26. April 2010 /OTZ

Aufgeräumt in Wald und Flur

Selbst die jüngsten Frühjahrsputzer waren am Reißbergplatz eifrig bei der Sache und ließen die Spielgeräte des Abenteuerspielplatzes wieder in satten Farben strahlen. Das schöne Wetter bot auch den vielen Helfern in Gommla und Reinsdorf beste Frühjahrsputzbedingungen.
Selbst die jüngsten Frühjahrsputzer waren am Reißbergplatz
eifrig bei der Sache und ließen die Spielgeräte des Abenteuer-
spielplatzes wieder in satten Farben strahlen. Das schöne
Wetter bot auch den vielen Helfern in Gommla und Reinsdorf
beste Frühjahrsputzbedingungen.
Foto: Silke Groß

Frühjahrsputz in Reinsdorf, Gommla und am Reißbergplatz bei sonnigem Frühlingswetter

Von Michael Hendel, Marcel Hilbert und Silke Groß Reinsdorf/Gommla/Greiz (OTZ).

Großeinsatz in Sachen Frühjahrsputz war am Sonnabend in Reinsdorf, Gommla und am Reißbergplatz angesagt. Bei strahlendem Sonnenschein waren Dutzende Bewohner der Orte auf den Beinen, um ihren Ort frühlings- fein zu machen. Etwa 60 Einwohner packten in Reinsdorf fleißig mit an. Von der Kahmerschen Kreuzung bis zum Ortseingang in Richtung Irchwitz, kein Unrat war vor den Suchtrupps sicher. Die Jugendfeuerwehr schleppte unter Führung von Matthias Singer und Jörg Buchwald wahre „Schätze" aus dem Wald. Im Ort selbst glitten Pinsel über Zäune, die Grünanlagen rund um den Dorfplatz hatten sich Annelie Stark, Gabriele Taubert und weitere Helferinnen vorgenommen, die Sitzgruppe wurde vom Ehepaar Peters gepflegt und Wolfgang Weber schnitt am Friedhof ein Denkmal und den Zaun vom Efeu frei. Großeinsatz auch bei der Reinsdorfer Feuerwehr. Während man auf einem Teil des Vereinsgrundstücks aufräumte, wurde neben der Tanzfläche das Planum für einen Verkaufsstand hergestellt. Die neu gestaltete Freifläche wird am Freitag zum „Hexenfeuer" ihre Bewährungsprobe zu bestehen haben. Die gute Stimmung und der Erfolg der Aktion ermuntern zu einer Wiederholung. Angesichts der Müllmenge — der Zwei-Kubikmeter-Container reichte nicht aus — war man über die Unvernunft vieler Zeitgenossen mehr als entsetzt. Zum bereits elften Mal waren auch in Gommla die Straßen am Sonnabend wieder gesäumt von Helfern, die sich am Aktionstag „Sauberer, schöner Ortsteil" beteiligten. 47 Paar Hände packten an der Wendeschleife, auf dem Sportplatz, am Kriegsmahnmal und überhaupt überall im Ort mit an, worüber sich Ortsteilbürgermeister Rainer Vogel sehr freute. „Man sieht deutlich, was sich hier in den letzten fünf Jahren getan hat", meint Vogel. Hauptaugenmerk lag auch in diesem Frühjahr wieder auf der Wendeschleife, die zu einem Dorfzentrum etabliert werden soll. Hier wurde die große Grünfläche umzäunt, um den Kindern mehr Sicherheit zu gewährleisten. Gerade bei solchen Verschönerungsaktionen, wie an der Wendeschleife, fehle es, so Vogel, in der Stadt einfach an Resourcen, personell wie auch finanziell, weshalb der Bürgermeister stolz auf seine Gommlaer ist, dass sie noch immer so zahlreich mit dabei sind. Zu guter Letzt beteiligten sich auf dem Abenteuerspielplatz am Reißbergplatz etwa 40 Personen, davon 18 Kinder und Jugendliche, an der Aktion „Gemeinsam geht es besser", initiiert von Katrin Franke. Auf dem seit 1976 erbauten Spielplatz wurden die Hecken geschnitten, Sand aufgefüllt, das Dach der Sitzgruppe neu gedeckt, Zaunsfelder erneuert und die Spiel- und Sportgeräte bekamen einen neuen Anstrich. Der Dank der vielen Putzteufel galt Lutz Zürnstein vom Grünamt der Stadt Greiz für die Bereitstellung des Materials und das Aufstellen der vier neuen Bänke.

Eine ganze Menge Müll ist in Reinsdorf bei der dortigen Aufräumaktion zusammen gekommen.
Eine ganze Menge Müll ist in Reinsdorf bei der dortigen
Aufräumaktion zusammen gekommen.
Foto: Hendel

Auf dem Gommlaer Sportplatz wurde der Boden für eine. überdachte Bankgruppe bereitet.
Auf dem Gommlaer Sportplatz wurde der Boden für eine
überdachte Bankgruppe bereitet.
Foto: Hilbert


26. April 2010 /OTZ

Kinder im Tun und ihrer Bewegungslust unterstützen - Ziel des Mitmach-Fachtages

Bewegung in der ersten Reihe: Heike Taubert lässt sich beim MitmachTag nicht lange bitten.
Bewegung in der ersten Reihe: Heike
Taubert lässt sich beim Mitmach-Tag
nicht lange bitten.

Größte Bildungsveranstaltung des Thüringer Sports im Landkreis Greiz am vergangenen Sonnabend in der Regelschule Greiz-Pohlitz

Text & Bild Peter Reichardt

Bewegung, Spiel und Sport sind Teil der kindlichen Welt. Sie gehören zu den elementaren Bedürfnissen von Kindern und sind für eine körperliche, geistige, emotionale und soziale Entwicklung der Kinder unverzichtbar - so die Thüringer Ministerin für Soziales, Familie und Gesundheit, Frau Heike Taubert, in ihren Grußworten zur Eröffnung des am vergangenen Sonnabend in der Regelschule Greiz-Pohlitz stattgefundenen „Mitmach-Fachtag“ des LSB Thürringen, der Thüringer Sportjugend, des KSB Greiz und der Sportjugend Greiz. Über 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren der Einladung der Veranstalter gefolgt, verfolgten mit Aufmerksamkeit und viel Engagement in den 8 Workshops des Tages die Ausführungen der Referenten aus ganz Thüringen und, was das Wichtigste war, brachte ihre eigenen Ideen und Erfahrungen in diesen „Mitmach-Fachtag“ ein, so daß ein reger Gedankenaustausch diese Veranstaltung prägte. Wie stellte die Deutsche Sportjugend in ihrem Orientierungsrahmen für Bewegungserziehung aus dem Jahr 2004 fest : „Kinder haben im Grundgesetz, in den Landesverfassungen und in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschriebene Rechte, u.a. auf körperliche Unversehrtheit, auf Entwicklung und Entfaltung ihrer Persönlichkeit, auf angemessene und ausreichende Bewegung, auf Bildung und Erziehung. Die Förderung der Persönlichkeitsentwicklung des Kindes, seine Begabungen, kognitive, emotionale, motivationale, sensorische, motorische, körperliche, psychische und soziale Fähigkeiten sind dabei wichtige Ziele. Kinder haben das Recht in einer intakten Umwelt aufzuwachsen, ein gesundes Leben zu führen und positive Zukunftsperspektivenzu entwickeln. Die Sportorganisationen haben als Träger der freien Jugendhilfe und als große gesellschaftliche Kraft die Verpflichtung, bei der Realisierung der in den Gesetzen formulierten Ansprüche zu helfen.“ Ein Anspruch, den alle Teilnehmer dieses Fachtages mit ihrem Wirken und ihren Engagement mit Leben erfüllen, so Frau Minister Taubert. Deshalb sei es ihr wieder ein großes Vergnügen, auch an diesem Fachtag, wie auch an den vergangenen, teilzunehmen und aktiv beim Erfolg der Veranstaltung mitwirken zu können. Spaß und Freude an Bewegung bei den Kindern zu erzeugen, ihre frühkindliche Entwicklung und Förderung zu begleiten, und das alles im positiven Sinne und zum Wohl der Kinder sei eine Aufgabe, die von der Politik allein nicht zu bewältigen sei, sie damit alle Teilnehmerinnen und Teilnehmern dieses Fachtages für ihr Engagement und ihre Arbeit mit Kindern danke. Natürlich ging es dann auch gleich mit viel Bewegung los, denn Herr Michael Hirschel ( Tanzlehrer aus Gera ) brachte mit seiner bewegten Einstimmung das Blut aller in Wallung und Bewegung, wobei auch der Spaß sichtlich nicht zu kurz kam. „Kinder brauchen Bewegung“ - so das Thema des Vortrages von Herr Dr. Wilhelm Ambold, der ein Plädoyer für frühe Anregung und Förderung aus Sicht der Wissenschaft und Hirnforschung hielt. Seine Grundaussage : „Das Reifen der Sinne und das Entwickeln von Bewegungsmustern ist eine wichtige Voraussetzung für gelingende Bildungsprozesse.“ Oder, um mit den Worten von Prof. Dr. Gerhard Preiß (Entwickler des Zahlenlandes) zu sprechen : „Bewegung tut gut und ist klug.“ Von Bewegung bis Entspannung umfaßten die Themenkomplexe der Workshops, von Aggressionsabbau, über richtig essen – besser lernen, bis zur Bedeutung der Bewegung für die Sprachentwicklung. Interessante Gespräche und eine rege Diskussion prägten den Verlauf, ja selbst Frau Minister Taubert zeigte sich sehr angetan vom Verlauf dieses Fachtages und drückte ihre große Freude über die kontinuierliche Arbeit des KSB und der Kreissportjugend Greiz aus. Das Feedback der Teilnehmer : Der Fachtag war praxisverbunden, es wurden eine ganze Menge neuer Erkenntnisse gesammelt und Erfahrungen weiter gegeben, die Stimmung war gut und es hat allen Teilnehmern sehr viel Spaß gemacht, den sie in der Arbeit mit den Kindern weiter geben wollen. Zu diesem Erfolg hat sicher auch die Organisation des Fachtages unter Leitung von Frau Helgard Groß, Kreissportjugend Greiz, und Frau Anette Skujin, Thüringer Sportjugend Erfurt, mit ihren Helfern beigetragen. Ihnen allen, den Referenten und Frau Sabine Petzke von der Unfallkasse Thüringen sei dafür Dank gesagt.


26. April 2010 /OTZ

Das Schulrostgespenst hat keine Chance

Die ABC-Fee(Amalie Lippold,l.) und Franzi (Leonie KruschWitz) wollen das Gespenst vertreiben.
Die ABC-Fee(Amalie Lippold,l.) und Franzi (Leonie Kruschwitz)
wollen das Gespenst vertreiben.
Foto: OTZ/Schulz

Bergaer Grundschüler zeigen märchenhafte Projekt-Ergebnisse der Woche des Lesens

Berga (OTZ/-lz).

Hand aufs Herz, wer hätte nicht großes Lampenfieber, wenn er auf der großen Bühne in der vollbesetzten Schulaula den Zungenbrecher „ schulangstgespenstgeschädigt" aussprechen müsste? Josefine Drechsler meisterte das bewunderswert. Gemeinsam mit allen Akteuren der Bergaer Theatergruppe und des Schulchores gestalteten sie am Sonnabend mit ihrem Stück vom Schulangstgespenst einen tollen Schulfest-Auftakt in der Bergaer Grundschule. Das Schulangstgespenst (Johanna Kirsten) sucht Franzi (Leonie Kruschwitz) des nachts heim. Doch der ABC- Fee (Amalie Lippold) gelingt es gemeinsam mit den guten Geistern der Schule, dem Schreibgeist (Katharina Heyne), Zahlengeist (Josefine Drechsler), Turngeist (Hanna Laser), Musikgeist (Laura Laser), Gartengeist (Emmely Tesche), Theatergeist (Sandra Wiesenhütter), Schmusegeist (Julienne Knoll) und Pausengeist (Isabell Neumann) das Gespenst zu vertreiben. Gut drei Monate haben die Kinder dafür geprobt, weiß Heidemarie Heinrich, die Leiterin der Theatergruppe, die gemeinsam mit dem Schulchor, den Bianca Möhrstedt leitet, für den Auftakt oder Schülertheatertage in Greiz das Musical „Der Adler im Hühnerhof" auf die Bühne bringen wird. Am Sonnabend zeigten acht Projektgruppen der Grundschule den Besuchern ihre Ergebnisse zum Thema Märchen in der Woche des Lesens. Altersübergreifend konnten sich die Jungen und Mädchen aussuchen, ob sie bei Rotkäppchen, Froschkönig, Waldhaus, Eulenspiegel, Pippi Langstrumpf, Max und Moritz, Dornröschen oder Grimms Märchen dabei sein wollten, erklärt Schulleiterin Edda Stieler. Dann wurde gelesen, gespielt, gekocht und gebacken, Rollenspiele zeigten so manches Talent, Fensterbilder und kleine Bücher boten Gelegenheit, kreative Ideen auszuprobieren. Besonders lecker gings in der Gruppe „Grimms Märchen" bei Andrea Kuhn zu, denn hier entstand eine Märchentorte. Die Leckerei wurde am Sonnabend versteigert. Der Ertrag soll dem Zirkusprojekt der Grundschüler, das im Herbst geplant ist, zugute kommen.


26. April 2010 /OTZ

"Und Katzen mag ich auch"

Wilfried Wieland Pucher vor der heimischen Fotowand. Der 69-jährige Schauspieler feiert am 28. April sein 50-jähriges Bühnenjubiläum. Er begann als Statist in Shakespeares Hamlet.
Wilfried Wieland Pucher vor der heimischen Fotowand. Der 69-
jährige Schauspieler feiert am 28. April sein 50-jähriges
Bühnenjubiläum. Er begann als Statist in
Shakespeares „Hamlet".
Foto: OTZ/Ute Flamich

Schauspieler Wilfried Pucher feiert am 28. April sein 50-jähriges Bühnenjubiläum

Von Ute Flamich Langenwetzendorf (OTZ).

Name: Wilfried Wieland Pucher. Alter: noch 69 Jahre. Beruf: Schauspieler. Hobby: Honigbienen. Am kommenden Mittwoch feiert der gebürtige Hainsberger sein 50-jähriges Bühnenjubiläum. Im OTZ-Gespräch erzählt er von seiner ersten Rolle, seinem Leben und seiner Liebe zu Tieren.
Herr Pucher, Sie erinnern sich noch an Ihre erste Rolle?
Ja, klar. Es war der 28. April 1960. Ich war Statist in Shakespeares „Hamlet" und durfte nur ein Kissen über die Bühne tragen. Das Stück wurde damals im Greizer Theater aufgeführt, das jetzt abgerissen wird. Später spielten Sie Casanova, Nathan, Puntila, Salieri, Galileo Galilei...
Gibt es eine Rolle, die Sie nicht, aber gern übernommen hätten?
Ja! König Lear. Einfach, weil es ein wahnsinniges Stück ist. Aber ich bin überhaupt nicht traurig über Rollen, die ich nicht gespielt habe. In fünf Jahrzehnten Bühnenerfahrung gab es sicher auch die eine oder andere peinliche Situation. (lacht). Ja, klar. Von der Schule aus habe ich in Schillers „Wilhelm Tell" am Deutschen Theater mitgespielt. Ich war der zweite Geselle und hatte einen ziemlich verqueren Versprecher. Das war mir so peinlich, dass ich mich am nächsten Tag nicht auf die Straße traute. Versprecher gab es danach bestimmt noch einige. Das stimmt schon, aber da konnte ich schon ganz anders damit umgehen. Früher hat man sich wahrscheinlich zu wichtig genommen.

Und heute, wie ist der Wilfried Pucher von heute?
Leicht zu begeistern — oder überhaupt zu begeistern, neugierig, vorlaut. Ich bin sehr durch die Natur geprägt. Ich liebe Tiere.
Wenn Sie ein Tier wären, welches wäre das?
Ein Milan.
Warum?
Weiß ich nicht. Vielleicht, weil es so ein schöner Vogel ist, der fliegt so fein in der Luft, ist aber auch verletzlich. Ach ja, und Katzen mag ich auch — besonders meinen Otto.
Weil sie so weiches Fell haben?
Ja, das auch, aber vor allem, weil sie überhaupt nicht hören und ihren eigenen Kopf haben. Nach dem chinesischen Horoskop bin ich übrigens ein Drache.
Sie feiern in diesem Jahr nicht nur Bühnenjubiläum, sondern auch 70. Geburtstag. Haben Sie schon einmal ans Aufhören gedacht?
Nein. Ein Limit habe ich mir nicht gesetzt. Alle meckern über Jopi Heesters, der mit seinen 106 Jahren noch öffentlich auftritt. Aber ich würde da auch für mich nicht die Hand ins Feuer legen. (lacht)
Was steht derzeit Aktuelles auf Ihrem Plan?
Im September gibt es die Uraufführung zu einem Stück, das wahrscheinlich den Titel „Der geschwätzige Gast" tragen wird. Es ist ein aristotelisches Stück mit Einheit von Ort, Zeit und Handlung. Nach dem Studium an der Schauspielschule Berlin, hatte Wilfried Pucher im Jahre 1964 sein erstes Engagement an den Bühnen der Stadt Gera. Von 1969 bis 1971 war er Schauspieler am Hans-Otto-Theater in Potsdam. Bis 1991 war Pucher Mitglied im Schauspielerensemble des Fernsehens der DDR. Er war in mehr als hundert Rollen in Serien, Fernsehfilmen und Filmen zu sehen.


26. April 2010 /OTZ

Bekenntnis zum Glauben in einer Zeit der Brüche

Superintendent Görbert
Superintendent Görbert

Festgottesdienst zu Konfirmationsjubiläen

Von Susann Grunert Greiz (OTZ).

Von Wiedersehensfreude und dem gemeinsamen Schwelgen in Erinnerungen war der gestrige Festgottesdienst anlässlich Goldener, Diamantener und Eiserne Konfirmation in der Greizer Stadtkirche St. Marien geprägt. „Nutzen Sie diesen Tag, um sich längst Vergessenes wieder ins Gedächtnis zu rufen", wünschte Superintendent Andreas Görbert den Jubilaren. 1940, 1945, 1950 und 1960 bekannten sich die damaligen Konfirmanten zum christlichen Glauben. „Eine Zeit", so Görbert in seiner Predigt, „die bei vielen von Brüchen und politischen Wendeereignissen gekennzeichnet war." „In Israel ist der Baum das Symbol eines langen Lebens", sinnierte Görbert. Er schießt in die Höhe, bildet Altersringe aus, zeigt Narben. Ähnlich ließe sich auch das Leben der Jubilare abbilden, bis zum gestrigen Tag, an dem an den kirchlichen Eintritt ins Erwachsenenleben vor 50, 60, 65 oder 70 Jahren feierlich erinnert wurde. „Sie sehen immer jünger aus", bemerkte Görbert unter dem Schmunzeln der Gemeinde, „und sie gehören einer Epoche an, in der man das Glück hat, fast ein Drittel seines Lebens alt sein zu dürfen!" Im Unterschied zu früheren Generationen ließe sich so vor allem das Zusammensein mit den Enkeln genießen. „Sie können sie lieben und verwöhnen, lehren sie aber gleichzeitig, dass das Leben endlich ist", meint Görbert. Ein Raunen ging durch die Kirchenreihen, als der Superintendent die Zahlen sprechen ließ und die ursprüngliche Stärke der einzelnen Konfirmanten-Jahrgänge verlas. So war die Konfirmationsklasse vom 2. April 1950 mit 444 Mitgliedern die stärkste, die die Stadtkirche je gesehen hat. Auch die Jahrgänge 1940 mit 290 und 1945 mit 414 Konfirmanten waren beachtlich groß. Abzüge der Gruppenfotos können bei der Ostthüringer Zeitung, Burgplatz 10, in 07973 Greiz bestellt werden.


26. April 2010 /OTZ

Erste Feuertaufe für neues Betreiberpaar

Brigitte und Jochen Deutscher (rechts) wünschten Cathi und Peter Richter alles Gute für die Wiedereröffnung des Museums.
Brigitte und Jochen Deutscher (rechts) wünschten Cathi und
Peter Richter alles Gute für die Wiedereröffnung des Museums.

Kennenlerntag im Bauernmuseum

Nitschareuth (OTZ/M. Hilbert).

Man könnte ihn als Generalprobe für den kommenden Sonnabend bezeichnen, den Kennenlerntag mit dem neuen Betreiberpärchen des Bauernmuseums Nitschareuth. Denn ab dem 1. Mai öffnet das Museum mit Café wieder für alle Interessierten seine Pforten. Wie es in einer vollen Kaffeestube aussieht, davon konnten sich Cathi und Peter Richter zum Kennenlerntag schon einmal überzeugen. Zu diesem waren Mitglieder der ortsansässigen Vereine, Ortsteilräte und Anwohner gekommen. Sie alle nutzten damit die Gele- genheit, sich einen ersten Eindruck von den Nachfolgern von Jochen und Brigitte Deutscher zu machen, und ihnen das Beste für die anstehenden Aufgaben zu wünschen. Auch die ehemaligen Betreiber waren unter den Gästen und sicherten den Richters noch einmal ihre Unterstützung zu. „Es ist schön zu wissen, dass es weiter geht", meint Jochen Deutscher und seine Frau ergänzt: „Es ist auf jeden Fall komisch, jetzt auf der anderen Seite des Tresens zu sitzen." Außerdem bedankten sich die beiden bei den anderen Gästen dafür, dass diese ihnen so lang die Treue hielten. „Wir freuen uns über das in uns gesetzte Vertrauen", so Cathi Richter in ihrer kleinen Ansprache, „und hoffen, dieses auch auszufüllen." Seit Anfang April haben die Eheleute nun den Schlüssel für das Nitschareuther Gehöft und sind seitdem so oft wie möglich vor Ort, um die Gegebenheiten kennen zu lernen. „So wir uns auch nicht langsam verlaufen mehr in dem Haus", meint Peter Richter. Spätestens am 1. Mai darf das dann auch nicht mehr passieren, denn dann wird das Bauernmuseum feierlich wiedereröffnet. Hierfür haben die neuen Betreiber bereits konkrete Vorstellungen. „Um 10 Uhr ist die eigentliche Eröffnung, dann wird es den ganzen Tag über Kaffee und Kuchen sowie Roster vom Grill geben", beginnt Cathi Richter mit der Aufzählung. Außerdem wird die Gruppe „Formatio Tarascon" mit mittelalterlichen Klängen die Feier musikalisch untermalen, und es werden kleine altertümliche Spiele für die Besucher angeboten.


26. April 2010 /OTZ

Erlösender Heimsieg

Im Zweikampf gegen seinen Fockendorfer Bewacher Georg Kleinoth kann sich SG-Stürmer Andy Neiß (rechts) in der 5. Minute durchsetzen und in die Mitte flanken. Dort staubt Sebastian Michael zur 1:0-Führung ab.
Im Zweikampf gegen seinen Fockendorfer Bewacher Georg Kleinoth
kann sich SG-Stürmer Andy Neiß (rechts) in der 5. Minute durch-
setzen und in die Mitte flanken. Dort staubt Sebastian Michael
zur 1:0-Führung ab.
Foto: M. Hilbert

Fußball, Männer, Bezirksliga, Staffel 4: SG befreit sich mit einem 2:1 aus der Mini-Krise
SG DaßlitzJLangenwetzendorf - Eintracht Fockendorf 2:1 (2:1)

Daßlitz (OTZ/Gerd Halbauer).

Auf dem Sportplatz in Daßlitz vor über 100 Zuschauern kam die SG Daßlitz/Langenwetzendorf wieder zu einem Heimsieg in der Fußball-Bezirksliga. Bereits der zweite Angriff der SG in der 5. Minute über Andy Neiß, der sich glänzend über links durchsetzte, brachte die Führung. Sein Pass nach innen konnte von Sebastian Michael in Abstauber- Manier zur frühen 1:0-Führung verwandelt werden. Eine nächste gute Chance vergab Stephan Hofmeister nach Zuspiel von Michael. Die Gäste waren bis dahin nur durch Standards gefährlich. So auch in der 14. Minute, als nach einen Eckball Frank Meier aus kurzer Position zum Torschuss kam und durch zwei Verteidiger hindurch zum 1:1- Ausgleich einschießen konnte. Hier war die SG-Abwehr nicht konzentriert genug am Gegenspieler gestanden. Nun war das Spiel wieder ausgeglichen und beide Mannschaften erspielten sich kleinere Möglichkeiten. Nach 30 Minuten dann schon die Spielentscheidung, als Wirth einen Freistoß auf den langen Pfosten zirkelte und dort der kleine Ramön Czerwenka zum 2:1-Siegtor einköpfte. In der 34. Minute hatte Nick Peters von Fockendorf noch eine gute Möglichkeit, doch der SG-Torwart parierte glänzend. Bis zum Pausenpfiff waren nur noch hart geführte Zweikämpfe zu verzeichnen. Der zweite Spielabschnitt wurde ebenfalls hart umkämpft, und die Gäste mussten vier gelbe Karten hinnehmen. In der 67. Minute wohl der beste Angriff der Hausherren, als Hofmeister mit Andy Neiß einen Doppelpass und die ganze Eintrachtabwehr ausspielte. Hofmeister scheiterte beim Abschluss jedoch am Torwart der Eintracht. In den letzten zehn Minuten setzte Eintracht Fockendorf alles auf eine Karte, um den Ausgleich zu erzielen. Zuerst vergaben Tim Fleischer und Philipp Gerth, danach sehr aussichtsreich auch noch Skala in der 88. Minute. Zum Schluss war es aber dennoch ein verdienter Sieg der SG, weil sie über weite Strecken spielbestimmend war.


26. April 2010 /OTZ

Erfolg gegen Traditionsgegner

Fußball, Alte Herren: SG Greiz gewinnt bei Motor Zeulenroda
FC Motor Zeulenroda - SG 1. FC/Chemie Greiz 0:3 (0:2)

Zeulenroda (OTZ/Michael Schlegel).

Der letzte Greizer Punktgewinn gegen den Traditionsgegner Zeulenroda liegt fünf Jahre zurück. Überraschend war daher die Dominanz der SG 1. FC/Chemie Greiz in der Startphase der Begegnung. Nach nur fünf Minuten landete eine Vogel-Eingabe auf dem Kopf von Kasenow. Dessen wuchtiger Kopfball strich knapp am rechten Pfosten vorbei. Greiz spielte in der Folgezeit diszipliniert und erlaubte kaum zwingende Chancen für den FC Motor. In der 15. Minute wurde Speicher nach schöner Ballstafette im Mittelfeld in halbrechter Angriffsposition in Szene gesetzt. Sein Drehschuss schlug hinter dem Zeulenrodaer Torwart zum mehr als verdienten 1:0 für die SG ein. Die größte Möglichkeit für die Gastgeber bot sich Strauß nach 18 Minuten. Allein auf Krieglstein zulaufend, hob er den Ball über den Greizer Schlussmann, aber auch über das leere Tor. Trotz dieser Chance blieb die Greizer Mannschaft spielbestimmend und praktizierte mannschaftsdienlichen Fußball. Ein über links vorgetragener Angriff landete bei Jürgen Bauch. Sein Schuss schlug von der Lattenunterkante unhaltbar zur 2:0-Führung ein. Nach dem Seitenwechsel zunächst ein unverändertes Bild. Der in den Zeulenrodaer Reihen aufgebotene Ex-Greizer Jens Schulze versuchte, im Mittelfeld die Fäden zu ziehen und die Stürmer einzusetzen. Die Einheimischen blieben jedoch im Abschluss schwach bzw. scheiterten an der Abwehr der Spielgemeinschaft. Dennoch drohte bei Lauterleins Schuss in der 65. Minute Gefahr. Die SG schaffte Entlastung, indem immer wieder durch schnelle Konter Torgefahr entstand. Eine dieser Möglichkeiten konnten die Gastgeber nur durch Foulspiel unterbinden. Den fälligen Strafstoß verwandelte Jürgen Bauch sicher zum 3:0. Dank geschlossener Mannschaftsleistung verwaltete die SG diesen Vorsprung bis zum Abpfiff ener insgesamt fairen Partie und konnte so den ersten Saisonerfolg feiern.

Greiz: Krieglstein, Bähringer, A. Schlegel (41. Zürnstein), Eisentraut (50. Schlegel), A. Beyse, Vogel, Kühnert, Bauch, Schröck (41. Sengewald), Speicher, Kasenow.


26. April 2010 /OTZ

Knastalltag trifft Klassiker

Zum Schluss gabs Blumen und Dankesworte.
Zum Schluss gabs Blumen und Dankesworte.

Strafgefangene der JVA Hohenleuben mit Super-Leistung im Reußischen Hof

Text & Bild Antje-Gesine Marsch

"Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein". Mit diesen Worten aus Goethes "Osterspaziergang" endete am Freitagabend die Aufführung des Theaterstückes "Zeig den Faust" im voll besetzten Reußischen Hof. Sicher keine gewöhnliche Vorstellung, da die Protagonisten an diesem Tag die Justizvollzugsanstalt Hohenleuben einmalig verlassen durften. „Ich bin glücklich und stolz“, wie Vollzugsbeamtin und Leiterin der Theatergruppe, Anke Hartmann, am Ende strahlend gestand. Minutenlanger Beifall krönte das einstündige Spiel, auch die Mimen zeigten sich zufrieden mit ihrer Leistung. Zu Recht, denn textsicher und souverän agierend hatten sie das Stück zur Aufführung gebracht. Dem Erfolg allerdings vorausgegangen war eine intensive und harte Probenarbeit mit zum Teil wechselnden Darstellern. So sei beispielsweise die im Stück agierende Hexe „kurzfristig zur Therapie entlassen“ worden, so dass man improvisieren musste. Was mit Toneinspielungen und schauspielerischer Leistung übrigens beeindruckend gelang. Das Stück, von Anke Hartmann verfasst, spielt in einer Gefängniszelle, als ein Stromausfall für Langeweile sorgt und man sich entschließt: „Wir spielen Theater!“ Etwas ganz Großes sollte es sein, am besten Goethe. Man einigte sich schnell auf den „Faust“. Im Stück treffen nun Knastalltag und Klassiker aufeinander und die bittere Realität des Vollzugs mischt sich mit den ganz großen Szenen der Goetheschen Tragödie zu einer eigenen, sehr ergreifenden Interpretation. Trotz der tragischen Handlung kam auch der Humor nicht zu kurz, etwa, als Mephisto – herrlich diabolisch und geheimnisvoll dargestellt - Faust in die Hexenküche führt, wo ihm der Zaubertrank verabreicht werden soll, der ihn verjüngt und jede Frau begehrenswert erscheinen lässt. „Ich besteh‘ auf meine Hexe“, so Faust, dessen Worte von Xavier Naidoos Liedzeile „Ist das möglich?“ musikalisch untermalt wurden. Fesselnde Lichtspiele akzentuierten das spartanisch angelegte Bühnenbild, das nur aus einem Dutzend Styroporsteinen bestand; oft werden harte Metal-Klänge lautstark eingespielt. „In mir ist regelrecht ein Feuer entbrannt“, gestand René (30), der Darsteller des Dr. Faust, der seit 2008 in der JVA seine Haftstrafe verbüßt. „Draußen“ habe er mit Theaterspielen nichts „am Hut“ gehabt, doch würde er sich, wenn er 2012 entlassen wird, auf jeden Fall weiter damit befassen. Seit Anfang des Jahres lernte der junge Mann das immense Textpensum des Hauptdarstellers. Wie René beim Lernen feststellte, habe er eine sehr gute Auffassungsgabe, die ihm das Einprägen des klassischen Textes nicht zu schwer erschienen ließ. „Theater im Strafvollzug ist produktiv, weil es zeigt, dass Menschen die Fähigkeit besitzen, sich lang und intensiv mit einer Sache zu beschäftigen, und innovativ, weil es den Strafgefangenen den Weg zurück in die Gesellschaft aufzeigen kann“, wie es der stellvertretende Anstaltsleiter, Oberregierungsrat Kreisel, formulierte. Nach der Aufführung wird nun der normale „Knastalltag“ wieder Einzug halten, René wird in der Druckerei arbeiten und eine Nachfeier zur gelungenen Aufführung gibt es auch nicht. Oder doch? „Wir werden zur nächsten Probe am Dienstag alles genau auswerten“, wie Anke Hartmann lächelnd ankündigte.


26. April 2010 /OTZ

Die kommenden Wahlen fest im Blick

Die Information und Aufklärung der Öffentlichkeit schreibt sich die Bürgerinitiative für sozialverträgliche Abgaben und Leistungsgerechtigkeit in Zeulenroda und Umgebung (BIZ) weiterhin auf die Fahnen.

Steffen Beikirch / 26.04.10 / OTZ Zeulenroda.

Nur wer ausreichend Hintergründe kennt, kann konstruktiv mitwirken, sachgerechte Vorschläge unterbreiten, Anträge oder Fragen stellen, betont Siegmund Borek. Er wurde am Freitagabend auf der turnusmäßigen Mitgliederversammlung im Grünen Baum Märien als Vereinschef im Amt bestätigt. Bärbel Rentzsch bleibt als seine Stellvertreterin ebenfalls weiter an der Spitze der BIZ. Neu dazu gekommen sind bei der Wahl Dietrich Hoffmann, Siegfried Wachter und Frank Rohleder (alle Zeulenroda). Theo Besser (Langenwolschendorf), Fritz Wieduwilt (Auma), Heidrun Sedlacik (Brückla) sowie die Zeulenrodaer Volker Gielen, Jürgen Glaser, Annerose Helbing und Peter Steinbock erhielten wieder das Vertrauen. Nicht mehr kandidiert hatten die Zeulenrodaerin Bärbel Falk und der Langenwetzendorfer Siegfried Beer, der aber weiterhin die Homepage des Vereins betreuen will. Die BIZ hatte nach Angaben von Borek einige Austrittserklärungen aus verschiedensten Gründen zu verkraften. Zurzeit zählt man 150 Mitglieder, die aus der Doppelstadt und aus Langenwolschendorf kommen. In Auma sei man nur noch schwach vertreten, gleiches gelte für Hohenleuben und Langenwetzendorf, konstatierte der Vereinschef. Als größten Erfolg der letzten zwei Jahre sieht die Vereinsführung den Sprung in den Kreistag. Damit kann die BIZ zu den Kommunalwahlen in allen Städten und Gemeinden mit einer eigenen Liste antreten und auch Bürgermeisterkandidaten aufstellen, für die dann nur noch zehn Unterstützerunterschriften nötig sind, verdeutlichte Bärbel Rentzsch. Hervor hob sie dabei vor allem die Städte Weida, Hohenleuben und Ronneburg. Insgesamt gelte es die Zahl der Bewerber zu erhöhen, damit wie im Ortsteilrat Triebes nicht möglich auch erhaltene Mandate besetzt werden können. Bisher nicht gestoppt werden konnten die Abwasserbeiträge in der Region. Obwohl, wie Linke-Landtagsabgeordneter Frank Kuschel darlegte, in Thüringen 47 Zweckverbände bzw. Aufgabenträger diese Zwangsabgaben freiwillig abgeschafft und auf reine Gebührenfinanzierung umgestellt hätten. Davon profitierten derzeit 1,1 Millionen Menschen, also die Hälfte aller Einwohner, so auch in der Landeshauptstadt Erfurt. In die Thematik der Straßenausbaubeiträge komme nun Bewegung, meinte Siegmund Borek. Habe doch Innenminister Peter Huber die Bürgerinitiativen zu Stellungnahmen zum Brenner-Gutachten aufgefordert. Das war das erste Mal, dass ein Innenminister zu Bürgerinitiativen kam. Zwei ausführliche Statements, eine vom Vorstand und eine von Peter Steinbock privat, wurden nach Erfurt gesandt. Als eindrucksvoll bezeichnet Borek das Engagement der Mitglieder für das Volksbegehren Für eine bessere Familienpolitik in Thüringen. Der Gewinn der Aktion bestehe nicht nur aus den Unterschriften, sondern auch in Gesprächen vor Ort am Infostand, der jeden Donnerstagvormittag am Zeulenrodaer Stadtbrunnen zu finden ist.


26. April 2010 /OTZ

Wahre Freundschaft verbindet

Weißendorf: Willi Oed, Kommandant der Feuerwehr, Günther Baumüller, erster Vorstand der Wehr (beide Weisendorf und Marko Feustel, Ortsbrandmeister sowie Ralf Zschäck, Vereinsvorsitzender ( beide Weißendorf).
Weißendorf: Willi Oed, Kommandant der Feuerwehr, Günther
Baumüller, erster Vorstand der Wehr (beide Weisendorf und
Marko Feustel, Ortsbrandmeister sowie Ralf Zschäck,
Vereinsvorsitzender ( beide Weißendorf).

Eine 20-jährige Freundschaft ist kein Pappenstiel und viele haben diese lange Zeit nicht durchgestanden, ist sich der Weisendorfer Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Willi Oed ziemlich sicher.

Heidi Henze / 26.04.10 / OTZ Weißendorf.

Nichtsdestotrotz: Die Freundschaftsbande zwischen Weisendorf im mittelfränkischen Seebachgrund und Weißendorf im Thüringischen haben gehalten und sind mit zunehmender Zeit sogar gewachsen. Am Sonnabend wurde das Jubiläum zusammen gefeiert in Weißendorf. Doch nicht mit riesigem Aufwand, vielmehr mit Erlebnissen, ähnlich denen, die bis dato die Freundschaft prägen: Man ging auf Wandertour zum Schönen Blick ins Weidatal, hielt Ausschau vom 57 Meter hohen Bauerfeind-Tower und tischte Hausmannskost auf. Initiator der Freundschaftsbande war Ralf Zschäck, Vereinsvorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr Weißendorf. Damals noch in der Funktion des Wehrführers, schickte er am 27. Dezember 1989 aufs Geradewohl einen Brief an den Hauptmann der Weisendorfer Feuerwehr in Mittelfranken. Die Gemeinde im Landkreis Erlangen-Höchstadt zählt 6 400 Einwohner. Und sie antwortete prompt. Bereits im Januar 1990 machten sich die ersten Weisendorfer Kameraden auf den Weg und inspizierten die Gemeinde. Damals sah es hier noch lange nicht so schön aus wie jetzt, resümierte Oed. Er erinnert sich an den Gemeindevorplatz, der wie in einem tiefen Grau getüncht war und auch das neue, farbenfrohe Feuerwehrhaus gab es noch nicht. Die gesamte Entwicklung seit 1990 haben die Freude miterleben dürfen. Eigentlich brauchen wir keine Anlässe, um uns zu treffen, erklärt Ralf Zschäck und bekommt Zustimmung von allen Seiten. Nichtsdestotrotz sind bei allen Ereignissen der beiden Orte alle gern gesehene Gäste. So könnte die Chronik bereits ein kleines Buch füllen. Ob zur Kirchweih, zur Jahrfeier oder zur Fahrzeugweihe Einladungen gab es immer und wurden angenommen. Zum ersten Mal im scharfen Weißendorf, wie die Franken wegen der Schreibweise des Ortsnamens die Hiesigen bezeichnen, war der 1. Bürgermeister der Gemeinde Weisendorf, Alexander Tritthart (CSU). Auch ihm gefiel der beschauliche Ort auf Anhieb. Er freut sich natürlich über den Zusammenhalt der beiden Wehren und will ihn nach Kräften zukünftig auch unterstützen. Ebenso wie es auch Elvira Michel, Weißendorfs Bürgermeisterin, schon seit Jahren praktiziert.


26. April 2010 /OTZ

Aufstieg der Schopper-Dynastie

Zeulenroda: Villa Alfred Schoppers in der Friedrich-Engels-Straße 20, in der er mit seiner Frau Margarete, geb. Kneusel, lebte. Sie wurde als letzte auf dem Alten Friedhof an der Dreieinigkeitskirche 1962 beigesetzt worden.
Zeulenroda: Villa Alfred Schoppers in der Friedrich-Engels-
Straße 20, in der er mit seiner Frau Margarete, geb. Kneusel,
lebte. Sie wurde als letzte auf dem Alten Friedhof an der
Dreieinigkeitskirche 1962 beigesetzt worden.

An der Familie Schopper kommt keiner in Zeulenroda-Triebes vorbei, der sich mit der jüngeren Geschichte der Stadt auf der Höhe beschäftigt.

Kristin Kulow / 24.04.10 / OTZ

Zeulenroda. Johann Adam Schopper, geboren 1719 in Schwarzenbach bei Hof, kam als Einjähriger mit seiner Familie nach Zeulenroda. Im Alter von 26 Jahren heiratete er hier Anna Christiana, geborene Hetzer, und handelte seit 1755 mit Strümpfen. Aus der Ehe gingen sechs Kinder hervor. Der zweite Sohn Christian Friedrich, geboren 1749, gründete ein Handelshaus, das Strümpfe herstellen ließ und auf Messen vertrieb. Zusammen mit seiner Frau Christiana Sophia hatte er fünf Kinder, von denen zwei bereits im Kindbett starben. Am 19. Mai 1787 erblickte Christian Heinrich das Licht der Welt. Er trat in die Fußstapfen seines Vaters und baute das Unternehmen weiter aus. Allerdings war er vielseitig interessiert und widmete sich vor allem der Architektur. Sein Wissen auf diesem Gebiet eignete er sich autodidaktisch an mit Hilfe von Fachliteratur und auf vielzähligen Reisen. 1819 legte Christian Heinrich Schopper Pläne für den Wiederaufbau der Dreieinigkeitskirche vor, die beim großen Stadtbrand 1790 in Mitleidenschaft gezogen worden war. Nach diesen Plänen wurde das Gotteshaus neu errichtet und am 1. Advent 1820 geweiht. Auch für das Zeulenrodaer Rathaus entwickelte er Baupläne, die zwischen 1825 und 1827 umgesetzt wurden. 1861 starb Christian Heinrich im Alter von 74 Jahren. Posthum wurde er durch die Benennung einer Straße Zeulenrodas die nach einigen Umbenennungen heute wieder den Namen Schopperstraße trägt 1891 für seine architektonische Leistung für die Stadt geehrt. Seit 1938 erinnert außerdem eine Tafel im Eingangsbereich des Rathauses an Christian Heinrich Schopper. Auf dem Friedhof an der Dreieinigkeitskirche ist das Grab von Christian Friedrich Schopper und seiner Frau Christiana Sophia das älteste der Familie ein Grabmal aus Sandstein, das im Laufe der Zeit stark von Wind und Wetter beeinträchtigt wurde. Noch recht gut erkennbar ist, dass auch Christiane Rebekka Schopper, die Ehefrau Christian Heinrichs, hier ihre letzte Ruhestätte fand. Fast nur zu erahnen dagegen ist die Inschrift über ihrem Namen: gest. 12. Aug. 1864 das Sterbedatum Christian Heinrich Schoppers. Somit ist davon auszugehen, dass der Strumpffabrikant und Architekt neben Eltern und Frau hier seine letzte Ruhestätte fand. Vor Kurzem machte Pfarrer Michael Behr auf dem Friedhof an der Kreuzkirche eine interessante Entdeckung: Hinter Büschen versteckt an der Friedhofsmauer entdeckte er einen weiteren Grabstein, auf dem zweifelsfrei Schopper zu lesen ist. Eindeutig zuzuordnen sind dem Grab Friedrich Ernst Schopper, Sohn von Christian Heinrich Schopper, mit Ehefrau Alwine Marie und den beiden Töchtern Marie Clara und Emmi Louise. Warum sie allerdings hier begraben liegen und nicht bei den anderen Familienmitgliedern auf dem Alten Friedhof, das ist mir bisher auch ein Rätsel, erzählt der Pfarrer. Das Ehepaar Christian Heinrich und Christiane Rebekka Schopper hinterließ fünf Kinder. Mit dem Sohn Franz Herrmann ging die Strumpfproduktionsfirma 1860 zur Eigenproduktion über, was nur gegen heftigen Widerstand der alten Strumpfwirkerinnung möglich war, wie es Wolfgang Theilig in seinem Lexikon einer Stadt in Thüringen. Zeulenroda-Triebes schreibt. Franz Herrmann heiratete Agnes Clementine, geborene Weißker, und hatte zusammen mit ihr sieben Kinder. Für die Familie ließ er in der Ernst-Thälmann-Allee 6 eine Villa mit umgebenden Park errichten. Nachdem eine Chirurgische Klinik und später ein Zahnärztehaus zu finden waren, stehen nun dort seit 2008 bzw. 2009 Wohnhäuser.


26. April 2010 /OTZ

Weniger Schmutz in die Talsperre

Komplex, kompliziert und folgenreich dieser Ruf eilt dem neuen Abwasserbeseitigungskonzept voraus, dessen Entwurf man derzeit beim Zweckverband Wasser/Abwasser Zeulenroda (WAZ) einsehen kann.

Steffen Beikirch / 24.04.10 / OTZ

Zeulenroda. Das Papier legt fest, welche Maßnahmen zur Abwasserbehandlung und -beseitigung in den nächsten Jahren Vorrang haben. Großer Schwerpunkt: die Vermeidung von Schmutzeinträgen in die Talsperre Zeulenroda. So rücken die Anrainer-Dörfer zuerst in den Fokus. Noch in diesem Jahr soll die Kläranlage Läwitz durch eine Belüftung und eine Phosphatfällung ergänzt werden. Während die Belüftung die Wirksamkeit des Klärprozesses erhöht, trennt die Phosphatfällung einen wesentlichen Verschmutzungsfaktor ab. Nach Zugabe einer Eisenchloridlösung setzen sich Flocken ab, die man mit dem Klärschlamm entsorgen kann, wie der Werkleiter des Eigenbetriebs im Zweckverband, Udo Gerstenberger, erläutert. Im Wasser wirken die Phosphate ansonsten wie Dünger und beschleunigen das Algenwachstum. Auch im nächsten Jahr sind mehrere Phosphatfällungen geplant. In der Regel technische Ergänzungen mit Behälter, Dosiereinrichtung und Messtechnik, sagt Gerstenberger. Diese sollen 2011 in Pahren, Silberfeld und Zadelsdorf installiert werden. Im Jahr darauf auch in Zickra, wohin man bereits die Abwässer aus Stelzendorf pumpt. Gepumpt wird bald auch in Kleinwolschendorf. Schon 2011 will man eine Alternative für die derzeitige Teichkläranlage ohne Belüftung schaffen, weil sie einfach nicht genug bringt. Eine Druckleitung nach Zeulenroda in die Kleinwolschendorfer Straße ist auf längere Sicht als kostengünstiger ermittelt worden und deshalb das Ziel. Das ist das einzige leitungsgebundene Vorhaben, für das es noch Fördermittel vom Land gibt, setzt Werkleiter Gerstenberger ein Achtungszeichen. Ein Jahr später die Badeerlaubnis für die Talsperre naht hoffentlich greift man laut Planung die Pumpstation in der Aumaischen Straße von Zeulenroda an. Auch sie reicht nicht aus, will man in Zukunft einen regelmäßigen Überlauf in die Talsperre ausschließen, den es bei Starkregen gibt. Die Pumpen direkt neben der Brückenauffahrt in Richtung Quingenberg drücken derzeit 18 Liter pro Sekunde hinauf in die Stadt. Bei dieser Leistung bräuchte man einen Stauraum von 1200 Kubikmetern, nur um den Überlauf in die Talsperre auf zweimal pro Jahr zu begrenzen was als vertretbar für Badegewässerqualität angesehen wird. Im ersten Schritt ein größeres Rückhaltebecken zu bauen und später eine neue Pumpleitung folgen zu lassen, wird derzeit diskutiert. Am 12. Mai soll die Verbandsversammlung des WAZ das Abwasserbeseitigungskonzept beschließen. Zuvor sind noch Info-Veranstaltungen, etwa in Hohenleuben und Auma, geplant.


26. April 2010 /Vogtland-Anzeiger

Investitionen im Reichenbacher Gewerbegebiet

Reichenbach – Im den Reichenbacher Gewerbegebieten am Kalten Feld ist der Winter endgültig vorbei.

ina

Baumaschinen fahren seit kurzem wieder eifrig hin und her und bewegen gewaltige Erdmassen. Wie Tobias Keller, der Wirtschaftsförderer im Reichenbacher Rathaus, sagt, werden auf der Heinsdorfer Seite Flächen für Erweiterungsbauten ansässiger Betriebe erschlossen. Dort wollen die Firmen Behr und C.H.Müller bauen. Auf der Schneidenbacher Seite werden dagegen Restarbeiten aus dem vergangenen Jahr ausgeführt. Dort muss noch die Zufahrt zum ehemaligen Laga-Parkplatz eingeebnet werden. Auch diese Arbeiten hat der Planungszweckverband in Auftrag gegeben. Die Fläche wird für die Firma Thermofin als Erweiterungsoption vorgehalten. Dieses Prinzip, freie Flächen für bestehende Firmen vorzuhalten, hat der Planungszweckverband von Anfang an verfolgt. „Das birgt zwar gewissen Risiken“, räumt Tobias Keller ein, „gibt den Firmen aber etwas Zeit zum Fußfassen und die Möglichkeit, ihr Kapital in den Aufbau der Produktion zu stecken.“ Erst wenn das gelungen ist, denken sie an Erweiterung und den dafür erforderlichen Zukauf von Flächen. Am „Kalten Feld“ haben die Wirtschaftsplaner mit dieser Methode gute Erfahrungen gesammelt. Und so zahlt sich jetzt aus, dass bei der Vergabe der Flächen zwischen den einzelnen Grundstückseigentümern Platz für eventuelle Erweiterungen freigehalten wurde. Denn wenn ein Unternehmen expandieren möchte, dann möglichst am angestammten Standort. Dass diese Weitsicht funktioniert, beweisen die aktuellen Beispiele von Behr und dem Schuhtextilien-Hersteller C.H.Müller. Beide Unternehmen planen eine Erweiterung der Produktionskapazitäten. Behr will Arbeit von Stuttgart nach Reichenbach verlegen und C.H.Müller plant in zwei bis drei Monaten den Neubau einer Lagerhalle. Sein Lager hatte der Betrieb bisher im Produktionsgebäude untergebracht. Die durch den Neubau frei werdende Fläche soll künftig einer Erweiterung der Produktion dienen. Das bedeutet wahrscheinlich auch einen Zuwachs an Arbeitsplätzen.


26. April 2010 /OTZ

Kurz notiert:

Karikatur des Tages

Zeichnung: OTZ/Bruns
Zeichnung: OTZ/Bruns


73-Jährige bei Unfall verletzt

Triebes (OTZ).

Eine 73-jährige Audi-Fahrerin wurde am Sonnabend gegen 10 Uhr bei einem Unfall auf der Landstraße zwischen Mehla und Triebes verletzt. Auf Höhe der Gartenanlage überholte ein VW den vor ihm in Richtung Triebes fahrenden Audi. Während des Überholvorganges sei ein in der Gegenrichtung außerhalb der Fahrbahn stehen- der Pkw Hyundai in den fließenden Verkehr eingefahren. Um einen Frontalzusammenstoß zu vermeiden, habe der Fahrer des VW eine Gefahrenbremsung eingeleitet, touchierte dabei den Audi, welcher daraufhin quer über die Fahrbahn schleuderte und nach links von der Straße abkam. Vor Ort war nicht zu klären, ob der Hyundai tatsächlich erst in den fließenden Verkehr einfuhr, als der VW bereits überholte. Unfallzeugen werden gebeten, sich mit der PI Greiz, Tel. (03661) 62 10, in Verbindung iu setzen.


Einbrecher langen in Weida zu

Weida (OTZ).

In der Nacht zum Freitag brachen unbekannte Täter in das umfriedete Gelände eines Autohandels in der Geraer Landstraße in Weida ein. Auf dem Gelände wurde bei einem VW Passat die Seitenscheibe eingeschlagen und versucht das Autoradio auszubauen, was den Tätern allerdings misslang. Bei einem Pkw Opel Astra waren der oder die Täter erfolgreicher. Die Scheibe der Fahrertür wurde eingeschlagen und aus dem Fahrzeug ein Navigationsgerät Pioneer AVIC X1R , Wert zirka 500 Euro, entwendet. Hinzu kommt der Sachschaden des Einbruchs, der auf 3000 Euro geschätzt wird.


20 000 Euro Schaden nach Alkoholfahrt

Greiz (OTZ).

Unter erheblichem Alkoholeinfluss verursachte eine 29-jährige Frau am Sonnabend gegen 22.45 Uhr in der Greizer Feldschlößchenstraße einen Unfall. Die Greizerin fuhr auf der Feldschlößchenstraße in Richtung Raasdorfer Straße und wollte einen Ford überholen. Dabei berührte sie das Auto hinten links und kam in der Folge nach links von der Straße ab. Dadurch wurden drei weitere Fahrzeuge, die am Rand parkten, teils stark beschädigt. Ein von der Polizei durchgeführter Atemalkoholtest ergab einen Wert von 2,41 Promille. Insgesamt enstand bei dem Unfall ein Sachschaden von zirka 20 000 Euro.


Gelenkbus beschädigt Auto in Carolinenstraße

Greiz (OTZ).

Ein Unfall zwischen einem Gelenkbus und einen Pkw ereignete sich am Freitagnachmittag, gegen 15.30 Uhr, in der Greizer Carolinenstraße. Der Bus fuhr aus Richtung Bruno-Bergner Straße auf der Carolinenstraße und wollte nach rechts in die Bahnhofstraße einbiegen. Dabei schwenkte das Heck des Gelenkbusses soweit nach links aus, dass ein im Gegenverkehr fahrendes Auto touchiert wurde. Am Pkw entstand Sachschaden an der Tür und am Kotflügel hinten links. Unfallzeugen, insbesondere der einzige Fahrgast des Busses, werden gebeten, sich mit der Polizeiinspektion Greiz unter Tel. (03 661) 62 10 in Verbindung zu setzen.


Bergaer eröffnen die diesjährigen Schülertheatertage

Die Theatergruppe der Bergaer Grundschule - hier während des Auftritts am Sonnabend beim Schulfest mit der Geschichte vom Schulangstgespenst - wird gemeinsam mit dem Schulchor am Dienstag um 9 Uhr die 15. Schülertheatertage im Greizer Theater mit dem Musical „Der Adler im Hühnerhof eröffnen. Bis zum 29. April wird für 14 Theatergruppen aus elf Schulen des Landkreises der Vorhang aufgehen.
Foto: OTZ/Kathrin Schulz

Die Theatergruppe der Bergaer Grundschule - hier während des Auftritts am Sonnabend beim Schulfest mit der Geschichte vom Schulangstgespenst - wird gemeinsam mit dem Schulchor am Dienstag um 9 Uhr die 15. Schülertheatertage im Greizer Theater mit dem Musical „Der Adler im Hühnerhof" eröffnen. Bis zum 29. April wird für 14 Theatergruppen aus elf Schulen des Landkreises der Vorhang aufgehen.


Heimatveranstaltung

"Im Vogtland zu Hause"



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