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Busbrand braucht nur Minuten
Nach zwei Zwischenfällen testet Regionalverkehr Greiz Sicherheitssysteme Von Katrin Wiesner Gera. Das Feuerzeug zündet und dann geht alles ziemlich schnell. Der Motorraum des Busses steht in Flammen, Fahrer Frank Schmit-Meier wird über ein Signal informiert, schnappt sich den Pulverlöscher, rennt nach hinten, nach anderthalb Minuten sind die Flammen erstickt. Die Umstehenden applaudieren. Es ist der Idealfall, den die 60 Interessierten, darunter mehrere Geschäftsführer Thüringer Busunternehmen, auf dem Verkehrshof der Regionalverkehr Gera/Land GmbH (RVG) in der Geraer Leibnizstraße erleben. In Wirklichkeit enden die wenigsten Busbrände so glimpflich; schon weil der Brand mitten in der Fahrt ausbricht und das Alarmsystem keine Standardausrüstung ist. RVG-Chef Andreas Rieß hat die Erfahrung gemacht. In den vergangenen 12 Monaten sind zwei Busse - eine Leerfahrt in Hohenölsen und ein Schulbus bei Weida - ausgebrannt. Zum Glück wurde niemand verletzt, die Fahrzeuge aber sind Schrott, weil alles nur Minutensache ist. „Wir wollen mit dem Thema offensiv umgehen“, sagt Rieß und hat zum simulierten Brand eingeladen. Die Korbußener Firma AKH Handelsgesellschaft stellt das Alarmierungssystem vor, das bei Feuer im Motorraum den Busfahrer warnt. Effektiver noch scheint ein im Motorraum eingebautes Brandlöschsystem: Bei großer Hitze oder Flammen öffnen sich mit Löschpulver gefüllte Behälter, das Feuer wird sofort erstickt. Rieß ist auf der Suche nach solchen Sicherheitssystemen, „wir prüfen derzeit, Busse damit nachzurüsten“. Vier Millionen Passagiere transportiert der RVG im Jahr, „das ist eine enorme Verantwortung“. Wie gefährlich ein Busbrand ist, zeigen auch die Vorführungen der Geraer Berufsfeuerwehr. In Minuten entstehen schwarze Rauchwolken, die ins Businnere ziehen. „Drei, vier Atemzüge und man verliert das Bewusstsein“, schildert Oberbrandmeister Uwe Schübl die Gefahren. Besonders gefährlich wird es, wenn brennende Busse mit 80/90 Stundenkilometern abbremsen müssen und Rauch in den Innenraum gedrückt wird. Lutz König vom Verband Mitteldeutscher Busunternehmen beobachtet eine zunehmende Sensibilisierung für das Thema. Auch wenn es noch keine gesetzlichen Vorschriften gebe, „in naher Zukunft könnte sich das ändern“. Wer jetzt in zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen investiert, hat die Vorreiterrolle inne. 90 Prozent der Busbrände beginnen im Motorraum, weiß Tilmann Wagenknecht, Geschäftsführer des Busunternehmer- Verbandes. Egal, ob es sich um einen Diesel- oder Erdgasbus handele, ob die Fahrzeuge neu oder länger im Dienst sind. Eine 100-prozentige Sicherheit gebe es nirgends. Umso wichtiger ist es, auf den Notfall vorbereitet zu sein. Der RVG tut dies jetzt öffentlich. Bevor die Feuerwehrleute den Brand gelöscht haben, erreicht die Hitze die ersten Zuschauer. Und sie lässt die zerstörerische Kraft eines solchen Brandes ahnen. Kommentar Ins Rollen gebracht Von Katrin Wiesner Um es gleich vorweg zu nehmen: Der Bus gehört angesichts der Personenmengen, die er transportiert, und den vergleichsweise wenigen Unfällen, zu den sichersten Verkehrsmitteln. Allerdings, wenn ein vollbesetztes Fahrzeug verunglückt, sorgt das für Schlagzeilen. Bei dem jüngsten Schulbusbrand im Januar ging zum Glück alles gut, elf Kinder und der Fahrer kamen dank ihres besonnenen Handels mit dem Schrecken davon. Dass der RVG die Brandgefahr jetzt öffentlich aufgreift, zeugt von einem Problembewusstsein, das nicht alltäglich ist. Auch wenn die Demonstration natürlich dazu dient, das Vertrauen der Kunden in das Busunternehmen zu erhalten, das täglich Tausende Schulkinder transportiert. Dennoch ist das öffentliche Nachdenken über Sicherheitsmaßnahmen durchaus bemerkenswert. Hauptsache aber ist, sie werden auch umgesetzt. Der RVG, der das Thema ins Rollen brachte, prüft derzeit die Finanzierung. |
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Kampfsportliche Lesung
Kung-Fu-Projekt reißt Lessing-Schüler buchstäblich vom Hocker Greiz (OTZ/KG). Buchstäblich vom Hocker gerissen hat das Kung-Fu-Projekt gestern die Greizer Lessing-Regelschüler. Denn Schauspieler und Regisseur Rainer Rudloff und Kampfkünstler Malte Guhr beließen es nicht nur beim Vorstellen des Buches „Tigerkralle“, sondern übten mit den Jungen der 5. und 6. Klassen die darin beschriebenen Kampftechniken. „Cool“, lautete das anerkennende Urteil von Dennis Muszinski, der wie die anderen Schüler bemüht war, die Kung-Fu-Übungen exakt auszuführen. Doch der Elfjährige war auch vom Buch begeistert. „Das werde ich mir bald in der Bibo ausleihen“, weiß er schon jetzt. Damit hätten die Künstler ,das Ziel ihrer außergewöhnlichen Lesung erreicht. „Leseförderung steht im Vordergrund“, erklärt Rainer Rudloff, was er und sein Kollege mit dem Kung-Fu-Projekt, das die Bibliothek den Schülern ermöglichte, bezwecken. Doch sie wollen den Jungen auch vermitteln, wie wichtig Disziplin, Selbstbeherrschung und Respekt vor anderen sind. „Jungen ticken anders als Mädchen“, begründet Rudloff, weshalb die männliche Jugend ihre Zielgruppe ist. Jungen hätten mehr Aggressivität in sich und ihr Bewegungsdrang sei größer. Diese Energie nicht in Gewalt ausarten zu lassen, sondern in die richtigen Bahnen zu lenken, sei den Künstlern wichtig. Die gleiche Botschaft hat das Buch „Tigerkralle“, aus dem Rainer Rudloff nicht nur las, sondern die Textauszüge mit schauspielerischen Einlagen schmückte - beeindruckend und kurzweilig, nicht nur für die Schüler. |
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Recycling-Firma geht von Brandstiftung aus Kripo ermittelt in alle Richtungen Von Steffen Beikirch Zeulenroda (OTZ). Zirka 200 Tonnen Baumischabfälle brannten gestern in der Baier Recycling GmbH in der Flur Tscherlich. Zum fünften Mal seit 2003 musste die Feuerwehr dort anrücken. Auf diese Häufung angesprochen, erklärt Gerd Baier, es habe sich stets um Brandstiftung gehandelt. Aber genau aufgeklärt worden sei dies nie, betont er als Geschäftsführer der B & B Containerdienst GmbH, die den Platz betreibt und Baier Recycling als Dienstleister unter Vertrag hat. „Wir vermuten auch in diesem Fall Brandstiftung“, so Baier gestern Abend. Das Gelände sei zwar rund herum eingefriedet. „Aber wenn einer rein will, kommt er rein.“ Während die Kriminalpolizei noch keine Ursache nennen kann und „in alle Richtungen“ ermittelt, kündigt die Firma bereits umfangreiche Konsequenzen an. Man werde zusätzliche Maßnahmen zur Sicherung ergreifen, sagt Baier und nennt höhere Zäune und eine Videoüberwachung. Die Brandschutzvorschriften seien alle eingehalten, betont er. Ein Mitarbeiter habe gegen 7.20 Uhr das Feuer festgestellt, als er einen Lkw verladen wollte. Mit Feuerlöschern sei man den Flammen zunächst zu Leibe gerückt. An einem Bagger sei ein Schaden von rund 35 000 Euro entstanden. Wie das Greizer Umweltamt erklärte, habe keine Gefahr für die Bevölkerung und die Natur bestanden. „Das Gelände ist komplett mit Trennsystem und Ölabscheider versehen“, bestätigt Gerd Baier. Zudem gebe es in einem Auffangbehälter einen Löschwasservorrat von 30 000 Litern. Um den Überlauf dieser Zisterne in den Triebesbach zu kontrollieren, war der Zweckverband WAZ im Einsatz, berichtete der Zeulenroda-Triebeser Bürgermeister Frank Steinwachs (CDU). Man habe abgepumpt und die kontaminierten Abwässer überprüft, bevor sie in die Kläranlage gingen. Die Fernwasserversorgung habe bei der Bereitstellung von Löschwasser geholfen. Er lobte dazu die Einsatzkräfte: „Damit ist mit Sicherheit Schlimmeres verhindert worden.“ |
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Erlebbare Wismut-Geschichte
Zum Tag der Umwelt im Juni soll Landkarte auf der Schmirchauer Höhe begehbar sein Von Angelika Munteanu Ronneburg. Die Grubenfelder sind auf der Schmirchauer Höhe abgesteckt. Rindenmulch markiert die Grenzen der Felder und bezeichnet die Orte, wo in mehr als 40 Jahren DDRZeit tausende Ostthüringer Wismut-Bergleute Uranerz aus der Erde holten. Am Dienstag legte auf dem Hügel, der sich über dem einstigen Tagebau Lichtenberg erhebt, der Bergbautraditionsverein Wismut den symbolischen Grundstein für eine begehbare Landkarte. „Zum Tag der Umwelt, dem Tag der offenen Tür bei der Wismut am 26. Juni, wird die Landkarte begehbar sein“, kündigte Vereinsvorstand Dietmar Müller an. Dann soll die Karte auf der Höhe unter freiem Himmel die Geschichte der Wismut erlebbar werden lassen. 70 Ortssteine sollen auf die Schmirchauer Höhe gebracht werden, für Orte, die am Bergbau-Revier liegen, und für Orte, die mit dem Vorantreiben der Abbauflächen verschwinden mussten. Andere Steine werden mehr als 40 Schächte markieren, in die die Bergleute tagtäglich einfuhren. Seit Jahren bereitete der Verein dieses Zeitzeugnis vor. Als Modellprojekt auf der Erlebnisstraße Uranerzbergbau wird es vom Land und von der EU zu 90 Prozent gefördert. Jens Woloszczuk vom Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung übergab dem Ostthüringer Regionalchef des Vereins, Friedrich W. Thie, den Förderbescheid über 52 000 Euro. Das Geld für die Eigenmittel sind Spenden von über 1150 Privatpersonen, die Namenssteine erwarben, und Erlöse aus Publikationen. Wenige Meter entfernt arbeiten noch Bagger, um einstiges Bergbaugelände zu sanieren. Auch diese Heutzeit wird Teil der erlebbaren Geschichte sein. Noch liegt die Landkarte mitten im Hoheitsgebiet der Wismut. Derzeit werde mit dem Unternehmen über einen öffentlichen Weg auf die Höhe verhandelt. Dann werden Wanderer vom Gessental in der Neuen Landschaft auf den Hügel steigen können. Und an Wochenenden könnten Shuttle fahren. Für den krönenden Abschluss muss der Verein sparen: ,eine 20 Meter hohe, weithin sichtbare Grubenlampe. Der Tagebau Lichtenberg Im Jahr 1958 wurde der Tagebau Lichtenberg bei Ronneburg von der Wismut für den Abbau von Uranerz aufgeschlossen. Gefördert wurde bis 1975. 160 Millionen Kubikmeter Erz wurden gefördert und daraus 12 670 Tonnen metallisches Uran gewonnen. Gegraben wurde bis zu einer Tiefe von 240 Metern. Ab 1977 wurden Berge aus den Schächten von Schmirchau in den Tagebau verkippt. 1990 war ein Restloch verblieben mit 160 Metern Tiefe, 84 Millionen Kubikmeter Volumen, 1600 Meter lang und 900 Meter breit. Nach der Wende wurde der Tagebau saniert. Bis zur Buga 2007 wurden Nachbarhalden in das Loch umgelagert und bis 2010 der Hügel abgedeckt, Wassereinrichtungen und Wege gebaut. |
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Anreize fürs Zusammengehen Gebietsänderung trifft mehrere Interessen Von Katrin Wiesner Gera. Wolfgang Fiedler hat es als ehrenamtlicher Bürgermeister von Tröbnitz (Saale-Holzland-Kreis) bereits schmerzhaft erfahren: Alles Reden ist vergebens; „es bewegt sich nüscht“. Wenn Gemeinden um ihre Selbstständigkeit bangen und Bürgermeister um ihre Saläre, dann hat es auch der CDU-Innenexperte schwer, trotz des Blicks auf die demografische Entwicklung effizientere Verwaltungsstrukturen durchzusetzen. Und so sollen künftig neue Gesetze Konsequenzen ziehen, wenn sich Mini-Gemeinden zuviel Verwaltung leisten. Mit dem Koalitionspartner SPD im Nacken kündigte die CDU an: Rutscht eine Verwaltungsgemeinschaft drei Jahre in Folge unter 5000 Einwohner, soll sie sich binnen zwei Jahren neu organisieren. Im Idealfall freiwillig. Eine Gemeinde unter 3000 Einwohner verliert ihren hauptamtlichen Bürgermeister - auch das bewegt zu neuen Strukturen. Auswege sind eine größere VG, die Einheits- oder die favorisierte Landgemeinde. Argumente gibt es aber noch mehr: So locke der Gesetzgeber mit Anreizen für das Zusammengehen; je 30 Euro soll es ab 4000 Einwohner, je 100 Euro ab 5000 Köpfen geben. Dauerhaft erhöhe sich der Satz der Schlüsselzuweisung, verspricht Fiedler bei einem Informationsgespräch in Großebersdorf vor 50 Interessierten, zumeist Gemeinderäten. Für die sind die Überlegungen nicht neu, sie kennen die Einwohnerzahlen am besten. Allerdings führen sie auch ganz andere Erwägungen ins Feld, wenn Gebietsstrukturen neu aufgerollt werden. Ist es die Hintertür, aus dem ungeliebten Wasser/Abwasser-Zweckverband Mittleres Elstertal auszusteigen oder drohenden Eingemeindungen zu entgehen? Ist es die Chance, einer Verwaltungsgemeinschaft zu entrinnen, in der man sich nicht mehr aufgehoben fühlt? Zadelsdorf und Silberfeld zieht es zum Beispiel zu Zeulenroda-Triebes, beide stecken jedoch in der VG Auma-Weidatal fest. Auch wenn viele Wege zum Ziel führen mögen, Fiedler warnte davor, neue Zersplitterung auslösen zu wollen, „das entspricht nicht dem öffentlichen Wohl“. Was neu entsteht, müsse mittelfristig funktionieren und nicht knapp an Mindestzahlen entlang schrammen. CDU-Landrätin Martina Schweinsburg bot Hilfe an und reagierte so auch auf Ängste kleiner Gemeinden, in diesen Abwägungen über den Tisch gezogen zu werden. Leben in der Gemeinde Einheitsgemeinde: Freiwilliger Zusammenschluss von Gemeinden, um Aufgaben und Ressourcen zu bündeln. Organe: Bürgermeister und Gemeinderat; nachgegliederte Ortsteile möglich, die aber nicht über ein eigenes Hauhaltsbudget verfügen. Einwohnerzahl: mindestens 3000. Vorteil: Gilt als effizienteste Verwaltungslösung auf dem Land. Nachteil: Die Gemeinden geben ihre Selbstständigkeit auf. Verwaltungsgemeinschaft: Durch Gründung einer Verwaltungsgemeinschaft können selbständige Gemeinden desselben Landkreises eine neue Körperschaft des öffentlichen Rechts bilden, die für die Mitgliedsgemeinden bestimmte festgelegte Aufgaben übernimmt. Organe: Gemeinschaftsvorsitzender und Gemeinschaftsversammlung; nachgegliedert Gemeinden. Einwohnerzahl: im Gesetz bislang nicht festgeschrieben; in der Regel mindestens 5000 Einwohner. Vorteil: Die Gemeinden behalten ihre Eigenständigkeit und damit ihren (ehrenamtlichen) Bürgermeister und Gemeinderat sowie einen eigenen Haushalt. Nachteil: weniger effizient, da sich Entscheidungsvorgänge auf zwei Ebenen aufspalten. Landgemeinde: wie Einheitsgemeinde mit dem Kompromiss, dass nachgegliederte Ortschaften zwingend vorgeschrieben sind mit Ortschaftsbürgermeister, Ortschaftsrat und eigenem Haushalt. |
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Klangvolle Erinnerung
Annerose Kirchner liest in Berga über Dörfer, die dem Uranbergbau zum Opfer fielen Von Susann Grunert Berga (OTZ). Dass im Rathaussaal von Berga die Orgel der Kirche in Greiz-Pohlitz erklingt, ist wohl einmalig. Doch die kleine musikalische Überraschung auf CD, die der Greizer Stadtkantor Oliver Scheffels für die Besucher der Lesung „Spurlos verschwunden“ am Mittwochabend vorbereitet hatte, hatte einen ganz besonderen Hintergrund. Denn die Orgel der Pohlitzer Kirche enthält zwei Register des Musikinstruments, das einst im Gotteshaus von Culmitzsch stand. Culmitzsch gehört zu den Thüringer Dörfern, die dem Uranbergbau der DDR weichen mussten. Die Geraer Autorin Annerose Kirchner begibt sich in ihrem Buch „Spurlos verschwunden“ auf die Suche nach Menschen, die einst in Culmitzsch, Sorge, Gessen oder Katzendorf lebten und mit der Zwangsumsiedlung auch ihre Heimat verloren. „Ich hatte viele Krisen“, beschrieb die Autorin die mühsame Recherchearbeit in Archiven. Nur mit einem Netzwerk aus Zeitzeugen, Kollegen und anderen Menschen sei die Fertigstellung überhaupt gelungen. Mit Doris Knüppel und Lieselotte Lückner, beide ehemalige Culmitzscher, sowie Johannes Weiser, der als Sorge- Bewohner der erste Zeitzeuge war, den Kirchner für ihr Buch gewinnen konnte, befanden sich zur Lesung in Berga gleich drei Chronisten in den Reihen des Publikums. „Ich selbst habe nicht in einem der Dörfer gelebt“, erzählt eine Mit diesem Buch wurde den Dörfern ein Denkmal gesetzt. Regina Apel, Leiterin Stadtbibliothek Berga Zuschauerin, doch noch gut seien ihr die Gemeinden aus der Kindheit bekannt. Rege war der Gedankenaustausch nach Ende der Lesung, schließlich war auch der Bergaer Raum einst vom Wismut-Tagebau geprägt. So erinnert sich eine Besucherin, dass ihre Familie seltene Bilder des Culmitzscher Wasserschlosses besitzt, das Ende der 1960er-Jahre gesprengt wurde, laut Kirchner „eine Tragödie“. Die sechs im Buch behandelten Erlebnisse stehen stellvertretend für hunderte Lebensgeschichten, schließt Annerose Kirchner die Lesung. Zu den Klängen von Mozarts Andante in F-Dur, gespielt auf der Pohlitzer Orgel, sinnieren die Besucher über diese Worte nach. |
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Im April weniger Arbeitslose als im März Jedoch mehr Bedarfsgemeinschaften Greiz (OTZ). Die Arbeitslosigkeit hat sich in der Geschäftsstelle Greiz der Agentur für Arbeit Gera von März auf April um 281 auf 2302 Personen verringert. Das waren 472 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote betrug im April 11,9 Prozent, vor einem Jahr belief sie sich auf 14,1 Prozent. Dabei meldeten sich 530 Personen arbeitslos, 33 weniger als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 807 Personen ihre Arbeitslosigkeit (+ 123). Der Stellenbestand ist im April um 27 Stellen auf 161 gesunken, im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es acht Stellen mehr. Arbeitgeber meldeten im April 103 neue Stellen, 34 weniger als vor einem Jahr. In der Arge des Landkreises Greiz stieg die Zahl der Bedarfsgemeinschaften im Vergleich zum Vormonat. So zählte die Arge im April 5815 Bedarfsgemeinschaften mit 10 073 Leistungsempfängern. Im März waren es 5798 BG mit 10 056 Empfängern von Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (SGB II). Dagegen gesunken ist die Zahl der Arbeitslosen - von 6623 im Vormonat auf aktuell 5999. Seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober meldeten sich bei der Agentur für Arbeit Gera 914 Bewerber für Berufsausbildungsstellen, das waren 21,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Zugleich gab es 1210 Meldungen für Berufsausbildungsstellen, das entspricht einem Plus von 8,0 Prozent. Ende April waren 597 Bewerber noch unversorgt und 790 Berufsausbildungsstellen noch unbesetzt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es weniger unversorgte Bewerber (- 22,3 Prozent), die Zahl der unbesetzten Berufsausbildungsstellen war größer (+ 8,4 Prozent). Eine abschließende Beurteilung der Lage am Ausbildungsstellenmarkt sei derzeit jedoch nicht möglich, heißt es aus der Arbeitsagentur. Bis zum Ausbildungsbeginn im Sommer werde noch viel Bewegung am Ausbildungsmarkt erwartet. Die Zahlen belegen aber den sich umkehrenden Trend. Bis vor drei Jahren konnte das Angebot an Lehrstellen den Bedarf nicht decken. Inzwischen, durch demografischen Wandel und stärkere Nachfrage aus der Wirtschaft, hat sich die Situation gewandelt.
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Neulinge räumen ab
Greizer Rommé-Spieler mit vier gewonnen Spieltagen an Ligameisterschafts-Spitze Von Christian Freund Greiz. Wie eine Rakete sind sie in der Thüringer Ligameisterschaft gestartet, die Spieler der Mannschaft des neu gegründeten Greizer Rommé-Vereins mit Romy Gündel, Ulrike, Andreas, Martin und Manuel Schierz. Nachdem im zurückliegenden Jahr die Mannschaften des Freistaates Vergleichskämpfe ausgetragen hatten, wurde 2010 zum ersten Mal eine Ligameisterschaft ins Leben gerufen. Bereits am ersten Spieltag in Meerane siegten die Greizer mit 5:1 Punkten. In Gera gewannen sie im Februar mit 4:2. Das gleiche Ergebnis konnten die Romméspieler im März in Kahla holen, und mit 5:1 punkteten sie zuletzt am Sonntag (25. April) in der Obergrochlitzer Turnhalle. Diese Ligameisterschaft ist übrigens auch deutschlandweit einmalig. „Skatturniere gehören in der Obergrochlitzer Turnhalle bereits zur Tradition, daran beteiligen sich aber fast nur Männer. Wir Frauen hatten die Idee, parallel dazu Rommé zu spielen. Und so hat sich ab 2008 eine Mannschaft herausgebildet“, erklärt Ulrike Schierz. Der Skat-Landesverband Thüringen hat als erster Landesverband vor drei Jahren eine eigenständige Verbandsgruppe für Rommé ins Leben gerufen, um allen interessierten Teilnehmern, die bislang nicht in Vereinen organisiert sind, eine Heimat zu bieten. Inzwischen sind das die Vereine Kahla, Gera, Meerane und Greiz. Neu gegründete Vereine gibt es in Jena, Erfurt und Chemnitz. Da die Greizer Spieler berufstätig sind, wurden sogar ihnen zuliebe die Spieltage auf Sonntage verlegt. „Wir wollen unser Vereinsleben noch attraktiver gestalten, so denken wir darüber nach, vielleicht ein Städteturnier zu organisieren.“, erklärt Ulrike Schierz. |
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Titelverteidiger RS Berga nur Vierter
Fußball, 8. OTG-Cup für Regelschulen: 4. Regelschule Lusan holt Wanderpokal Von Reinhard Schulze Gera (OTZ). Sie kamen, spielten und gewannen. So ging im Vorjahr erstmals beim OTG-Cup für Regelschulen der Wanderpokal an die Regelschule Berga. Bei der 8. Auflage wurden nun die Karten neu gemischt. Selbst wer vor dem Startschuss als Favorit gehandelt wurde, wie das Team der Ostschule, trug sich am Ende auf Rang zwei in die Cup-Ergebnisliste ein. Zwar gewannen sie das Turnier 9./10. Klasse und belegten in der Runde 5./6. Klasse Platz drei, doch zu schmerzlich war die Platzierung im Match der 7. und 8. Klassen, wo es nur zu Rang sieben reichte. Jubeln dagegen konnten die Kicker der 4. Regelschule Lusan. Sportlehrer Peter Lantzsch war die Freude anzusehen, auch wenn hier nicht alles nach Plan gelaufen ist. Am Ende mit einem Sieg (7/8), einem dritten (9/10) und einem sechsten Rang (5/6) reichte es aber zum Pokalgewinn. Entscheidend für den dritten zu vergebenden Podestplatz war der Sieg der Regelschule Ronneburg in der Begegnung 5. und 6. Klassen. Punktgleich mit der Regelschule Berga, die ohne Sieg blieb, platzierten sich die Ronneburger damit noch vor den Pokalgewinnern von 2009. „Wir haben sportlich faire Wettkämpfe gesehen und das trotz der kurzen Spielzeit von ein Mal sechs Minuten. Deutlich verbessert hat sich auch das spielerische Niveau, speziell bei den 9. und 10. Klassen“, resümierte Schulsport-Koordinator Thomas Schmohl. Als beste Spieler wurden geehrt: Tim Fischer (RS Ronneburg), Kevin Wätzel (IGS) und Toni Branescu (Ostschule). Pokale für die besten Torhüter gingen an Felix Linde (Ostschule), Fabian Runau (Ostschule), Eric Böhm (RS Berga). Um noch mehr Schulen die Möglichkeit zur Teilnahme zu geben, denken die Organisatoren von der OTG und der Ostschule darüber nach, im kommenden Jahr den Cup nicht wie bisher von Mittwoch bis Freitag, sondern von Dienstag bis Donnerstag auszutragen. Freitags hatte es bisher die wenigsten Teilnehmer gegeben. Das Zusammenwirken zwischen Ostschule und Sportverein hat sich bewährt. Erstaunlich war nur, dass das Interesse an der Cup-Teilnahme bei den Regelschulen des Landkreises größer ist als bei denen der Stadt Gera, wie das Starterfeld sichtbar werden ließ. |
| 30. April 2010 /OTZ |
Kurz notiert: |
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Frühlingssingen mit Mohlsdorfer Männerchor
Der Männerchor Mohlsdorf - hier beim Morgensingen vor dem Sommerpalais - lädt zum Frühlingssingen am Sonnabend, 1. Mai, in den Saal des Gasthauses „Zum Kühlen Morgen“ in Mohlsdorf ein. Beginn ist 15 Uhr, Einlass ab 14 Uhr. Der Männerchor unter Leitung von Helmut Colditz hat sich als Gäste für dieses Konzert Schüler der Musikschule „Bernhard Stavenhagen“ Greiz sowie der Auer Musikschule geholt. Der Eintritt ist frei. Wildetaube will Revanche im Traditionsderby
Am 1. Mai treffen 13.30 Uhr auf dem Fußballplatz Wildetaube wieder die Freizeitteams aus Wildetaube und Tschirma/Neugernsdorf aufeinander. Im Vorjahr unterlagen die Gastgeber (in rot) erst im Elfmeterschießen mit 5:6. Karikatur des Tages
„Schatten“-Textilien entwickelt Textilforscher zeigen, was Jacquardweberei bieten kann Greiz (OTZ). Die Miniatur eines analogen elektronischen Textilleuchtsystems, das auf elektrostatische Aufladung reagiert, fand auf dem Kundentag Flächenbildung des Greizer Textilforschungsinstitutes am 28. April große Resonanz. Reibt man gegen Kleidung, Haar oder andere Materialien wird über eine Textilmembran die statische Aufladung ermittelt und in ein Sichtschattenmuster übersetzt. Sichtbar wird der „Schatten“ über den an diesen Stellen abgeschalteten LED-Lichtern. Im Dana Centre des Science Museum in London zeigen Designerin Zane Berzina und der Architekt Jackson Tan, die mit dem TITV Greiz entwickelten „E-Static Shadows“-Textilien in ihrer großformatigen Version. Was die Schaft- und Jacquardweberei für das technische Design zu bieten hat, wurde Mittwoch zum Kundentag in Greiz präsentiert. So ist es beispielsweise möglich, komplette textile Leiterplatten zu erzeugen. Grundlage für diese Mustergestaltung ist eine Einzelfadenansteuerung, welche die Jacquardwebtechnik bietet.. Grünen-Politiker bei Menschenkette xxxxx Greiz (OTZ). Zirka 120 000 Atomkraftgegner nahmen kürzlich an einer 120 Kilometer langen Menschenkette zwischen den Atomkraftwerken Brunsbüttel, Brokdorf und Krümmel teil. Daran beteiligten sich auch Mitglieder der Partei Bündnis 90/Die Grünen aus dem Landkreis Greiz. „Mit dieser überaus erfolgreichen Aktion setzten wir ein deutliches Zeichen gegen den Ausstieg aus dem Ausstieg aus der veralteten Atomtechnologie“, erklärt die Greizer Partei- Sprecherin, Doris Smieskol, die an der Menschenkette bei Pinneberg teilnahm. „Ich freue mich, bei der wahrscheinlich größten Anti-Atom-Demo der bundesdeutschen Geschichte dabei gewesen zu sein. Die Stimmung auf der Abschlusskundgebung war überwältigend“, so Doris Smieskol abschließend. |
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