31. März 2010 /OTZ

Mittwoch ist Wandertag

Zusammen mit Bürgermeister Gerd Grüner starten die Mitglieder der Freien Greizer Wandergruppe und des Greizer Wandervereins zum gemeinsamen Spaziergang durch den Greizer Park.
Zusammen mit Bürgermeister Gerd Grüner starten die Mitglieder
der Freien Greizer Wandergruppe und des Greizer Wandervereins
zum gemeinsamen Spaziergang durch den Greizer Park.
Foto: OTZ/Christian Freund

Freie Greizer Wandergruppe begeht 1000. Wanderung mit einer Festveranstaltung

Von Susann Grunert Greiz (OTZ).

Mittwoch ist Wandertag. Seit fast zwei Jahrzehnten ist die Wochenmitte für die Mitglieder der Freien Greizer Wandergruppe für Ausflüge per pedes reserviert. Heute führt die 1000. Wanderung des Vereins nach Cheb. „Das ist in Ostthüringen einmalig, dass die gleiche Gruppe über eine so lange Zeit gemeinsam wandert“, zeigte sich Landeswanderwart Peter Fleischer zur gestrigen Festveranstaltung in der Greizer Parkgaststätte begeistert. Gegründet im August 1991 hat der Verein, später auch in Gemeinschaft mit dem Greizer Wanderverein, fast 19 000 Kilometer geschafft. Durchschnittlich 18 Kilometer werden von 30 Wanderern pro Tour zurück gelegt. „Nicht eine Wanderung ist in all diesen Jahren ausgefallen“, ,berichtet Ulrich Geyer, Abteilungsleiter der Sektion Wandern beim Hainberger SV, nicht ohne Stolz. Geyer blickte zur Jubiläumsfeier auf die Historie des Vereins und verdiente Wanderleiter zurück, „denn ohne diese läuft gar nichts.“ Aus den Händen von Wanderwart und Wanderleiter Peter Fleischer konnte Geyer die Chronik des Vereins entgegennehmen, die von der ersten bis zur tausendsten Wanderung lückenlos in Wort und Bild das Vereinsleben dokumentiert. „Ein Skiläufer braucht eine Loipe, ein Marathonläufer eine Strecke. Der Wanderer braucht nur Körper, Geist und die Natur“, philosophierte Fleischer über das liebste Hobby aller Anwesenden. Dieses kam natürlich auch gestern nicht zu kurz, als sich bei idealem Wanderwetter zahlreiche Mitglieder am Eingang des Greizer Parks trafen, um gemeinsam durch die Anlage zu spazieren. „Die Schönheiten unserer Landschaft lassen sich auch am besten zu Fuß erkunden“, meinte Bürgermeister Gerd Grüner (SPD) der ebenfalls seine Glückwünsche zur Jubiläumstour übermittelte. „Noch viele Jahre die Heimat bewandern und die Natur bewundern“ - mehr wünschen sich die Greizer Wanderfreunde nicht.

Kommentar

Soziale Komponente

Von Susann Grunert

Seit fast 20 Jahren ist die Mittwochswanderung ein Fixpunkt im Alltag vieler Greizer Wanderfreunde. Und längst ist für viele Mitglieder der Freien Greizer Wandergruppe und des Greizer Wandervereins das Wandern mehr als nur Bewegung an frischer Luft in der Natur. Sind doch über das gemeinsame Hobby in den vielen Jahren zahlreiche Freundschaften entstanden. Mit dem Wanderstock lässt sich eben nicht nur prima Körper und Geist fit halten, sondern auch gut über die Dinge des täglichen Lebens plaudern. Dass in fast zwei Jahrzehnten bei Wind und Wetter kein Wanderfreund auf seine Tour verzichten wollte, zeigt auch die soziale Komponente, die jedes Mal mitläuft.

Wo wandern Sie am liebsten hin?

Ulrich Geyer (46):
Vom Leitenberg bei Pansdorf hat man einen tollen Rundblick über das halbe Vogtland. Auch rund um den Kuhberg lässt es sich prima wandern.

Erika Wolf (73):
Ich wandere sehr gerne und viel hier im schönen Greizer Park, da sich dieser in unmittelbarer Nähe zu meinem Zuhause befindet.

Dietrich Vogel (76):
Wenn die Familie da ist, dann zieht es uns oft ins Sächsische, nach Kleingera, auf den Kuhberg, nach Brockau oder einfach die Elster abwärts.

Sonja Siegel (64):
Ich habe gar keine Lieblingswanderziele. Das Wandern an sich ist mein Favorit. Ich laufe dahin, wo mich die Füße tragen.

Umfrage: Grunert/Freund


31. März 2010 /OTZ

Auf der Bühne zu stehen, ist fast wie eine Droge

Bürger Lars Dietrich
Bürger Lars Dietrich
Foto: Agentur

Interview mit Bürger Lars Dietrich

Greiz.

Er ist Musiker, Moderator, Comedian, Schauspieler und arbeitet viel mit Kindern: Bürger Lars Dietrich. Ein Buch hat er auch geschrieben. In „Schlecht Englisch kann ich gut - Eine freie deutsche Jugend“ erzählt der am 2. Februar 1973 in Potsdam Geborene über seine Kindheit und Jugend in der DDR, quasi zwischen Broiler und Breakdance. Am Donnerstag, 15. April, um 19 Uhr stellt er das Buch im Kinocenter UT 99 in Greiz vor.
Wollen wir das Interview auf Englisch führen?
Nein, bitte nicht. Es sei denn, es soll schlecht werden.
Es stimmt also, dass Sie schlechtes Englisch sprechen?
Ja, das stimmt wirklich. Die Motivation, Englisch zu lernen, war in der DDR gleich Null. Der Unterricht war ja entweder vor den regulären Stunden oder danach. Da hab ich mich halt dagegen entschieden. Nach der Wende habe ich zwar ein bisschen nachgeholt, „I speak a paar Brocken“, mit Händen und Füßen gehts inzwischen ganz gut. Ich finde es aber auch ein wenig arrogant, wenn manche Engländer einen komisch angucken, weil man nicht so gut Englisch spricht. Sie können doch auch ein bisschen Deutsch lernen.
Warum haben Sie ein Buch über ihre DDR-Kindheit und -Jugend geschrieben?
Irgendwie hatte ich das Bedürfnis, das, was ich erlebt habe, weiter zu geben. Im westdeutschen Bereich gibt es ja eine ziemlich eingefahrene Meinung über die DDR. Ich wollte den Alltag von damals zeigen, den Leuten vor Augen halten, dass wir was draus gemacht und den Lebensmut nicht verloren haben. Bei mir war das jedenfalls so. Und dass uns keiner mitleidig angucken muss, weil wir in der DDR aufgewachsen sind.
Müssen Sie mitunter erklären, was ein Broiler ist?
Ja, es gibt schon Situationen, in denen ich das erklären muss. Dabei ist Broiler heute auch nicht mehr in meinem Vokabular. Es gibt noch so ein paar Ausdrücke, die kennt in Westdeutschland kaum einer: urst oder ich hab Knast. Wenn du sagst, „ich hab ursten Knast auf nen schauen Broiler“, versteht dort kein Mensch, was du meinst.
Können Sie noch Breakdance tanzen?
Ja, ich mach das nach wie vor mit großer Begeisterung. Allerdings nur in den eigenen vier Wänden. Ich sehe mir mit meinen Kumpels auch regelmäßig „Beat Street“ (US-amerikanischer Breakdance-Film von 1984, Anm. d. Red.) an. Es ist ein tolles Gefühl, da wird man sofort wieder in die 80-er Jahre versetzt. Es gibt einen Doku-Film über Hiphop in der DDR und da haben viele Leute gesagt, dass es ihnen bei „Beat Street“ genauso geht. Sie sind auf den verschiedensten Bühnen zu Hause.
Was gefällt Ihnen am meisten?
Am meisten Spaß habe ich, wenn ich mich produzieren kann, ob das nun Musik oder eine Comedy-Nummer ist. Wenn ich das Gefühl habe, dass es den Leuten gefällt, ich Anerkennung bekomme. Auf der Bühne zu stehen, ist fast wie eine Droge. Deswegen mache ich auch alles, lege mich nicht fest.
Wenn Sie in Greiz sind, haben sie dann eine halbe Stunde Zeit für den OTZ-Fantreff?
Klar, ich finde es schön, vor Ort mit Leuten ins Gespräch zu kommen. Die halbe Stunde an dem Tag habe ich natürlich. Ich freu mich drauf.

Gespräch: Katja Grieser

Mit Bürger Lars Dietrich entspannt plaudern

Jetzt bewerben für OTZ-Fantreff

Greiz (OTZ/KG).

Bürger Lars Dietrich live erleben können Interessierte am 15. April im Greizer Kinocenter UT 99. Wem das jedoch nicht reicht, für den haben wir genau das Richtige: den OTZ-Fantreff. Wir bieten fünf Fans des Multitalents die Gelegenheit, in Ruhe mit ihrem Star zu plaudern und ihm direkt Fragen zu stellen. Wenn Bürger Lars Dietrich am 15. April in Greiz ist, wird er sich für den Fantreff extra Zeit nehmen. Wer ihn also hautnah erleben will, sollte mit seiner Bewerbung nicht zögern.
Wer Bürger Lars Dietrich beim Fantreff erleben und mit ihm in entspannter Runde plaudern möchte, kann sich ab sofort bei der OTZ bewerben. SMS Senden Sie eine SMS mit OTZ GR an 83900 (0,49 .. + Transportanteil) Gewinner werden telefonisch benachrichtigt.


31. März 2010 /OTZ

Ein Blumenfan mit Fotoblick

Die Greizer OTZ-Lokalchefin Kathrin Schulz (r.), die den Zeitungsausschnitt mit dem Siegerbild hält, und Jan Käsmann von der Greizer Vogtlandblumen GmbH gratulieren der Fotowettbewerbgewinnerin Johanna Noll.
Die Greizer OTZ-Lokalchefin Kathrin Schulz (r.), die den
Zeitungsausschnitt mit dem Siegerbild hält, und Jan Käsmann
von der Greizer Vogtlandblumen GmbH gratulieren
der Fotowettbewerbgewinnerin Johanna Noll.
Foto: OTZ/Christian Freund

Wettbewerbsgewinnerin Johanna Noll aus Lunzig nimmt floralen Preis entgegen

Von Katja Grieser Greiz.

„Es war nicht meine Absicht zu gewinnen. Ich erfreue mich an den Blumen in meinem Garten und da dachte ich, auch anderen gefallen sie“, sagt Johanna Noll aus Lunzig bescheiden. Mit ihrem Bild von Winterlingen, die sich durch den Schnee kämpfen, hat sie den OTZ-Fotowettbewerb „Haben Sie den Frühling schon entdeckt?“ gewonnen. Gestern nahm sie Gratulationen von OTZ-Lokalchefin Kathrin Schulz und Jan Käsmann von der Greizer Vogtlandblumen GmbH entgegen. Letzterer überreichte der Blumenliebhaberin als Preis einen bunten Frühlingsgruß. „Das Foto ist sehr gut gemacht und die Winterlinge, die dem Schnee trotzen, haben uns am besten gefallen“, begründet Kathrin Schulz, weshalb dieses Motiv als Siegerbild ausgewählt wurde. Johanna Noll ist in ihrem Garten häufig mit der Digitalkamera unterwegs, hat allein im vorigen Jahr über 300 alpine blühende Pflanzen fotografiert. Denn ihr Garten ist kein gewöhnlicher, sondern ein Gebirgspflanzengarten, den ihr verstorbener Mann Lienhard im Jahr 1993 angelegt hat. „Mittlerweile sind in unserem Garten über 100 verschiedene Laubgehölze, über 90 Nadelgehölze und ungefähr 400 alpine Pflanzen zu finden“, erzählt Johanna Noll. Nicht einmal sie selbst kann alle Pflanzen genau benennen. „Manchmal stehe ich mit dem Buch daneben und vergleiche“, gesteht die Lunzigerin. Noch immer bekommt sie Besuch von Leuten, die sich ihren Garten ansehen wollen. Wenn jemand wirklich Interesse hat, gibt Johanna Noll natürlich gern Auskunft über die Pflanzen, obwohl sie dafür eigentlich „kaum Zeit“ hat, denn der Garten will schließlich gepflegt sein, betont sie. „Als ich den Aufruf in der OTZ las, dachte ich, dass ich so viele schöne Dinge in meinem Garten habe, die ich zeigen könnte“, sagt Johanna Noll. Von Alpenveilchen über Märzenbecher bis hin zu fünf verschiedenen Arten von Schneeglöckchen - der Frühling hat in ihrem Garten viele Gesichter. Da sie auch ein Wetterbuch führt, weiß sie, dass der Frühling dieses Jahr rund drei Wochen später kam als 2009, dafür umso schneller. Lange konnte man sich an den Frühblühern nämlich nicht erfreuen. Das bestätigt auch Jan Käsmann, der Johanna Noll häufiger in seinem Gartencenter begrüßen kann. „Ich brauche eine rote Zaubernuss“, nutzt die Lunzigerin die Gelegenheit, um eine Bestellung bei Käsmann aufzugeben. Ihr Garten und die Pflanzen gehen der Seniorin eben nicht aus dem Kopf.


31. März 2010 /OTZ

Aus Betroffenen Beteiligte machen

Dr. Horst Gerber, Chef der Greizer ARGE; Heike Taubert, Thüringer Sozialministerin; Andreas Görbert, Superintendent; Gabriele Lieberwirth, Kirchenkreissozialarbeiterin und Heinzjörg Nährig, Leitender Mitarbeiter des Café o.k. (v.l.)
Dr. Horst Gerber, Chef der Greizer ARGE; Heike Taubert,
Thüringer Sozialministerin; Andreas Görbert, Superintendent;
Gabriele Lieberwirth, Kirchenkreissozialarbeiterin und
Heinzjörg Nährig, Leitender Mitarbeiter des Café o.k. (v.l.)

Hartz-IV – und kein Ende? - Fastengespräch im Greizer Bonhoefferhaus

Text & Bild Antje-Gesine Marsch

Seitdem der Deutsche Bundestag im Juli 2004 die sogenannte Hartz-IV-Reform beschloss, erhitzen sich darüber die Gemüter. Der Kern, nämlich die Zusammenlegung von Arbeitslosen-und Sozialhilfe, sollte im Grunde die Arbeitsmarktpolitik verbessern und die Arbeitslosenzahlen bis 2010 halbieren. Doch welche Ergebnisse liegen nunmehr vor? Am Montagabend lud Superintendent Andreas Görbert zum Fastengespräch ins Greizer Bonhoefferhaus ein und begrüßte dazu kompetente Gesprächspartner: Thüringens Sozialministerin Heike Taubert, den Geschäftsführer der ARGE des Landkreises Greiz, Dr. Horst Gerber, Kirchenkreissozialarbeiterin Gabriele Lieberwirth und den leitenden Mitarbeiter des „Café o. k.“, Heinzjörg Nährig, um gemeinsam mit Betroffenen und Interessierten über die Thematik „Hartz IV - und kein Ende“ zu diskutieren. Wohl selten sei ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts so mit Spannung erwartet worden, das nunmehr festlegt, dass die Regelsätze für Hartz-IV-Empfänger neu berechnet werden müssen und den Gesetzgeber verpflichtet, bis Ende des Jahres eine Neureglung zu schaffen, wie Andreas Görbert anfangs betonte. Das sogenannte Arbeitslosengeld II werde auch weiterhin Streitpunkt bleiben, wie Heike Taubert einschätzte: „Ich rechne mit leichten Veränderungen, gerade im Bereich Sachleistungen; aber die große Revolution wird es sicher nicht geben.“
„Betroffene fördern und fordern“, sowie „Menschen in Arbeit“ zu bringen, nannte ARGE-Chef Dr. Gerber als Hauptaufgabe seiner Behörde, wohlwissend um die Disproportion von Arbeitsangebot-und nachfrage. „SGB II ist gut gemeint, aber schlecht gemacht“, resümiert er dazu. Dabei sei er auch weiterhin für die Pauschalisierung des Regelsatzes, „da ich die Bürger nicht entmündigen will, was sie mit ihrem Geld machen.“ Gabriele Lieberwirth hat durch ihre Sozialarbeit viel mit Hartz-IV-Betroffenen zu tun. Ihrer Meinung nach machen sich immer mehr „Resignation, Unmut und Hoffnungslosigkeit“ breit; die Regelung sei einfach „nicht menschenwürdig“. Dass die Agenda 2010 letztendlich gescheitert ist, weist Heike Taubert nicht von der Hand. Doch stünde auch die Frage: Was kommt danach? Das von verschiedenen Parteien angestrebte bedingungslose Grundeinkommen sei nicht finanzierbar, fürchtet die Politikerin. Eine Lösung zu finden, die für alle Seiten tragbar ist und dabei die Balance in der Gesellschaft aufrecht zu erhalten, sei der eigentliche Anspruch. Seine Sorgen im Jugendbereich brachte Dr. Gerber zum Ausdruck, in dem in letzter Zeit ein erheblicher „Kundenzuwachs“ zu verzeichnen sei. Kenntnisse, Motivation und Fertigkeiten würden vielfach fehlen. Doch versäumte Gerber auch nicht, auf einen Kardinalfehler aufmerksam zu machen: „Wenn Jugendliche sich beispielsweise in den Ferien etwas Geld erarbeiten, wird es den Eltern wieder abgezogen.“ Diskussionen gab es über die sogenannten „Maßnahmen“, mit denen Hartz-IV-Betroffene für den 1. Arbeitsmarkt wieder „fit gemacht“ werden sollen. Es seien „oft sinnlose Umschulungen und Beschäftigungen“, wie Gabriele Lieberwirth meinte. „Diese Maßnahmen bringen nichts - außer Kosten“, äußerte auch Heinzjörg Nährig. Zehnmal ein Bewerbungstraining durchzuführen sei völlig nutzlos. Das konnte Silke Gruner nur bestätigen, die aus Interesse zur Veranstaltung gekommen war. Sie wusste zum Teil aus eigener Erfahrung, teils aus ihrem Bekanntenkreis, von Maßnahmen, die „für die Katz“ waren. Beispielsweise hätten junge Frauen, die selbst schon einen eigenen Haushalt mit Mann und Kind führten, ein halbes Jahr bügeln und wischen lernen müssen. „Wir haben nur eine Handvoll Instrumente“, wie Dr. Gerber dazu meinte. Man müsse dazu vielleicht den Begriff „Bürgerarbeit“ neu definieren, ließ aber auch keinen Zweifel daran, dass der Gesetzgeber, dem er verpflichtet sei, keinen 2. Arbeitsmarkt mit ABM-Stellen usw. mehr zulassen würde.
„Aus Betroffenen Beteiligte machen“, nannte Superintendent Görbert als Lösungsvorschlag. Doch hat man die Hartz-IV-Betroffenen letztendlich nicht schon abgeschrieben – die Umstände akzeptiert? „Nein“, verdeutlichte Heike Taubert massiv: „Ich werde mich nie damit abfinden.“ Auf den Nachbarn zu schauen und mehr Solidarität in der Gesellschaft zu zeigen“, fordere sie von sich und allen ein. Bedauerlich, dass zu dieser interessanten Veranstaltung nicht einmal ein Dutzend Besucher kamen. „Ein Alarmzeichen“, wie Andreas Görbert befand. „Ich trage Sorge, dass sich die Betroffenen damit abgefunden haben.
“ Man müsse nun „dran bleiben“, es gehe schließlich um die „Schicksale von Menschen“.


31. März 2010 /OTZ

TSG ohne Chance gegen Tabellenführer

Gegen die Tabellenführer aus Ziegelheim hatte die Concordia (Orange), hier Emelie Glück, keine Chance.
Gegen die Tabellenführer aus Ziegelheim hatte die Concordia
(Orange), hier Emelie Glück, keine Chance.
Foto: Silke Groß

Handball, Verbandsliga, Gemischte E-Jugend: Jüngstes Reudnitzer Team zahlt Lehrgeld
TSG Concordia Reudnitz - LSV Ziegelheim 20:32 (12:19)

Greiz (OTZ/Kanis).

Nach der schwachen Auswärtsleistung in Jena wollten die jüngsten Reudnitzer Handballer, die gemischte E-Jugend, im Heimspiel gegen den unangefochtenen Tabellenführer der Verbandsliga zeigen, dass sie das Handballspielen nicht verlernt haben. Schon in den Anfangsminuten der Begegnung zeigte sich, dass die Gäste aus dem Altenburger Land den Gastgebern spielerisch, läuferisch und individuell überlegen waren. Die Reudnitzer gerieten vom Anpfiff an in Rückstand. Die Gäste hatten die bessere Raumaufteilung und nutzten die sich bietenden Lücken in der TSG-Abwehr konsequent aus. Die Gastgeber ,versuchten, die spielerische Unterlegenheit durch ihren Kampfgeist auszugleichen. Bis zum Pausenpfiff war die Partie eigentlich schon entschieden, doch die TSG kämpfte bis zum Abpfiff um eine Resultatsverbesserung. Die Niederlage fiel zwar deutlich aus, aber zumindest zeigten die Reudnitzer das, was sie zurzeit können. Nun gilt es in den verbleibenden Partien gegen Stadtroda und Jena, den dritten Tabellenplatz zu verteidigen.

TSG mit: Moritz Drischel; Claire Ehlich (5); Tom Bobek (5); Florian Hofmeister (3); Felix Hofmeister; Emelie Glück; Sophie Möhring; Leon Hupfer; Annabell Kobe; Yannick Beierlein (7)


31. März 2010 /OTZ Zeulenroda-Triebes

Zeulenrodaer Zentrum noch zwei Wochen bearbeitet

Restflächen rund um den Zeulenrodaer Markt werden gepflastert. Fertigstellung ist für Mitte bis Ende April geplant.
Restflächen rund um den Zeulenrodaer Markt werden gepflastert.
Fertigstellung ist für Mitte bis Ende April geplant.

Mit der Frühlingssonne kehrten auch die Bauarbeiter in Zeulenrodas Innenstadt zurück. Seit rund einer Woche werden restliche Pflasterflächen abgearbeitet.

Steffen Beikirch / 31.03.10 / OTZ

Etwa 350 Quadratmeter rund um die neue Baumgruppe am Zeulenrodaer Tuchmarkt und weitere 150 Quadratmeter am Durchgang zum Dr.-Gebler-Platz seien noch fertigzustellen, schätzt Bauleiter Thomas Krause von der VSTR GmbH Rodewisch. Außerdem fehlen noch etwa zwei Kilometer Dehnungsfugen, die man jetzt vergießen wird. An Häuserkanten oder zwischen Pflaster- und Bordsteinen beispielsweise hatte man vor dem Winter eine so genannte Rollschnur als Platzhalter eingebracht. Denn der obere Teil der Dehnungsfugen konnte bei den bereits zu niedrigen Temperaturen nicht mehr erstellt werden. Da darf kein Nachtfrost sein, begründet Krause. Jetzt ist es so weit: Die graue Rollschnur kommt raus und der nicht gerade billige Marbos-Fugenmörtel rein. Er ist flexibel und sorgt dafür, dass bei Temperaturschwankungen nichts bricht. Die Gefahr besteht bei der hier angewendeten vollgebundenen Bauweise auf Betonuntergrund. Deshalb seien die Pflasterflächen in Felder eingeteilt, die arbeiten können. Sonst krachts irgendwann, erklärt Thomas Krause. Rund um die Bäume und Spielgeräte am Tuchmarkt pflastert die Plauener Landschaftsbaufirma Kohrs derzeit mit großer Besetzung. Sie hat bereits weite Teile der Muschelkalkflächen als einer der Nachauftragnehmer der Firma VSTR verlegt. Beispielsweise die Kirchstraße und die Aumaische Straße sowie Fußwege rund um den Markt. Den Durchgang vom Tuchmarkt zum Gebler-Platz pflastert VSTR dagegen selbst. Dustin Heumos und Marco Löffler haben sich auch gestern mächtig reingekniet. Bis zur ersten Hauskante vom Tuchmarkt aus kommend legen sie neue Steine ins Mörtelbett. Dahinter findet dann das alte Großpflaster Wiederverwendung bis der Platz eines Tages mal ganz neu gestaltet werden soll. Wie lange die derzeitigen Arbeiten noch dauern? Spätestens Ende April werde man fertig sein. Vielleicht auch eher, orientiert Bauleiter Krause bei gutem Verlauf auf die Monatsmitte. Von der Stadtverwaltung als Bauherr war gestern keine Auskunft zu den Arbeiten zu bekommen.


31. März 2010 /OTZ

Kurz notiert:

Karikatur des Tages

Dem Täter jede Chance!
Dem Täter jede Chance!
Zeichnung: OTZ/Bruns


Generalprobe für Ostern

Der Osterhase schaute gestern Vormittag in der Kindertagesstätte „Juri Gagarin“ vorbei und versteckte allerhand Süßes. Die Kinder der Regenbogen-Gruppe nutzten diese „Generalprobe“ für den Ostersonntag und fanden fast auf Anhieb alle Osternester. Zuvor schauten sich alle Kinder das Märchen vom kranken Osterhasen an.
Foto: OTZ/Susann Grunert

Der Osterhase schaute gestern Vormittag in der Kindertagesstätte „Juri Gagarin“ vorbei und versteckte allerhand Süßes. Die Kinder der Regenbogen-Gruppe nutzten diese „Generalprobe“ für den Ostersonntag und fanden fast auf Anhieb alle Osternester. Zuvor schauten sich alle Kinder das Märchen vom kranken Osterhasen an.


Göltzsch-Tour

Nach und nach kommen die 20 Boote mit Sportlern aus mehreren Bundesländern am Greizer Elsterufer an. Die Kanuten sind am Sonntagvormittag in Lengenfeld auf der Göltzsch gestartet. Ein gemeinsames Picknick gab's unter der Göltzschtalbrücke. Zum dritten Mal hat Karl-Heinz Petereit diese Göltzsch-Tour organisiert, unterstützt vom Kanu-Freizeitverein
Foto: OTZ/Susann Grunert

Nach und nach kommen die 20 Boote mit Sportlern aus mehreren Bundesländern am Greizer Elsterufer an. Die Kanuten sind am Sonntagvormittag in Lengenfeld auf der Göltzsch gestartet. Ein gemeinsames Picknick gab's unter der Göltzschtalbrücke. Zum dritten Mal hat Karl-Heinz Petereit diese Göltzsch-Tour organisiert, unterstützt vom Kanu-Freizeitverein.


Irchwitzer Hortkinder besichtigen Druckerei Tischendorf in Greiz

Christian Tischendorf, Inhaber der Druckerei Tischendorf, erklärte gestern den Irchwitzer Hortkindern die Heidelberger Druckmaschine CD74. Die Grundschüler sahen bei ihrer Besichtigung auch eine alte Druckmaschine, Bildbearbeitung am Computer, einen Digitaldruck sowie einen Druckplattenbelichter. Den Ferienkindern hat die Besichtigung gefallen.
Foto: Natalie Pohle

Christian Tischendorf, Inhaber der Druckerei Tischendorf, erklärte gestern den Irchwitzer Hortkindern die Heidelberger Druckmaschine CD74. Die Grundschüler sahen bei ihrer Besichtigung auch eine alte Druckmaschine, Bildbearbeitung am Computer, einen Digitaldruck sowie einen Druckplattenbelichter. Den Ferienkindern hat die Besichtigung gefallen.


Sommerpalais über Ostern offen

Greiz (OTZ).

Das Sommerpalais im Greizer Park lädt an allen Tagen über das Osterfest, also auch am Ostermontag, jeweils von 10 bis 16 Uhr zum Besuch ein. Gezeigt wird die kleine Ausstellung „Graphische Drucktechniken“, die mit seltenen und überaus sehenswerten Exponaten aus dem eigenen Bestand der Staatlichen Bücherund Kupferstichsammlung aufwartet.


Tradition des Chorgesanges wird fortgesetzt

Karfreitagssingen im Gasparinentempel

Greiz (OTZ/war).

Die großen Traditionen des Chorgesanges in Greiz sind lebendig. Die Woche vor Ostern stellt auch die Sänger des Greizer Cäcilienchors alljährlich vor große Herausforderungen. Traditionell haben sie mit ihrer musikalisch-literarischen Deutung des Kreuzweges am Palmsonntag auf die Bedeutung des Skulpturen- Zyklus der Bildhauerin Elly-Viola Nahmmacher in der Herz-Jesu-Kirche hingewiesen. Neben der liturgischen Mitgestaltung dieser besonderen Woche im Kirchenjahr, hat es sich der Chor mit dem Karfreitagssingen im Gasparinentempel zur Aufgabe gemacht, eine 1863 von Kantor Wilhelm Urban begonnene Tradition fortzuführen. Nun wird der Chor am Karfreitag, 8 Uhr, bereits zum 14. Mal Lieder, die diesem Tag angemessen sind, von der Höhe herab singen. Immer wieder waren die Sänger in den letzten Jahren überrascht, wie viel Frühaufsteher sich, unabhängig vom Wetter, auf den Weg gemacht haben. Sie sind auch in diesem Jahr eingeladen. Am Ende der Morgenstunde wird wie in den vergangenen Jahren von Pfarrer Dietmar Brosig der Segen über die Stadt Greiz gesprochen werden.


Mit Therapie und Tricks gegen Pollen-Allergie

Tipps von Chefarzt Dr. Jochen Meyer

Gera (OTZ).

Heuschnupfen trübt bei mehr als 10 Millionen Deutschen die Vorfreude auf den Frühling. Im ausgehenden Winter und Frühjahr können die Pollen der Hasel, Erle und Birke allergische Reaktionen hervorrufen, im Sommer sind es Gräser, Roggen und Kräuter. Weil Pollen sehr weit fliegen, können Betroffene sie kaum meiden, sagt Priv.-Doz. Dr. Jochen Meyer, Chefarzt der Klinik für Hautkrankheiten und Allergologie am SRH Wald-Klinikum Gera. Um die Beschwerden zu mindern, sei es wichtig, herauszufinden, wogegen der Patient genau allergisch ist. Dafür gibt es nach Meyer drei gängige Methoden: Der Arzt macht einen Hauttest mit Pollenextrakten, einen Bluttest, um körpereigene Antikörper nachzuweisen oder einen Provokationstest, bei dem verdächtige Pollen auf die Nasenschleimhaut aufgesprüht werden. „Die Symptome sind durch Medikamente wie Tabletten oder Nasentropfen gut zu behandeln. Für Kinder sind Tropfen besser geeignet. Inhalationen und Saunabesuche unterstützen die Heilung“, sagt Dr. Meyer. Wenn das nicht ausreicht, muss der Patient mit einer Immuntherapie behandelt werden. „Je früher diese Therapie angewandt wird, desto besser“, so Meyer. Denn im schlimmsten Fall drohe dem Patienten Asthma. Betroffene können auch durch Tricks die allergischen Reaktionen reduzieren: In Städten ist der Pollenflug in den Abendstunden am höchsten, lüften sollte man darum tagsüber. Dr. Meyer rät außerdem, die Freizeitkleidung in der Pollenflugsaison nicht im Schlafzimmer aufzubewahren und die Haare vor dem Schlafen zu waschen. Bei Autofahrten empfiehlt er geschlossene Fenster und Luftfilter. Die Zahl der Betroffenen ist mittlerweile so groß, dass es neben den Wetternachrichten eine Pollenflugvorhersage gibt.


| zurück | Seitenanfang | Impressum |