof fast wie von selbst bis Werdau-West, dem derzeitigen Endpunkt dieser Strecke — hier war Talfahrt angesagt. Für die abenteuerlustigen Bahnfans war es ein unvergessliches Erlebnis, auf der Handhebel-Draisine sitzend, durch die Landschaft zu rollen, vorbei am ehemaligen Bahnhof Langenbernsdorf, dem Haltepunkt Leubnitz und dem Ausflugsziel Waldperle. Und das wollten nicht nur Einheimische erleben — Gäste aus Luckenwerda in Brandenburg nutzten die Vormittagsstunden des Pfingstsonntags für eine Fahrt von Teichwolframsdorf nach Werdau und waren begeistert vor allem von der Landschaft. Doch nicht nur sie, auch Gäste aus der Chemnitzer Ecke, aus dem Leipziger Raum und dem Thüringer Becken nutzten die Pfingstfeiertage für diese Erlebnisfahrt, wie von André Ackermann, Mitglied im Eisenbahnförderverein und Verantwortlicher dieser Draisinefahrten, zu hören war. Ein wenig verärgert, betont Ackermann, ist der Verein über die schleppende Bearbeitung einer Betriebsgenehmigung. Auf die warten die Eisenbahnfans nämlich, denn damit könnten viel öfter solche Sonderfahrten erfolgen und andere Eisenbahnvereine mit ihren historischen Fahrzeugen das touristische Angebot bereichern. Die Nachfrage an Mitfahrplätzen auf der Handhebel-Draisine war jedenfalls groß und der Spaß bei allen Fahrgästen riesig. Die Frage nach der nächsten Tour wurde deshalb häufig gestellt. Für den Herbst bereiten die Eisenbahnfreunde Sonderfahrten vor, wobei sie mit dem Schienentrabi, oder auch Ferkel-Taxi, liebäugeln. Für den Verein steht jedoch erst einmal die Pflege der Bahnanlagen an erster Stelle. Zudem soll versucht werden, Druck auf die Deutsche Bahn AG auszuüben, damit die Betriebsgenehmigung, möglichst von Werdau-West bis Seelingstädt, bald erteilt wird und der Verein das Angebot auf der Strecke ausbauen kann.
Weitere Informationen zum Verein sind im Internet unter www.efwo-friedrich-list.info nachzulesen.


25. Mai 2010 /OTZ

Hinreißendes Klavierspiel zur Schumann-Ehrung

Misuka Kano
Misuka Kano
Foto: S. Groß

Viel Applaus für Solistin Misuka Kano in Greiz

Von Irmengart Müller-Uri Greiz.

Das 9. Sinfoniekonzert am Freitag begann in Greiz mit einer Verabschiedung: Nach 30jähriger Mitwirkung musste Kammermusiker Dietmar Störr aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig seine Tätigkeit als Soloklarinettist der Vogtland Philharmonie (VPH) beenden. Landrätin Martina Schweinsburg (CDU) und Philharmonie-Intendant Stefan Fraas verabschiedeten ihn mit dankbaren Worten unter Standing Ovations des Publikums. Er wird dem Publikum als sensibler Musiker in bester Erinnerung bleiben. Robert Schumann, der musikalische Jubilar des Jahres, wurde anschließend nicht nur mit seiner Musik, sondern auch mit einem seiner großen Anliegen, der musikalischen Bildung und Erziehung der Jugend, geehrt. Seine „Musikalischen Haus- und Lebensregeln" und sein „Album für die Jugend" sind Dokumente seiner Sorge um den musikalischen Nachwuchs und haben an Aktualität nichts verloren. So griff auch Prof. Jürgen Golle, 1942 in Zwickau geboren und als Musikpädagoge und Komponist tätig, 1977 anlässlich des Kompositionsauftrags einer Orchesterkomposition für das Jugendsinfonieorchester Zwickau auf Schumanns „Album für die Jugend" zurück, er schrieb Variationen über das „Stückchen" aus diesem Zyklus. Geheimnisvoll begann die VPH unter Generalmusikdirektor Stefan Fraas mit einem Orgelpunkt im Pianissimo in den Celli und Bässen, dazu kam ein lustiger heller Glockenton, bis die ersten Takte des „Stückchens" von den Oboen zweistimmig intoniert wurden. Instrumental farbig und abwechslungsreich ging es weiter. Der VPH machte es Spaß, das tonal gebundene Opus mit seinen Ausflügen in die zeitgenössische Musik zu spielen. Und dann begann ein Feuerwerk an Pianistik: Die japanische Pianistin Misuka Kano, 1. Preisträgerin. des Schumann-Wettbewerbs 2008 in Zwickau, griff mit Spontaneität in die Tasten und begann mit der Interpretation von Robert Schumanns Klavierkonzert a-Moll op. 54. Brillant im Passagenwerk, dabei stets mit musikalischer Gestaltung, zart und poesievoll im Hauptthema des 1. Satzes und M allen weiteren lyrischen Partien des Konzerts, graziös im 2. Satz und vehement beiaden Oktaven im 3. Satz, interpretierte Kano das Werk und verstand es, Übergänge spannungsvoll zu gestalten. Stefan Fraas und die Philharmoniker begleiteten sie und parierten ihr sicher in dem auch vom Orchester her sehr schwierigen Konzert, dazu gestalteten sie die Dialoge fantasievoll und farbig im Klang. Für den nicht enden wollenden Beifall bedankte sich Kano mit zwei Zugaben, darunter mit dem zauberhaft gespielten „Vogel als Prophet" aus den Waldszenen. Schumanns „Rheinische" Sinfonie in Es-Dur op. 97 beendete das Konzert. Für Fraas war es ein Werk, bei dem er sein starkes musikalisches Temperament voll einbringen konnte. Er spürte motivische Details auf und seine Musiker nutzten sie zu individueller Gestaltung. So traten nicht nur die Kontraste zwischen den einzelnen Sätzen hervor, sondern auch die pulsierende Lebendigkeit innerhalb der Sätze.


25. Mai 2010 /OTZ

Mit Posaunenklängen die Greizer gegrüßt

Posaunenchor unterhält am Pfingstsonntag

Von Matthias Klinner Greiz.

Mit Posaunenklängen wurden die Greizer am Pfingstsonntag in aller Frühe begrüßt. Der Greizer Posaunenchor unter der Leitung von Stadtkantor Oliver Scheffels traf sich am Sonntag um 8 Uhr auf der Schanze des Oberen Schlosses und unterhielt mit dem traditionellen Pfingstblasen die gut 15 Musikfreunde, die sich hoch über der Stadt eingefunden hatten, um diesen besonderen musikalischen Weckruf zu genießen. Vor nunmehr 14 Jahren wurde dieser Pfingstbrauch in Greiz wiederbelebt. Seitdem erfreut sich das so genannte Pfingstblasen in der Park- und Schlossstadt unter Musikfans großer Beliebtheit. Gespielt haben die Musikanten unter Leitung von Oliver Scheffels diesmal Lieder und Choräle als Gruß an die Bewohner der Stadt und als Huldigung des Pfingstfestes. Im kommenden Jahr soll diese Tradition fortgesetzt werden, ebenfalls auf der Schanze des Oberer Schlosses.


25. Mai 2010 /OTZ

Provokateure auf beiden Seiten

Frank Tempel
Frank Tempel
Foto: OTZ/Steffen Beikirch

Linke diskutieren in Brückla über zivilen Ungehorsam

Brückla (OTZ/S.B.).

Gilt Wolfgang Thierse (SPD) als Linksextremer? Weil der Bundestagsvizepräsident am 1. Mai in Berlin mit einer Sitzblockade gegen 700 Rechtsextremisten protestierte, könnte er mit in der Statistik stehen. Frank Tempel, Bundestagsmitglied der Linken, will sich erkundigen, wie er Samstag beim Pfingstcamp in Brückla sagte. Rund 40 Teilnehmer diskutierten mit dem Altenburger im Hof des Denk-mal-nach-Vereins. Als Ex-Kriminalpolizist hatte Tempel ein delikates Thema, sollte laut Programm den „Spannungsbogen von Zivilcourage bis krimineller Handlung" beleuchten. Vor Ort wurde aus Zivilcourage rasch „ziviler Ungehorsam". Aktuell sei das Thema, leitete Gastgeberin, Landtagsabgeordnete Heidrun Sedlacik, ein. Es komme immer wieder zu Konflikten, „wenn die demokratischen Kräfte versuchen, öffentliche Plätze zurückzugewinnen." Ziviler Ungehorsam der Bevölkerung dürfe nicht kriminalisiert werden, lautete die Hauptforderung. Die Linken sehen sich einer Art Kampagne ausgesetzt. Linksextremismus werde stark diskutiert und instrumentalisiert. Stanislav Sedlacik war überzeugt, dass Provokateure bei Demonstrationen oft die Initialzündung geben und der Polizei einen Grund zum Eingreifen. Tempel wollte sich nicht für das Gegenteil verbürgen. Dennoch dürfe man die Existenz von Linksextremismus nicht verleugnen. Auch tauchte die Frage auf, warum es keine unabhängige zivile Beschwerdestelle für unverhältnismäßige Polizeiaktionen gibt. Zurzeit gebe es nur eine Strafanzeige. „Aber gegen wen?" Die Einsatzkräfte sind nicht identifizierbar. Namen an Uniformen lehnt Tempel zum Schutz der Persönlichkeit ab. Eine anonymisierte Kennzeichnung könne aber beiden Seiten helfen.


25. Mai 2010 /OTZ

"Von Winter zu Winter wollte ich blühen"

Würdigung und Erinnerung: Schauspieler Wilfried Pucher (rechts) und die Greizer Jazz-Formation media nox würdigten am Freitag im Reichenbacher Rathaussaal die literarischen Arbeiten von Jürgen Fuchs, Günter Ullmann und Volker Müller.
Würdigung und Erinnerung: Schauspieler Wilfried Pucher (rechts)
und die Greizer Jazz-Formation media nox würdigten am Freitag
im Reichenbacher Rathaussaal die literarischen Arbeiten von
Jürgen Fuchs, Günter Ullmann und Volker Müller.
Foto: Schaarschmidt

Prominente im Gespräch in Reichenbach

Von Karsten Schaarschmidt Reichenbach (OTZ).

Literatur kennt keine Grenzen, sie lässt sich nicht einmauern und sie kennt nicht den Tod. Vielleicht das Vergessen, aber davor schützt Erinnerung. Mit der ersten Folge von Prominente im Gespräch außerhalb von Greiz würdigte die Reihe am Freitag im Reichenbacher Rathaus die literarischen Arbeiten von Jürgen Fuchs (1950-1999), Günter Ullmann (1946-2009) und Volker Müller, Jahrgang 1952. Unter dem Titel der Ge- dichtzeile Ullmanns „Von Winter zu Winter wollte ich blühen" las Schauspieler Wilfried Pucher Texte der drei Autoren. Die musikalische Atmosphäre schuf die Greizer Jazz- Formation „media nox". Es war ein Abend, der gleich mehrere Aspekte vereinte: kraftvolle Literatur natürlich, doch er erzählte ebenso von der Freundschaft der drei Autoren, von Unbeugsamkeit, er war Mahnung gegen das Vergessen der Geschehnisse im DDR-Unrechtsstaat, er trug Hoffnung und Zuversicht in sich, und er war ein Zeichen, dass administrativ gezogene Grenzen kein Hindernis für gemeinsame Wurzeln sind. Gut 80 Gäste fanden den Weg in den Rathaussaal, darunter die Familien von Fuchs, Ullmann und Müller. Reichenbachs Oberbürgermeister Dieter Kießling (CDU) eröffnete die Veranstaltung, erinnerte an den am 9. Mai 1999 verstorbenen Sohn der Stadt Reichenbach, Jürgen Fuchs, griff dessen Freundschaft zu dem Greizer Lyriker Günter Ullmann auf, der auf den Tag genau zehn Jahre später, am 9. Mai 2009 starb. Heike Taubert (SPD), Thüringens Sozialministerin und gebürtige Reichenbacherin, sprach anschließend, sie kennt die alte Erweiterte Oberschule in Reichenbach, kennt die Umstände, die ideologischen Zwänge, unter denen sie und einige Jahre zuvor Jürgen Fuchs ihr Abitur in der DDR absolvierten. „NEHMT UNS NICHT DIE HOFFNUNG / / legt uns nicht den horizont um den hals", rezitierte Pucher ein Epigramm Ullmanns, das die geistige Enge im Arbeiter- und Bauern-Staat auf den Punkt bringt. Mit seiner sonoren, scharfen und harten Sprache verleiht Pucher den Texten nochmals mehr Ausdruck und Tiefe. Es sind Prosatexte von Jürgen Fuchs, die er liest, Texte, die vom Schulalltag mit Fahnenappell, von der ersten Liebe oder den Vernehmungen im Stasiknast sprechen; es sind Gedichte von Günter Ullmann, die in ihrer aufs absolut Notwendige verknappten Form, Bilder von ungeheurer Dichte zeichnen, „HINTERHOF / der winter / bleibt klein / die sonne hat / vier ecken"; es sind Arbeiten des Greizer Autors Volker Müller, die von Begegnungen mit den beiden Literaten berichten. Offensichtlich werden dabei auch die Charaktere der drei Autoren, Fuchs, der beharrliche Mahner, der unbeirrt gegen das Unrecht in der DDR zu Felde zog, Ullmann, der sensible Lyriker, der mit kindlich-naiver Seele Dinge sehen konnte, die den meisten verwehrt bleiben; und Müller, der grüblerische Analytiker, der auf seiner Wahrheitssuche - auch im Bezug auf die DDR - auf dienliche Distanz setzt. Mit Interpretationen von Kompositionen von Charles Mingus und Thelonious Monk führte „media nox" die Textpassagen musikalisch weiter, gab ihnen eine klangliche Hülle, die sowohl die Stimmung der Arbeiten aufnahm, als auch den Gästen Raum zum Nach- und Weiterdenken einräumte. Die Musik, die Auswahl der Texte, Puchers brillante Rezitation und das Zusammenspiel dieser Punkte verlieh dem Abend eine außergewöhnliche Güte, die bei den Zuhörern wohl noch lange nachwirken wird.


25. Mai 2010 /OTZ

Länderübergreifendes Problem

Viele, vorwiegend junge Zuschauer waren zur Vorführung des Dokumentarfilmes „Die Tragödie der Provinz und der anschließenden Podiumsdiskussion im Greizer Jugendclub Spektrum erschienen.
Viele, vorwiegend junge Zuschauer waren zur Vorführung des
Dokumentarfilmes „Die Tragödie der Provinz" und der anschließ-
enden Podiumsdiskussion im Greizer Jugendclub Spektrum
erschienen.
Foto: Marcel Hilbert

Maik Baumgärtner und Ralf Zimmermann zeigen in Greiz Film über Neonazis im Vogtland

Von Marcel Hilbert Greiz-Pohlitz (OTZ).

Sie feiern Familienfeste, eröffnen Szeneläden, organisieren Fußballturniere — und festigen damit sowohl eigene Strukturen, als auch die Akzeptanz in der Bevölkerung. Diese Erkenntnisse über rechtsradikale Gruppierungen in der ländlichen Region sind alles andere als neu. Der Blickwinkel jedoch, den die Filmemacher Maik Baumgärtner und Ralf Zimmermann mit ihrem Dokumentarfilm „Die Tragödie der Provinz" am Freitag den gut 40 Zuschauern im Jugendclub Spektrum in Greiz-Pohlitz anboten, war es. Denn alle eingangs erwähnten Beispiele sind Aktivitäten der Rechten im sächsischen und Thüringer Vogtland der jüngeren Vergangenheit und damit Inhalt der Doku mit dem Untertitel „Neonazis und Zivilgesellschaft im Vogtland". Neben diesen mehr oder weniger gesellschaftlich und rechtlich geduldeten Sachverhalten umfasst der professionell umgesetzte Film aber auch der rechten Szene zuzuordnende Straftaten in der Region. So stellt das Werk von Baumgärtner/Zimmermann eine erschreckende Momentaufnahme über die tatsächlichen Ausmaße des braunen Gedankengutes im Vogtland dar. Darüber hinaus kommen in dem Film jedoch auch viele Menschen zu Wort, die sich

Im Anschluss an den Film diskutierten (v. l.) DGB-Mitglied Karsten Halbauer, Diana Skibbe (Die Linke), Nicole Schneider von Mobit, Veit Kern von den Jusos und die Filmemacher Ralf Zimmermann und Maik Baumgärtner.
Im Anschluss an den Film diskutierten (v. l.) DGB-Mitglied
Karsten Halbauer, Diana Skibbe (Die Linke), Nicole Schneider
von Mobit, Veit Kern von den Jusos und die Filmemacher Ralf
Zimmermann und Maik Baumgärtner.
Foto: Marcel Hilbert

gegen dieses Gedankengut engagieren. Hör- und sichtbar beeindruckt waren die Redner, die sich im Anschluss in der Diskussionsrunde den Fragen von Moderatorin Nicole Schneider von Mobit (Mobile Beratung in Thüringen/Für Demokratie — Gegen Rechtsextremismus) und dem Publikum stellten. Auf den Punkt brachte es hier Veit Kern von den Jusos, der Jugendorganisation der SPD: „Der Film hat die klare Botschaft: Es ist so schlimm wie es aussieht." Er äußerte den Wunsch, den Film im Stadtrat zeigen zu können, um auch die nicht anwesenden Fraktionen von der Dringlichkeit dieses länderübergreifenden Problems zu überzeugen. Ein weiterer Tenor der Diskussionen war die Notwendigkeit, ein parteipolitisch unabhängiges Zivilbündnis zu schaffen. Hierfür laufen, laut Kern, auch schon konkrete Vorbereitungen. „Letztlich ausschlaggebend für diesen Film war, als ich im letzten Jahr per Zufall Zeuge des so genannten 'Rudolf Hess-Gedenkturnieres' wurde", meinte der Journalist Baumgärtner zur Entstehung der Dokumentation. Seit zweieinhalb Jahren besuche der Berliner bereits regelmäßig für Recherchen das Vogtland. „Was mir während dieser Zeit ebenfalls auffiel, ist, dass bei Aktionen gegen Rechts eigentlich immer dieselben Leute aktiv sind", sagt er weiter. So suchte er nach der Möglichkeit, mehr Jugendliche zu erreichen und wurde in dem Medium Film und in Kameramann Ralf Zimmermann fündig. Nach den Vor-Ort Dreharbeiten im März wurde der Film am vergangenen Mittwoch in Plauen uraufgeführt. Jetzt hofft das Duo auf möglichst viel Vorführ-Anfragen, vor allem von Schulen und Jugendclubs. Bei Interesse können sich interessierte Einrichtungen per E-Mail an kontakt@liberama.de wenden.


25. Mai 2010 /OTZ

Erste Oldtimer-Ausfahrt von Wünschendorf nach Greiz voller Erfolg

1. Oldtimer-Ausfahrt in WÜnschendorf, organisiert von Wolfgang Braun (Historischer Motorsportclub eV Gera) Kerstin Gnebner, Karin Lauterbach und Heike Schönecker vom Heimat- und Verschönerungsverein, der die Oldtimer dem Aussehen nach bewertete. Bürgermeister Jens Auer (parteilos) überrreichte dann den Pokal.
1. Oldtimer-Ausfahrt in WÜnschendorf, organisiert von Wolfgang
Braun (Historischer Motorsportclub eV Gera) Kerstin Gnebner,
Karin Lauterbach und Heike Schönecker vom Heimat- und Ver-
schönerungsverein, der die Oldtimer dem Aussehen nach be-
wertete. Bürgermeister Jens Auer (parteilos) überrreichte
dann den Pokal.

Geduldig reihen sich die Autofahrer in die Schlange ein. Kein Drängeln, kein Hupen. Stattdessen werden die Fensterscheiben heruntergekurbelt, der Arm lässig aufgelehnt, die Sonnenbrillen auf die Nasen geschoben.

Katja Schmidtke / 25.05.10 / OTZ

Wünschendorf. Langsam fahren kann so schön sein vor allem in einem 72 Jahre alten Opel, in einem Manta mit Fuchsschwanz oder einer klitzekleinen Isetta. Eine Zeitreise in die automobile Vergangenheit konnten die Wünschendorfer am Sonnabend erleben. Auf der Poststraße in der Ortsmitte zogen historische Schätze in solch gemächlichem Tempo an ihnen vorbei, dass sowohl die Fahrzeuge, als auch die Fahrer ausgiebig bestaunt werden konnten. So trugen etwa die Fahrer eines Cadillac Eldorado stilecht amerikanische Cowboy-Hüte oder Jenny Hartmann ließ mit VW Käfer und Petticoat-Kleid die 1950er Jahre auferleben. "Das hat wunderbar zusammengepasst", schwärmte Wolfgang Braun. Der Vereinsvorsitzende des Historischen Motorsportclubs (HMC) Gera hatte mit seiner Frau und seinem Sohn die Ausfahrt von Wünschendorf nach Greiz und zurück organisiert. Geboren wurde die Idee auf dem Neujahrsempfang in

1. Oldtimer-Ausfahrt in WÜnschendorf, organisiert von Wolfgang Braun (Historischer Motorsportclub eV Gera) VW von Jenny Hartmann, mit dabei wie immer Hund Lilly
1. Oldtimer-Ausfahrt in Wünschendorf, organisiert von Wolfgang
Braun (Historischer Motorsportclub eV Gera) VW von Jenny
Hartmann, mit dabei wie immer Hund Lilly

Wünschendorf, wo Braun lebt. 22 Oldtimer-Freunde konnte er für diese Premiere gewinnen. Weitere drei Liebhaber historischer Fahrzeuge hatten sich spontan am Sonnabendmorgen auf dem Platz nahe der ehemaligen Tankstelle im Ort eingefunden. "Eine perfekte Teilnehmerzahl", findet Braun. Früh hatte auf dem Platz auch der Tag für die Mitglieder des Heimat- und Verschönerungsvereins begonnen. Die Männer und Frauen hatten ab 8.30 Uhr die Aufgabe, das schönste Fahrzeug auszuwählen. "Natürlich können wir das nur als Laien einschätzen", sagte Vereinsvorsitzende Karin Lauterbach. "Wir suchen ein Auto, das so schön und gepflegt ist, dass es einfach ins Auge sticht", erklärte sie. Fündig wurden die elf Bewerter bei Gerhard Müller aus Gera. Er war mit einem dunkelgrünen Opel Kadett gekommen und gewann doch nicht den Pokal, den Bürgermeister Jens Auer (parteilos) gestiftet hatte. Denn der 74-jährige Müller und sein ebenso altes Auto waren spontan gekommen und somit außerhalb der Wertung. Die Wahl fiel auf den Framo-Lieferwagen von Werner Lippold aus Linda. Ältestes Fahrzeug war der 72 Jahre alte Opel P4 von Rolf Hais aus Greiz. Ausgezeichnet wurde zudem die 28 Jahre alte Jenny Hartmann als jüngster Fahrer. Viel Applaus gab es auch für den roten Skoda Felicia aus den 1960er Jahren der Familie Treibmann aus Crimla oder für einen schwimmfähigen Trabi der Merbolds aus Gera. Interessantes wusste Wilfried Pucher zu berichten. Der Schauspieler stellte alle Fahrzeuge vor und verzichtete trotz tuckernder Motoren auf ein Mikrofon. Wolfgang Braun und seine Familie ziehen trotz aller Anstrengungen ein positives Fazit. Klar ist, diese Ausfahrt wird nicht die letzte sein. "Nächstes Jahr gehts weiter", verspricht Braun.


25. Mai 2010 /OTZ

Linke diskutieren in Brückla im Landkreis Greiz über zivilen Ungehorsam

Pfingstcamp der Linkspartei im Hof des Denk-mal-nach-Vereins Brückla bei Familie Sedlacik. Hier Peter Lückmann (5.v.r.), Wahlkreismitarbeiter in Pößneck, zur Diskussion während des Vortrags von MdB Frank Tempel (Linke/links) zum Thema ziviler Ungehorsam versus strafbare Handlung.
Pfingstcamp der Linkspartei im Hof des Denk-mal-nach-Vereins
Brückla bei Familie Sedlacik. Hier Peter Lückmann (5.v.r.),
Wahlkreismitarbeiter in Pößneck, zur Diskussion während
des Vortrags von MdB Frank Tempel (Linke/links) zum Thema
ziviler Ungehorsam versus strafbare Handlung.
Foto: OTZ/Steffen Beikirch

Gilt Wolfgang Thierse (SPD) jetzt als Linksextremer? Nur weil der Bundestagsvizepräsident am 1. Mai in Berlin mit einer Sitzblockade gegen einen Aufzug von 700 Rechtsextremisten protestierte, könnte er mit in der nächsten Statistik stehen.

Steffen Beikirch / 25.05.10 / OTZ

Brückla. Frank Tempel , Bundestagsmitglied der Linken, will sich bei nächster Gelegenheit danach erkundigen, wie er am Samstagnachmittag beim Pfingstcamp in Brückla sagte. Rund 40 Teilnehmer diskutierten mit dem Altenburger im Hof des Denk-mal-nach-Vereins. Als ehemaliger Kriminalpolizist hatte Tempel ein delikates Thema, sollte laut Programm den "Spannungsbogen von Zivilcourage bis krimineller Handlung" beleuchten. Vor Ort wurde aus Zivilcourage dann rasch "ziviler Ungehorsam" gemacht. Aktuell sei das Thema in jedem Fall, leitete die Gastgeberin, Landtagsabgeordnete Heidrun Sedlacik , ein. Denn es komme immer wieder zu Konflikten, "wenn die demokratischen Kräfte versuchen, öffentliche Plätze zurück zu gewinnen." So, wie am 13. Februar bei Protesten gegen einen Nazi-Aufmarsch in Dresden, führte Sedlacik als Beispiel

an. Ziviler Ungehorsam aus der Bevölkerung dürfe nicht kriminalisiert werden, lautete am Samstag die Hauptforderung. Die Linken sehen sich derzeit einer Art Kampagne ausgesetzt. Linksextremismus werde plötzlich stark diskutiert und zunehmend instrumentalisiert. Als "Schwert oder Schild" eingesetzt, um politischer Konkurrenz von Links zu begegnen, wie auch Frank Tempel erkennt, für den die Ereignisse beim G 8-Gipfel ein Paradebeispiel sind. Ein Fan von Verschwörungstheorien sei er jedoch nicht. "Wir leben durchaus in einer starken Demokratie", betonte er, ohne sie bereits für perfekt zu halten. Stanislav Sedlacik war überzeugt, dass eingeschleuste Provokateure bei Demonstrationen oft die Initialzündung geben und damit der Polizei einen Grund zum Eingreifen. "Um dem braven Bürger zu Hause die entsprechenden Bilder liefern zu können." Frank Tempel wollte sich nicht für das Gegenteil verbürgen. Dennoch dürfe man auch die Existenz von Linksextremismus nicht verleugnen. Steine auf Autos und Menschen zu werfen, sei falsch. "Das sind schlimme politische Eigentore, die uns da passieren." Man müsse sich klar davon distanzieren und Möglichkeiten des gewaltfreien Ungehorsams finden. Der größte Fehler sei es, bei Nazi-Veranstaltungen zu Hause zu bleiben. In der Hoffnung, dass sich der Spuk bald wieder erledigt hat. Genau das sei ja das Dilemma in der Weimarer Republik gewesen, erinnerte Tempel, der beim Vergleich der Wahlprogramme von NSDAP und NPD "große Schnittmengen" fand. Auch tauchte die Frage auf, warum es in Deutschland immer noch keine unabhängige zivile Beschwerdestelle für unverhältnismäßige Polizeiaktionen gibt. Zurzeit könne man nur Strafanzeige stellen. "Aber gegen wen?" Die Einsatzkräfte sind nicht identifizierbar. Namensschilder an Uniformen lehnt Tempel zum Schutz der Persönlichkeitsrechte ab. Eine anonymisierte Kennzeichnung, meint er, könne aber beiden Seiten helfen.


25. Mai 2010 /OTZ

Hohenleuben zieht ins Pokalfinale ein

Die TSG Hohenleuben (Blau) sicherte sich mit einem 3:1-Sieg über Braunichswalde den Einzug in das Finale des Kreispokals.
Die TSG Hohenleuben (Blau) sicherte sich mit einem 3:1-Sieg
über Braunichswalde den Einzug in das Finale des Kreispokals.

Mit der TSG Hohenleuben erreicht eine Mannschaft der 1. Kreisklasse das Pokalfinale des Fußball-Kreispokales und trifft dort auf den Kreisligazweiten SV Blau-Weiß Niederpöllnitz II. Das Halbfinale gewann Hohenleuben gegen Braunichswalde 3:1.

Volker Gregorius / 25.05.10 / OTZ

Hohenleuben. Nach Großenstein und Zeulenroda II wurde von den Hohenleubenern mit Braunichswalde der dritte Kreisligist aus dem Pokalrennen geworfen. Der Gastgeber bot eine hervorragende kämpferische Leistung und legte mit zwei frühen Treffern den Grundstein zum Sieg. Erfolgreich war zum einen bereits nach fünf Spielminuten M. Ehrepfordt zum 1:0. Gut zehn Minuten später konnte Walter zum 2:0 einschieben, das gleichzeitig den Halbzeitstand darstellte. Bis weit in die zweite Halbzeit hinein hielt Hohenleuben diesen Zwei-Tore-Vorsprung. Dann konnte die Spielgemeinschaft Braunichswalde mit einem verwandelten Elfmeter in der 72. Minute verkürzen. Oertel war der Spieler, der vom Punkt weg den Anschlusstreffer für die Gäste erzielte. Zehn Minuten vor dem Abpfiff machte der Hohenleubener Spieler Ronny Rojahn dann alles klar. Er stellte den Abstand für Hohenleuben wieder her und sorgte damit für das umjubelte 3:1.


25. Mai 2010 /OTZ

SG Greiz und Daßlitz unentschieden

Die Begegnung zwischen der SG Greiz und der SG Daßlitz/Langenwetzendorf endete ohne Siegher mit einem leistungsgerechten 1:1-Unentschieden.
Die Begegnung zwischen der SG Greiz und der SG Daßlitz/Langen-
wetzendorf endete ohne Sieger mit einem leistungsgerechten
1:1-Unentschieden.
Foto: OTZ/Silvia Böhm-Lämmer
Der für Daniel Neiß (Gelb) eingewechselte Erik Halbauer erzielte den Ausgleich für Daßlitz.
Der für Daniel Neiß (Gelb) eingewechselte Erik Halbauer erziel-
te den Ausgleich für Daßlitz.
Foto: OTZ/Silvia Böhm-Lämmer

Das mit Spannung erwartete Derby der Fußball-Bezirksliga zwischen SG 1. FC/Chemie Greiz und der SG Daßlitz/Langenwetzendorf (1:1) hatte wohl keinen Gewinner verdient, da beide Mannschaften jeweils eine Halbzeit dominierten.

Frank Brettfeld / 25.05.10 / OTZ

Greiz. Die über 200 Zuschauer auf dem Greizer Tempelwald sollten ihr Kommen nicht bereut haben und vorab gesagt, war das Derby zwar heiß umkämpft, aber trotz sportlicher Rivalität von beiden Parteien fair geführt. Dazu trug auch die überragende Leistung des Schiedsrichtergespannes um Matthias Peckruhn und die Linienrichter Thomas Schlicht und Thomas Köhler bei. Die Greizer mussten gleich auf fünf Stammkräfte verzichten. Auch bei den Gästen nicht die Idealaufstellung, wurde doch Andy Neiß schmerzlich vermisst. Das Spiel war zu Beginn von hektischen Mittelfeldaktionen und vielen Fehlpässen im Spielaufbau geprägt. Die Torhüter Jens Paulitz und David Pfennig hatten wegen mangelnder Torchancen kaum Ballkontakte. Erst in der 8. Minute eine erste Möglichkeit zur Führung für Greiz, Philipp Gneupel wurde mit langem Ball an die Strafraumgrenze gut in Szene gesetzt und hätte den herausgelaufenen Torwart Pfennig nur überlupfen brauchen, verlor den Ball aber im Dribbling. Marcel Vollrath versuchte sich auf der Gegenseite mit Freistoß aus ca. 25 Meter. Der Ball wurde aber von Rico Pellmann abgefangen (10.). Den Torschrei hatten die Greizer Fans dann in der 15. Minute auf den Lippen, als ein 20-Meter-Freistoß von David Himmer nur knapp am linken Pfosten vorbei schrammte. David Himmer konnte nach schönem Doppelpass mit Mario Himmer mit Linksschuss das nächste Achtungszeichen setzen (26.). Jens Paulitz im Greizer Tor war es dann in der 29. Minute, der den Rückstand seines Teams verhinderte, als er einen gefährlichen Ball von Pfennig glänzend parierte. Auch Sebastian Michael hatte eine gute Möglichkeit zur Gästeführung (38.). Kurz vor dem Halbzeitpfiff dann doch noch das verdiente 1:0 für die Heimelf. Nach schönem Spielzug aus der Greizer Abwehr über David Himmer und Kevin Brettfeld landete der Ball bei Felix Körner, der mit viel Übersicht auf Mario Himmer passte. Der Greizer Routinier ließ sich diese Möglichkeit nicht entgehen und verwandelte zur Führung (41.). Zu Beginn der zweiten Halbzeit kamen die Gäste mit bedeutend mehr Biss ins Spiel. Die Greizer Innenverteidigung, mit den stark spielenden Andreas Kögler und Rene Schimmel, hatte jetzt viel Arbeit um den Ausgleich abzuwenden. Gleich mehrere gute Ausgleichschancen hatten die Gäste, vergaben aber zunächst alle. Die ersatzgeschwächten Gastgeber fanden nicht mehr ins Spiel und verloren wichtige Zweikämpfe. Folgerichtig führte dies zum verdienten 1:1-Ausgleich für die Gäste. Nach Eckball ließ Greiz den kurz vorher eingewechselten Erik Halbauer unverteidigt, so dass dieser mit wuchtigem Kopfball Jens Paulitz überwinden konnte (75.). Großer Jubel bei den zahlreichen Gästefans. Eine Gästeführung wäre in der Folge nicht unverdient gewesen. Und trotzdem hätte der eingewechselte Raphael Fischer fast noch zum 2:1 für die Greizer getroffen. Nachdem Dreßler im Abschluss scheiterte, landete der Ball vor Fischers Füßen, der freistehend aus guter Position knapp verzog (90.). So blieb es in beim leistungsgerechten Unentschieden.

Spgm. 1. FC/Chemie Greiz: Jens Paulitz, Andreas Kögler, Rico Pell- mann, Rene Schimmel, Martin Speicher, Mario Himmer, Kevin Brettfeld (71. Raphael Fischer), David Flimmer (46. Marcel Schimmel), Philipp Gneupel, Felix Körner, Denny Dreßler.

Spgm. Daßlitz/Langenwetzendorf: David Pfennig, Marcel Vollrath, Marcus Bauch, Thorsten Wirth, Christian Peschke, Daniel Neiß (71. Erik Halbauer), Marcel Mende, Ramon Czerwenka, Christian Schädlich, Daniel Pfennig (62. Marc Seyfarth), Sebastian Michael.


25. Mai 2010 /OTZ

Fünfter Platz für Bergaer Damen

Fußball - Frauen, Turnier in Netzschkau: Beachtliche Leistung bei gut besetztem Turnier

Netzschkau (OTZ/Saupe).

Die Damenmannschaft des FSV Berga war Gast bei einem hochkarätig besetzten Turnier des TSV Nema Netzschkau mit insgesamt acht teilnehmenden Mannschaften. Gespielt wurde in zwei Gruppen mit jeweils vier Teams. Im Auftaktspiel der Vorrunde wurden die Elsterstädterinnen vom späteren Gruppensieger Netzschkau mit einem 0:9 regelrecht vom Platz gefegt. Doch Berga orientierte sich neu und zeigte sich unbeeindruckt von der hohen Niederlage im zweiten Spiel. Hier gewann man durch ein Tor von Carolin Hille gegen die SG Pfaffengrün mit 1:0 — immerhin gegen eine Mannschaft, welche in der vorigen Woche in Berga mit 3:0 gewann. Im letzten Vorrundenspiel setzte sich die SG Limbach mit einem knappen 1:0 gegen die Wünsch-Schützlinge durch. Berga belegte in der Gruppe A den dritten Platz und musste nun im Spiel um Platz fünf und sechs gegen den dritten der Gruppe B, die SG Braunichswalde, antreten. Alle FSV-Spielerinnen zeigten eine konzentrierte Leistung und gewannen durch "Tore von Carolin Hille und Isabel Luckner verdient mit 2:1. Nach einem fünfstündigen Turnier hieß der Sieger VFC Planen. Ihm folgten Netzschkau, Treuen, Braunichswalde, FSV Berga, Limbach, Pfaffengrün und die SG Rotschau.

Berga: Thoß, Rückert, Pöhler, Pusch, Bernhardt, Geithel, Krügel, Palm, Hille, I. Luckner.


25. Mai 2010 /OTZ

Kurz notiert:

Karikatur des Tages

Weiterhin kühl
Weiterhin kühl
Zeichnung: OTZ/Bruns


Magisches zur Kinder-Kultur-Nacht in Greiz

Nach der gelungenen Premiere der Kinder-Kultur-Nacht im Vorjahr wird am Freitag, 28. Mai, zur zweiten Auflage nach Greiz eingeladen. Das Motto lautet „Magisches und für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren ist gewiss etwas dabei. Eröffnet wird die magische Nacht um 17 Uhr auf dem Kirchplatz mit Fanfarenzug und Cheerleadern der Lessing-Regelschule. In Bibliothek, Theater und im Museum im Unteren Schloss geht es weiter.
Archivfoto: OTZ/Katja Grieser

Nach der gelungenen Premiere der Kinder-Kultur-Nacht im Vorjahr wird am Freitag, 28. Mai, zur zweiten Auflage nach Greiz eingeladen. Das Motto lautet „Magisches" und für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren ist gewiss etwas dabei. Eröffnet wird die magische Nacht um 17 Uhr auf dem Kirchplatz mit Fanfarenzug und Cheerleadern der Lessing-Regelschule. In Bibliothek, Theater und im Museum im Unteren Schloss geht es weiter.


Hohe Ries gesperrt für Oldtimerfahrt

Greiz (OTZ).

Auf Grund einer Oldtimerveranstaltung des Historischen Rennsportclubs Greiz Neumühle im ADAC ist der Hohe Ries am Sonnabend, 29. Mai, von 9 bis 19 Uhr für den Fahrverkehr gesperrt. Die Umleitung dafür erfolgt über das Daßlitzer Kreuz und ist ausgeschildert. Betroffene werden dabei um ihr Verständnis gebeten.


Schulmilchaktion in Cossengrün

Cossengrün (OTZ).

Für die Schüler der Cossengrüner Grundschule „Ferdinand Haußmann" heißt es am Mittwoch, 26. Mai, ab 7.40 Uhr „Wir machen Papier". Im Rahmen dieser Schulmilchaktion mit „Joe Clever" erfahren die Kinder auf spielerische Art wie aus gebrauchten Getränkekartons neues Papier entsteht. Das Joe Clever-Team kommt mit einer Papierfabrik im Kleinformat an die Schule. Dort werden dann leere Schulmilchpackungen recycelt und aus den zurück gewonnen Zellstofffasern schöpfen die Kinder dann selbst Papier. Weiterhin erfahren die Schüler, warum der Getränkekarton die richtige Wahl ist. Weitere Informationen unter Tel.: (06146) 5 92 76.


Fassade beschmiert

Greiz (OTZ).

Im Zeitraum vom Sonntag, 23. Mai, 0.30 Uhr, bis Montag, 24. Mai, 7.30 Uhr, beschädigten unbekannte Täter die Fassade eines Mehrfamilienhauses in der Reichenbacher Straße 74, in Greiz, indem sie großflächig mehrere, mehrfarbige Schriftzüge aufbrachten. Es entstand erheblicher Sachschaden. Die gleichen Täter könnten zudem für das Beschmieren eine Telefonverteilers auf der gegenüberliegenden Straßenseite verantwortlich sein. Die Polizei in Greiz sucht nun Zeugen, die Hinweise zu den Straftaten bzw. den Tätern geben können. Zeugen werden gebeten, sich an die Polizeiinspektion Greiz zu wenden, Tel.: (03661) 62 10 oder per E- Mail pi.greiz.pdg@polizei.thueringen. de.






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